Zu gut gemeint

Was soll das eigentlich heißen, zu gut gemeint? – Gut ist gut sollte man meinen, und viel davon erst recht. Warum ist gut überhaupt gut? Woran soll man es bewerten? – Am Sinneseindruck, der über Jahrmillionen trainiert auf das positiv ansprach, was wohltuend in der Wirkung war. Ein Geschmackserlebnis, auf das wir heiß sind ist deswegen ersehnt, weil davon Inhaltsstoffe zu erwarten waren, die uns gut tun. Uns aber kam es nur noch auf den Geschmack an.

Wir wollen gern süß, also extrahieren wir Zucker und den Rest schmeißen wir weg. Dummerweise wird das Gute nicht davon besser, wenn es (zu) viel ist. Die Defizite die durch Einseitigkeit entstehen, bringen unser Empfinden durcheinander. Erfüllung findet nicht statt, denn das fokussierte Sinneserlebnis ist davon nur ein Teil. Der Rest bleibt aus, und nicht selten gesellen sich dazu noch ein paar abträgliche Nebenwirkungen. In Wahrheit bekommen wir auf diese Weise nicht mehr. Wir verbrauchen nur immer mehr, um das Wohlbefindensniveau zu halten. Ressourcen spart, was alle Wohlbefindensaspekte erfüllt an denen unsere Sinne ausgebildet sind, und nach denen unsere Sensorik ja auf der Suche ist.

Es geht hier nicht einfach nur um eine Wirtschaftskrise. Die Diskussionen und Spekulationen darum gehen für mein Verständnis zu wenig in die Tiefe. Mir fiel in den letzten Jahren immer mehr auf, das nicht nachhaltig ist, und ich fühlte mich fast erschlagen von den Dimensionen. Doch da war ich ja erst bei den Symptomen. Kleine Ursachen können große Wirkung haben. Je grundlegender ein Wert angelegt ist, umso weitreichender ist sein Einfluss auf alles was auf ihm aufsetzt. Meiner Ansicht nach lässt sich die Symptomekumulation auf überschaubar wenige Ursachen eingrenzen, die mit überschaubar einfachen Lösungen behebbar wären.

Wofür all das Wissen über das Leben, das Universum, unser Gehirn und alles, wenn wir es dann doch nicht verstehen und umsetzen? Es ist eben nicht mehr selbstverständlich(!), dass Menschen das Richtige tun – und für wen (alles) sie es überhaupt wollen.

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