Wiederaufnahme

Nachhaltigkeit soll auch weiterhin zentrales Thema bleiben. Im Besonderen geht es mir dabei jedoch um die Zusammenhänge zwischen Befinden und Zukunftsfähigkeit. Mehr als einmal gelangte ich zu dem Schluss, dass Leidensfreiheit und Nachhaltigkeit untrennbar miteinander verbunden sind, da Leid aus abträglichen (lebensfeindlichen) Bedingungen hervorgeht. Je mehr Leid, umso schlechter geht es dem ganzen System (Planeten). Aus diesem Grund sehe ich es als einen wesentlichen Akt der Menschlichkeit es zu vermeiden wo mensch kann.

Ich beziehe mich ausschließlich auf von Menschen geschaffenes Leid, das sie sich gegenseitig aber auch anderen fühlenden Lebewesen antun. Ich differenziere nicht, wer vom Leid betroffen ist, da Schmerz unabhängig vom Lebewesen das ihn erleidet, denselben ursprünglichen biologischen Zweck hat. Hinzu kommt dass er sich in allen Gesichtern die Schmerz ausdrücken für uns erkennbar darstellt.

Humanismus und Gerechtigkeit sind mir ein Anliegen. Ich halte es für ausgeschlossen, dass man sie auf einen Kreis beschränken kann. Gerechtigkeit nur für einen selbst würde nicht funktioneren, nur für die eigenen Familie, die eigene Volkgruppe, die eigene Nation – die eigene Art. Die Welt funktioniert wesentlich umfassender, kooperativer und komplexer als wir mit unserem Verstand erfassen können. Es bedeutet aber nicht, dass wir keine Methodik haben, mit hoher Komplexität umzugehen. Unser Gehirn kann es meiner Meinung nach (ich halte seine potentielle Intelligenz für bis zu 20 mal so hoch als das, was wir davon heute üblicherweise anwenden) – auf averbaler Ebene. Wie wir die Aspekte des Lebens bewerten, was wir dazu fühlen, ist entscheidend. Der Weg dahin wiederum kann, sofern er noch erschlossen werden muss, über den Verstand führen.

Einen Wettkampf gegen ihre Lebensumgebung und sich selbst kann die Menschheit nur verlieren. – Bei all den Folgewirkungen die davon zu erwarten sind ist es für mich nachrangig ob dahinter nun eine gezielte Verschwörung steckt oder nicht. Ich halte Verschwörungstheorien für wichtig (und gehe davon aus, dass sie zumindest teilweise richtig sind), zeigen sie doch auch auf, was Menschen anderen (Menschen) anzutun bereit sind. Zudem sind die beschriebenen Effekte ja meist nicht zu leugnen. Doch werden mitunter Effekte mit Absichten oder Plänen verwechselt und lenken davon ab, dass man selbst Teil des Problems sein könnte – und noch viel wichtiger, der Lösung.

Ein Beispiel ist für mich der Klimawandel, dessen menschliche Ursachen von Klimaskeptikern geleugnet werden. Anhand dessen was ich weiß (an)erkenne ich das Klima als ein komplexes vielschichtiges System, welches empfindsam auf alle möglichen Einflüsse reagiert von denen wir noch gar nicht alle kennen. Wir kippen am laufenden Band ganze Ökosysteme, und mit den Emissionen die wir verteilen sollen wir ausgerechnet auf das Klima keinen Einfluss haben? – Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Klimawandel nichts mit dem Treiben der Menschen zu tun hat halte ich selbst vollkommen jenseits fachlicher Daten für geringer als umgekehrt. Hinzu kommt, dass es mehr als einen Grund für einen besonneren Umgang mit Ressourcen gibt.

Dass das „Gesetz des Stärkeren“ (das eine Erfindung derer ist die sich die Dinge gerne zu ihrem individuellen – vermeintlichen – Vorteil zurechtbiegen, und nichts mit dem zu tun hat was Darwin vermitteln wollte) auf das sich Veränderungsunwillige gerne berufen damit ebenso gegen sie selbst wirkt, scheint ihnen nicht bewusst zu sein. Doch es beinhaltet praktisch schon, dass sie damit gegen sich selbst argumentieren und arbeiten, und von „stärkeren Menschen“ übergangen und deren Zielen überrollt werden (akutes aktuelles Beispiel: TTIP, oder die Enthaltung Deutschlands zur Genmaisfrage, obwohl die deutliche Mehrheit der Bevölkerung eine klare Ansicht dazu hat – das Tempo in dem die Entdemokratisierung fortschreitet nimmt erschreckende Züge an).

Das mächtigste Instrument gegen all das was uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten droht, ist Empathie.