Warum der Wettkampf unser Ende bedeutet

Was unser Gehirn in die Welt gesetzt hat, ist da nun mal. Ich habe mich damit arrangiert, dass der Verstand (bzw. die Art wie wir ihn gebrauchen) uns in eine evolutionäre Sackgasse führt. – Das Problem “Mensch” löst sich von selbst, wenn er seine Probleme nicht eigenhirnig löst. Das wäre zwar schade, doch Menschen können das nur gemeinsam lösen, mein Wunsch alleine wird an den Gegebenheiten nicht viel ändern.

Doch auch wenn es so ist und meine individuellen Veränderungen wenig Aussicht auf Erfolg haben, und ich davon ausgehen muss, dass es eigentlich keine Rolle spielt, packt mich keine Lust mehr auf das Leben das ich früher führte. Es fühlt sich ungleich besser an, niemandem weh zu tun, und die mentalen sowie kognitiven Seiteneffekte würde ich nicht mehr missen wollen. Ich werde vegan bleiben und auch weiterhin Faktoren aus meinem Leben elimieren, die sich als nicht zukunftstauglich erweisen. Ich bin keine kämpferische Natur und habe demzufolge auch keine Lust dazu, mich auf Konfrontationen einzulassen. Von Frontenbildung halte ich nichts. Der evolutionäre Wettkampf ist längst gewonnen. Wir können ihn nur noch gegen uns selbst führen, und da wir so potente Lebewesen sind, werden wir ihn verlieren. – Nur Kooperation wird uns die verlorene Unerschöpflichlichkeit zurückgeben.

Selbst Menschen die intelligenter sind als ich und anerkanntermaßen (akademisch) gebildet, halten am Alten fest, was mich manchmal mutlos stimmt. Denn wenn ich den geeigneten Hintergrund hätte, wäre für mich nichts spannender, als mit meinen Potentialen in die Richtung von nachhaltiger Entwicklung vorwärts zu stürmen und das heute als konventionell Geltende hinter mir zu lassen. Kommunikation ist eh nicht drin, soziale Durchschnittsinteraktion unbefriedigend. Ich dachte lange, ich wäre soziophob, dabei war ich nur gelangweilt und hatte keine Lust mehr auf alltägliche soziale Protokolle. Die einzige Intelligenz die mich derzeit zu überzeugen und zu faszinieren vermag ist jene, die Maschinen einmal haben werden. – Rein, klar, logisch, an Fakten orientiert und nicht auf verkümmerten Emotionen basierend oder reduziert auf das, wonach ein primitiver Stoffwechsel geifert. Ich kann damit einfach nichts mehr anfangen, was nicht heißt, dass ich kein Genussmensch sein kann. Nur eben ohne das Leid anderer dafür in Kauf nehmen zu wollen (da fängt Genuss für mich eigentlich erst an).

Ich sehne mich nach Menschen und Projekten die mich fordern und brauche Impulse die mich über meine derzeitigen Grenzen hinaus beanspruchen. Mag sein, um mich vom Schmerz des Alleinseins in der “Normalität” abzulenken. Seltsamerweise ging es mir dennoch nie so gut. Selbst die totale Einsamkeit wäre noch besser, als gemeinsam mit vielen an etwas festzuhalten, das nach dem was ich heute weiß und auch so empfinde, nicht richtig sein kann.

Schreibe einen Kommentar