Atomkraft? – Immer noch – nein Danke

Am 5. November 1978 stimmte eine hauchdünne Mehrheit von 50,5% der Österreicher gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks in Zwentendorf. Die Tatsache, daß sich eine enthusiastische Bürgerinitiative gegen die einflußreichsten Interessensvertretungen und die Regierungspartei durchsetzen konnte, gilt als bemerkenswert in der Zweiten Republik.

Näheres darüber ist hier nachzulesen (neues Fenster).

Eine Auseinandersetzung mit Pro-Argumenten findest Du hier.

Ein Atomkraftwerk ist wegen der hohen Sicherheitsauflagen ganz schön teuer – kaum kalkulierbar. Doch die Baukosten beziehen sich nur auf die Anlage selbst. Hinzu kommt das Kreuz mit der Endlagerung. Etwas, das 100.000 Jahre oder länger dicht hält – und man bedenke, dass es in der Zeit zu unberechenbaren Erdverschiebungen kommen kann – dürfte kaum bezahlbar sein. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass das jemanden von denen die mit Atomkraft Geld machen, intereressiert. Geld erwirtschaften – ja, Verantwortung für die Folgen – nein Danke. – – – – – Daher auch weiterhin mein Stimmchen aus Vorarlberg: Atomkraft nein Danke. Stattdessen würde ich alles was geht in erneuerbare Energien investieren, und die Energieeffizienz forcieren. Die mögen noch in den Kinderschuhen stecken, doch wird sich das schneller ändern, wenn man sie gut füttert.

Niemand verfügt bislang über eine sichere Methode, den strahlenden Müll dauerhaft von künftigen Generationen (im Moment arbeiten wir mit allem darauf hin, als wären gar keine mehr erwünscht, aber lass uns mal so tun als existiere die Menschheit weiter…) fernzuhalten. Im Gegenteil, einer Dokumentation zufolge (weiß leider nicht mehr Titel und Sender, ist schon etwas länger her) Lagerbehälter zeigen bereits Schwächen, es muss nachgebessert werden – nach wenigen Jahrzehnten, einem kaum nennswerten Bruchteil der Zeit, die der Müll seine tödliche Strahlendosis noch abgeben wird (über die Problematik des Transports und der Zwischenlagerung von Atommüll).

Vernetzung statt Zentralisierung

Wir haben ein RECHT auf lebensfreundlichere Alternativen. Dann braucht es eben viele kleine Stromerzeugungsstätten, und sei es, dass jedes neu gebaute Haus seinen Strom selbst erzeugt und einspeist, was es grade selbst nicht verbraucht. Es muss nicht immer alles riesengroß und zentral sein um zu funktionieren. Bei den Steuereinnahmen macht es auch die Vielzahl der Steuerzahler.

Bei mir verstärkt sich langsam der Eindruck, dass die Zentralisierung der Versorgung zunehmend gewaltsam stattfindet, weil damit automatisiert und systematisch sehr leicht vom Feld der Massen abgesahnt werden kann. Sind sie erst einmal abhängig, haben sie auch keine Alternativen mehr. Die Fixkosten gehen in die Höhe, und dem Einzelnen bleibt immer weniger für sich selbst. Wenn wir da nicht gegensteuern, wird das immer schlimmer. Das Problem das einer hat, dem es an Geld fehlt ist nicht das Fehlen von Geld, sondern das Fehlen jedweder Alternativen. Selbstversorgung ist kaum noch möglich.

Dabei wäre es wünschenswert, sinnvoll und nachhaltiger, wieder mehr auf Subsistenz hinzuarbeiten. Wenn viele kleine Steuerzahler in Summe einen großen Batzen Geld an den Staat entrichten können, dann können auch viele kleine Strombetreiber eine Menge Energie beisteuern, und noch vieles andere. Jeder ist in der Lage, etwas Nützliches zu leisten oder beisteuern. Arbeitslosigkeit kann es eigentlich gar nicht geben.

Emotional !nnovativ

Eine Idee wird erst angenommen, wenn sie da Linderung verspricht, wo es bereits weh tut. Laut Voltaire, ist das wohl der Moment, in dem die Zeit reif für eine Innovation ist. Manche Menschen sehen Erfordernisse lange, bevor sie allgemein gefühlt werden, sind dann zu früh dran, ihrer Zeit voraus, werden müde belächelt statt angehört. Chancen, zu handeln, bevor Schmerz entsteht, sind dann vertan. So viel geschaffen, so viel entwickelt, so viel gedacht, und doch ist es nicht unser Verstand, der bewegt, oder Gedanken an die Oberfläche schiebt. Die Gedanken entstehen aus dem heraus, was uns aktuell bewegt. Mich bewegt die Frage nach unserer Zukunftsfähigkeit.

Manchmal ist die Vorstellung (oder das Fehlen davon) etwas zu ändern schmerzhafter, als alles zu belassen wie es ist, auch wenn es sich nicht gut anfühlt. Kein Gedanke wird üblicherweise an das verschwendet, was uns nicht emotional tangiert (natürlich zum Teil auch, weil es muss, da es Teil der Pflichterfüllung ist, für die es ja auch die geeignete Haltung braucht). Um etwas zu verändern, braucht es einen Motivator, die Vorstellung, dass es einem besser ergehen wird. Diese bilden wir heute üblicherweise in Kennzahlen ab. Physisch sind wir jedoch dafür geschaffen, an unseren Gefühlen zu bewerten wie zu- oder abträglich etwas war. Womit diese Gefühle verknüpft werden, das bestimmt unser Leben, und es besteht dabei leicht die Gefahr, dass es nicht mehr wir selbst sind. Wie individuell und erfüllend kann das aber dann noch sein?

Auf diesem Planeten gibt es nun wahrhaft genug zu tun, und massenhaft Raum, erfinderisch und kreativ zu sein, auch wenn es gerade jetzt, bedingt durch Hierarchien in Dimensionen wie wir sie nie zuvor hatten und Regelprogression, ganz besonders schwer ist, sich von unten hoch zu arbeiten. Noch dazu, wenn man keine Ellbogen hat, sondern nur was man weiß und in der Lage ist zu ermitteln. Es gibt, man mag es kaum glauben, Menschen, die arbeiten für Ergebnisse, die wollen Nutzen generieren, und für die ist Geld nichts anderes als ein Effekt für das, was sie geleistet haben. Das sind heute selten jene Menschen, die an ihren Ideen dann auch verdienen.

Die Interaktion mit der Welt kann nicht alleine über den Verstand erfolgen, sondern braucht die emotionale Ebene, die Basis für die Intuition. Die Anforderung war ja, bereits entscheidungsfähig zu sein, bevor wir mit konkreten (Teil!)Daten rechneten. Sonst wären wir kaum so weit gekommen – ohne Emotionen und soziale Kompetenz.

Wie oft ich schon Worte wie diese gelesen habe: „Das ist doch eh alles nur Biochemie“. Es klang desillusioniert, entschuldigend dafür, dass wir uns nicht mehr investieren wollen in etwas, worüber wir angeblich keine Macht haben, weil es ja biochemisch wirkt, und wir dem also hilflos ausgeliefert sind. Intelligenz ist aber grade die selbst gelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten, und Gefühle sind davon ein Teil, der wichtigste sogar, denn sie setzen die Grenzen unseres Verstandes. Wenn wir hier also ganz weit aufmachen, schaffen wir auch ganz viel neuen Raum für unser Denken.

Mir ist Geld nicht genug. Ich hab auch gerne eine funktionierende Lebensumgebung um mich herum. Wäre zu dumm, das erst zu bemerken, wenn es sich nicht mehr so verhält. Ich habe dazu nur aus einem Grund einen adäquaten Gefühlseindruck, weil ich mich mit dieser Frage intensiv auseinandergesetzt habe. Hast Du das in derselben Art und Weise getan, wissen wir jetzt beide, wovon ich spreche.

Wir hatten in der Vergangenheit Innovationen, die die Welt aus den Angeln hoben. Was die Welt und alles auf ihr drauf braucht, sind Innovationen, die helfen, sie wieder ganz zu machen. Da besteht ein Bedarf, ein echter. Wenn das bitte mal kein Zukunftsmarkt ist. Wettbewerb dynamisiert die Entwicklung. Was im Zentrum des Strebens steht, gibt die Richtung vor und wo es hinführt – sein oder nicht mehr. Ich bezweifle ketzerisch, dass Kennzahlen darüber Auskunft geben. Wenn sie aber das Motiv sind, ist die Frage nach sein oder nicht mehr, auch schon nachrangig. Sind wir intelligent genug, dass unsere Ambivalenz nicht zum Dilemma wird?

Es ist nicht dasselbe, sich soziale Verantwortung auf die Fahnen zu schreiben, oder tatsächlich so zu empfinden. Die Gesinnung macht einen gravierenden Unterschied. Sie sieht nämlich, wo die Prioritäten tatsächlich liegen. Natürlich bei den Menschen.