Zukunftsfähig

Gefühle und Denken zusammen zu betrachten lässt ahnen, dass es zumindest theoretisch eine geeignete Strategie geben muss, sie in nachhaltigem Sinne zu bedienen. Bei allen Projekten zu Klima-, Umwelt-, Arten- und sonstigen Schutze würde ich mir daher wünschen, dass der Faktor Mensch stärker Berücksichtigung findet. Denn er kann weit mehr leisten als er denkt, und das im wahren Sinne des Wortes.

Für mich gilt Information erst als vollständig, wenn sie auch im Gefühl ankommt, wenn sie sich als Wert(e) verankert, und im Belohnungssystem gewichtet werden kann und da nicht im Widerspruch zu dem steht was wir wissen. Gier, Neid, Angst o.ä. ist dafür nicht die geeignete Haltung, rein technisch gesehen.

Die Grenzen des noch Bekömmlichen sind bereits überschritten. Und was jetzt? Wir müssen Stellung beziehen. Offenheit, die uns einander näher brächte, spiegelt alles wider, auch die Abgründe von denen wir so gerne nichts mehr wüssten. Wenn wir die schönen Gefühle zulassen, was passiert dann mit der Trauer und Wut in uns, die da vielleicht noch nicht verarbeitet ist? – War es gar eine Notwendigkeit, dingliche Bedürfnisse vorzuschieben und so nur noch symbolisch abzuhandeln, wonach wir uns tatsächlich sehnten?

Das Vertrauen war sowieso schon hin, das Leben ein Kampf um Anerkennung. Bedingungen „geeignet“ für die Methodik der Männer deren Wettbewerbsmuster alle Bereiche des Lebens prägten, schließlich vererbten wir von einer Generation auf die nächste, wie unbequem die Welt ist in der wir leben, und dass jeder darin auf sich selbst schauen muss – innerhalb der von anderen Männern festgelegten Regeln. Frauen nun auch (wieder), allerdings nach eben denselben Regeln.

Einen epigenetischen Einfluss der elterlichen Haltung auf die bevorzugt aktivierten Gensequenzen ihrer Kinder würde ich hierbei nicht ausschließen. Wir könnten zwar anders, können aber deswegen nicht, und verbauen damit auch gleich unseren Kindern den alternativen Weg. Und doch habe ich den Eindruck, dass zwei Seiten sich rasant nähern und wage zu hoffen, dass eine Refusion unserer Verarbeitungsmethoden – intuitiv und rational bevorsteht. Das Gehirn verstehen, Selbstvertrauen entwickeln, Intelligenz bewusst und praktisch anwenden, Wissen erleben, Wissen begreifen, Wissen fühlen, Wissen nachhaltig anwenden. – Opensource, Vernetzung, Cloudbraining. Kognitive Feuerwerke.

Ich muss der Menschentyp der Zukunft werden, wenn ich eine haben will. Das war mein Gedanke als ich mich von meinem letzten Auto verabschiedete und mich für eine Ernährung aus erster Hand (rein pflanzlich) entschied – sie ist der Sonne näher :-). Es gibt noch viel zu tun – und es müsste alles daran gesetzt werden, die Motivation der Menschen dafür zu wecken ihr Verhalten besser zu verstehen um den Freiraum zu schaffen, sich für eine (mehr Aspekte und) erfüllendere Strategie entscheiden zu können. Denn um ein Gegengewicht zu den tagtäglichen, vielfach schädlichen, Konsumanreizen zu bilden braucht es schon etwas mehr als ein paar abstrakte technische Daten (noch dazu ohne emotionales Gewicht). Es braucht unseren Willen, das heißt, der braucht dazu die geeigneten Werte – womit der Kreis sich schließt.

Gefühle mögen dem der sie (sich) nicht erklären kann irrational anmuten. Irrational wäre höchstens, nicht daran zu arbeiten, vernünftig mit ihnen umzugehen. Fakt ist – sie (be)wirken was ihnen entspricht und sind deswegen ein Faktor der in die Zukunftshoffnungen einbezogen werden muss. Das Erlangen einer geeigneten Haltung (die Betrachtung von Nachhaltigkeit erfordert die mentale Fähigkeit zur Aussicht auf eine vorstellbare Zukunft) müsste folglich die Grundlage unserer Ausbildung sein. Männlich, weiblich, menschlich, einig.

Ist wie bei neuronalen Netzen. Wohin wir uns rechnen hängt von den Relevanzen ab die wir (her)ausbilden. Unser Gehirn ist die Innovation auf die es ankommt, nicht irgendeine Technologie. Wie soll die uns retten, wenn wir es (damit) immer noch nicht wollen?

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