Aus Symbolen werden Zeichen

Geld kann kein Ziel sein, denn es erfüllt für sich alleine genommen – nichts (die Voraussetzung damit was anzufangen ist immer, dass es etwas zu kaufen gibt). Für mich ist es daher das falsche Motiv, überhaupt etwas zu tun. Das ist, wie wenn ich mir Drogen reinschmeiße, um meine Ausschüttung zu bekommen, statt aktiv das Richtige dafür zu tun damit es mir gut geht. Wir arbeiten für Geld statt füreinander, und das negiert eigentlich seinen Zweck, als Bewertungsfaktor Orientierung über den Wert von etwas zu geben, bzw. es wurde zum Selbstzweck, der sich vorzugsweise selbst bewertet. Mit erschreckenden Konsequenzen.

Das heißt nicht, dass ich kein Interesse daran habe, welches zu verdienen – im wahren Sinne jedoch. Geld als Effekt für geschaffenen Nutzen (Steigerung des Wohlbefindens, Erhöhung der Lebensqualität), damit kann ich durchaus leben. Außerdem liebe und lebe ich meine Arbeit. Doch Erfolg ist für mich, wenn wir Zukunft machen.

Es verblieb weitgehend nur noch eine Relevanz, die unsere Entwicklungen steuert (in früher Kindheit mit allen Trieben verknüpfte), an der Entscheidungen orientiert werden, das ist Geld. Denn damit gehen Dominanz, Macht, Status und grenzenlose Trieberfüllung (das ist auch, was wir heute unter “Freiheit” verstehen) für das begünstigte Individuum einher. Das heißt aber auch dass jeder, der diesen Aspekt vernachlässigt, in einen Wettbewerbsnachteil gerät. Da kann er noch so gut sein in dem, was er tut, auf seine eigentlichen Fähigkeiten kommt es immer weniger an. Wirtschaftliches Denken heißt eigentlich, “ich will immer mehr, aber (mich) immer weniger darin investieren”. Die Biologie (Automatismen) hat über die Mentalität gesiegt, was wiederum den Fundamentalismus nährt. Aber es ruft auch andere auf den Plan, jene, die sich fragen, ob das schon alles gewesen sein soll. Vielleicht auch Dich.

Bezogen auf die Ressourcen ist unser Vorgehen alles andere als wirtschaftlich. Menschen beurteilen aber sowieso nicht nach Wahrheitsgehalt, sondern nach Empfinden. Das orientiert sich, da in früher Kindheit so geprägt, an Geld und Konsum. Ein objektives Bewertungsschema für Leistungen gibt es nicht wirklich. Außerdem wird eine neue Idee erstmal am Status des Urhebers bemessen, und da kommen Hierarchien zum Tragen. Dieser Maßstab für die Einschätzung von Überdauerungsfähigkeit ist auf den Menschen übertragen nicht mehr zuverlässig. Bevor es um Inhalte geht, müssen sehr viele Kritierien erfüllt sein, die nichts damit zu tun haben. Das beschleunigt – vielleicht – die Abwicklung, reduziert – scheinbar – den Aufwand, erzeugt durch die Reduktion auf wenige Aspekte jedoch am laufenden Band Innovationsflops, ist pre-selektiv, und beschneidet mit steigender Systematisierung (gerne auch “Optimierung” genannt) die Variationsvielfalt. Die Menschheitsentwicklung wurde zunehmend kantiger, statt fließend und weich. Die damit einhergehende Regelprogression erschwert die Orientierung und kostet Kapazitäten, die ansonsten den eigentlichen Aufgaben zukommen würden.

Differenzierungsfähigkeit und Spezialisierung des Menschen gingen Hand in Hand. Die Steigerung unserer Wirksamkeit war von (Selbst)Reduktion (Abstraktion) begleitet, da der Datendurchsatz des Verstandes ja nicht mit der Informationsflut stieg. Wir spezialisierten uns immer stärker auf das, was uns gesellschaftlich weiterbrachte, das verbalisierbare Wissen, an dessen Konkretisierung uns lag, weil damit die Erfüllung noch gezielter zu steigern war. Wir bekamen Selbstbewusstsein statt Selbstverständnis, hätten aber auch beides haben können. Unsere eigentlichen Potentiale, unsere Inspiration, unser Wille, unsere Kreativität liegen genau in dieser künstlich und wohl eher unfällig (aus Unwissen- bzw. Unbedachtheit) vergrößerten Differenz.

Da wir Emotionen/Gefühle/ aus den Jobs raushalten und die Intuition damit nicht oder nur noch eingeschränkt zur Anwendung kommt, bilden wir die extremen Hierarchien des einseitig genutzten Trieberfüllungswerkzeugs “Verstand” heute global ab. Das Nichtberücksichtigte (emotionale/soziale Lücken da ein Einzelner nur begrenzt viele Menschen sozial verwalten kann – jedenfalls weit weniger, als die Anzahl derer beträgt, auf die er Einfluss nimmt) formte tiefe Kluften zwischen Arm und Reich, Gebildet und Ungebildet etc. etc. Wir verstehen uns gegenseitig immer schlechter, während wir aber gleichzeitig immer mehr über uns wissen – dieses Wissen fließt jedoch überwiegend in die Produktentwicklung und Werbung ein, wird dem Faktor Geld untergeordnet. Zusätzlich fehlt uns die realitätsbezogene Einschätzung für Konsumgüter, Produzenten etc, da wir im Passivmode nur sehen, was man uns sehen machen will.

Dank der Vielzahl, Länge und Verflochtenheit der globalen Beziehungsketten sind wir außerstande, uns zu allem ein detailliertes Urteil zu bilden. Wir wissen nicht mehr, was wir tun, wenn wir uns für ein Produkt entscheiden, denn es ist in erster Linie gut für den, der es/sich verkauft, und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Denn Schein macht niemals satt, und damit süchtig nach mehr und vielfach einseitigem Konsum (extreme Zunahme von übertriebener Nahrungsaufnahme und anderem Kompensationsverhalten).

Der Mensch überschreitet OHNE NOT die Grenzen der Verfügbarkeit regenerativer Ressourcen, um die Wirtschaft zu füttern. Da haben wir uns eine evolutionäre Konkurrenz hingestellt, denn sie arbeitet auf diese Weise gegen statt für das Leben. So lange emotionale und soziale Aspekte aus wirtschaftlichen Entscheidungen ausgegrenzt werden, wendet sie nicht mehr Intelligenz an als ein Reptil, das sich einzig an seinen individuellen Erfüllungsparametern orientiert (Triebverhalten). Kulturell Kreative, Lohas, Social Entrepreneurs etc. läuten hier gewissermaßen das Säugetierzeitalter ein und setzen eine mit dem Tausch (von Mensch zu Mensch, biologische Entsprechung: Austausch von Zellmaterial) begonnene Wirtschaftsevolution logisch und folgerichtig fort.

Entwicklung an nur einer Relevanz führt zu extremen Spitzen, Ungleichwertigkeit, Variantionsarmut, Sachzwängen und schließlich Degeneration bis zum Zusammenbruch (Aussterben mangels Flexibilität durch nicht erworbene oder Einseitigkeit verloren gegangene Umgebungsanbindung).

Viele Relevanzen (Gleichwertigkeit) führen zu einer ausgewogeneren, variantenreicheren, nachhaltigen Entwicklung. Das ist nur eine Frage davon, mit wie vielen Parametern wir rechnen. Wer mehr will, bekommt auch mehr.

Geht’s dem Einzelnen gut, geht’s allen gut.

Die Zukunft spricht social

Sie werden von Menschen betrieben, und Menschen gewinnen daran. Das Mindeste was man über Unternehmen sagen kann ist, dass sie unsere eigenen “Wesenszüge” geerbt haben. Business und Emotionen passen jedoch noch nicht zusammen. Das Streben zielt derzeit überwiegend auf unmittelbare individuelle Erfüllung ab. Reptilienstadium, die reflexive und triebliche Anbindung zur Außenwelt. Erst Emotionen erlaubten eine verbesserte Differenzierung, aus der schließlich Dank Soziologie und der sich daraus entwickelnden Kommunikation unsere Intelligenz hervorging. Intelligenz ist auf das WIR angewiesen.

CSR (Corporate Social Responsibilitiy) stellt mehr Berühungspunkte (Soziologie, Emotionalität) zur Umgebung her, die in der Folge auch in Entscheidungen Berücksichtigung finden. Wir läuten also grade das Säugetierzeitalter der Wirtschaft ein. Nachhaltige Entwicklung müsste die Maximierung menschlichen Wohlbefindens in den Mittelpunkt stellen. Bisher wird uns nur erzählt, dass es darum geht. Ein Anfang, immerhin, denn die intensiven Bemühungen die umsatzfördernden Reizmuster hierfür zu ermitteln, führen uns früher oder später dahin, wo Klarheit darüber herrscht, was uns gut tut und was eher nicht (was sich wiederum Adam Smith gedacht haben könnte, auch wenn er eigentlich widerlegt wurde, ganz unrecht hatte er nicht). Das Gehirn lernt außerdem ständig mit.

“Erfolg” ist das Ergebnis von Akzeptanz. Wonach es sich für das Individuum zu streben lohnt, daraus geht hervor, wie es sich in seiner Umgebung verhält. Dass Geld nicht alles ist, was wir zum Überleben brauchen, ist keine Nebensächlichkeit. Das fällt uns grade auf, weil wir es zu spüren bekommen. Davor gab es keinen Anreiz der groß genug war, ein Umdenken in Betracht zu ziehen.

Social Networking

Das Internet wird die Welt nicht verändern, es hat längst damit angefangen. Web 2.0 steht für ein neues Verständnis des Internet. Es setzt sich durch, was von Menschen gerne angenommen wird. Um zu bestehen müssen Anbieter also auf Qualität, Benutzerfreundlichkeit und Aktualität achten. Information kennt keine Grenzen mehr. Wer lern- und entwicklungswillig ist, kann von Netzwerken mittel- und langfristig nur profitieren.

Im Wesentlichen fallen mir zum Networking folgende Vorteile ein:

1. Kollektive Intelligenz wird wirksam
2. Humane Selektionskriterien: Authentitizität, Ehrlichkeit, faires Verhalten, angenehme Umgangsformen
3. Förderung der persönlichen Entwicklung – man lernt dabei wirklich eine ganze Menge 🙂
4. Erlangen wichtiger Informationen über aktuelle Entwicklungen, gemeinschaftliche Analyse von Fehlentwicklungen bis hin zur Lösungsfindung – zunehmend konstruktiv (Engagement, Bewegungen, Initiativen, Kampagnen, Petitionen…)
5. Innovatives Denken wird gefördert
6. Jeder kann seine persönlichen Anliegen kommunizieren und Mitstreiter finden, wenn sein Konzept gut ist
7. Verbesserte Chancen für Umwelttechnologien, weil Notwendigkeiten nunmehr schnell und von mehr Menschen erkannt werden
8. Integration
9. Öffentlich einsehbare Aufarbeitung von Konflikten
10. Der Beginn einer neuen, zukunftsfähigen Soziologie?