Mehr Effizienz für Nachhaltigkeit

Neun Jahre Kognitionsforschung (zur maschinellen Anwendung) liegen hinter uns. Jedwede Unterstützung wurde uns verwehrt mit dem Argument “Ich sehe kein Produkt”. Das hielt uns nicht davon ab weiterzumachen und wir gingen durch harte Zeiten. Anfangs wusste ich nicht mal, warum ich so beharrlich war und nicht vom Thema lassen konnte. Mittlerweile würde ich nichts anderes mehr tun wollen und bin froh, keine Bedingungen eingegangen zu sein, die für mich heute inakzeptabel wären.

Die Reaktionen auf das Projekt nahm ich außerdem zum Anlass, Untersuchungen darüber anzustellen, welchen Einfluss Geld auf des Menschen Denken und Fühlen hat, welche Konsequenzen damit verbunden waren, noch sein werden, und welcher universelle Algorithmus hinter dem Gesamten steht (technisch nachvollzieh- bzw. abbildbar).

Wenn wir unserem “Erfolg” im Wege stehen, gibt es dafür immer einen schwerwiegenden Grund. Das heißt aber nur, dass der Weg eben ein anderer ist. Mit jedem neu entdeckten Zusammenhang wurde es wichtiger für mich, dass ich mit meiner Arbeit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann. Die Ausschlusskriterienliste mit der ich Aufträge filtern muss ist lang, doch kann sich niemand den Realitäten entziehen, die da auch beinhalten, dass Ignoranz Lösungen hinauszögert und die Probleme dadurch nur verschlimmert.

Es geht hier nicht einfach nur um meinen persönlichen Erfolg, es geht darum Voraussetzungen zu schaffen, unter denen Erfolg (Nachhaltigkeit) überhaupt erst wieder möglich ist. Im Moment muss man den Mut haben, das losgelöst von dem zu betrachten und zu fördern, was man selbst in Geld davon hat, weil das Geldsystem an der Realität vorbei bewertet. Wir hätten weder Umwelt- noch Klimasorgen, Armut, Ausbeutung und Leid, wäre es anders.

Nebenprodukt: Triebprofilmarketing mit Tiefgang ausschließlich für sozial- und umweltverträgliche Produkte, Projekte und Ideen mit dem Ziel nachhaltige Entwicklung, was bedingt, dass der Nutzen im Vordergrund steht, Herausarbeitung der informellen Aspekte in emotionalen Erstreaktionen.

Durch die Gehirne vieler sehen

Web 2.0 gab den Menschen etwas Verlorenes wieder, nämlich die Bereitschaft einzuräumen, dass “man es nicht erklären kann”, sondern “erleben” muss. Der Microbloggingdienst Twitter ist konzentrierte Verkörperung davon. Die Antwort auf “was bringt Dir Twitter eigentlich?” würde jeder anders formulieren. Wer den Nutzen von Twitter für sich ermitteln will, kann sich dabei nicht auf Urteile Dritter verlassen, nur auf sein eigenes. Denn er betritt einen Raum, der ungewohnt für uns geworden ist. Den einer ihren eigenen Impulsen folgenden Individualität, die unweigerlich, bereichert von den Beiträgen ihrer Followings, zu einer Erweiterung der eigenen Sichtweise führt. Weil es so schnell geht, ist die Selektion weniger kritisch. Kurzentschlossener als sonst gibt man sich den Klick auf Nachrichtenmeldungen oder anderer Menschen Blogs mit deren Themen und Sichtweisen, lässt seine Augen darüberschweifen und nimmt, selbst wenn man nicht darin liest, ein paar neue Eindrücke mit.

Angeblich wäre Twitter zu schnell, um überhaupt Zeit dafür zu haben, die Vielzahl an ständig neuen Eindrücken emotional zu verarbeiten. Doch was hierbei nicht in die Tiefe gehen kann, wird durch die Vielzahl an Impulsen ausgeglichen. Die Relevanzen werden durch die Häufigkeit des Auftretens eines Eindrucks geprägt statt durch seine Intensität. Durch die breite Streuung schwindet das Risiko eines massiven Fehlurteils am Einzelfall. Das Ergebnis muss keineswegs oberflächlich sein, zumal wenn die Bandbreite hoch ist. Auf diese Weise erhöht sich die Anzahl beteiligter Werte, und viele davon sind von anderen beeinflusst, die sich jedoch die Relevanz teilen müssen, was insgesamt zu mehr Ausgewogenheit führt. Das ist ein bisschen, wie wenn die Gehirne sich zusammenschalten, und allen Beteiligten eine gemeinsame größere Bandbreite zur Verfügung steht.

Das Internet als Verbindungs- und quellenreiches Differenzierungswerkzeug ist zum Wegbereiter einer neuen Haltung avanciert. Neue Lebensmodelle werden vorstellbar, und somit greifbar. Social Aggregation aggregiert menschliche Werte, entfaltet dadurch eine größere Intelligenz. Es ist ein ungeheurer Entwicklungsschritt, der da gerade stattfindet und wird meines Erachtens darauf hinauslaufen, Menschen an ihren Werten miteinander zu verbinden. Die Semantik erfüllt das zum Teil schon.

Verwertungsrechte und so

Wer heute nach Software Ausschau hält, findet für die meisten Anwendungsgebiete im Internet auch eine kostenlose Alternative. Es wurde Nutzen geschaffen und weiter gegeben. Die Qualität ist unterschiedlich und reicht von “funktioniert bei mir nicht” bis hin zur professionellen Anwendung. Die vielen Nutzer lernen mit der Zeit durch Erfahrung, welche Kriterien eine gute Software erfüllt, und welchen Quellen sie sich zuwenden. Meines Wissens ist noch kein Opensourcler verhungert.

Die Ressourcen des Planeten haben sich einige wenige untereinander aufgeteilt und machen damit viel Geld. Auch mit Arbeitskraft die sie nicht selbst erbringen, machen sie viel Geld, und am allermeisten Geld wird mit Geld gemacht. Wer sich, zum Beispiel aus Gewissensgründen, nicht am globalen Geldschöpfenspiel beteiligen will oder kann, ist nicht mehr als ein Stück austauschbarer Manövriermasse, und dann hat er noch Glück. Das kommt mir, mit Verlaub, befremdlich vor.

Wovor will man Wissen eigentlich schützen? – Davor, dass es von der breiten und überwiegend nicht besonders gut betuchten Masse angewendet wird? Weder Wissen noch Kultur wurden von den Rechteinhabern alleine erschlossen. Sie entwickelten bereits Bestehendes weiter. Wenn sie daraus neuen (echten) Nutzen schaffen und verantwortungsvoll umgehen, haben sie Anerkennung und ein Auskommen verdient. Es geht mir nicht darum, das zu bestreiten, sondern auf Grenzen hinzuweisen, die das Geldsystem uns setzt.

Generationen haben gerungen, haben sich für die freie Entfaltung des Individuums eingesetzt, persönliche Risiken auf sich genommen, und es waren selten jene die Neues in die Welt brachten, die dann auch davon profitierten. Manche gaben ihr Leben, weil Wahrheit für sie über alles ging. Was haben wir aus all dem Wissen gemacht? – Geht es uns allen glänzend, können wir uns frei entfalten, haben wir Dank Automatisierung nun mehr Muße, sind wir glücklich, erfreuen wir uns an blühenden Wiesen, Kinderlachen und schönen Künsten? – Aber nein, wir zählen unser Geld und rackern uns für Sachen ab, derer wir so viele haben, dass wir sie gar nicht mehr ausreizen können. Sollten wir auch nicht, davon gehen die meisten eh bloß kaputt, oder es ist schlichtweg verboten.

Seht ihr nicht auch, dass Gewinnmaximierung keinen Gewinn bringt, sondern nur Elend und Entsozialisierung? Ein Blick in die Hungerzonen dieser Welt zeigt es auf. Alleine das Maß an Verrohung verhindert, dass wir uns dabei noch unwohl fühlen, oder beim Gedanken daran, was Fleischproduktion für die betroffenen Lebewesen bedeutet, wie viele Tonnen an Nahrungsmitteln wir tagtäglich in den Müll schmeißen (zum Teil sogar gesetzlich verordnet). Gewöhnung ist echt was Teuflisches. Ausgerechnet ihre Offensichtlichkeit verhindert, dass wir die Gefahr sehen, in der wir uns befinden. Ein noch so scharfer Verstand wird das Ziel verfehlen, wenn er nicht mehr weiß, wo sich die Mitte befindet, weil sein Gespür es ihm nicht mehr sagen kann.

Ich werde die Vorstellung nicht los, dass da so viel mehr für uns drin wäre. Und es ist gerade was am Entstehen, dessen größter Fehler es ist, einem nicht als fertiges Geschäftsmodell ins Gesicht zu springen, weil es gar nicht in das dafür angelegte Denkschema passt. Es beinhaltet um ein Vielfaches mehr, weil es von vielen Menschen mitgestaltet wird, deren gesamte Komplexität sich darin widerspiegelt! Was für eine einmalige Chance, uns endlich als Ganzes im echten Für- und Miteinander neu kennen zu lernen. So etwas gab es noch nie in diesem Ausmaß.

Eine der Hauptaufgaben der Gesetzgebung besteht darin, Eigentum zu schützen, also zu regeln, wer sich warum was herausnehmen darf. Und jetzt Achtung: Sie war nicht umfassend genug, die Systemkrise zu verhindern, die uns gerade heimsucht, weil *man* sich zu viel herausgenommen hat. Wer das war, ist sekundär, da es eine Frage der Gelegenheit war, und nicht der Personen die sie nutzten. Die so genannte “Elite” ist nämlich genauso austauschbar wie der ganze Rest. Das Ganze ist im Grunde nur ein Botenstoffkrieg.

Warum soll die Gesetzgebung mit denselben Methoden weiser darüber bestimmen, wie wir (in Hinkunft) die Verteilung von Ressourcen, Kulturgütern und Wissen regeln wollen? Sind wir davon denn nicht alle betroffen? Geht es uns folglich nicht alle was an? Wer hat dann darüber zu bestimmen, was kulturell wertvoll ist und was nicht? – Woran will er das überhaupt bemessen? Geld ist dazu nicht in der Lage, es weiß nämlich nichts über Bedeutung. Und weil wir uns ihm angepasst haben, wissen wir auch kaum noch was darüber (wir werden dem, wonach wir streben, im Wesen immer ähnlicher), und stützen uns immer stärker auf die Vorgaben Dritter, die aber nur in ihrem eigenen Interesse handeln (können).

Mitgefühl und soziales Gewissen wieder zuzuschalten mag uns am Anfang vielleicht verwirren, denn es wird das kognitive Volumen vervielfachen, und das stellt uns vor große persönliche Herausforderungen. Doch sich darauf einzulassen lohnt sich schon daher, weil uns dann weniger dumme Fehler passieren, wie zum Beispiel, uns unser Leben von Kennzahlen diktieren zu lassen. Wir sind das erste Lebewesen auf diesem Planeten, dem es gelang, sich von seinen eigenen Kreationen versklaven zu lassen. Und niemand kann uns zwingen, aus der Situation zu lernen. Es könnte aber eine gute Idee sein, es frei-willig zu tun.

Was durch die Verdichtung der Vernetzung zwischen den Menschen entsteht, ist ein Zugewinn von Intelligenz (Kognition losgelöst vom Mechanismus der sie anwendet betrachten zu können verändert das Verständnis davon, wie Intelligenz entsteht). Das Internet hat uns mit unzähligen neuen Schnittstellen eingedeckt, mit denen wir bislang nicht rechnen (denken, entscheiden etc.) mussten. Wenn wir sie jedoch gleich wieder zubetonieren, um das Sichern von Pfründen derer zu erzwingen, die mit dem Internet (noch) nicht umgehen können, werden davon (wieder nur) manche kurzfristig reicher in Geld, aber ganz bestimmt nicht klüger.

Erfolg für die Online-Demokratie

Die Campact-Kampagne gegen den Anbau von Genmais in Deutschland war erfolgreich. Gratulation! Demokratie hat immer mehr mit wirtschaftlichen denn politischen Entscheidungen zu tun. Hierbei hat jeder, der konsumiert, ein Mitbestimmungsrecht, aber nur so lange es noch die Vielfalt der Natur als Alternative gibt.

Menschen können sich verändern

Das Verhalten der Menschen die heute leben, wurde an den Erfahrungen in der Umgebung geprägt, in der sie bestehen müssen, die immer stärker von Misstrauen geprägt ist. Das erfordert andere Maßnahmen und stellt auch andere Optionen bereit als eine Umgebung gegenseitigen Respekts und Vertrauens. Rücksichtslosigkeit und emotionale Defizite waren Erfolgsfaktoren, doch leider machen emotionale Defizite auch ein wenig Vorschnell in Entscheidungen, weil das Gehirn nun mal ein Informationssystem ist, das mit Werten abwägt, und das hat immer was mit unseren Beziehungen zur Umgebung zu tun, seien sie nun da oder nicht. Es ist unangebracht, Effektivität (begünstigt durch Gewöhnung, Gefühlsarmut und Automatisierung) mit Intelligenz zu verwechseln.

So gut wie alles was wir nicht wirklich brauchen und uns dennoch – durchaus mit Gewalt, auch wenn wir uns an deren Anwendung so sehr gewöhnt haben, dass wir sie nicht mehr als Gewalt empfinden – herausnehmen, schädigt die Umwelt, anderes Leben und nicht zuletzt uns selbst. Wir haben es bisher nicht geschafft, eine nachhaltige Überdauerungsstrategie zu erarbeiten. Seit Erfindung des Verstandes gefährdeten wir uns und unsere Lebensumgebung zunehmend stärker, griffen wir immer massiver ins Ökosystem ein (warum also sollten wir nicht auch Einfluss auf das Klima haben?), mit verheerenden Effekten. Der Babyboom in Deutschland bleibt trotz Elterngeld aus. Ja kaufen wir denn unsere Kinder jetzt auch schon oder was? –

Nein, es ist nur einfach offensichtlich (fürs Gehirn eher noch als für unseren Verstand), dass wir den Babys die heute geboren werden, keine erfreuliche Zukunft in Aussicht stellen. Die Erde nimmt keine Zinsen, was wir im Voraus beziehen (ohne Not), regeneriert sich nicht mehr. Fooddesign- und Chemiekonzerne brauchen eigentlich nur noch aufs Absahnen zu warten, wenn ihre größte Konkurrenz, die Natur, am Boden ist, wozu sie auch gleich mit beitragen. Künstliche Vitaminzusätze, Nahrungsergänzungen und andere Kontaminationen unserer Ernährung stimmen uns schon mal auf die vollkommene Abhängigkeit von ihren Interessen ein – Worst-Case, der Mensch als total abhängiger Konzernsklave – wie weit sind wir davon wohl weg?

Entscheidern fällt es offensichtlich sehr schwer, anders als im bisher angewandten wirtschaftlichen Schema zu denken. Darauf Überlebensvorteile in Geld zu berechnen sind wir von Kindesbeinen an konditioniert worden, es ist jedoch keine natürliche Realität. Die Frage, wie etwas finanziert werden kann oder was in Geld dabei rausspringt versperrt zunehmend die Sicht auf die Frage, worauf es ankommt. Menschen sollen, ja müssen versorgt werden, und das tun sie jetzt schon füreinander, ob ihnen das bewusst ist, dann werden sie sich mehr investieren, oder nicht, dann wird eben nur Zeit abgearbeitet.

Denke ich statt in Geld in Nutzeinheiten die Menschen kreuz und quer miteinander austauschen, bestärkt das meine Vorstellung, dass ein Wirtschaftssystem auch anders funktionieren kann, und vor allem nachhaltiger. Das bisherige lineare Vorgehen basierte darauf, dass einer was bekommt, und einem anderen dafür Geld gibt. Doch die Linie die da nur gesehen und verfolgt wird, ist der Faden in einem großen, weltweiten Netz. Die Auswirkungen bleiben daher nicht auf diese eine Linie beschränkt, sondern breiten sich über das ganze Netz aus, wo sie früher oder später auch wieder den Weg zurück zu einem selbst finden – durch Missanerkennung dessen was man anrichtet zum Beispiel.

Für das gesamte Netzwerk spielt es eine untergeordnete Rolle, wer was von wem bekommt, sondern nur, dass die Verteilung von Nutzeinheiten flächendeckend funktioniert und nachhaltig erfüllt wird, und dafür müssen sehr, sehr viele Voraussetzungen erfüllt werden (sowohl unsere Lebensumgebung als auch wir sind hoch komplex, scheitern kann man aber schon an einem einzigen Aspekt!). Wem geholfen wurde, kann diese Hilfe beliebig und nach Bedarf, nicht nach Kaufkraft, weitergeben. Nutzeinheiten sind alles, was das Wohlbefinden steigert (ohne mittel- und langfristig das Gegenteil zu bewirken), also auch sozialer Umgang, Freundschaft, Liebe – im Besonderen sogar. Das nie erlebt zu haben und sich nicht einmal vorstellen zu können ist eine Wissenslücke. Wissen besteht nicht nur aus Worten und Ziffern, nein, es ist um ein Vielfaches mehr.

Rechnerisch ist unschwer zu erfassen, dass viele Menschen mehr geben als sie bekommen, sonst könnten nicht manche stinkreich sein, während andere verhungern. Wie weit einer sich dann zurücklehnen und von sich sagen kann, er habe sich das ganze Geld verdient, mag jeder für sich selbst abwägen. Ich könnte es nicht – aus emotionalen Gründen. Natürlich ist das subjektiv, aber was daraus an Aktivitäten hervorgeht, ist dennoch real. Wäre da ein Mensch, der alles Geld der Welt besitzt, dann müsste es im Gegenzug ja allen Menschen gut gehen, damit die Rechnung, der Verdienst, tatsächlich stimmt. Wetten, dass es sich so keineswegs verhalten würde?

Unser Gehirn ist flexibel, so dass es ein Leben lang lernfähig bleibt. Wir können rechnen lernen, lesen schreiben, programmieren, aber wir können noch viel mehr, wir können ein Bewusstsein bilden, und wenn wir es bilden können, dann können wir es auch verändern.

Die Befassung mit künstlicher Intelligenz hat mein Denken maßgeblich verändert, aus dem einfachen Grund, weil es das Denken für mich nachvollziehbar machte. Wir haben noch nicht mal die Ahnung einer Vorstellung, was noch alles für uns drin sein kann. Stattdessen gaben wir uns mit Schwabbelbäuchen und Territorialmarkierungen Dritter in unseren Gehirnen zufrieden. Die Verkürzung des Weges Reiz – Triebhandlung ist immer weniger mit Erfüllung verbunden, weil dazu mehr gehört, als sich nur mal was in den Schlund zu stopfen. Das hat uns nur immer hungriger werden lassen. Die Grenze die wachsende (kompensierende) Gier zu stillen ist längst überschritten. Es ist also nicht mal so, dass wir die Wahl hätten.

Dass Menschen sich verändern können, haben sie in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Es geht schon daher anders, weil es immer mehr Menschen gibt, die es sich anders vorstellen können. Vernetzung steigert die Intelligenz, das ist unvermeidlich.

Authentizität – die höchste Stufe des Marketing

Unsere Folgerungen sind daran gemessen, woran wir uns orientieren, immer richtig. Um also die Folgerungen zu ändern, müssten wir die Orientierung verändern, und sei es virtuell, als "was wäre wenn"-Szenario. Heisenberg sagt ja eigentlich, die anderen werden einen nie so sehen wie man ist, denn was Menschen beobachten, verändern sie dabei. Auf dieser Ebene bleibt das Entwicklungspotential also ungebrochen.

"Erfolg bedeutet, ehrlich sein zu können."

Authentizität als Marketinginstrument einzusetzen wirkt fortdauernd. Denn Authentizität ist Wahrheit, das einzig Urgültige, dem wir aber immer nur so weit entsprechen können, wie wir uns selbst verstehen. Als Beobachter unserer selbst verändern wir uns in das, was wir sehen. Besonders deutlich wurde dies nach der Formulierung der Evolutionstheorie, aus welcher der Sozialdarwinismus “abgeleitet” wurde.

Nicht etwa, dass sich nach der Veröffentlichung von Charles Darwins Werk Entstehung der Arten etwas an unserer komplexen, faszinierenden Zusammensetzung geändert hätte. Physisch waren wir immer noch dieselben. Wir sahen uns fortan nur anders, temporär simplifiziert, obwohl Darwins Überlegungen keineswegs simpel waren. Die Sicht auf die Dinge verändert sich jedoch gerade, weil uns nicht nur die Genetik vor Augen führt, dass vielschichtig verschränkte Gruppen die Komplexität des Vernetzten hyperexponentiell erhöhen (vernetzte Gruppensystematik). Es braucht nicht Tausend mal so viele Gene, um ein Tausendfaches an Komplexität hervorzubringen. Für die Vernetzung in unseren Gehirnen, also unser Denken, gilt das ebenso.

Erfolgreich zu sein erfordert immer mehr Wissen. Wer die Nase nach vorne bringen und dort halten will, kann es sich nicht mehr leisten, je mit dem Lernen aufzuhören. Um sein Wissen dauerhaft verwerten und aktualisieren zu können, kommt der Mensch um eine zunehmend tiefere Befassung mit sich selbst und dem was ihn umgibt nicht herum. Das führt zu mehr Intimität, und offenen Schnittstellen. Wenn es um Komplexität geht, ist unsere Intuition dem Verstand überlegen. Ihr Eingreifen – sozusagen aus der Not heraus – verbessert die natürliche Fähigkeit des Gehirns Muster zu erkennen. Das wiederum erhöht die Aufnahme- und Verständnisfähigkeit. Ein Kreis nach dem anderen schließt sich.

Authentizität ist die letzte Stufe der Entwicklung der Werbung. Das Universum hat nichts besseres als die Wahrheit zu bieten, außer die Vision, die zur Wahrheit werden kann, sofern sie umgebungskompatibel ist. Je stärker sie sich an der Wirklichkeit orientiert (Wahrhaftigkeit), umso näher gelangen wir an ihre Erfüllung. Die Beschaffenheit unserer Zukunft wird aus dem hervorgehen, was wir uns heute vorstellen, so wie die Gegenwart das Ergebnis menschlicher Vorstellungen aus der Vergangenheit ist.

Nebengedanken zum BGE (bedingungsloses Grundeinkommen)

Was mir bislang zum Thema BGE unterkam, war recht emotionsgeladen. Bei den Gegnern hatte ich (nicht immer aber) vielfach den Eindruck, sie hätten Angst, dass man ihnen was wegnimmt. Denn schließlich haben sie für ihre derzeitige Position geackert und sehen es nicht ein, dass andere Geld “für nichts” bekommen sollen.

Dass man mit der Geburt ein Lebensrecht hat, ist für einen Menschen keineswegs selbstverständlich, denn er hat es nicht mehr selbst in der Hand wie er sein Dasein gestaltet, und in welchen Gebieten der Erde er sich bewegen darf. Keine Subsistenz bedeutet, man ist vom Goodwill anderer abhängig. Um erfolgreich zu sein, braucht ein Mensch andere – immer. Dafür haben wir für diese Anderen nur wenig Wertschätzung übrig. Sie sind in unserem Fühlen zu Instrumenten verkommen, die gefälligst vorteilhaft für uns zu sein haben, und das misst man am einfachsten in Geld.

Wohingegen die Befürworter das BGE zwar nicht mal immer unkritisch betrachten, aber oft eine Haltung widerspiegeln die mich ahnen lässt – ja, da wurde begriffen, dass es ohne einander nicht geht.

Unsere Geschichte hat uns oft genug vor Augen geführt, dass uns Wissen keineswegs vor Dummheit bewahrt. Es erhöht lediglich die Wirkkraft. Wissen und Technologie werden also keinesfalls reichen uns in die Zukunft zu tragen. Im Gegenteil, je mehr wir davon haben, umso gefährdeter werden wir beim derzeitigen Kurs sein. Was wir in die Welt setzen entstand – wie wir – evolutionär, und verhält sich auch wie etwas Evolutionäres. Es (wird) entwickelt [sich]. Es kann uns verändern, es kann uns verdrängen, es kann uns vernichten, wenn seine Wirkkraft auf die Umgebung (uns inklusive) zu stark wird.

Ich will nicht länger in einem Misstrauensklima leben müssen. Das nimmt Kraft, es macht krank, und es kostet uns weit mehr als einfach nur Geld. Ob das BGE ein Weg in diese Richtung sein kann – nun, vielleicht sollte man ihm die Chance geben, sich zu bewähren. Bei den Banken haben sie auch nicht lange gezögert, und letztlich müssen wir die Rechnung auch bezahlen, und es ist nicht mal so, dass wir das nicht schon mal getan hätten.

Die Wertewelt der Intelligenz

Das bevorstehende Jahr 2009 verheißt eine spannende Zeit. Einerseits steht es als Astronomiejahr 2009 im Zeichen der Sterne. Längst nicht allen ist das Verwandtschaftsverhältnis bewusst, das uns mit den Sternen da draußen verbindet. Die Elemente aus denen wir bestehen, wurden durch Kernfusion in Sonnen gebildet.

Charles Darwins Geburtstag jährt sich am 12. Februar zum 200. Mal. Seine Theorie wird mit neuen Aspekten neu beleuchtet, neu verstanden, und unser Selbstverständnis als Menschen erweitern. Evolution ist ein hoch komplexer, fein vernetzter, aufeinander abgestimmter, vielschichtiger Vorgang, der sich in unserer Gedankenwelt fortsetzt. Die ihr zu Grunde liegenden Mechanismen machten wir nutzbar, lange bevor wir sie konkret benennen konnten.

In der Mathematik bilden (Zahlen)Werte die Basis der Informationsverarbeitung, und in der Informatik ebenso, sei sie nun konventionell oder intelligent. Da es sich bei unserem um ein Kognitionsmodell handelt, vermute ich die Basis der Informationsverarbeitung am Menschen ebenfalls auf dieser grundlegenden Ebene. Sie hat den Vorteil in ihrer Verarbeitung sehr schnell zu sein, da sie Mustererkennung und -vervollständigung nutzt und in Form eines komplexen Mischeindrucks (Gefühl) biochemisch abbildet. Bis zu dem Punkt entrinnen wir bei der Ergebnisfindung dem Effekt massiver Verlangsamung durch Progression. Ich vergleiche Intuition daher gerne mit Wasser, das unmittelbar in der Lage ist, die Form des Gefäßes anzunehmen, in das man es gießt. Die Zahl seiner Berührungspunkte mit der Umgebung ist kaum zu beziffern.

Vergleichbar verhält es sich mit dem intuitiven Eindruck, bei dem der Erfahrungshintergrund unseres ganzen bisherigen Lebens beteiligt ist. Derart viele Daten führen bei der im Gegensatz dazu linearen Verarbeitung zu einer Verlangsamung der Ergebnisfindung, wenn das System zum Beispiel jeden Aspekt mit jedem vergleichen muss, um sich ein Urteil zu bilden. Da hilft nur eines – wenn nicht das gesamte Bild erfasst werden kann, muss der Verstand das eben Pixel für Pixel tun. Irgendwann, vielleicht erst nach Generationen, ergibt sich aus vielen Einzelteilen ein stimmiges Gesamtbild, auch wenn wir uns womöglich damit abfinden müssen, dass da immer Unschärfen bleiben werden. Nun haben wir unser Wissen jedoch auf viele Gehirne verteilt, und der interdisziplinäre Austausch gestaltet sich nicht so einfach, doch immerhin wurde seine Bedeutung bereits erkannt, und er findet statt.

Die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Verstandes ist im Gegensatz zu jener der Intuition von der Progression betroffen, was unter anderem dazu führte, dass Lehrpläne gestaucht werden, und wir von zunehmend komplizierteren und zum Teil sich widersprechenden Regelwerken umgeben sind, die unser Verhalten unter Kontrolle halten sollen, was durch gezielte Kanalisierung um die Regeln herum jedoch zum Kontrollverlust zu führen droht. Eine Wiederherstellung der Bezüge zu den grundlegenden Werten könnte dem entgegen wirken. Fundamental wäre nach meiner Definition eine Denkebene unterhalb des Verbalisierbaren, die sich direkt auf Werte bezieht und diese – auch losgelöst von mit ihnen verknüpfter Symbolik – versteht und aktiv anwendet, gewissermaßen prinzipienorientiert funktioniert, um die nach wie vor sehr schnelle Mustererkennung zu re-integrieren und ihre eklatanten Vorteile zu nutzen. Das wiederum hätte massiven Einfluss auf die Lernfähigkeit, fast schon egal, um welchen Themenbereich es sich handelt.

Die Anpassung des Menschen ist jedoch keine Frage ermittelter Fakten, sondern der Berührtheit. Denn was immer wir denken und tun ist daraufhin orientiert, das individuelle Wohlbefinden zu steigern. An der Botenstoffformel führt kein Weg vorbei, da sie die Überlebensformel ist, seit es Gehirne gibt. Dass wir danach streben was wir wollen (Gewichtung > auch die Entscheidung gegen das eigene Interesse zu handeln, z.B. zugunsten der Gruppe, entsteht so), können wir also nicht beeinflussen, sehr wohl aber Anzahl und Art der Parameter (Aspekte, zu denen wir eine Beziehung herstellen, um sie werten zu können) die wir in unsere Wunschvorstellungen hineinpacken. Die können sich nur an der Landkarte orientieren, die sich das Gehirn im Laufe seines Lebens von der Umgebung und dem Wesen selbst (Selbstverständnis/[Selbst]bewusstsein), gebildet hat. Je höher der Anspruch an uns selbst dabei ist (bis hin zur Erfüllung aller Bedeutungskriterien > fließende Entwicklung, wie sie heute durch das hierarchische Denken und Verhalten blockiert wird, und begünstigt wurde ihre Entstehung durch die Haltung, dass jeder nur auf sich schaut), umso gewaltiger wird das Feuerwerk in unserem Gehirn, wenn die Rechnung dann aufgeht.

Man könnte also sagen, sozial orientierte und umweltbewusste Menschen sind die wahren Egoisten. Sie werten mehr von dem, was für ihr Überleben wichtig ist. Die vielen Berührungspunkte zur Umgebung haben noch einen weiteren Vorteil: das Belohnungspotential ist höher. Sie müssen nicht ständig Reizschwellen hochschrauben, um an immer wieder derselben Sache einen Kick, eine Ausschüttung, zu erzeugen. Die einseitige Fokussierung des einwertigen Verhaltens erzeugt Stress, wohingegen vielwertige Menschen ein flexibleres und ausgewogeneres Leben führen können. Da sie sich allerdings der globalen Zusammenhänge stärker bewusst sind, ist es furchtbar für sie, mit Ignoranz und deren Folgen konfrontiert zu sein. Entziehen kann sich dem ja keiner, und niemand weiß (spürt) das besser als sie.

Wir sind einzigartige Lebewesen, die einen aktiven Einfluss auf die Beschaffenheit ihrer Gehirnstruktur ausüben können. Jedoch immer dann, wenn wir uns feste Urteile bilden, gehen Schnittstellen verloren an denen wir andernfalls noch lernen könnten (bzw. feiner auflösen, besser differenzieren). Da sind wir dann nicht mehr wie Kinder, nämlich so offenherzig. Unabhängig von ihrer Herkunft oder Rasse begegnen sie sich freundlich, im Vertrauen darauf, voreinander nichts zu befürchten zu haben. Erwachsen werden geht also in gewisser Weise mit Verlusten einher, von Vertrauen, Offenheit, Träumen, Visionen, Vorstellungsvermögen. Ein Mensch, der potentiell alles werden könnte, wird auf das zurechtgestutzt, was in seinem späteren Leben relevant für seine Existenzsicherung sein wird, die Geldbeschaffung. Und plötzlich ist alles Denken nur noch auf einen Wert reduziert. Die Verstandesebene ist dabei dominant, schließlich muss man mit Geld ja nur rechnen.

Menschen lernten, ihre Vorurteile mehr zu lieben als die Wahrheit, zumal sie vom Gehirn bereits belohnt wurden, und ihre Bestätigung erneut eine Belohnung zur Folge hat, was sie noch tiefer prägt. Konnten wir bei der mündlichen Überlieferung diese fließend entwickeln und an neue Gegebenheiten anpassen, war die Weiterentwicklung der Inhalte durch fortlaufende Erweiterung des Wortschatzes mit der schriftlichen Überlieferung abgeschlossen. Entwickeln konnte sich nur noch die Interpretation. Bereits die Anwendung von Schriftzeichen hatte Kritiker. Die befürchteten, die Menschen würden dann weniger auf ihre eigenen Erkenntnisse bauen, sondern sich stattdessen zu sehr auf Geschriebenes verlassen. Lesen und verstehen sind jedoch völlig unterschiedliche Vorgänge. Wir werden die Dinge niemals so verstehen wie sie sind, sondern wie es unserem Auffassungsvermögen entspricht. Die geeignete Haltung, seiner eigenen Fehlbarkeit zu entsprechen wäre – Demut, ihre Missverständnisse fortlaufend zu korrigieren hingegen Wahrhaftigkeit.

Sprache konnte immer nur das festhalten, was der Mensch in der jeweiligen Epoche in Worte fassen, in Worten erfassen kann. Schon daher habe ich die Frage ob etwas wahr ist durch die Frage ersetzt, wie etwas wahr ist. Denn Fakten können niemals gegeneinander stehen. Sie existieren nebeneinander. Was unser Gehirn daraus macht, ist nur unsere Realität. Die Wirklichkeit, Summe all dessen, was in und um uns wirkt, kann hingegen ganz anders sein als wir sie – ohnedies nur bruchstückhaft, da nach biologischen Bedeutungskriterien gefiltert – erfassen.

Eine Kernbotschaft in allen Weltreligionen die ich verstanden zu haben glaube ist jene, dass solche Behauptungskämpfe für ein Wesen unseres – stets steigenden – Aktionspotentials nur in den Untergang führen können. Das ultimative Mittel gegen Gewalt ist – unschwer zu erraten – Liebe. Wir kennen ja mittlerweile, was biochemisch in uns abgeht, wenn wir lieben. Der biochemische Aspekt ist nur das physische Abbild einer anderen gegenüber offeneren Haltung von Gewogenheit, Vertrauen, Schnittstellen nach außen anbietend, Austausch, Informationsfluss, Synergien, Überleben durch die Sorge umeinander. Den, der dieselben Ansichten mit uns teilt zu akzeptieren, das ist leicht. Erst bei Andersdenkenden wird das Üben von Akzeptanz zu einer mentalen Herausforderung. Doch je größer die Differenz der Anschauungen, umso mehr könnten wir voneinander lernen. Die Gegenposition hingegen lehrt uns – nichts.

Wenn jeder gibt, haben alle genug. Wenn jeder nur immer mehr für sich nehmen will, wird es nie für alle reichen. Seit Jahren bin ich hin- und hergerissen zwischen Argumenten die dafür sprechen, dass wir ein Miteinander hinbekommen können und solchen, die dagegen sprechen. Je nachdem, was gerade präsenter ist, bin ich dann am Boden zerstört oder voller Zuversicht und Tatkraft. Die Wahrheit ist: ich weiß es nicht und habe mich damit abgefunden, dass ich darüber keine Gewissheit erlangen werde. Aber die Hoffnung darauf dass vor uns eine großartige Zukunft liegen könnte, lasse ich mir nicht nehmen. Wo Entwicklung stattfindet, sind Veränderungen unvermeidlich. Worauf wir dann am meisten Wert legen, bestimmt die Richtung unserer weiteren Entwicklungen. Nur Werte, die wir in der Verarbeitung berücksichtigen, gelangen in das, was wir manifestieren. So subjektiv Gefühle auch sein mögen, so ist es die Realität, die sie um uns schaffen, schon nicht mehr. Unsere Kinder und wir müssen mit all dem leben, worin wir keine Liebe investieren, und was sie demzufolge auch nicht widerspiegeln, nicht vermitteln kann. Selbst an das Gefühl, kein Gefühl zu haben, gewöhnt man sich dann als Mensch. Die verbleibenden undifferenzierten Insuffizienzeindrücke werden auf eine Art und Weise kompensiert, die uns alle teuer zu stehen kommt.

Wir sind nicht mehr wie andere Lebewesen. Niedrige Beweggründe mögen wir in unserem Handeln auf Grund der fortgeschrittenen Abstraktion daher nicht mehr vermuten. Dass ein Planet von einer Spezies derart malträtiert wird wie die Erde durch uns, ist jedoch schwerlich mit Vernunft zu begründen. Wir geben uns mit Prognosen über Vernichtungsgrade zufrieden als könnten wir nichts dagegen tun. Das fand ich als Kind schon befremdlich. Heute nur noch mehr. Jeder kann. Und es kommt viel mehr dabei heraus, als es nur von anderen zu fordern.

Der als Motivator eher bedeutungslose Verstand ist dabei für die scharfe Detailsicht zuständig und unterstützt uns dabei, die emotionale Differenzierung zu vervollkommnen, und einen Menschen so zur Vernunft zu bringen. Je höher der Anspruch an uns selbst ist, umso gewaltiger wird das Feuerwerk in unserem Gehirn, wenn die Rechnung dann aufgeht.

Nächstenliebe (Akzeptanz) ist meines Erachtens die vernünftigste Konsolidierung, die den Menschen jemals nahe gebracht worden war. Kein Unwohlbefinden würde in einer umsorgenden Umgebung lange vorhalten. Die nächste “Aufklärung”, die aus weiträumigen interdisziplinärem Denken hervorgeht (Kreise schließen sich), wird uns an große, mit unserem Verstand einhergegangene Missverständnisse führen, was aber ein riesen Entwicklungsschritt, eine riesige Chance für uns sein kann. Wir sind einfach besser, wenn wir mit einem Werkzeug umgehen, das wir verstehen. Das mächtigste Werkzeug das wir haben, ist unser Gehirn, als kreatives Gestaltungsmittel und intelligent bewertender Indikator für die Realität in der wir leben wollen.

Unsere Visionen sollen größer sein als wir, damit wir über uns hinaus, und in die Visionen hineinwachsen können. Auf menschliche Visionen, Hoffnungen, Träume, von denen sich 2009 viele erfüllen mögen, wünscht witscore.

Risikofaktor Gewöhnung

Fauler Kompromiss: EU-Gipfel-Staaten wollen Ausstoß von Treibhausgasen um 20 Prozent reduzieren

Wir konnten durch unsere technischen Errungenschaften Folgewirkungen schon viel zu lange vor uns herschieben, was uns eine Sicherheit vorgaukelt, die nie bestand, aber aufheben können wir weder die bisherigen, noch die der nahen Zukunft. Wir verstehen sie zu wenig, ganz leicht daran zu erkennen, wie wir mit allem umgehen. Würden wir die Welt in ihrer Gesamtheit verstehen, wären wir uns ihrer Großartigkeit bewusst. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand ihre Zerstörung dann noch einen Tag länger zulassen wollen könnte. Wer so tief blicken durfte, erkennt darin eine Ressourcen schonende Erfüllung ohne Grenzen!

Um zu vermeiden, dass unsere Gehirne mal wieder Symbole mit Werten verwechseln und die Entwicklungen daran mit ihnen davon segeln während sie vergessen, worum es eigentlich geht, kann sich das Belohnungssystem der Zukunft nur an den Werten selbst orientieren. Im Grunde verhält es sich bereits so. Das ist in dem Verknüpfungswirrwarr nur etwas schwer auszumachen, aber wenn wir das Gehirn verstehen, dann können wir es (wieder) erkennen. Dafür müssen wir lediglich Symbole entschlüsseln, um die zu Grunde liegenden Bedeutungskriterien zu erkennen – das, worum es wirklich geht.

Wer Darwin mal gelesen hat, würde nicht vermuten, dass seine Theorie das Recht des Stärkeren stützt. Hier macht das Primatentriebsystem dasselbe wie mit dem Glauben der Menschen – es sucht sich einen Punkt heraus und rechtfertigt seine Rücksichtslosigkeit damit ohne sich mit dem Gesamtkontext auseinandergesetzt, ohne ihn verstanden zu haben. Menschen die ihr (Fehl)verhalten mit ihrer Beschaffenheit rechtfertigen, können sie nicht verstanden haben. Wer sie versteht, ist sich seiner selbst bewusst und kann sie steuern. Wer sie hingegen missbraucht ist gesteuert.

the fittest, der am besten Angepasste, to fit > passen > angepasst (unbewusst) > angemessen > wahrheitsgetreu (Bewusstsein) > Irrtümer korrigierend > wahrhaftig (Bewusstseinserweiterung).

Sich voneinander abzugrenzen bedeutet, dass das Wissen aller nicht zum Wohle aller zur Verfügung stehen kann. Hierarchien, die m.E. daraus entstanden, dass unser Denken hierarchisch ist und mit der Zeit eine Realität prägte, die sich von der Wirklichkeit immer weiter entfernt (Wirkungen die von essentieller Bedeutung für uns sind, finden keine Berücksichtigung mehr), entsprechen wenigen zu viel und vielen zu wenig, in Summe gar nicht mehr. Menschen brauchen keine Herrschaft. Sie könnten gemeinsam ein intelligentes, selbstorganisiertes System bilden, darin läge die eigentliche Schlagkraft dessen, was wir Intelligenz nennen. Hervorgegangen ist sie aus Altruismus. Was also passiert, wenn wir den aufgeben? – Das Fehlen einer so wesentlichen Komponente muss sich zwangsläuftig auch abträglich auf die Intelligenz unseres Verhaltens auswirken, und beraubt uns zunehmend der Eigenständigkeit.

Den Sockel der Intelligenz bilden die Werte. Sind die bereits verschoben, ist alles was darauf aufbaut auch davon betroffen, und das Ergebnis ist – unsere heutige globale *Oberfläche*, in der die emotional-soziale Vernetzung so ausgedünnt ist wie in den Gehirnen die nur noch hinter Geld her sind. Ist das nicht offensichtlich? Vielleicht zu sehr.

Offensichtlichkeit ist die beste Tarnung, denn re-agiert wird nur auf das, wohinter man ein Geheimnis, eine Verschwörung oder ähnliches vermutet. Wir machen es Dritten leicht, unsere Geschicke zu steuern. Sie tun uns ihre Marke (Markierung) ins Gehirn, und schon fließt das Geld zu ihnen, ohne dass wer darüber nachdenkt, was er mit der Geste (bezahlen) eigentlich belohnt. Ein (sich) selbstbewusster Mensch lässt sich nicht ungefragt von Dritten programmieren, er trifft seine Erkenntnisse selbst. Alleine unser konformierendes Bildungssystem verhindert, dass die meisten überhaupt noch auf die Idee kommen. Je weiter wir uns von den grundlegenden Werten entfernen, umso weniger können wir noch von der Bedienoberfläche verstehen, mit der wir zwar Werte mit steigender Wirkkraft verschieben, aber nicht wissen, wozu, wohin und mit welchen Konsequenzen.

Ich kann den Umstand nicht mit Vernunft erklären, dass der Erhalt der Lebensumgebung eine Frage dessen sein soll, was der Kennzahlenkäftig den wir um uns herum konstruierten, zulässt, oder welchen Sinn es noch macht, dass Menschen sich gegeneinander positionieren. Fakten können niemals gegen-, sondern immer miteinander stehen. Was gegeneinander verteidigt wird, ist also was anderes als die Wahrheit.

Die Chancen in der Finanzkrise

Damit Wirtschaft wächst, muss sie mit immer mehr Rohstoffen gefüttert werden, und die Menschen immer raffinierter manipulieren, damit sie die Produkte, die sie ja zu weiten Teilen eigentlich nicht wirklich brauchen, auch kaufen.

Die Angst des Menschen, kein Geld mehr zu haben steht in keiner Relation zu den Ängsten die wir eigentlich haben müssten, die wir unseren *Vorteil* aus der Benachteiligung anderer rekrutieren, wofür es weder Not noch Entschuldigung gibt. Wenn aber unser (emotionales) Bewertungssystem die Realität die außerhalb von Geldsummen liegt nicht mehr einschätzen kann, dann kann es unser Denken erst recht nicht. Denn es kann nur mit den *Werten* rechnen, die es kennt. Von allen Irrtümern der Menschheit könnte der Kapitalismus der bislang größte gewesen sein.

Wenn das Finanzsystem zusammenbrechen muss, damit wir menschengerechtere und mehr Aspekte berücksichtigende Strukturen hervorbringen können, ist mir persönlich lieber, es geschieht heute als morgen. Denn jeder Tag an dem es so weitergeht, werden echte Werte vernichtet und menschliche Potentiale gehemmt. Die Entwicklungen, da bin ich zuversichtlich, werden auch ohne virtuelle Luftblasen weitergehen. Vielleicht bekommen diesmal dann andere Wesenszüge als Gier (wieder) eine Chance, sich durchzusetzen wie Kreativität, Mitmenschlichkeit, menschliche Größe, echte Individualität.