Eine Gefahr der nicht entsprochen wird vernichtet den Ignoranten

In meinem früheren Leben war ich auch mal einer dieser Omnivoren die sich nicht von ihren alten Gründen lösen wollen. Ich hatte damals bereits Kontakt zu vegan lebenden Menschen. Beim Lesen und im Zuge diverser Korrespondenzen wurde mir bewusst, dass die meisten Menschen die mich in meinem Leben zutiefst beeindruckt hatten, Fleischverächter gewesen waren.

Auf Grund einer Entscheidung die ich getroffen hatte (sagen wir, es handelte sich dabei um ein kognitives Experiment) konnte ich mich der Wahrheit nicht verschließen und setzte mich – erst zähneknirschend, dann interessiert – mit den Argumenten / Fakten auseinander. Vegan zu leben wurde vorstellbar, schon weil ich im Internet Gelegenheit hatte, viel darüber zu lesen. Von der Erkenntnis weg, dass es keine andere als eine vegane Zukunft für die Menschheit geben kann, war der Schritt nur noch folgerichtig. Die Vorstellung, für die Welt nur noch durch mein Ableben nützlich sein zu können behagte mir außerdem gar nicht. Und wer bitte will schon allen Ernstes Fressfeind seiner eigenen Kinder sein?

Die Wahrscheinlichkeit es nachhaltig richtig zu machen ist auf Basis einer tierleidfreien Lebensweise höher. Hat Sokrates schon gewusst :-). Und Gandhi, und Da Vinci, und Einstein – alles Menschen von allgemein anerkannter hoher Integrität. In diese Richtung muss Emanzipation gehen, nicht abwärts zu den Löwen und anderem fleischfressenden Getier, das gar keine Wahl hat, im Gegensatz zu uns (das ist m.E. der einzige bedeutende Unterschied zwischen Mensch und Tier). Das ist eines der Einfühlung fähigen Menschen einfach nicht würdig. Peinlich wäre wohl das geeignete Wort, angemessen zu beschreiben, wie mich die Selbstentlarvung berührte.

Über Biofleisch als „Alternative“ habe ich als Omnivore auch nachgedacht. Abgesehen davon, dass man das in Gaststätten, bei Einladungen etc. sowieso nicht kontrollieren kann („ich esse aber nur Biofleisch, wenn das Tier aus dem Dein Braten gemacht ist aus Massentierhaltung kommt, esse ich es nicht“ – ???), ging es in erster LInie nur darum mir selbst was vorzumachen. Das war mir definitiv zu wenig, daher dachte ich weiter und gelangte zu folgendem ernüchternden Ergebnis:

Fleisch für alle (mehr als sieben Milliarden Menschen, wenn wir mal zumindest in „menschengerechten“ Dimensionen denken), selbst nur ein Mal pro Woche (BIO? – zu ressourcenintensiv), erfordert weiterhin massenhaft Tiere, und massenhaft Tierfutter. Wie jede andere Industrie will auch jene die vom Töten lebt, ihre Erträge steigern, steigern und steigern – was mit einem kontinuierlichen Anstieg des „Rohstoff“verbrauchs einhergehen wird.

Damit gehen weiterhin enorm Kalorien verloren, und völlig unnötig, denn es gibt nicht einen einzigen Nährstoff, der Tierprodukte unverzichtbar macht. Was immer im Tier ist, kommt aus einer Pflanze oder von einem Mikroorganismus. D.h. wir können es ohne Einbußen aus „erster Hand“ beziehen (wir begehren was wir sehen, ist da kein Fleisch mehr, ist es eben was anderes), zumal wir ja gut darüber informiert sind, was unser Körper braucht. Das Einzige was eine, nur eine einzige Generation tun muss ist, eine Gewohnheit zu ändern, Für ihre Kinder wird sie dann so selbst-verständlich sein wie es für viele von uns „normal“ war, dass Fleisch „dazugehört“.

Wir leben nicht um zu essen, es ist umgekehrt. Eine Nahrungsquelle die unseren Lebensraum zerstört, erfüllt ihren Zweck nicht, selbst nicht einmal dann, wenn sie tatsächlich geeigneter für uns wäre, was bereits vielfach widerlegt ist (*). Und Fleisch wird noch viel mehr anrichten, denn nach der Genkontaminierung der Pflanzen kommt die an den Tieren, und alles einzig darauf ausgelegt, dass sich wer daran persönlich bereichert und es ihm egal ist, wie „gut“ was er „produziert“ für andere Menschen ist. Er will nur ihr Geld, das ist sein einziges Ziel.

Sieben Milliarden Menschen können auf diesem Planeten nicht mit dem Verbrauch eines Durchschnittseuropäers oder gar Amerikaners leben. Das ist m.E. auch der wahre Grund, warum wir ohne mit der Wimper zu zucken Zigtausende Menschen am Tag verhungern lassen. „Der Stärkste überlebt“ – sagen ausgerechnet die Schwachen und Resignierten, und stopfen weiter Fleisch von Tieren in sich rein, die andere für sie geschlachtet haben. – Stark ist, wer die Fähigkeit an sich entwickelt, mit anderen zu fühlen. Dem Ignoranten fehlt dazu der Mut.

Die Frage ist (noch ) nicht, ob wir zu viele Menschen sind, sondern die, wie viel der Einzelne von ihnen (ver)braucht. Würde eine Maus plötzlich so viel verbrauchen wie ein Elefant, gäbe es definitiv zu viele Mäuse. Da jedoch eine Maus nur so viel beansprucht wie eine Maus eben braucht, kann es sehr viel mehr Mäuse als Elefanten geben. Folglich kann es auch sehr mehr Menschen geben die genügsamer sind als solche die (zu) viel verbrauchen.

„Verbrauchen“ würden wir unter geeigneten Umständen außerdem gar nichts, sondern von der Unerschöpflichkeit natürlicher Kreisläufe profitieren, welche die Industrie grade – vollkommen eigennützig und nicht wie sie uns verkauft zur Verbesserung unserer Lebensqualität – zerstört. Die Ausrede, dass jedes Lebewesen Ressourcen beansprucht und wir uns deswegen alles herausnehmen können ist eine Fehlannahme, denn jedes dieser Lebewesen ist seinerseits auch wieder Ressource und auf seine Weise nützlich für die Umgebung. Würde es ihr nur schaden, bestünde es darin nicht. – Und so wird es zumindest weiten Teilen der Menschheit ebenfalls gehen. Sie können mit dieser Lebensweise nicht bestehen. Wenn sich das Denken nicht schnell und grundlegend verändert, wird das mehr Menschen das Leben kosten als alle Kriege die es je gab, und die Generationen die es betrifft, leben heute bereits.

Eine Gefahr an die sich ein Gehirn gewöhnt hat wird so behandelt als existiere sie nicht. Das negiert sie aber nicht, sondern vernichtet den Ignoranten.

* Ergebnisse aus zahlreichen Ernährungsstudien übersichtlich zusammengefasst, mit Quellenangaben

Werte sind der Schlüssel

Wissen das wir nicht fühlen können, ist nicht verwertbar, fließt nicht ein in das was wir (nicht) wollen. Werte sind die Basis unserer Willensbildung.

Ich glaube, dass der Verstand / die Abstraktion / die Orientierung an Symbolen, (unfällig) eine Abspaltung verursachte die das Bewusstsein vom restlichen Gehirn trennte. Es gibt so vieles, das unser Gehirn besser weiß als wir, und uns durch Befindlichkeitssignale zu verstehen geben will. Doch wir glauben mittlerweile, dass Arbeit keinen Spaß machen soll, Glück kein Ziel sein kann, Geld einen Wert hat, was wir „haben“ uns definiert, und die Übervorteilung anderer die Voraussetzung für den eigenen Erfolg darstellt.

Die Gehirne der meisten Menschen haben sich an Symbolen aufgehängt. Doch Werte sind der Schlüssel, waren es immer, und werden es für informationsverarbeitende Mechanismen immer sein. Das ist alles, was ich über das Leben und das Universum weiß. Neue Werte, neuer Raum, neue Vorstellungen, neue Inspiration – immer wieder neu entfachte Lebendigeit und Leidenschaft.

Es erschloss sich mir nicht ein menschlicher Wert, der nicht auf einen tierischen Ursprung zurückzuführen wäre. Damit hatte ich als Omnivore ein Problem. Wie die meisten Menschen hatte auch ich gelernt, dass unsere Spezies über den Tieren steht, und Tiere weniger „wert“ sind und man sie daher essen „darf“. Daran bekam ich jedoch Zweifel und modifizierte die Welt in meinem Kopf. In der Folge musste ich mich neu orientieren. Ich räume ein, dass einen das in einer Umgebung die einen anders kennt, ziemlich aus der Bahn werfen kann, weswegen ich gehemmt bin, diesen Schritt jemandem pro-aktiv zu empfehlen. Doch das von Menschen geschaffene System ist der Fehler, nicht die sich darin neu (er)findenden Menschen die mehr sein wollen als ein Rädchen in einer zukunftsvernichtenden Todesmaschinerie. Der Ernst der Lage wird immer wieder verharmlost von Menschen die nicht von jenen Gewohnheiten lassen wollen, die uns in diese Lage brachten. – Wenn nicht (Massen)Fehleinschätzung, was sollte sonst die Ursache der Menschheitsprobleme sein?

Ich verdanke den Tieren so viel, einfach nur dadurch, dass ich sie nicht mehr esse. Und ja, ich orientiere mich so lange immer wieder neu, bis ich bei dem was ich mache das rundherum gute Gefühl habe das Richtige zu tun. Für Stehengebliebene macht mich das zum „Radikalen“, „Extremisten“, „Ökofaschisten“ und „Vegantaliban“, doch ich unterstelle ihnen einfach, die Bedeutung dessen was sie vehement von sich weisen gar nicht einschätzen zu können.

Außerdem glaube ich, dass Intelligenz eine Entscheidung ist, kein vorgegebener Zustand, genauso wenig wie Dummheit. Dumm ist, dessen Folgewirkungen Zerstörung, Schmerz und Leid verursachen. – An wem ist in einem System in dem letztlich alles auf alle wirkt irrelevant. Den Unterschied wen es trifft nicht mehr zu machen ist in unserem Inneren nur eine Nuance, doch nach außen hin der größte Schritt in Richtung Menschlichkeit.

Sein Wille, des Menschen letzter Feind

Der Mensch bekommt was er will. Wenn die Nachteile die Vorteile überwiegen, spricht man zwar von einem Fehler, doch ein Betonschädel gesteht etwas Derartiges nicht ein. Das kostet Affenpunkte. Daher ziehen wir ja auch die ganzen Fehler mit, und retten heute
– Banken statt Menschen, betreiben
– Symptombekämpfung statt Ursachenbehebung
– Kompromisse statt Konsens
– Instrumentalisierung statt Kooperation
– Wettkampf statt Entwicklung
– Herausnehmen statt Geben, glauben an
– Marken statt Orientierung
– Wirtschaftswachstum statt geistigem
– Haben statt Sein

Es gibt Leute die behaupten, ohne Fleisch würden wir noch auf Bäumen sitzen. Ich will und muss nicht bestreiten, dass Fleisch in der Entwicklung des Menschen womöglich eine sogar entscheidende Rolle spielte, halte es jedoch für übertrieben davon auszugehen, dass es Voraussetzung für die Entwicklung von „Intelligenz“ (wessen eigentlich, und was soll das überhaupt sein, Intelligenz?) war. Ich sehe zudem nicht, dass diese Intelligenz bereits weit genug entwickelt ist, um sich darauf ausruhen zu können. Sie hat sogar viele Probleme und Bedrohungen verursacht die wir ohne sie nicht hätten. Säßen wir noch auf den Bäumen, hätten dieser Planet und wir wohl die besseren Zukunftschancen.

Um Intelligenz entwickeln zu können waren weit mehr Voraussetzungen erforderlich als nur eine (etwaige) Umstellung der Ernährung. Schließlich betraf diese Entwicklungsstufe nur den Menschen. Andere Tiere fressen auch Fleisch, und das schon weit länger, haben jedoch trotzdem kein so abstraktionsfähiges Gehirn. Wenn es aber nur das zubereitete Fleisch sein konnte das unser Gehirn optimal versorgte, dann war ein gewisses Abstraktionsvermögen (Waffengebrauch, Umgang mit Feuer) bereits gegeben, und zumindest die Grundlage für „Intelligenz“ schon vor dem Fleisch da.

Ich glaube, Einfühlungsfähigkeit, Vertrauen und Liebe waren weit wesentlichere Voraussetzungen, um uns zu kognitiven Weltenwandlern zu entwckeln und unsere Fantasie zu beflügeln.

Es macht einen Unterschied, ob man nur die „hochgeschätze“ menschlich-abstrakte Kognition bewusst anwendet, oder die 95 Prozent tierischer / averbaler ebenfalls gleichgewichtig und bewusst einbeziehen kann. Komplexität zu erfassen wird vor einer umfassenden Kognition zum Kinderspiel.- Und wir alle kamen mit diesem Wahnsinnsgehirn zur Welt. Das weitgehend unverstandene Territorium „Gehirn“ wartet nur darauf, von uns neu erschlossen zu werden. Dieser Weg führt über die Einfühlungsfähigkeit (die sich nicht zwingend nur auf Lebewesen beziehen muss, bei mir funktioniert es auch ziemlich gut in der Programmierung). Je mehr andere(s) wir einbeziehen, umso größer wird das kognitive Land in dem sich unser Denken bewegt.

Im Zweifelsfall für das Leben

Das woran wir uns orientieren, dem folgt unsere Kognition, und so wird unsere Realität dann. Wir sind Taschenrechner geworden die den Bezug auf ein Symbol verlagert, und jenen zu den Werten verloren haben. Die Symbolebene ist voller Widersprüche (widersprüchliche Modelle sind nicht skalierbar, konsistente schon). Die integrative Werteebene löst Widersprüche hingegen auf, und die Realität die man sieht, ist (wieder) voll von Alternativen. – Eine Frage des Gehirngebrauchs.

Die Bandbreite an den Entwicklungen beteiligter Gehirne wurde durch die Verlagerung auf eine zentrale Relevanz eingeschränkt und führte in ein hoch selektives Wettkampfsystem. Das hinter Geld herdenkende Gehirn dominiert nun die globale Kognition. Entsprechend formierten sich die sozialen Strukturen. Ein gerechtes soziales Gefüge ist daraus im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu erdenken. Gerechtigkeit erfordert eine weitaus höhere Bandbreite als von derzeit (geschätzten) fünf Prozent (Anteil bewusst erlebbarer Prozesse im Gehirn). Jedes zur Machterweiterung ausgegrenzte Befinden vergrößert lediglich das Zerstörungspotential, das nicht nur gegen Natur und Lebewesen, sondern auch gegen uns selbst (nebenbei: auch Lebewesen) wirkt. Wollen wir ein „besseres“ System, brauchen wir vorher noch ein dem bereits angepasstes Denken. Dann führt (auch) daran kein Weg vorbei.

Schmerz und Leiden sind nicht einfach nur fühlbar, sondern geben Auskunft darüber, dass eine Schadwirkung stattfindet. Als Mitfühl-Experten mit Befindlichkeitserkennung müssten wir jede Situation auflösen (statt sogar pro-aktiv Leiden zu schaffen), auf die wir derart hingewiesen werden. Dafür sind wir mit der mächtigen Fähigkeit ausgestattet, unser Fühlen im Anderen zu erkennen, unserer wahren Stärke, denn sie vermeidet bereits an der Wurzel, dass eine von uns ausgehende Schadwirkungskette auf uns zurückwirken kann.

Ich gehe davon aus, dass die Abwertung von anderen Wesen jenen Verarbeitungsbereich in uns den wir mit ihnen teilen, in seiner Funktionalität beeinträchtigt (Unterbewertung verzerrt Relevanzen). Nachhaltigkeit braucht unsere ganzen 100 Prozent, nicht nur die kleine Differenz die alleine wir offenbar schon für die Überlegenheit des Menschen halten und in eine Rechtfertigung umwandeln, mit anderen Lebewesen tun zu dürfen was uns gefällt (können tun wir schon, begrenzt lange, also ist das wohl nicht besonders klug, noch für uns „vorgesehen“).

Der Verstand denkt nur um das herum, wonach es seinem Unterbau verlangt. Verlangen geht vom Triebsystem aus, also vom Tier. – Menschen könnten bewusst gar nicht so grausam sein wie sie es indirekt geschehen lassen so lange sie nicht wahrhaben wollen, was ihre Ignoranz anrichtet, und wie dumm sie in Wahrheit ist. – Es gibt keine Erfüllung ohne Eigenverantwortung, und keine Unerschöpflichkeit die auf Ausbeutung basiert.

100 % Nachhaltigkeit

Dass diese Gesellschaft ja eigentlich gewinnen will, bringt sie in vielfacher Hinsicht zum Ausdruck. Sie ist eine gewinnorientierte Gesellschaft. Da draus eine gewinnende zu machen, kann eigentlich nicht so schwer sein. Bei den Potentialen. Und dann sind wir auch noch in der Lage, unsere eigenen Fehler zu erkennen. Wer außer uns hat diesen Überlebensvorteil schon? – Um die Entwicklungsrichtung (Entwicklung unterscheidet sich vom Chaos nicht durch ihre Ziele, sondern dass sie eine Richtung hat) ändern zu können braucht es ein neues Denken. Das alte kennt nur diese, daher führte es uns ja hierher – nicht ohne dabei zu lernen allerdings. Was das Denken verändern wird, ist (mal wieder) ein neues Selbstverständnis. Je umfassender, desto besser. – Und ich habe die Ahnung, dass diesmal alles reinpassen wird.

Da die Zufuhr scharfer Daten begrenzt ist, wir also nicht die ganze Welt auf diesem Weg erfassen können, muss das Empfinden das die Wertestruktur für nachhaltiges Denken vorhält bereits auf emotionaler / sozialer Ebene abgehandelt werden. Das ist ein Bildungsauftrag – konkret ist der Kandidat um den es da geht – der Wille. Da bereits Nuancen auf grundlegender Ebene einen massiven Unterschied an der Oberfläche bewirken können, ist Kinder beim Erwachsenwerden zu begleiten, eigentlich eine sehr sensible Angelegenheit.

Wollen ist bereits so gut wie können. Der Wille vergibt die Aufträge ans Gehirn und bestimmt auch darüber, was wir denken (unsere Werte wirken bis in die Kognition hinein). – Ganzheitlich muss das Bildungsziel sein. Nicht indoktriniert (Indoktrination ist einseitig, fördert Ab- und Ausgrenzung und die Bildung von Fronten). Ausgrenzung kann nicht mehr das Ergebnis einer ganzheitlichen Sichtweise sein. Im Moment stößt man damit „natürlich“ auf die Einschränkung „es gibt kein richtiges Leben im falschen“. Die Idee hinter „Liebe Deine Feinde“ verstehe ich so, dass wir, so lange es das „richtige“ Leben (nach unserer Auffassung) nicht gibt, Andersdenkende nicht ausgrenzen können, da sich unsere Ideen an den Fronten die sich sonst bilden totlaufen werden. Damit machen wir es womöglich noch schlimmer.

Der Gehirnpool aus dem wir heute schöpfen können, ist um ein Vielfaches größer geworden (ich verstehe Kognition als übergeordneten Vorgang – wie Entwicklung bzw. Evolution > Intelligenz ist gewissermaßen systemimplementiert). Da das Internet noch eine vergleichsweise neue Errungenschaft ist, sind viele noch in dem Stadium in dem sie die Informationsflut erschlägt. Teilweise wird darauf mit Ignoranz reagiert. Doch wer sich drauf einlässt, wird davon richtig profitieren. Das Gute an der vielen und zum Teil auch gegensätzlichen Information ist: Relativierung > Differenzierung, Vertrauensneubildung, Neubewertung.

Wenn heute RIP Jackie Chan durch Twitter rauscht, oder Kernschmelze, dann weiß ich, dass ich das überprüfen muss und nicht gleich für bare Münze nehmen. Man ist nicht mehr so vertrauensselig, sondern lernt, dass es einem Peinlichkeiten erspart, sich bevor man Informationen weitergibt, selbst zu überzeugen ob sie denn auch stimmen, bei der Gelegenheit können sich neue Informationsquellen hervortun. Diese Entwicklungsrichtung ist zu begrüßen. Ich bin davon überzeugt dass sie die Menschen intelligenter macht. Da wachsen feiner verästelte Strukturen in ihren Gehirnen. Unser Inneres ist eine Landkarte der Umgebungswahrnehmung, deren Aufgabe wiederum ist die Umgebungsentsprechung. – Es gibt nur 100% Nachhaltigkeit oder keine. Ein Grad Abweichung, und schon geht es ganz woanders hin.

Geld ist schlicht zu wenig. Viel zu wenig. Und es dürfte niemals ein Ziel sein. Sich darin zu investieren statt in uns selbst, negiert unsere eigene Existenz. Wir können so nicht überleben, die Rechnung geht nicht auf.

Engpass für echte Innovationen?

Wer innovativ sein will (egal ob mit seiner oder der Idee eines anderen) muss bereit sein, Altes loszulassen. Die Fronten zwischen rechnenden und inspirierten Menschen dürften sich massiv verhärtet haben. Betonschädel verrennen sich immer weiter in ihrem Reduktionskurs, wohingegen Kreativität ja eigentlich etwas Verschwenderisches ist – denn „Produktivität“ ist dabei erst mal nicht drin. Es geht ihr daher wie der Bildung. Es werden wegen Geld Abstriche gemacht und damit Zukunftschancen vernichtet.

Nur weil es sich einer nicht vorstellen kann heißt das noch lange nicht, dass etwas nicht geht. Es reicht wenn nur einer oder wenige es sich vorstellen und ihre Visionen vermitteln können. Innovation ist neu, und das heißt, anders dabei gedacht haben zu müssen als bisher (=damit nämlich überholt). Stattdessen erlebten wir in der Vergangenheit immer wieder die gleichen alten Fragen (hatte irgendwas mit Kennzahlen zu tun die mal wer mit „Gewinn“aussichten verwechselt hatte, und jetzt machen das wohl die meisten), wohingegen neue Ideen die Antwort auf Fragen sind, die bisher noch gar nicht gestellt worden sind – oder falsch (bzw. falsch oder nur zum Teil beantwortet).

Nachhaltigkeit steht an erster Stelle. Alles andere ist ihr unterzuordnen. Innovative Köpfe müssen vorausschauend sein, schließlich geht es ja um Entwicklungen die über unsere Zukunft bestimmen. Ab einem bestimmten Punkt kehrt sich dabei das Denken um. Man sieht die Dinge aus einer anderen Perspektive und bewertet sie neu was dazu führt, dass man mit seiner Umgebung nicht mehr so gut korrespondiert, sie mitunter gar nicht mehr versteht.

Vielleicht passiert es jedem der sich auf abstraktem Gebiet bewegt über kurz oder lang, dass er den Bezug zur Realität verliert und seine Kommunikation auf die üblichen Gepflogenheiten beschränkt oder ganz einstellt weil ihn eh keiner (mehr) versteht. Doch von was für einer Realität reden wir eigentlich? – Ist sie nicht eigentlich nur temporär, da auf das reduziert, was wir heute in Worte fassen können? – Könnte es sein, dass es noch so wenig ist, dass wir das Allerwichtigste bisher einfach nur übersehen haben? – Je stärker wir uns nämlich auf das arretieren, was wir kennen, umso stärker ignorieren wir, was darüber hinaus noch oder stattdessen richtig ist

Wissen ist erst dann verwertbar erfasst, wenn ihm zu entsprechen (oder nicht) Einfluss auf unser Befinden hat, dann wirkt es auch im Belohnungssystem. Die Wahrheit die zählt liegt in der Wirkung.

Wir sind die Innovation auf die es ankommt.

Umfassende Statusanalyse zum Thema „Wachstum“

Rundbrief, herausgegeben vom Forum für Umwelt und Entwicklung (Bonn).

„Allein der fortschreitende Verlust an biologischer Vielfalt bedeutet, dass die gegenwärtige Erdbevölkerung den nachfolgenden Generationen immer weniger Ressourcen
für deren Entwicklung überlässt; von vergleichbaren Chancen kann nicht die Rede sein. Parallel zum sich beschleunigenden Klimawandel wird eine bedrohliche Entwicklungshypothek
aufgebaut. Diese Hypothek wird von Menschen zu bezahlen sein, die schon geboren sind sowie von ihren Kindern – und zwar unter Bedingungen eines allein angesichts des Bevölkerungswachstums immens wachsenden und brutaler werdenden globalen Wettbewerbs.“

http://www.docs.forumue.de/rundbriefe/201002.pdf

Ist militant nicht eigentlich der,

der nichts verändern will, selbst wenn die Notwendigkeit bereits erkannt ist? – Es ist keineswegs „zu einfach“ gedacht, das Töten zu meiden, sondern es beizubehalten, denn dann braucht man ja gar nichts zu tun, außer es zu „verteidigen“. Schade um den kognitiven Aufwand. Streich mal „ja aber“ und ersetze es konsequent durch „ja daher“, und staune darüber, wozu Dein Gehirn dann fähig wird.

Milch und Fleisch sind zu Dogmen geworden. Für ein Prinzip entscheidet man sich selbst, und entwickelt seine Strategien danach. Es bleibt stets hinterfragbar. Für ein Dogma (Kopie / Nachahmung) trifft das nicht zu. Es entsteht, wenn das Symbol zu einem Wert von diesem bereits entkoppelt wurde. Das ist eine Schwachstelle in unserer zunehmend verstandeslastigen Informationsverarbeitung. Die Organisationsstrukturen die wir abbilden hängen davon ab, welches Denken dominiert (es sollte eigentlich keines dominieren, sondern die potentiellen Synergieeffekte unterschiedlicher Methoden zum Tragen kommen). Die „Mittelschicht“ – emotional/soziale Verarbeitung, die Pufferzone zwischen Trieben und Verstand – ist ausgedünnt. Oben und Unten scheren extrem auseinander. Und so sieht es in den angepassten Gehirnen heute auch aus, vermutlich „entsprechen“ sie ihrer „Umgebung“ so „am besten“. Daher kommt sich heute mancher Veganer vor wie in „Zombieland“. Die Menschen der Umgebung die ohne Mitgefühl auskommen müssen, wirken irgendwie – weniger lebendig.

Dem Prinzip „Du sollst nicht töten“ folgen zu wollen mag heute ein schwieriges Unterfangen sein, denn alles Fremde das wir uns zuführen kann bereits während des Herauspressens seiner Rohstoffe, des Transports, der Produktion etc. Leben gekostet haben. „Wo ein Wille ist findet sich auch ein Weg“ ist jedoch nicht nur eine leere Floskel. Wer ihm folgen will, wird auch Strategien finden sich dem anzunähern.

Mitgefühl oder nicht – was wir den Tieren (und Menschen die nicht das Glück haben in „reichen“ Regionen geboren zu sein) antun, kann nicht richtig sein. Würde es uns widerfahren, wäre das für uns ganz klar – wir würden es nicht wollen. Der Unterschied liegt nur darin, wer diese Abträglichkeit erlebt. Hier geht es auch nicht mehr um die Frage nach Toleranz, sondern darum, unvorstellbares grauenvolles Massenleid zu beenden.
Man darf was im Zuge von „Tierhaltung“ geschieht nicht mit KZs vergleichen ohne als Angreifer der Menschenwürde zu gelten. – Wie groß oder klein die Würde eines Menschen ist, wird jedoch genau nicht durch die Herabsetzung anderer entschieden, sondern einzig und alleine durch das was er ist.

Ich bin nun keine von denen die Tiere mögen und Menschen nicht. Indem ich den Menschen durch ein privates Forschungsprojekt sehr tiefgreifend erfuhr, kam ich gar nicht mehr dran vorbei, ähnliche Muster in anderen Wesen ebenfalls (an) zu erkennen. Tierrechtsforderungen stand ich bis dahin mit Unverständnis gegenüber. Zuerst müssen doch die Menschen kommen, dachte ich. Das erwies sich als Missverständnis, denn es ist gar nicht voneinander zu trennen. – Wenn wir unsere Natur töten, töten wir unsere Natur, und ist sie erst tot, können wir mit ihr nicht mehr kognitiv arbeiten, und damit sind Irrtümer (beispielsweise über das was wir wollen) schon vorprogrammiert.

Durch die Missanerkennung des Lebensrechtes uns zumindest zu Anteilen ähnlicher Wesen, missanerkennen wir auch jenen Teil in uns selbst, den wir einsperren, quälen und töten (lassen). Je eingesperrter wir selbst in unseren „Regelwerken“ sind, desto mehr leidet die Umgebung, und wir in ihr. Selbst für den Primaten (in uns) haben wir das Einfühlungsvermögen verloren – er wurde zum Vivisektionsopfer einer zunehmend besitzergreifenden Gesellschaft, die immer mehr Jahre an Leben für sich herausquetschen will, je mehr sie verlernt hat, wie sich zu leben anfühlt, und in den immer mehr Jahren nur immer mehr konsumiert, statt erlebt. Der Hunger auf Ressourcen wird dadurch aber nur immer größer und ist nicht dauerhaft zu befrieden.

Das leidende, unterdrückte, zum frühen Tode geborene und gnadenlos ausgebeutete Tier will der instrumentalisierende Mensch gar nicht verstehen, denn dazu müsste er mitfühlen, und würde er das, läge es ihm fern auch nur eine Sekunde länger ans Töten zu denken. Das nicht mehr zu wollen ist die Folge einer grundlegenden Erkenntnis über die Vielschichtigkeit, Abhängigkeiten und Komplexität der eigenen von ihrer Umgebung geprägten und in ihr wirksamen nach wie vor tierisch motivierten Menschlichkeit. – Nicht nur, dass ihnen die Vorstellung abhanden kam, was Menschen damit verpassen, gleichzeitig nehmen sie ihren Nachkommen die Chance, sich selbst jemals so grundlegend zu erfahren. Würden sie gefragt ob sie wollen, dass Kälbchen, Häschen oder Küken sterben, würde kein mental gesundes Kind darauf mit „ja“ antworten. Aber wenn es um Profit geht, soll es plötzlich „gesund“ sein? – Für die Konsumenten mal sicher nicht, aber einreden lassen sie es sich gerne.

Wir missachten anderer Bedürfnisse und schlachten sie ab, und rechtfertigen dies mit unserer Überlegenheit. Worin genau diese bestehen soll, kann dann jedoch keiner so recht begründen. – Kognitionstechnisch betrachtet verschwimmen die Grenzen immer mehr.

Ich gehe davon aus, dass die Natur des Menschen logischerweise (immer noch!) darauf ausgelegt ist, zurecht zu kommen und dafür das Richtige tun zu wollen. Die Krux dabei ist herauszufinden, was das Richtige ist und auf Dauer. Dafür sind wir mit einem wunderbaren, nachhaltigen Selbstschutz ausgestattet, Mitgefühl. Wenn wir das was wir nicht wollen, an Anderen ebenfalls nicht zulassen, bedroht es uns auch nicht. Und da wir die Hand auf dem ganzen Planeten haben, reicht es eben nicht, nur unsere eigene Spezies in unser Wohlwollen einzubeziehen.