Über witscore

Dies ist eine Rekonstruktruktion und Zusammenführung mehrerer Blogs zu einem.

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Eine Antwort auf „Über witscore“

  1. Es gibt einen schönen Diskurs der Autopoiesis, der Selbsterschaffung.

    Anders als die Luhmann’sche Systemreproduktion – Ausdifferenzierung des Immerselben – meint Autopoiesis einen Prozess, der Selbststeuerung und Pfadabhängigkeit in sich vermittelt.

    Der Pfad einer organismischen Entwicklung ist zugleich Konstitution seiner Umwelt. Erst der Weg erschließt eine Landschaft und macht sie auf spezifische Weise erfahrbar. Nichts außer der Geschichte ist vorgängig.

    Der Pferdefuß der ganzen bisherigen Evolutionstheorie nach Darwin scheint zu sein, dass sie die großen qualitativen Sprünge nicht erklärbar machen kann. Darwin erklärt die Bildung von Arten, nicht die der Stämme.

    Gründet dies darin, dass ein Begriff des Organismus fehlt? Das meinen jene, die sich für eine Organismische Evolutionstheorie ins Zeug legen. Ein häretischer Zweig. Entsprechend wenig Aufmerksamkeit erfährt er. Ich habe mich vor wohl schon fünf Jahren damit ein wenig befasst. Sein Schicksal verfolge ich seither nicht.

    Nur von einem Begriff des Organismus ausgehend, der ihn als eine energetisch-mechanische Konstruktion eigener Qualität und Dichte versteht, entwickelt sich ein adäquater Begriff seiner Umwelt. So viele Organismen, so viele Umwelten. Ihr beider Verhältnis ist keines der Abbildung.

    Anders als Konrad Lorenz meinte, bildet die Leber nicht die Gestalt der Moleküle ab, der Vogelflügel nicht die Gesetze des Strömungswiderstands. Evolution ist kein Prozess der Anpassung. Es gibt nichts, was sich, einer vorgefertigten Schablone gleich, an etwas von Außen Vorgegebenes anpassen zu können in der Lage wäre. Das Auge schafft das Bild. Was es ist, das ein Auge zum Bild gestaltet, bleibt ihm für immer unsichtbar.

    Entwicklung verläuft vielmehr als von Innen und Außen restringierter Prozess. Wesentlich ist, dass die Bedingungen der Restriktion der Bau des Organismus selbst festlegt. Die Restriktion ermöglicht. Das Potenzial der Entwicklung und der Verlauf seiner Freisetzung als Konkretion im Organismus bestimmt sich nicht über einen Prozess der Anpassung, sondern ausschließlich über die Konstruktionsbedingungen der Entwicklungseinheit.

    Das Herz des Prozesses ist – laut Organismischer Evolutionsbiologie – in der Tat die Mutation, Auftreten des Fehlers. Der Pfad, den der Fehler evolutiv aufschließt, ist jedoch wesentlich intern, durch die Struktur des Organismus, bestimmt. Der Organismus ist nicht autark, aber autonom. Er konstituiert die ihm eigene, für ihn spezifische Umwelt selbst.

    Was heißt das für Gesellschaft?

    Literatur:
    http://openlibrary.org/b/OL3799114M/Kritische-Evolutionstheorie
    http://openlibrary.org/a/OL811201A/Karl-Edlinger

    Ein Beispiel, wonach die Arbeiten der Organismischen Evolutionsbiologen nicht völlig vom Zirkus der high-rated journals abgekoppelt sind:
    http://www3.interscience.wiley.com/journal/118826518/abstract

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