Meat Abolition Day 2010

Zur Pressemeldung

Im Sinne unserer eigenen Zukunftsfähigkeit halte ich es für notwendig, möglichst schnell zu einer Ressourcen schonenden Lebensweise zu finden, wie sie schon jetzt für alle Menschen lebbar wäre. Überflüssig wäre damit die Hemmschwelle, schlechter Gestellten die Hand zu reichen, denn rechnerisch ginge es sich dann aus. Ich muss keine Einbußen für mich befürchten, wenn es Menschen die heute das Nachsehen haben, mal ebenso gut gehen kann wie mir, denn es ist für sie dann einfach (auch!) drin. Jeder, der wissentlich über seine individuelle Grenze hinaus lebt, finanziert einen Vernichtungskrieg mit. Darauf zu beharren finde ich militant – nicht wie man sich als ressourcenbewusster Mensch nach reiflicher Überlegung und (an)erkannter Eigenverantwortung vegan zu werden immer wieder vorwerfen lassen muss.

Bedauerlicherweise machen einem viele Menschen und Institutionen immer noch „Angst“ vor der veganen Ernährung und ihren angeblichen Mangelerscheinungen (und spiegeln darin nur ihre eigene Angst vor Veränderungen wider), was ein Witz ist in Anbetracht der tatsächlichen(!) und globalen Bedrohungen die aus der „Produktion“ tierlicher Nahrungsmittel hervorgehen. Wer jedoch Bestärkung für seinen Fleischkonsum im Internet finden will, wird sie auch finden. Schon alleine die Masse macht viel aus, woran auch Lösungsansätze bislang scheitern. Wer selbst noch Fleisch isst oder damit Geld macht, wird sich aus der erforderlichen Auseinandersetzung und den Konsequenzen rauswinden wollen, egal ob er eine Entscheidung auf persönlicher, wirtschaftlicher oder politischer Ebene trifft. Und noch ist es leider wahrscheinlicher, dass Omnivore über die Zukunft des Fleisches befinden, und auf Anraten ihrer westlich trainierten Stoffwechsel gegen die Zukunft vieler von Hunger und Vertreibung bedrohter Menschen stimmen. Die vegane Entscheidung lässt niemanden auf der Strecke – weder Natur, noch Tier, noch Menschen, noch die Zukunft unserer Kinder.

Natürlich kann ich, ohne damit die Argumente für den Veganismus anzukratzen, einräumen, dass es für unsere Vorfahren mal ein Vorteil gewesen sein muss (für den Neandertaler allerdings nicht, der war zu 90 % Fleischfresser), Fleisch auf den Speiseplan setzen zu können. Ohne diesen Nahrungszusatz hätten sie vielleicht die Eiszeiten nicht überstanden.

Vermutlich gelangte tierisches Eiweiß vor etwa 1,5 Millionen Jahren (abgeleitet aus der Evolution von auf den Menschen übergegangenen Fleischparasiten) auf den Speiseplan unserer humanoiden Vorfahren. Das konnte geschehen, weil der Körper es duldete (wie es allerdings mit rohem Fleisch aussehen würde, weiß ich nicht), wie sehr viel später in Europa die Milch. Dass etwas verwertet werden kann muss noch lange nicht heißen, dass es für den betroffenen Metabolismus optimal ist. Es werden von uns ja sogar reine Pflanzenfresser mit Tiermehlen gefüttert, was deren geschundene Körper auch umsetzen. Keiner würde deswegen von einer Kuh sagen dass sie nun zwingend omnivor zu ernähren ist. Gerade weil wir so genannte Mischköstler sind haben wir die Chance, diese Flexibilität die uns gegeben ist, ein weiteres Mal für einen evolutionären Fortschritt zu nutzen. Stattdessen haben wir uns auf zerstörerische Weise in Fleischfasern festgefressen.

Bereits seit Jahrzehnten ist es kein Geheimnis mehr, dass die Auswirkungen tierlicher Nahrungsmittelproduktionen auf die Lebensumgebung fatal sind. Doch so lange er davon nur andere Menschen betroffen sieht, kümmert das den Omnivoren offenbar wenig. Die kognitiven Fähigkeiten werden einfach nicht dafür eingesetzt, die von sich ausgehenden Wirkungsketten und ihren Rückkoppelungseffekt auf ihn selbst nachzuvollziehen. Wenn Fleisch angeblich so gut für das Gehirn gewesen sein soll, dann frage ich mich, warum davon in den letzten 30 Jahren nichts zu bemerken war. Vermutlich weil alle damit beschäftigt waren, es permanent zu überfüttern? – Man möchte meinen, das ständige Überangebot an Nahrung suggeriert dem unkritischen Gehirn unfällig, dass alles in bester Ordnung sei.

Was Regenwäler und Land vernichtet, Menschen um ihre Existenzgrundlage bringt, und die Lebensumgebung aller biologischen Bestände weltweit vergiftet, sowohl zu Lande als auch im Wasser, ist kein evolutionärer Vorteil mehr. Was gestern vielleicht noch einer war oder sich über lange Zeit (scheinbar) neutral auswirkte, kann sich in der Evolution durch die Veränderung nur eines Umstands jeder Zeit ins Gegenteil kehren, zumal wenn es derart pervertiert wird wie die Fleisch”produktion” heute.

Die Evolution ist nicht etwa ein Argument oder eine Entschuldigung für den Fleischkonsum, sondern eines dagegen. Gewaltanwendung gebiert nicht aus Vernunft, sondern ist ein Notfallprogramm unterster mentaler Ebene. Dieses Notfallprogramm samt seiner Rückkoppelungseffekte – Gefühlsarmut und Verrohung zum Beispiel (Einbeziehung weniger Werte, was sich bereits bei unseren Kindern mindernd auf den kognitiven Rahmen auswirkt) – wird routinemäßig und permanent ausgeführt, obwohl gar kein Notfall besteht, sondern alleine egozentrische Profitgier die treibende Kraft dahinter ist. Der eigentliche Notfall wird davon erst eintreten, und ich wage kaum mir vorzustellen, wie viele Leben diese folgenreiche Fehlentwicklung noch kosten wird.

Leben und leben lassen…

…ausgerechnet dieser Spruch ist ein Karnisten-Argument, das mir immer wieder begegnet.

“Leben und leben lassen” passt allerdings nicht mit dem Tierkonsum zusammen, der bedeutend, unnötigerweise auf Kosten anderer Leben seine Homo sapiens-Existenz zu untermauern. Also leben und (anderen ihr) Leben lassen. In dem Fall ist Ernährung auch keine Privatsache, weil die Folgen der Klima- (graphiktreibhauseffekt) und ökologischen Schäden alle mittragen müssen, und am meisten natürlich wieder jene, die eh schon nichts haben, weder Pflanze (die stattdessen ans Vieh verfüttert wird), noch Fisch, noch Fleisch. Ist Dir in letzter Zeit aufgefallen, wie die Angst der Menschen was „abgeben“ zu müssen steigt, und sie denen, auf die sie noch runtersehen können, am wenigsten gönnen (ein nachdenklicher Artikel dazu: Unser blühendes Land)?

Wenn die Veränderungsbereitschaft schon vor dem eigenen Tellerrand aufhört, ist sie nicht ernst zu nehmen. Aber nicht zuletzt deswegen sind wir ja eine Wegfressgesellschaft ohne Zukunft geworden. Die anderen sollen verzichten, nur man selbst will nichts am gegenwärtigen Status ändern. Dabei hat das nichts mit Verzicht zu tun. Entweder ich respektiere das Leben und bringe das durch meine eigene Lebensweise zum Ausdruck oder ich bin ein Ignorant und fresse es auf. Einen Mittelweg gibt es nicht, den kann man sich nur vormachen. Es gibt keine humane Tierschlachtung, es gibt keine humane Methode, an Hühnereier zu gelangen (Küken sexen widerfährt auch so genannten „Biofreilandhühnern“), und hinter jedem Glas Milch stecken zwei schmutzige Geheimnisse – ein Kälbchen, das seiner Mutter entrissen wurde und Hochleistungseuter, die das Kreuz jeder Kuh zu Boden ziehen. Die Vorstellung, wie sich ein „ganzer Mann“ an einer Kuhzitze festsaugt und daraus Babynahrung trinkt sieht für mich jedenfalls weder natürlich, noch gesund, sondern allenfalls nach einer Notlösung aus.

„Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz“ – ist eine alte Weisheit, längst von der Gehirnforschung bestätigt, und doch der bloßen Gier und kurzen Lust wegen ignoriert. Während man tierquälende oder -tötende Kinder noch für verhaltensgestört erklärt, sieht es beim Erwachsenen schon ganz anders aus. Denn für die Aussicht auf Geld zählt das Leiden anderer dann plötzlich nicht mehr. Mehr als ein unnötiges Vergnügen (Scherz) ist der schnelle Gaumenkitzel nicht. Das sich herausgenommene „Recht des Stärkeren“ sieht zunehmend nach dem „Versagen des Dümmeren“ aus. Mit ein bisschen anders ist da nichts mehr zu richten. Das Umdenken muss grundlegend und umfassend zugleich sein, und vor allen Dingen Konsequenzen haben.

Damit die leidvolle Extremsituation die Veränderung erzwingt nicht eintreten muss, muss ein adäquater Eindruck in unserer Vorstellung entstehen. Nur andere Werte führen zu einem anderen Rechenergebnis. Ob die Werte von außen aufgezwungen sein müssen oder präventiv von innen kommen, ist die einzige Entscheidungsfreiheit, die wir haben.

Uns auf die Evolution berufen – deren komplexes Zusammenspiel wir offenbar nicht ansatzweise kapiert haben (noch nicht einmal die Tragweite dessen, was wir darin anrichten) – können wir nicht mehr. Wer seine Beschaffenheit verstanden hat, erkennt wie er sie steuern und daran wachsen kann (nee, Disziplin ist dazu gar nicht nötig, es macht nämlich ungeheuer Spaß, ungeheuer deswegen, weil das Gehirn damit wieder Echtes und nachhaltig Gedeihliches belohnen kann), damit ist sie keine Ausrede mehr. Wo zur Rechtfertigung rücksichtlosen Verhaltens “Fressen und Gefressen werden” angeführt wird, offenbart sich bei genauerem Hinsehen ein vielschichtiges aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel, in dem jeder eingebundenen Lebensform genug Raum bleibt am Bestand zu bleiben und sich weiter zu entwickeln (implementiertes Streben nach besserer Entsprechung > Erhöhung der Komplexität, Vielwertigkeit), und nicht, dass sich da eines hervortut um alle anderen unter sich zu ersticken. Wer seine Nahrungsquelle vernichtet, hat dann eben keine mehr und verschwindet mit ihr. Wen eine Veränderung überfordert, den überrollt sie. Andere Wesen, die es besser können, übernehmen oder teilen sich freie Nischen und setzen ihre Entwicklung da fort, wo anderen das Latein ausging.

Die Überlebensrechnung war von jeher immer dieselbe, nämlich in wie weit (objektive) Werte und (subjektive) Werteinschätzung korrespondieren. Ein in Kompliziertheit und Regeln verstricktes dissonantes Gehirn wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit verrechnen. Einen Hund zu hätscheln und ein Schwein zu schlachten, obwohl dessen intellektuelle und Empfindungsfähigkeiten mindestens genau so ausgeprägt sind und in der Lage wären, Menschen zu entzücken, ist ein in unseren Köpfen verbauter Widerspruch (neben vielen anderen). Symboldenken (Abstraktionsfähigkeit) bringt es mit sich, dass wir für den Moment der Betrachtung die Realität verzerren müssen, denn mehr als einen Aspekt zu einer Zeit können wir mit dem linearen Verstand nicht scharf betrachten – in dem Moment hat er alle Relevanz. Das macht uns schon verarbeitungstechnisch bedingt anfällig für (temporäre) Fehleinschätzungen. Doch haben wir eine Menge Indikatoren (Gefühle, Folgewirkungen) die uns darauf hinweisen, und denen entsprochen werden müsste, statt sie zu übergehen oder als Symptome „wegzubehandeln“ und damit wieder neue generieren. Schadhafte, global destruktive Folgewirkungen menschlichen Treibens sind keine Normalität, sondern Hinterlassenschaften von Fehlern die korrigierbar sind. „Ja aber?“ – Nein, genau damit nicht. Mit „ja daher“ beginnt die Zukunft.

In dem Moment wo ein Aspekt über den Verstand verarbeitet wird, liegt darauf eine hohe Gewichtung die aber nicht real ist. Auch unsere Ängste stehen in keiner realistischen Relation mehr zu den Bedrohungspotentialen. Nur im Gesamtbild wäre erkennbar, wie groß eine Relevanz wirklich sein darf, weil wir sie dann in ihrer Stellung zu allen anderen „Werten“ begreifen. Detailwissen ist wenig hilfreich, wenn wir vor lauter „scharfen Fakten“ den Gesamtkontext nicht mehr sehen, weil wir dann keine Orientierung mehr haben, nach welchen Kriterien wir Werte gewichten müssen. Frühere Priester und Schamanen kommen uns heute vor wie esoterische Spinner. Ich halte sie für die kognitive Brücke zum universellen, ganzheitlichen Denken. Auch wenn die anderen Stammesmitglieder die Hintergründe nicht verstanden, erkannten sie doch darauf basierende Einwände und Vorschläge an. Das ist heute nicht mehr so, „inneres Wissen“ wird gar massiv von so genannten Skeptikern bekämpft, deren Einwände suggerieren, dass alles in bester Ordnung sei, schließlich „wissen“ wir ja, dass Streben nach Erleuchtung, Vorahnungen, Entscheidungen aus Mitgefühl, Homöopathie und Glaube völlig irrational sind – nur Rechthabenwollen, Egozentrik und die Gier nach Geld und Konsum sind vollkommen rational – nicht wahr?

Jene Werte die unseren Blick über den Tellerrand hinaus bewegen können sind nicht die des Egos. Der Mensch ist kein Einzelkämpfer, denn es ist keineswegs, wie er glaubt, sein Gehirn das ihn ausmacht („ein Mensch ist kein Mensch“). Es ist die Zusammenschaltung mehrerer Gehirne und die daraus resultierende höhere Wertebandbreite, eine Bewusstseinserweiterung über die (An)Erkennung der Befindlichkeiten (Werte) anderer. Mitgefühl / Akzeptanz / Integration. Die Gegenpostion einzunehmen lehrt uns hingegen nichts (Neues).

Nur weil keine Gefühle da oder erklärbar sind, ist eine Entscheidung noch längst nicht rational. Genau so wenig sind Gefühlsentscheidungen per se irrational. Ich halte sogar das Gegenteil für richtig, denn Gefühle folgen sehr wohl einer nachvollziehbaren Logik, die sich weit länger bewähren und herausbilden konnte als der (nach wie vor von den Werten des Wesens gesteuerte) Verstand. Ist die Haltung des Wesens gierig, werden auch die Daten die den Verstand erreichen, davon geprägt sein. Im Befindlichkeitseindruck enthalten sind allerdings mehr Informationen, als zu durchdenken wir gewohnt sind. Dafür müsste man sich selbst (immer wieder) hinterfragen und ein gesundes Verhältnis zwischen Routine und Erleben nicht nur wiederherstellen, sondern bewahren.

Entscheidungen unterhalb der Gefühls- und sozialen Ebene können nur noch triebgesteuert sein. Die Faktoren nach denen auf der Ebene differenziert wird, sind viel zu wenige für ein komplexes Wesen wie die Menschen, daher macht die Füllerei auch niemals satt, denn um zur Erfüllung zu gelangen, brauchen wir die höhere – die vielwertigere – Ebene, die mehr Faktoren einbezieht. Die Grobheit der reduzierten Wertemuster bilden die Menschen global ab – man braucht sich nur die sozialen Strukturen anzusehen, das gigantische Gefälle zwischen Arm und Reich, Zentralisierung (Geltung der Werte Weniger), die Reduktionen auf Massenproduktion und Monokulturen und systematische Zerstörung der natürlichen Vielfalt (2010 = Jahr der Biodiversität, und es geht kein Aufschrei durch die Blogger- und Medienwelt, was ich erschreckend finde) durch die unersättliche Gier nach Fleisch.

Auch Veggies unterliegen natürlich den Werten ihres Stoffwechsels, und ihre Motive sind letztlich egoistisch. Unser Denken geht immer in die Richtung, in der wir die höchste Wohlbefindenssteigerung vermuten. Für die einen zählt dabei nur das Ego, für die anderen das Wohl der ganzen Welt und all ihrer Wesen, der Vielfalt, der Individualität, dem tiefen Verstehen und der Kreativität die daraus folgt. Durch zusätzliche emotionale Abwägungen (noch dazu Mitgefühl, das die Werte Anderer integriert) differenzieren wir feiner, da auf Grundlage von mehr Werten (Gefühlseinheiten, wenn man so will, mehr Werte führen zu einer höheren Auflösung). Der Verstand ist nicht Träger unseres Willens, sondern dessen Ausführungswerkzeug, aber auch für Analysen und Korrekturen gut zu gebrauchen, vorausgesetzt man hat je gelernt, eigenständig zu denken. Primaten sind in erster Linie Nachahmer, Kreativität, also eigene Gedanken zu entwickeln ist eigenständig, und dazu braucht es Verstehen, das im günstigen Fall der Nachahmung folgt. Der (Werte)Unterbau hat längst entschieden, was in die “höhere Verarbeitung” gelangt, bevor der Verstand es überhaupt zur Kenntnis nehmen kann. Ich wünschte, Du könntest an Dir erleben, Du könntest Dich sehen, dann wäre es kein Thema mehr, ob die Wurst auf Deinem Teller vom Tier oder vegan ist, weil Dir dann der Wert von Lebendigkeit vollkommen klar wäre.

Nach den Trieben und vor dem rationalen Denken kommt die emotional-soziale Verarbeitung (oder eben nicht mehr). Der verbalisierbare Output ist davon geprägt, wie wir die beteiligten Aspekte emotional gewichten oder mal gewichtet haben, und dann nie wieder hinterfragt, nachgefühlt. Daher schaffen wir es nicht einmal, uns über “Fakten” einig zu werden. Bis wir so weit sind die zu diskutieren ist das Denken bereits von den “Vorbewertungen” kontaminiert. Wahrhaftigkeit war nicht von ungefähr eine der Tugenden, da man sich die erarbeiten muss. Ein Gehirn ist nicht “von Natur” aus auf die Verarbeitung scharfer Daten ausgerichtet, und schon gar nicht bezieht es daraus seine Motivation. Kreativität und Vielfalt ecken an scharfen Grenzen an. Die sind nämlich nur noch gut für Berechnung und nicht um Neues zu schaffen. Daher entstand auch diese „Wirtschaftswachstumssackgasse“, und wurde unser Überlebens“kampf“, der zum (finalen?) Vernichtungsfeldzug auszuarten droht. Ich will den nicht. Und wenn ich den wirklich nicht will, kann ich nicht mehr tun was alle (bzw. die meisten) tun, weil ihr Verhalten erkennbar darauf hinausläuft, dass er fortgesetzt wird.

Ich war lange Gemischtköstler, bevorzugte dann vegetarisch, und aß nur dann und wann noch Fleisch. Doch beim Versuch, dies mit vernünftigen Argumenten (in erster Linie vor mir selbst) zu begründen, scheiterte ich schließlich an dem, was meine Recherchen und Überlegungen ans Licht brachten. Daraufhin war auf Grundlage der Fakten nur folgerichtig, zu einer veganen Lebensweise überzugehen, zumal es da kein Verzicht mehr war, sondern als Gewinn erkennbar. Das ist geradezu Bedingung – wir müssen Nachhaltigkeit (Zukunftsfähigkeit) erst einmal als erstrebenswerten Gewinn begreifen lernen und nicht als Selbstverständlichkeit, die es nie war. Die nachfolgenden Veränderungen an mir waren erstaunlich – das Mitgefühl, das bei den meistern Veganern als treibende Kraft fungiert, kam bei mir nämlich erst danach. Womöglich war ich vorher einfach zu feige mich darauf einzulassen, denn es wäre tatsächlich zu schmerzhaft gewesen mein eigenes Verhalten als (Mit)Ursache erkennen zu müssen.

Es liegt mir fern, Spaß- oder Spielverderber sein zu wollen, oder Missgunst zu empfinden, wenn jemand in ein Stück Fleisch beißt. Das Gefühl das ich dazu habe gilt dem Individuum das dafür geschlachtet wurde. Obwohl ich Fleisch früher durchaus mochte, ekelt es mich heute, wenn ich an einer Fleischtheke vorbeikomme, weil ich um die Gewalt(bereitschaft) dahinter weiß – gegenüber Menschen, Tieren und der Natur – und ich habe sie sowas von satt! – Abgesehen davon wird der Geruchssinn feiner, und das Zeug stinkt so sehr, dass man es nicht mehr als Nahrung (an)erkennt.

Fleischkonsum erfordert schon mal eine gewisse Ignoranz und Härte, von der ich nach meinem heutigen Wissensstand annehmen muss, dass wir sie uns nicht leisten können, weil Ignoranz nicht ohne nachteilige Folgen für uns (oder jedenfalls manche von uns) bleiben kann. Den evolutionären Wettkampf haben wir gewonnen, wem also nützt seine Fortführung noch? Unsere einzigen Feinde sind unsere Wünsche, und die einzige Herausforderung die sich uns noch stellt ist, sie weise zu wählen. Wie können wir es wagen uns intelligent zu nennen, wenn wir das nicht mal hinbekommen? – Jeder Einzeller hat das schon drauf, und auch in unserem Naturell ist die Fähigkeit dazu verankert.

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Verschwendung von Ressourcen alles andere als vernünftig, zumal es sich um keine Notwendigkeit handelt, sondern etwas das der Körper auf Stoffwechselebene fordert, in erster Linie, weil es aus Profitgier verfügbar gemacht wurde. Lägen statt Fleisch zum Beispiel pflanzliche Produkte in den Regalen, würde das einer Generation, die damit aufwächst, nicht unangenehm auffallen (so wie den meisten Menschen umgekehrt ja auch nicht, was keineswegs bedeutet, das Eine sei “normaler” als das Andere).

Der Verstand würde wesentlich besser, schneller, umfassender und treffender funktionieren, wüssten wir um die Werte die ihn steuern. Sie zu erkunden hat allerdings zur Folge, dass wir uns – je tiefer wir vordringen – umso öfter im Anderen erkennen. Das geht so weit, dass wir jedes fühlende Lebewesen als “einen von uns” (an)erkennen würden, und dann mag man’s einfach nicht mehr essen.

Man sollte wissen was man tut, und auch für welche Konsequenzen man bezahlt, wenn man sich für ein „Produkt“ entscheidet. Denn im Gegensatz zu allen vier Jahren in der Politik wählen wir als Konsumenten unsere Kreuzchen täglich. Dass wir „davon nichts gewusst haben“ – die Ausrede zieht im Informationszeitalter nicht mehr.

Nichtsdestotrotz sind meine Betrachtungen natürlich total subjektiv, und jeder wird sie für sich so interpretieren wie es ihm am besten einfährt. Mein zweites X-Chromosom will Harmonie. Die ist übrigens genauso wenig unrealistisch wie der (momentan, in diesem Augenblick, einem kurzen Aufblitzen in der für uns unvorstellbar langen Erdgeschichte) männlich geprägte Wettbewerb, sondern im Wesen sogar beständiger. Wahn ist immer einseitig. Ganzheitlichkeit verteilt Relevanzen und denkt daher vielwertig. Da Komplexität ebenfalls vielwertig ist, entspricht sie ihr damit besser, und manipulierbar ist sie auch nicht mehr so leicht. Nur ein von den Wesen undurchschauter Nachahmungstrieb macht die Massenmanipulation möglich.

Überleben ist eine Rechenaufgabe auf Basis der grundlegenden averbalen Werte. Worte sind nur mit Werten verknüpfte Symbole, nicht das eigentliche Denken. Der Gehirncode liegt tiefer, und natürlich ist er averbal – d.h. es geht und ging nie um die Wahrheit der Worte (völlig unsinnig, sich um die Wahrheit zu streiten, da Fakten nicht gegeneinander stehen, sondern nebeneinander existieren), wir aber lehnen eine andere Form ab. Daher geschah die massive Selbstreduktion des menschlichen Bewusstseins, die uns jedwede Rücksichtnahme auf die Lebensumgebung über Board werfen ließ. 95 % der Vorgänge in unserem Gehirn sind nicht verbalisierbar, doch – wir können wieder lernen sie zu sehen, und erhalten dann das vielleicht großartigste Werkzeug, das diese Erde (die wir gerade zerstören, wie undankbar!) hervorbrachte, ein konsistentes Gehirn. Der Verstand ist nur ein Programm, das in unserem Organismus arbeitet, seine Auftraggeber sind unsere Beweggründe. Schon daher ist emotional-soziale Kompetenz des Menschen wichtiger als jede andere.

Motive

Wie ich neulich durch eine Online-Diskussion mitbekam, gibt es auch eine religiös motivierte Gruppe, für die Veganismus ein Thema ist. Manche Veganer sehen sich nun veranlasst, sich von dieser „Sekte“ deutlich abzugrenzen. Neulich bekam ich auch den Hinweis, dass ein Artikel auf den ich verlinkte, von „UL“ sei. UL ist die Abkürzung für „universelles Leben“. Hier ein Beitrag dazu, und noch eine Warnung, und hier gleich eine ganze Linksammlung bei relinfo.ch. Schließlich sollte man wissen, warum man sich von etwas distanziert, und wovon überhaupt.

Vielleicht ist an der Stelle die Erwähnung angebracht, dass ich kein Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft bin, so wie auch keiner anderen bestimmten Bewegung, sondern dass es meine eigene Bewegtheit war, die mich dazu finden ließ, Veganismus als Lebensweise zu wählen. Ich ziehe es bei allen Entscheidungen vor, mich meines eigenen Verstandes zu bedienen und dabei auf mein Gefühl zu hören. Es gibt Inhalte, von denen ich mich nicht distanzieren kann, unabhängig davon wer der Verfasser ist, und andere, mit denen ich mich nicht identifizieren kann, sie deswegen aber nicht völlig ausgrenze. Die Frage, um welches Körnchen Wahrheit sich eine Lebenshaltung rankt, ist für mich stets von Interesse. Einen kleinsten gemeinsamen Nenner gibt es immer und überall. Das heißt ja nicht unbedingt, dass alle Menschen den sehen müssen. Vielleicht hakt ja alles daran, dass im momentanen Entwicklungsstadium nicht (mehr).

Wie sinnvoll kann es sich anfühlen, sein eigener Risikofaktor zu sein? Gerade bei der täglichen Ernährung lässt sich noch so vieles zugunsten der Nachhaltigkeit verändern, und das auch aus so genannten „rationalen“ Gründen (tun wir mal so, als würde das in unseren Entscheidungen eine Rolle spielen). Pflanzliche Nahrung ist schon mal deutlich energieeffizienter, da sie dem Organismus direkt zugute kommt, und nicht über den Umweg Tier gehen muss, wo etwa 90 % Substanz verloren gehen, und eine etwa ebenso hohe Schadstoffkonzentration hinzu kommt. 13.000 oder noch mehr Liter verbrauchtes Trinkwasser für ein Kilo Rindfleisch ist auch nicht grade eine wirtschaftliche Rechnung. Es gibt Menschen(!) die an Wassermangel leiden und sterben, und das nur aus dem Grund, weil es anderen egal ist. Lange Transportwege müssen auch nicht sein, wenn die leckere und gesunde Alternative regional gewachsene Lebensmittel sind.

Nachhaltige Ernährung sieht für mich so aus:

  • Von so nah wie möglich
  • So frisch wie möglich
  • So unverfälscht wie möglich
  • Lebensenergie nur noch aus erster Hand, statt vorgekaut und vorverdaut

Grafik: Treibhauseffekt verschiedener Ernährungsweisen pro Kopf und Jahr, dargestellt in Autokilometern

Würde jemand das „Normale“ nicht hinterfragen und wäre er nicht kritisch, würde er dann Veganer? – Sicher, man kann durchaus auch mal das Richtige aus den falschen Gründen tun. Doch wer ist sicher in der Lage zu beruteilen, welches richtige und welches falsche Gründe sind? Ich wage es jedenfalls nicht, darüber ein finales Urteil zu fällen. 100% Veganismus ist ein Ideal, nach dem ich strebe. Ich will es auch als das verstanden und vermittelt wissen, und nicht als Ideologie, Zwang oder die Bedingung geknüpft, sich irgendwem anzuschließen oder jeden der anders denkt, aus seinem Leben zu verbannen. Es gibt gute Gründe, vegan zu werden, und warum soll es nicht auch die Liebe zu allem was Gott schuf sein dürfen? – Wenn etwas Menschen derart die Augen zu öffnen vermag, liegt es dann wirklich vollkommen falsch? – Wie gelangte es dann überhaupt in unser Gehirn?

Nächstenliebe ist m.E. das weitsichtigste Konzept, das uns je präsentiert wurde. Sie mit Gleichgesinnten zu teilen mag uns noch leicht fallen. Es geht jedoch gerade darum, auch mit denen auszukommen, wo das nicht der Fall ist.

Ich finde die 10 Gebote umfassender als unsere heutigen Schwarten von Gesetzestexten, die trotzdem immer Lücken aufweisen. Wenn Menschen sich hingegen ernsthaft an die 10 Gebote halten würden, wäre eine Benachteiligung des Nächsten nahezu ausgeschlossen. Das haben all unsere Gesetze nicht geschafft. Irgendwo ist da ein grober Denkfehler, nämlich der, dass wir ohne Berücksichtigung unserer (aller) Gefühle in so genannten „wirtschaftlichen“ Entscheidungen irgendetwas erreichen können, mit dem wir uns (alle) dauerhaft besser fühlen(!) könnten als vorher! – Mit welchen Gefühlen denn noch, als jenen, die wir darin (nicht) investierten?

Das Streben nach Wirtschaftlichkeit bezog sich ursprünglich ausschließlich auf den Metabolismus, und mit Geld kann es gar nichts zu tun haben. Dieses ausgelagerte Belohnungssystem hat uns nämlich unverantwortlich unwirtschaftlich gemacht. Ginge es uns dabei auch noch so gut wie es könnte, wäre unser Gehirn eine Fehlkonstruktion. Dafür hat es sich einfach zu lange entwickelt und bewährt, als das ich davon ausgehen würde. Das Problem sehe ich vielmehr darin, dass wir den größten Teil seines Wissens einfach ignorieren, nämlich den, der uns nicht „bewusst“ ist. An der Stelle muss Bildung ansetzen und nicht an Kennzahlenrumrechnereien. Wie soll uns eine solche Bildung dabei helfen, uns den Umgebungsbedingungen vollumfänglich (nur das ist nachhaltig) angemessen zu verhalten?

Klimaschutz mit Messer und Gabel

McCartney und Nobelpreisträger Pachauri rufen Politiker auf, den Fleischkonsum zu reduzieren

Berlin. 01.12.2009. Sir Paul McCartney und Dr. Rajendra Pachauri rufen weltweit dazu auf, den hohen Konsum an Fleisch zu bekämpfen. In einem offenen Brief (siehe Anhang) verweisen sie auf den Zusammenhang zwischen Fleisch und Klimawandel und schlagen vor, dass Regierungen Initiativen entwickeln, diesen Zusammenhang auch Ihren Bürgern zu vermitteln. Unter dem Titel „Less Meat = Less Heat“ (Weniger Fleisch = weniger Hitze) findet am 3. Dezember eine Veranstaltung im Europaparlament statt, in der Sir Paul McCartney sowie der Nobelpreisträger und Vorsitzende des Weltklimarates, Dr. Rajendra Pachauri, die europäischen Politiker auffordern, konkrete Maßnahmen zur Senkung des Fleischkonsums zu ergreifen.

zum Pressebericht

Wer der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen kann…

…lebt die falsche.

Was jedoch die Ignoranz betrifft, ist das unter anderem auch eine technische Unzulänglichkeit. Der Verstand kann sich zu einer Zeit jeweils nur einem Aspekt widmen. Was für seine Verarbeitung übrig bleibt, beträgt nur etwa ein 375.000stel dessen, was das Gehirn selbst davor bereits verarbeitete. Jede noch so kleine Fehlprägung verändert die Gewichtung von Aspekten und wirkt sich da natürlich massiv aus, zumal wir Erlerntes ja an die nächste Generation vererben.

Ignoranz und Dummheit haben die gleiche und sowieso (woran Dummheit zu entlarven ist) nachteilige Wirkung – wesentliche Aspekte des Lebens werden aus der Verarbeitung desintegriert. Was dann auf dem eh schon werteverzerrten Rest aufbaut, kann man dann allesamt in der Pfeife rauchen, es ist nicht mehr realitätsbezogen. Die industrielle Vernichtungsmaschinerie setzt sich über die Realität hinweg, nämlich dass das Gefüge das uns umgibt komplex und verletzlich ist und unsere Ressourcen begrenzt, und alle Lebewesen inklusive uns selbst, so wie künftige Generationen sie zum Überleben brauchen. Jetzt geht es nur noch ums Geld machen. Die Gier hat ihr Maul ganz weit aufgerissen um alles zu verschlingen, was noch locker gemacht werden kann, Unersetzliches inbegriffen, nie mehr Regenerierbares.

Ich verstehe Evolution als systemischen Prozess, als etwas Universelles, und selbst wenn ich nur die biologische anspreche, betrachte ich sie losgelöst von irgendwelchen Bewertungen, Bestrebungen, Motiven, alten Missverständnissen oder gar Rechtfertigungen. Wer sich mit seinen Genen rechtfertigt, hat seine Beschaffenheit sowieso nicht verstanden, und wer sein Handeln begründen kann, kann es auch verändern. Wir wissen allerdings eh fast nichts darüber, wer und was wir alle(s) sind, und werden es auch nicht erfahren, wenn wir immer nur schau’n was andere haben, tun oder sagen. Die Antworten sind uns längst ins Gehirn geschrieben. „Wir sind halt so“ ist die – auch noch kopierte – unwissende Haltung der Trägheit, die den Geist vernebelt, denn was uns emotional nicht berührt, bewegt unser Denken auch nicht mehr.

Was wir daraufhin anrichten (Earthlings) ist so schrecklich, dass die meisten Menschen der Wahrheit gar nicht ins Gesicht sehen wollen (untrügliches Zeichen dafür, dass sie die falsche leben). Ich würde aus eigenem Antrieb kein Tier töten, daher kann ich unmöglich dafür geeignet sein, Tiere zu essen. So einfach ist es. Kinder die Tiere quälen oder gar töten halten wir für verhaltensgestört, warum sollte das bei Erwachsenen plötzlich anders sein? – Es ist brutal und zerstörerisch was da passiert, und es gibt keine vernünftige Rechtfertigung dafür es auch nur zu dulden.

Seit dem Übergang ins Patriarchat hat sich bislang gar nichts Menschenerdachtes als dauerhaft erfolgreich oder ausschließlich vorteilhaft erwiesen (oder wären wir je mit dem Erlangten zufrieden gewesen?), die Zerstörungswut stieg permanent. Bisher ging noch jede menschliche Zivilisation zugrunde, und das auch noch in immer kürzeren Zyklen. Da der Erfolg unserer Spezies höchstselbst nun in Frage steht, gibt es Vereinigungen und Zusammenkünfte, bei denen sich Menschen die Köpfe über Nachhaltigkeit zerbrechen. Was Klima- und Umweltschutzmaßnahmen kosten kann gar nicht die Frage sein, sondern was es kosten wird, wenn die Maßnahmen gar nicht oder nur unzureichend stattfinden.

6000 Jahre (so lange in etwa dauert wohl unsere Sesshaftigkeit, und da ging es los mit der Rafferei) sind nur ein Augenzwinkern in der Entwicklungsgeschichte der Erde. Nach nur rund 100 Jahren Erdöl, Plastik und Chemie können wir nicht mal mehr mit Sicherheit sagen ob wir noch am Rande des Abgrunds stehen, oder schon drüber schweben, und die Gentechnologie ist auch schon losgelassen, während unsere Babys noch östrogenähnliche Substanzen lutschen und sich die Nanopartikel in unsere Zellen fressen. Alles nur für den Profit.

Die Zahlenschieber haben’s hinter sich, sie wissen es nur noch nicht, und werden auf unsere Kosten und der unserer Lebensumgebung künstlich am Leben erhalten. Das ist in etwa so, als hätten sich die frühen Säugetiere den Dinosauriern zum Fraß vorgeworfen, um deren Aussterben hinauszuzögern. Ich kann kein Vertrauen mehr in Autoritäten haben, welcher Art auch immer, denn die Zukunft hängt nicht ab von wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern von der Haltung der Menschen die sie gestalten. Ich habe das Bedürfnis und das Anrecht (oder bin ich nicht gleichwertig?) dazu ebenfalls beizutragen, und nicht länger jenen zu überlassen, denen meine Anliegen – die nicht einmal nur mich selbst betreffen – und Bedürfnisse am Arsch vorbeigehen. Jemand sollte ihnen in selbigen treten, vielleicht mischt das ja ein paar Wertezuordnungen neu, und es kommen mal ein paar zukunftsweisende Ideen bei raus.

Was wir uns vorstellen können, ist machbar. Da das Vorstellungsvermögen der Kreativen viel Raum hat, weil sie keine Fokussierer sind, ist das jetzt ihre Ära. Die Herausforderung ist, wieder zu erlernen, der Lebensumgebung und einander in möglichst allen Aspekten zu entsprechen, aber offenbar muss erst alles, was einst für die Intuition selbstverständlich war, durch den Verstand gedreht werden. An der Stelle sind wir dann eigentlich schon in der mentalen Evolution, die dringend auf ihre gesellschaftliche Initiierung wartet. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Individuen hat ja schon damit begonnen. Über ihre Bedenken setzen sich die Entscheider jedoch einfach hinweg, ohne sie verstanden zu haben. Die Programme die auf Entscheidungen angewendet werden, lassen das nicht zu, sie sind für eine Auflösung der Miesere ungeeignet. An der Stelle wäre jetzt das Einstein-Zitat passend, „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“. Diese Denkweise versteht offenbar auch nicht, wovon er da spricht.

Das Erfolgsrezept unserer Vorfahren war Altruismus, so weit das Gehirn in der Lage war, Menschen (auch sensible, die beispielsweise Tiere lieben und ihnen kein Leid zufügen wollen > das sind Werte, die gesellschaftlich ausgegrenzt werden, weil sie gegen die profitschwere Fleischproduktion, und den unersättlichen, krankmachenden Hunger der danach geweckt wurde, sprechen) in seiner Umgebung sozial zu verwalten. Da müssen wir heute einfach in ganz anderen Dimensionen denken/fühlen lernen, und zwar umgehend, denn die junge Generation hat nicht mehr die Zeit darauf zu warten bis die „unverbesserlichen Traditionalisten“ ausgestorben sind. Nicht ohne Grund wagen sich heute auch immer mehr über 50 und 60 Jährige in die Welt der sozialen Netzwerke. Während sich unser Gehirn in Netzwerken bewegt, spinnt es selber welche, und die (zumindest intuitive) Intelligenz nimmt dabei zu.

Sensiblen Menschen die von Zukunftsbesorgnis geplagt sind wird vorgeworfen, realitätsfremd zu sein. Von Cassandrasyndrom und Weltuntergangshysterie ist dann die Rede. Ja, der Wahnsinn ist normal geworden. Wer noch umfassend (weitsichtig / zukunftstauglich / viele Relevanzen) funktioniert wird ausgegrenzt, was nicht selten dazu beiträgt, dass Betroffene sich zutiefst verunsichert fühlen. Das war bei mir auch lange so. Seit ich vegan lebe, sehe ich die Dinge klarer und habe endlich auch den Mut (das Gewissen und die eigeninitiativ umgesetzte geeignete nachhaltige Lebensweise), sie auszusprechen – naja, manchmal…

Nachhaltig zu leben ist erfüllender als alles andere, weil das Gehirn weiß, dass es gut ist. Anders werden wir niemals ein erfülltes, glückliches Leben führen, dafür ist dieses Organ einfach schon zu lange in Entwicklung, und viel zu ausgetüftelt, als dass wir uns selbst bescheißen könnten. Ignoranz bringt auch überhaupt nichts, denn sich vom Falschen nicht abgeschreckt zu fühlen und es deswegen fortzuführen hat zwingend zur Folge, dass es dann über einen selbst hereinbricht. Es fällt auf uns zurück – alles.

Klimazahl 350ppm

350.org. Warum der Kohlenstoffanteil in der Atmosphäre schon jetzt zu hoch ist und reduziert werden sollte. Verständlich erklärt, mit weiterführenden Quellenangaben.

Checkliste für ein sozial- und umweltverträgliches Leben

Motto: Erfüllung statt Füllen, denn…
…Glück ist ein erstrebenswertes (Über)Lebensgefühl

Produkte allgemein: umwelt- und sozialverträglich (Bio, Fairtrade, regional, Qualität, weniger ist dann mehr).
Sparsam mit Kosmetik: auf Inhaltsstoffe achten, tierversuchsfrei – Paraffine besonders aus teuren Lippenstiften reichern sich beispielsweise in den Lymphknoten an, Nanopartikel dringen in Zellen ein.
Vermeidung von Plastik wo es geht: Glas statt Plastik, Bisphenol-A aus Plastik gelangt über Hitze, Säure etc. in unsere Nahrung und Getränke, Schadstoffe werden in den Meeren aus Plastik herausgelöst und gelangen in unsere Nahrung, Essen in der Mikrowelle NICHT in Plastik erwärmen – lieber Porzellan oder Keramikgeschirr verwenden.
Energie: erneuerbar / Ökostrom
Energieverhalten: energieeffiziente Gerätschaften, ausschalten statt Standby, Ladegeräte und Netzteile nicht leer am Stromnetz hängen lassen, Energieverwaltung der Betriebssysteme nutzen
Ernährung: klimafreundlich, leidfrei (tierische Produkte reduzieren / meiden / in letzter Konsequenz vegan).
Fortbewegung: klimafreundlich und schadstoffarm (Fahrgemeinschaften, Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel)
Kleidung: schadstoffarm, unter fairen Bedingungen entstanden (Materialien, chemiefrei, Secondhand)
Arbeit: mit gutem Gewissen und Freude, das ist vielleicht das Schwierigste, denn schließlich braucht jeder Mensch eine wirtschaftliche Lebensgrundlage. Wenn sich Wirtschaftlichkeit und gutes Gewissen gepaart mit Freude an der Arbeit allerdings gegenseitig ausschließen, dann krankt unser Wirtschaftssystem – nicht wir!

Anbieter entsprechender Produkte belohnen, ruhig auch mal welche einfordern, Nachfrage spüren lassen!
Tauschsysteme / Komplementärwährungen einbeziehen
Aktiv sein, Erfahrungen und neues Lebensgefühl teilen, ohne andere für ihren (bisherigen) Lebensstil zu verurteilen
Kampagnen und Petitionen unterstützen und weiterreichen, deren Ziel Nachhaltigkeit, Tier- Umwelt- und Klimaschutz, sowie ein friedvolleres Miteinander ist

Schlüssel für die Handhabung bestehender und neuer Eingangsdaten: Wert(ein)schätzung

Ziel = eine nachhaltig funktionierende Lebensumgebung in der wir eine Zukunft als frei denkende Menschen haben
Indikatoren / Orientierung = Gefühle (aller > höchste Wertebandbreite, höhere Entsprechung an Komplexität)
Steht das Ziel fest, ergibt sich alles weitere folgerichtig von selbst.

Was ist Nachhaltigkeit?

Nach|hal|tig|keit, die; -: längere Zeit anhaltende Wirkung.
1.) nachhaltig, wirksam, effizient, entscheidend, effektiv, eindrucksvoll, unvergesslich; außergewöhnlich; auffallen, wirken.
2.) nachhaltig: einschneidend, unaufhörlich.
(c) Dudenverlag

Die Betrachtung von Nachhaltigkeit erfordert die mentale Fähigkeit zur Aussicht auf eine vorstellbare Zukunft. Darum gilt sie auf unserem Planten in keinem anderen Rahmen als menschweit. Eine von Menschen eingeschätzte dauerhaft anhaltende Wirkung ist an der Definition zunächst wertfrei. Eine Wirkung kann sowohl dauerhaft gut oder schlecht sein und sie ist trotzdem nachhaltig. In seiner aktuellen Definition als Modewort bezieht es sich hingegen nicht auf negative Effekte. Das hat einen tieferliegenden Grund, der in der Bedeutung von „gut“ und „schlecht“ in Bezug auf Menschen zu finden ist. Da es sich um kognitive Grundbewertungen handelt, sind diese Begriffe nur über die daraus abgeleiteten Entsprechungen definierbar.

gut
nützlich, förderlich, vorteilhaft, zuträglich, erfreulich, angenehm, erstrebenswert, gedeihlich, ergiebig, günstig, passend, wertig, wohl, richtig, positiv

schlecht
schädlich, hemmend, schmerzhaft, nachteilig, ungenießbar, abträglich, verwerflich, verderblich, kärglich, ungünstig, verfehlt, nichtig, übel, falsch, negativ

In einem Kampf oder einer Konkurrenz stehen die Grundbewertungen positionell gegeneinander (Vor- und Nachteil). Was für den einen gut ist, bewertet ein anderer schlecht. Das Übel, das einem anderen widerfährt kann zum eigenen Wohl sein und umgekehrt. Dieser Tatsache wird in einer demokratischen Gesellschaft dergestalt Rechnung getragen, dass eine Entscheidung zum Wohl derer zu treffen ist, die in der Überzahl sind. So überwiegt das gut Bewertete, wenn die zugrunde liegenden Informationen stimmen.

Es wird dabei der Umstand missachtet, dass die billigende Inkaufnahme von Übel welches den anderen, ebenso maßgeblichen Teil der Gesellschaft betrifft, von diesem maßgeblich reflektiert wird. Wohlbefindensgefälle erfordert Behebungsmaßnahmen. Liegt eigenes Wohl im Schaden des anderen, ist er zu verursachen. Daraus folgt die Tendenz, sich gegenseitig zu schaden. Das ist für die gesamte Gesellschaft nicht gut sondern schädlich, hemmend, schmerzhaft usw.

Umfassende Nachhaltigkeit ist die einzige, die es geben kann, denn Nachlässigkeit und Vernachlässigung erlauben störende Wirkung die sich kumuliert. Im Sinne eines Ziels, für das potentiell alle Mitglieder einer Gesellschaft zu motivieren sind, ist auch solche Schadwirkung so *gut* man kann auszuschließen.

Für die Entscheidungsfindung ist darum Konsens der Abstimmung vorzuziehen. Dass an einem Fehlentschluss alle Mitglieder beteiligt waren, hält wiederum alle in der Verantwortung, einen daraus folgenden Missstand zu beheben. Das ist gesellschaftlich gelebte Nachhaltigkeit.

Vollkommene Nachhaltigkeit ist so wenig erreichbar, wie jegliche Vollkommenheit. Ihr immer näher zu kommen, erfordert unter wechselnden Umgebungsbedingungen manuelles Nachhalten, also die Überprüfung, Betreuung, Wartung und Erneuerung der unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit veranlassten Maßnahmen, Vorgänge und deren Auswirkung. Dazu gehört die Ermittlung und Erforschung der Wirkungszusammenhänge, mit deren Kenntnis die Nachhaltigkeit hinlänglicher einzuschätzen ist.

Warum ich nicht mehr anders kann

Es gab eine Zeit – eine viel zu lange Zeit – da wäre mir nicht in den Sinn gekommen, dass ich jemals in meinem Leben vegan sein wollen könnte. Ignorant und gehorsam sozialkompatibel kopierte ich ohne zu denken Vorurteile gegen Veganer wie exotisch, realitätsfremd, extrem, militant, fanatisch.

Nach vielen umfassenden Recherchen die eigentlich meinen damaligen pro-Fleisch-Standpunkt untermauern sollten, musste ich vor mir selbst einräumen: nichts entspricht der Realität besser als der Schritt zur veganen Ernährung, denn wir treffen damit eine fundamentale pro-Leben-Entscheidung die Menschen automatisch mit einschließt und vor allem – zukunftsfähig ist. Bereits Sokrates wies darauf hin, dass Tierhaltung Territorialkämpfe befördern und uns in Kriege treiben wird die so blutig sind wie unsere Schlachtrituale. Es ist nicht nur so, dass die Natur des Wesens sein Essverhalten bestimmt, sondern das Essverhalten wiederum die Natur des Wesens prägen muss, da es sich daran ja weiter entwickelt (Wechselwirkungen). Jäger sind sauer, stecken Reviere ab, bekämpfen territoriale Eindringlinge. Wer wie ein Jäger frisst, wird sich auch wie einer verhalten, und entsprechende Gegenreaktionen provozieren. Alleine unsere Ländergrenzen sind tierisch motiviert, so wie die Kriege darum. Ich weiß nicht, woher die Überheblichkeit kommt davon auszugehen, Menschen wären besser in der Lage in die Zukunft zu planen als Tiere (wer alles richtig macht, braucht vielleicht gar nicht zu planen…). Im Moment sieht es nicht mal danach aus, als hätten wir eine.

Extrem ist Veganismus nicht, nur eben konsequenter als bloß weniger Fleisch zu essen oder Vegetarier zu werden, der weiterhin Milch trinkt oder Eier isst. Ein Veganer gibt sich nicht mit weniger Leid zufrieden sondern vermeidet es, wo er sieht, dass er es kann. Extrem finde ich heute vielmehr wie mit Tieren, der Umwelt und Menschen umgegangen wird. Indem wir unsere Natur töten, töten wir unsere Natur. Das negiert alles was wir heute tun, denn ohne Nachhaltigkeit hat es keinen Bestand. – Das Streben nach Besitz wird uns immer wieder in die gleichen und viele benachteiligende Organisationsstrukturen treiben, weil wir daran keine neuen Relevanzen einbeziehen können an denen wir unsere Kognition über unsere bisherigen Fähigkeiten hinaus entwickeln. Die relevantesten Gehirnaspekte aller bilden wir in globalen Dimensionen ab. Das ist ziemlich eindeutig. Prägend war Gier. Gewinn kann man nur „machen“ wenn man sich mehr herausnimmt als man gibt. Diese legalisiert verschleierte Form von Diebstahl führt zwingend ins Chaos, da wir den Ausgleich nicht von uns selbst aus vollziehen den wir für das was wir uns „nehmen“ systemisch bedingt leisten müssten. – Geld ist kein Ziel. Wenn wir es auf diese Weise weiter anwenden, zerstört es alles was uns am Leben erhält und uns ausmacht.

Was den Veganisierungsprozess in mir auslöste war, mir die Welt aus den „Augen“ eines künstlich intelligenten (kognitiven) Systems vorzustellen, das war in der Phase als ich über Nash (Spieletheorie) und Gödel (Unvollständigkeitssatz) gestolpert war. Ihre Theorien haben mein Verständnis von Intelligenz grundlegend verändert (genau genommen hatte ich vorher keins), und ich war erst mal ziemlich beschämt, als ich meine eigene Dummheit erkennen musste. Kognition schließlich unabhängig vom Mechanismus zu betrachten der sie anwendet veränderte mein (Mit)Empfinden. Ich differenzierte nicht mehr danach wer fühlte, sondern nur noch danach was gefühlt wird. – Mit einem Schlag waren da plötzlich eine Menge mehr Lebewesen betroffen, die es emotional zu erfassen und zu berücksichtigen galt – die zu weiten Teilen fühlen wie ich, oder ich wie sie. So genau weiß ich das eh nie.

Als frisch überzeugter Veganer steht man plötzlich alleine da, in einer Welt die sich massiv von der die man verließ, unterscheidet, einer in der man trauert, wenn andere feiern, weil sie das gar nicht mehr können, ohne dass jemand dafür stirbt.

Vegan zu leben – aus welchen Gründen auch immer man sich dafür entschied – verändert das Empfinden, weil man es sich dann leisten kann. Die Palette wird breiter und umfassender. Die Liebe zu allem Lebendigen ist Konsolidierung auf höchster emotionaler Ebene, das Wohl aller bereits auf fundamentaler Ebene im Denken implementiert, so dass mehr Aspekte zugunsten einer nachhaltigeren Lebensweise zu berücksichtigen nicht etwa den kognitiven Aufwand „unmöglich groß“ macht. Wir „können“ gar nicht anders denken wenn wir so fühlen, und das ist der technische springende Punkt auf den es ankommt. – Wissen ohne emotionale Bezüge ist leeres Wissen das uns dann (fast) nur schaden kann – zum Beispiel in Form von massig leeren Kalorien, Zivilisationskrankheiten, Psychosen, Abfällen und Umweltgiften. Unfassbar, wie bereitwillig Menschen das Gegenteil von richtig und gesund heute als „konventionell“ deklarieren und als „abnorm“ hingestellt wird, wer daraufhin drängt, entlarvte Fehler zu korrigieren.

Ignoranz ist keine Stärke. Sie wirkt wie Dummheit. Und Dummheit tut weh.

Sind die Gefühle unrealistisch ist das Denken es auch, denn es orientiert sich an den Werten aus denen es seine Relevanzen bildet(e). – Bevor wir überhaupt bemerken dass wir denken hat das Gehirn bereits entschieden welcher Verarbeitungsrest im Verstand zur Finalisierung „eingereicht“ wird. – Wir sprechen dann vom „Unterbewusstsein“ so, als wäre uns dieser (gigantische) Bereich gar nicht zugänglich und wir ihm verantwortungsfrei ausgeliefert. Wer die Vielschichtigkeit seiner Beschaffenheit auch nur ahnt, würde sein Verhalten nicht so begründen, denn er weiß dann um die Flexibilität seiner Konzeption.

Wir verbauen uns den bewussten Zugriff auf unser Innerstes selbst. Je mehr davon wir einbüßen, umso verschwenderischer werden wir. Füllen von (immer größeren) Hohlräumen statt Erfüllung. Daher ist dem westlich indoktrinierten Menschen wahre Erfüllung so fremd, dass er nach „Glück“ und „Liebe“ zu streben für unrealistisch hält – aus dem einzigen Grund – er kann es sich nicht (mehr) vorstellen. Das bedeutet – gar nichts, außer dass er es nicht anders wollen kann wie er es eben nur sieht. – Das würde jedoch auch für eine erweiterte Sichtweise gelten, breitete sie sich aus.

Denken erweitert das Sehen. Rechtfertigung nicht. Daher bin ich nicht zuletzt der Überzeugung, dass es auch gute mentale Gründe dafür gibt, Tiere endlich aus dem Joch das wir ihnen auferlegten zu befreien – nämlich selbst befreit empfinden zu können und entsprechend zu handeln, und nicht als programmierte Marionette der schamlos werbenden Konzerne in die lebenslange Abhängigkeit von Pharmakonzernen hinein zu manövrieren.

Ob unsere Technologien und Fertigkeiten ein Fluch für uns sind oder ein Segen, hängt überwiegend von den Werten ab die in die Motive einfließen, vor denen wir sie einsetzen. – Im Grunde ist Nachhaltigkeit zu erlangen eine reine Werterechnung, die über den Verstand alleine nicht abgewickelt werden kann, da er sich nur einem Aspekt zu einer Zeit zuwenden kann. Einen Gedanken zu (er)fassen ist nur durch eine Verzerrung des kognitiven Raums möglich, indem einem befeuerten Aspekt temporär 100% Relevanz zukommen. Diese Relevanz ist aber nicht real, sondern hat rein verarbeitungstechnische Bedeutung. Im Anschluss daran muss sie relativiert, mit (möglichst allen erfassbaren) weiteren Wirkungsfaktoren in Zusammenhang gebracht und entsprechend (passend, geeignet) bewertet werden. Dieser (weibliche) Aspekt war jedoch über Jahrtausende unterrepräsentiert. Kriege, Traumata, Macht- und Durchsetzungswahn beherrschten die Gehirne. Der Verlust der Bodenhaftung war damit nicht mehr aufzuhalten. Herrscher machen sich zu Sklaven. Diener sind frei. Geben ist das Konzept mit Zukunft.

Nachhaltigkeit durch Leidfreiheit

Leidfreiheit wird leider noch von vielen Nachhaltigkeitsgurus vernachlässigt, vielleicht auch, weil die Funktion von Gefühlen zu wenig gegenwärtig ist. Objektiv betrachtet spielt es keine Rolle wer leidet, es zählt nur dass. Auch tierisches(!) Leiden durch die erzwungene „Herausnahme“ von „verwertbaren“ Materialien ist ein Signal für abträgliche Bedingungen. Wir wissen, dass Massentierhaltung sowohl Mensch, Tier als auch der Umwelt schaden. Leid zu verursachen ist daher grundsätzlich verwerflich. Das Ziel eine Welt ohne Leiden zu schaffen ist gleichbedeutend mit dem Ziel eine nachhaltige Welt zu schaffen. Denn die Bewertung erfolgt an den Umgebungsbedingungen.

Befindlichkeiten haben eine Funktion und sind kein Selbstzweck, das nimmt ihnen den Inhalt und hinterlässt innere Leere. Veganismus ist das konsequente JA zu Leben und Zukunft und daher folgerichtig. Über kurz oder lang werden wir die Wahl ohnedies nicht mehr haben, dafür sorgen wir selbst.