Was ist Nachhaltigkeit?

Nach|hal|tig|keit, die; -: längere Zeit anhaltende Wirkung.
1.) nachhaltig, wirksam, effizient, entscheidend, effektiv, eindrucksvoll, unvergesslich; außergewöhnlich; auffallen, wirken.
2.) nachhaltig: einschneidend, unaufhörlich.
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Die Betrachtung von Nachhaltigkeit erfordert die mentale Fähigkeit zur Aussicht auf eine vorstellbare Zukunft. Darum gilt sie auf unserem Planten in keinem anderen Rahmen als menschweit. Eine von Menschen eingeschätzte dauerhaft anhaltende Wirkung ist an der Definition zunächst wertfrei. Eine Wirkung kann sowohl dauerhaft gut oder schlecht sein und sie ist trotzdem nachhaltig. In seiner aktuellen Definition als Modewort bezieht es sich hingegen nicht auf negative Effekte. Das hat einen tieferliegenden Grund, der in der Bedeutung von „gut“ und „schlecht“ in Bezug auf Menschen zu finden ist. Da es sich um kognitive Grundbewertungen handelt, sind diese Begriffe nur über die daraus abgeleiteten Entsprechungen definierbar.

gut
nützlich, förderlich, vorteilhaft, zuträglich, erfreulich, angenehm, erstrebenswert, gedeihlich, ergiebig, günstig, passend, wertig, wohl, richtig, positiv

schlecht
schädlich, hemmend, schmerzhaft, nachteilig, ungenießbar, abträglich, verwerflich, verderblich, kärglich, ungünstig, verfehlt, nichtig, übel, falsch, negativ

In einem Kampf oder einer Konkurrenz stehen die Grundbewertungen positionell gegeneinander (Vor- und Nachteil). Was für den einen gut ist, bewertet ein anderer schlecht. Das Übel, das einem anderen widerfährt kann zum eigenen Wohl sein und umgekehrt. Dieser Tatsache wird in einer demokratischen Gesellschaft dergestalt Rechnung getragen, dass eine Entscheidung zum Wohl derer zu treffen ist, die in der Überzahl sind. So überwiegt das gut Bewertete, wenn die zugrunde liegenden Informationen stimmen.

Es wird dabei der Umstand missachtet, dass die billigende Inkaufnahme von Übel welches den anderen, ebenso maßgeblichen Teil der Gesellschaft betrifft, von diesem maßgeblich reflektiert wird. Wohlbefindensgefälle erfordert Behebungsmaßnahmen. Liegt eigenes Wohl im Schaden des anderen, ist er zu verursachen. Daraus folgt die Tendenz, sich gegenseitig zu schaden. Das ist für die gesamte Gesellschaft nicht gut sondern schädlich, hemmend, schmerzhaft usw.

Umfassende Nachhaltigkeit ist die einzige, die es geben kann, denn Nachlässigkeit und Vernachlässigung erlauben störende Wirkung die sich kumuliert. Im Sinne eines Ziels, für das potentiell alle Mitglieder einer Gesellschaft zu motivieren sind, ist auch solche Schadwirkung so *gut* man kann auszuschließen.

Für die Entscheidungsfindung ist darum Konsens der Abstimmung vorzuziehen. Dass an einem Fehlentschluss alle Mitglieder beteiligt waren, hält wiederum alle in der Verantwortung, einen daraus folgenden Missstand zu beheben. Das ist gesellschaftlich gelebte Nachhaltigkeit.

Vollkommene Nachhaltigkeit ist so wenig erreichbar, wie jegliche Vollkommenheit. Ihr immer näher zu kommen, erfordert unter wechselnden Umgebungsbedingungen manuelles Nachhalten, also die Überprüfung, Betreuung, Wartung und Erneuerung der unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit veranlassten Maßnahmen, Vorgänge und deren Auswirkung. Dazu gehört die Ermittlung und Erforschung der Wirkungszusammenhänge, mit deren Kenntnis die Nachhaltigkeit hinlänglicher einzuschätzen ist.