Wie wichtig ist uns Nachhaltigkeit eigentlich

Jeder Burger(!) kostet 50 Quadratmeter Land, in den letzten 30 Jahren wurden 80% der Regenwälder vernichtet:

Nachhaltigkeit ist deswegen ein Thema, weil die “westliche” Lebensweise (den Rattenschwanz an Verhaltensweisen darfst Du Dir denken) keinen langen Fortbestand mehr verheißt, jedenfalls nicht der Welt wie wir sie heute kennen. Nur eine angemessene Lebensweise ist nachhaltig, also eine deutlich andere als die übliche heute. Man kann auch schwer einräumen, dass das noch Privatsache ist, da alle die Folgen tragen müssen, auch die, die bereit sind alles zu tun, um zu retten was noch übrig ist. Auch sie (speziell sensitive Menschen) zu übergehen ist eine Form von Ungerechtigkeit, und war noch nie besonders klug. Das süße Geheimnis menschlicher Intelligenz ist die Wertesteigerung durch gehirnübergreifende Vernetzung. Ausschluss reduziert entscheidungsrelevante Werte hingegen, und ja, das hat was damit zu tun, dass in der Summe die hinten rauskommt, dann was fehlt – Werte nämlich.

Auch was wir nur unscharf wahrnehmen (Intuition / Gefühle) funktioniert nach einer nachvollziehbaren Logik. Die Westlichen lächeln ja gerne über Naturvölker und ihre Weltbilder und Rituale die sie von Generation zu Generation weiterreichen. Die sind immerhin noch nachhaltigkeitstauglich, was man von unserem Weltbild nicht behaupten kann. Die Flexibilität des menschlichen Gehirns hat auch ihre Schattenseiten. Menschen können von Grund auf falsch programmiert sein und würden es nicht einmal merken aus dem einzigen Grund, weil alle die gleichen falschen Werte haben. Dann halten sie die nämlich für richtig, und darin liegt die größte Gefahr – der Wahnsinn wird zur Normalität, und nur eine Minderheit sieht es.

Die pharmazeutische Industrie hält mit Hilfe der Fleisch- und Milchindustrie Millionen Blutdruckkranke in ihren Fängen. Bei erschreckend vielen westlichen Menschen geht es etwa ab Mitte 50 los, und sie sind dann für den Rest ihres Lebens von Tabletten abhängig, um ihren Blutdruck auf verträglichem Niveau zu halten. Wir halten das für völlig normal, doch das muss so gar nicht sein.

Hände, Farbsehen, die Unfähigkeit Vitamin C zu synthetisieren, erhöhte Entzüdungsneigung, eine erhöhte Belastung von Nieren, Herz- und Kreislauf bei fleischlicher Kost, sind Indiziden dafür, dass die Pflanzenkost unsere native Ernährungsform darstellt, auch wenn der Körper gelernt hat, Tierisches zu verwerten – wenn er denn muss. Was uns in der Vergangenheit vielleicht das Überleben rettete – wirkt sich heute umgekehrt aus. Wir können ohne, und das ist der springende Punkt. Es bedeutet eine Umstellung, keine Einschränkung (zumal die Produktvielfalt sehr schnell anwachsen wird), die für die nächste Generation schon ganz normal sein wird, so wie für uns heute das Gegenteil. Das menschliche Gehirn ist ein fantastisches Organ und ungeheuer flexibel. Sogar wenn es bereits für ein bestimmtes Leben geprägt ist, ist ein Neuanfang immer noch drin.

Technologien werden unsere Probleme nicht lösen, weil deren Ursache unsere Haltung ist. So lange sich die Haltung nicht ändert, werden neue Technologien die Lage nur noch verschlimmern, selbst wenn die Absichten dahinter erst mal gut sind. Die Politik wird das nicht einfach so richten, die Wirtschaft 1.0 kann es nicht wollen, weil es ihr nur auf Profit ankommt, und sie dabei völlig verlernt hat nach links und rechts zu schauen, wo all das liegen bleibt, was sie mit ihren Scheuklappen übersieht. Profitdenken steht in evolutionärer Konkurrenz zur Natur höchstselbst. Klar, alles was es vernichtet, muss “ersetzt” (am liebsten sogar schon vorher, um den Prozess zu beschleunigen) werden (z.b. müssen Bauern gentechnisch veränderten Samen jedes Jahr neu kaufen), das bringt Macht und Geld – und das bedeutet spätestens zum Ende der natürlichen Ressourcen die totale Abhängigkeit aller Menschen von niemals satten Produzenten, oder Tod, wenn sie kein Geld haben. Davon sind heute schon Zigtausende pro Tag betroffen, Tendenz steigend.

Was manche für eine große Verschwörung halten ist wohl eher nichts weiter als der Effekt menschlicher emotionaler Beschränktheit. Wir können noch so viel wissen. Wenn uns kalt lässt, was wir damit anrichten, bringt es uns nirgends hin. Wem Nachhaltigkeit ein echtes und tiefes Anliegen ist, isst grün, weil er es als folgerichtig erkennt, und dann gar nicht mehr anders kann.

Die Ethik der meisten Veganer wird von Mitgefühl getragen, und dafür bewundere ich sie (mein Motiv war nicht so edel, ich lebe nur lieber mit ungereizter Haut – alleine wie sich das auf meinen Schlaf auswirkte ist unbezahlbar – ohne Gewichtsprobleme – und ach ja, nachhaltig, und das ist für mich untrennbar mit Gerechtigkeit und Vermeidung unnötigen Leidens verbunden). Es sind sehr bewegte und ausgeprägte Persönlichkeiten. Allerdings gibt es auch welche unter ihnen die Menschen nicht mehr besonders mögen (für das, was sie anderen Lebewesen antun), was zwar verständlich, aber auch bedauerlich ist. Wer Tiere liebt, sollte auch Menschen lieben, denn in ihnen drin steckt ja ein ganzer Tiergarten, der es vielfach einfach nicht besser weiß. Die bloße zur Kenntnisbringung von Fakten ist nicht geeignet menschliches Verhalten zu ändern, denn auch sie berücksichtigen in ihren Entscheidungen nur, was das Belohnungszentrum stimuliert. Was sie so tief berührt, dass es in ihnen drin einen Wert (neu) setzen darf, können andere nicht für sie bestimmen.

Live long & prosper 😉

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