Zeit für eine Zwischenbilanz

Seit 2007 beschäftige ich mich (unter Anderem) mit dem Thema Ernährung und Nachhaltigkeit unter Einbeziehung der veganen Variante und entschied mich 2009 selbst für diesen mir nach ausgiebiger Prüfung folgerichtig erkannten Schritt.

Gründe

  • Nachhaltigkeit lag mir am Herzen (die Zukunft der Menschheit beschäftigt mich seit meiner Kindheit), und ich erkannte zunehmend, dass ich sie nicht von anderen erwarten kann, wenn ich nicht einmal selbst bereit bin immer mehr von dem was dazu an Kenntnis zur Verfügung steht in diesem Sinne auch umzusetzen. – Als Ignorant des Leidens anderer steht mir die Rücksichtnahme anderer gar nicht zu, die Bilanz wäre unausgeglichen. Gerechtigkeit kann vor diesem Hintergrund nicht entstehen. Es gibt sie nicht explizit “nur” für Menschen, denn der Mensch ist nicht nur Akteur in, sondern auch Reaktion auf seine gesamte Umgebung mit allen Bedingungen darin.
  • Die Folgewirkungen des Tierproduktekonsums sind schädlich für Menschen, Tiere und Umwelt, und stellen weitaus mehr Verzicht (für uns und unsere Kinder) in Aussicht als der den viele bei einer Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung (weitgehend unbegründet, da sich damit ein ungeahnt großes neues Feld eröffnet) befürchten, den ich mir weder für mich noch unsere Nachkommen wünschen kann.
  • Ausgiebige wissenschaftliche Studien wie die China-Studie oder die Veröffentlichungen der ADA (American Diet Associationen) nahmen mir die Sorge um Mangelerscheinungen wenn ich tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen ersetze.
  • Zu wissen dass ich mich gewaltfrei ernähren kann ließ mir keine andere Wahl als es dann auch zu tun.
  • Ich würde mir eine solche Behandlung auch nicht wünschen.
  • Ich sehe einen Zusammenhang zwischen Leiden und (dem Fehlen von) Nachhaltigkeit als intelligente Reaktion emotional hoch entwickelter Gehirne auf abträgliche Umgebungsbedingungen, so wie echt erlebtes, tiefes Glück umgekehrt ein Indikator für rundherum günstige Bedinungen wäre.

Physische Veränderungen

  • Sehr erfreulich finde ich die Wirkung meiner Ernährungsumstellung auf meine Haut. Ihre Irritationen sind um 90 Prozent zurückgegangen.
  • Besserer Schlaf.
  • Kein Seitenstechen mehr wenn ich flott unterwegs bin.
  • Nachtrag 21.01.2012: Früher hatte ich mehrmals im Jahr stark vergrößerte schmerzhaft entzündete Lymphknoten in der Leistengegend. Das kam nie wieder.
  • Mehr Energie.
  • Die obligatorischen Wintererkältungen sind ausgeblieben, auch keine Grippe bisher.
  • Tagelange drückende Schulterschmerzen die mir früher mehrmals jährlich nicht nur physisch sondern auch psychisch (fühlte sich erdrückend an) zu schaffen machten, sind verschwunden.
  • Ich “muss” heute ein bisschen mehr essen als früher um auf meinem Gewicht zu bleiben, was jedoch in Summe immer noch die wesentlich effizientere Form der Energiegewinnung darstellt.

Psychische Veränderungen

  • Überwunden sind optionenlos erscheinende Stimmungsmomente an denen ich nicht wusste, was ich als nächstes tun sollte.
  • Befreit von innerem Müll, innerlich ausgeglichener, stärker mit meiner Umwelt verbunden.
  • Ich “darf” mir als Mensch der sich von der Gewalt an Tieren abgewendet hat, ein stärkeres Maß an Mitgefühl erlauben (wer mag schon gerne mitfühlen wenn er sich dabei auch noch schuldig vorkommen müsste), wodurch sich auch die Qualität der Beziehungen zu Menschen und Projekten intensiviert hat.
  • Für Menschen die ich schätze und Themen an denen mir liegt, investiere ich mich mit freudigem Einsatz, was sich wiederum positiv auf die Qualität meiner Arbeit und die Auftragslage auswirkt. 2010 war für mich diesbezüglich ein Jahr großer Umbrüche, verbunden mit ein paar Abschieden von alten, und dem Entstehen neuer, ebenbürtiger Partnerschaften stattdessen.
  • Durch die neue Einschätzung und persönliche Investition in zwischenmenschliche Beziehungen (privat, beruflich) fühle ich mich sicherer und sehe keine Gründe mehr mich um meine wirtschaftliche Existenz zu sorgen.
  • Bei Situationen in denen es klemmt behalte ich einen kühlen Kopf und denke lösungsorientiert, wo Angst mich früher gelähmt hätte.
  • Gesteigertes Gesamtwohlbefinden, denn die Wertschätzung des Lebens anderer hat mein eigenes Selbstwertgefühl positiv beeinflusst.
  • Ich habe das Gefühl von mehr Macht über meine eigenen Geschicke, weil ich “gelernt” habe, dass und wie ich mein Leben positiv (für Andere) verändern kann, denn es fällt auf mich dadurch immer mehr Positives zurück.

kognitive Verändungen

  • Schnelleres Lernen und Verstehen
  • Verbesserte Konzentration und mehr Durchblick bei komplexen Tätigkeiten
  • Folglich mehr Spaß an kniffligen Herausforderungen, Weiterbildung und Entwicklung
  • Leichteres Erfassen von Kundenbedürfnissen und Projektinhalten und Erkennen des Wesentlichen
  • Ich bin jeden Tag aufs Neue begeistert davon was alles machbar wird, wenn ich “ja aber” durch “ja daher” ersetze, und entsprechend handle (es gibt nur die Grenzen in unserem Denken, erweitern wir unser Gesichtsfeld, sind sie da auch schon nicht mehr)