Philip Wollen, Animals Should Be Off the Menu

Großartige Rede im Zuge der ersten Ethik Debatte des australischen “Intelligence Squared”.

http://www.youtube.com/watch?v=rM4He247-Dg

Philip Wollen, Animals Should Be Off the Menu (Deutsche Untertitel)

Ankündigung:
Im Auftrag des St. James Ethics Centre, des Wheeler Center, des Melbourne Food and Wine Festival, Der Zeitung “The AGE”, der Stadt Melbourne und dem ABC-Radio, die alle dazu beigetragen haben, diese Veranstaltung möglich zu machen, freue ich mich Philip Wollen begrüßen zu dürfen.

Original-Rede von Philip Wollen in deutscher Übersetzung:

König Lear fragt spät in der Nacht an den Klippen den blinden Earl von Gloucester: “Wie sehen Sie die Welt?” Und der blinde Earl von Gloucester antwortet: “Ich sehe sie fühlend.”
Und sollten wir das nicht alle?
Tiere müssen von der Speisekarte genommen werden, denn heute Nacht schreien sie vor Todesangst in den Schlachthöfen, in Ställen und Käfigen – diesen grausamen, schändlichen Gulags der Verzweiflung.

Wissen Sie, ich habe die Schreie meines sterbenden Vaters gehört, während der Krebs seinen Körper zerfraß, und mir wurde bewusst, dass ich diese Schreie schon einmal gehört hatte: Im Schlachthaus, mit ausgestochenen Augen und zerrissenen Sehnen, auf den Viehtransportern in den Nahen Osten und von einer sterbenden Walmutter, in deren Gehirn eine Harpune explodiert, während sie nach ihrem Kind ruft. Ihre Schreie waren die Schreie meines Vaters.
Ich sah, dass wir auf die gleiche Art und Weise leiden. Denn wenn es um die Fähigkeit zu leiden geht, ist ein Hund ein Schwein, ein Bär, ein Junge.

Fleisch ist das Asbest von heute; es ist mörderischer als Tabak. CO2, Methan und Distickstoffmonoxid aus der Tierhaltungsindustrie zerstören unsere Ozeane, mit sauren, sauerstoffarmen Todeszonen.
90% der kleinen Fische werden zu Pellets zermahlen, um sie an “Nutztiere” zu verfüttern;
Kühe, die sich eigentlich vegetarisch ernähren, sind heute die weltweit größten Raubtiere der Ozeane.
Ozeane sterben in diesem Moment.
Im Jahr 2048 wird der Lebensraum der Fische vernichtet sein – die Lungen und Arterien der Erde.
Milliarden von lebensfrohen Küken werden bei lebendigem Leibe zerhackt, und das nur, weil sie männlich sind.

Nur etwa 100 Milliarden Menschen haben jemals gelebt, heute leben 7 Milliarden Menschen, und dennoch foltern und töten wir jede einzelne Woche zwei Milliarden fühlende Lebewesen.
10,000 Spezies werden jedes Jahr unwiderruflich ausgelöscht und das durch eine einzige Spezies. Wir stehen nun vor der sechsten Massenausrottung der kosmologischen Geschichte. Wenn irgendein anderer Organismus das täte, würde ein_e Biolog_in ihn als Virus bezeichnen.

Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit von unvorstellbaren Ausmaßen.

Aber zum Glück verändert sich die Welt. Vor 10 Jahren verstand man unter Twitter Vogelgezwitscher, www war eine hängengebliebene Tastatur, Cloud war eine Wolke am Himmel und 4g ein Parkplatz, Google war das Rülpsen eines Kindes, Skype ein Tippfehler und Al Kaida mein Klempner.
Victor Hugo sagte: “Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist”.
Tierrechte sind heute die weltweit größte soziale Ungerechtigkeit seit der Abschaffung der Sklaverei.
Wussten Sie, dass es mehr als 600 Millionen Vegetarier_innen auf dieser Welt gibt? Das ist mehr als in den USA, England, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Kanada, Australien und Neuseeland zusammen genommen.

Wenn wir eine Nation wären, hätten wir mehr Einwohner_innen als die 27 Mitgliedsstaaten der EU zusammen. Können Sie sich das vorstellen? Und trotz dieses demographischen Fußabdrucks kommen wir immer noch nicht gegen die lärmenden, jagenden, schießenden, mordenden Kartelle an, die glauben, dass Gewalt die Antwort ist, wenn es nicht einmal eine Frage sein dürfte.

Fleisch tötet Tiere, tötet uns und tötet unsere Wirtschaft.

Das staatliche Gesundheitssystem hat die USA in den Bankrott getrieben. Man müsste 8 Billionen Dollar investieren, allein um die Zinsen der Schulden daraus zu bezahlen – und sie haben genau 0. Sie könnten jede Schule, die Armee und die Marine, die Luftwaffe, den Verfassungsschutz, CIA und FBI auflösen und sie würden immer noch nicht genug Geld haben, um ihre Arztrechnungen zu bezahlen.
Und Cornell und Harvard sagen, dass die optimale Menge an Fleisch in einer gesunden menschlichen Ernährung genau 0 ist.

Wasser ist, wie Sie wissen, das neue Öl. Nationen werden bald Kriege deswegen führen. Unterirdische Wasserspeicher, die sich über Millionen Jahre hinweg aufgefüllt haben, neigen sich dem Ende und trocknen aus. Man braucht bis zu 50.000 Liter kostbares Trinkwasser für die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch.

Heutzutage leiden eine Milliarde Menschen an Hunger, 20 Millionen Menschen werden an Unterernährung sterben. Wenn der Fleischverbrauch nur um 10% verringert würde, könnten 100 Millionen Menschen mehr ernährt werden. Fleisch von der Speisekarte zu streichen, würde den Hungertod für immer Vergangenheit sein lassen. Wenn jeder Mensch sich wie die Menschen in den westlichen Industriestaaten ernähren würden, bräuchten wir zwei Planeten, um uns zu ernähren. Aber wir haben nur eine, und sie geht gerade zugrunde.

Die Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung sind um 50% höher als die der gesamten Transportbranche. Und damit alle Autos, Züge, Busse, Schiffe, LKWs, Anhänger – einfach alles. Wenn ich um die Welt reise, sehe ich, wie arme Länder ihr Getreide an den Westen verkaufen, während ihre eigenen Kinder in ihren Armen verhungern. Und der Westen verfüttert es an “Nutztiere”. Nur damit wir ein Steak essen können? Bin ich der einzige, der sieht, dass das ein Verbrechen ist?
Glauben Sie mir, jedes Stück Fleisch, das wir essen, ist ein Schlag in das verweinte Gesicht eines hungrigen Kindes. Wenn ich ihm in die Augen sehe, schweige ich dann etwa?

Die Erde kann genug Nahrung produzieren, um die Bedürfnisse aller Menschen, nicht jedoch die Gier aller Menschen zu befriedigen. Wir stehen vor einem perfekten Sturm. Wenn irgendeine Nation Waffen entwickeln würde, die solch eine Verwüstung auf dem Planeten anrichten könnten, würden wir sie mit einem präventiven Militärschlag zurück in die Bronzezeit bombardieren.
Doch es handelt sich hier nicht um einen Schurkenstaat, sondern um eine Industrie.

Die gute Nachricht ist, wir müssen sie nicht bombardieren. Wir können einfach aufhören, sie zu kaufen. George Bush lag also falsch; die Achse des Bösen verläuft nicht durch den Irak, Iran und Nordkorea.
Sie zieht sich durch unsere Esstische. Massenvernichtungswaffen sind unsere Messer und Gabeln. Unser Vorschlag ist das Schweizer Taschenmesser der Zukunft.

Es löst unsere Umwelt, Wasser, und Gesundheitsprobleme und beendet Grausamkeit für immer. Die Steinzeit endete nicht, weil uns die Steine ausgingen. Diese grausame, widerliche Industrie wird enden, weil uns keine Ausreden mehr einfallen. Fleisch ist wie die 1- und 2-Cent-Münzen. Es kostet mehr sie herzustellen, als sie wert sind. Und ich komme vom Land. Landwirte sind diejenigen, die am meisten zu gewinnen haben.

Die Landwirtschaft wird nicht aufhören zu existieren – sie wird boomen. Nur die Produktlinie wird sich ändern. Die Landwirte werden so viel Geld verdienen, sie werden sich nicht einmal mehr die Mühe machen, es zu zählen. Und ich werde der Erste sein, der ihnen applaudieren wird. Regierungen werden uns lieben: neue Industrien würden entstehen und gedeihen, Krankenkassenbeiträge sinken, Wartelisten für die Behandlung in Krankenhäusern verschwinden; Verdammt, wir wären so gesund, wir müssten jemanden erschießen, damit ein neuer Friedhof angelegt werden müsste!

Heute Abend habe ich zwei Herausforderungen für die Opposition: Fleisch verursacht eine Vielzahl von Krebsarten und Herzkrankheiten. Nennen Sie eine Krankheit, die durch eine vegetarische Ernährung verursacht wird! Und zweitens, ich finanziere die Earthlings Trilogie. Wenn die Opposition sich ihrer Sache so sicher ist, fordere ich sie auf eine Kopie der DVD “Earthlings” an alle ihre Kolleg_innen und Kund_innen zu senden. Na los, trauen Sie sich!
Tiere sind nicht nur eine andere Spezies, sie sind andere Nationen und wir töten sie auf unsere eigene Gefahr hin. Die Karte des Friedens wird auf der Speisekarte gezeichnet. Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern die Anwesenheit von Gerechtigkeit.
Gerechtigkeit muss Rasse, Hautfarbe, Religion oder Spezies gegenüber blind sein. Wenn sie nicht blind ist, wird sie zu einer Waffe des Terrors. Und heute Abend gibt es unvorstellbaren Terror in diesen entsetzlichen Guantánamos, die wir Tierfabriken und Schlachthöfe nennen. Glauben Sie mir, wenn die Mauern der Schlachthöfe aus Glas wären, würden wir diese Debatte heute Abend nicht führen.

Sehen Sie, ich glaube, eine andere Welt ist möglich. Und in einer ruhigen Nacht, kann ich sie atmen hören. Lasst uns Tiere von den Speisekarten streichen und aus diesen Folterkammern holen! Bitte stimmen Sie heute Abend für die, die keine Stimme haben. Vielen Dank!

[Veröffentlicht am 24.06.2012 von 4animalequality}

Bitte unterstützt auch Animal Equality Germany auf Facebook: http://www.facebook.com/AnimalEqualityGermany

Für weitere Informationen zu Projekten von Philip Wollen: http://Facebook.com/kindnesstrust/

In der ersten Ethik- Debatte des australischen “Intelligence Squared” diskutieren 6 Experten über die Frage, ob Tiere von der Speisekarte gestrichen werden sollten.

Philip Wollen argumentiert für die Notwendigkeit, keine Tierprodukte mehr zu konsumieren.

WER IST PHILIP WOLLEN?

Philip Wollen ist der ehemalige Vizepräsident der Citibank und wurde im Alter von 34 Jahren vom australischen Magazin für Wirtschaft in die Top 40 der einflussreichsten Führungskräfte aufgenommen.

Im Alter von 40 Jahren wurde er Zeuge von Grausamkeiten in so riesigem Ausmaß, dass er, zutiefst betroffen, sein Leben änderte und sich von dem Zeitpunkt an wohltätigen Zwecken widmete. Er beschloss, alles was er besaß zu verschenken und widmet sein Leben heute Kindern, Tieren, der Umwelt, Obdachlosen und unheilbar Kranken.

Er unterstützt 500 humanitäre Projekte und setzt sich für eine vegane Lebensweise ein.

Im Jahr 2005 erhielt er den Order of Australia als Würdigung für außerordentliche Dienste. Im Jahr 2007 wurde er in Victoria zum Australier des Jahres gekürt.

Zeit für eine Zwischenbilanz

Seit 2007 beschäftige ich mich (unter Anderem) mit dem Thema Ernährung und Nachhaltigkeit unter Einbeziehung der veganen Variante und entschied mich 2009 selbst für diesen mir nach ausgiebiger Prüfung folgerichtig erkannten Schritt.

Gründe

  • Nachhaltigkeit lag mir am Herzen (die Zukunft der Menschheit beschäftigt mich seit meiner Kindheit), und ich erkannte zunehmend, dass ich sie nicht von anderen erwarten kann, wenn ich nicht einmal selbst bereit bin immer mehr von dem was dazu an Kenntnis zur Verfügung steht in diesem Sinne auch umzusetzen. – Als Ignorant des Leidens anderer steht mir die Rücksichtnahme anderer gar nicht zu, die Bilanz wäre unausgeglichen. Gerechtigkeit kann vor diesem Hintergrund nicht entstehen. Es gibt sie nicht explizit “nur” für Menschen, denn der Mensch ist nicht nur Akteur in, sondern auch Reaktion auf seine gesamte Umgebung mit allen Bedingungen darin.
  • Die Folgewirkungen des Tierproduktekonsums sind schädlich für Menschen, Tiere und Umwelt, und stellen weitaus mehr Verzicht (für uns und unsere Kinder) in Aussicht als der den viele bei einer Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung (weitgehend unbegründet, da sich damit ein ungeahnt großes neues Feld eröffnet) befürchten, den ich mir weder für mich noch unsere Nachkommen wünschen kann.
  • Ausgiebige wissenschaftliche Studien wie die China-Studie oder die Veröffentlichungen der ADA (American Diet Associationen) nahmen mir die Sorge um Mangelerscheinungen wenn ich tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen ersetze.
  • Zu wissen dass ich mich gewaltfrei ernähren kann ließ mir keine andere Wahl als es dann auch zu tun.
  • Ich würde mir eine solche Behandlung auch nicht wünschen.
  • Ich sehe einen Zusammenhang zwischen Leiden und (dem Fehlen von) Nachhaltigkeit als intelligente Reaktion emotional hoch entwickelter Gehirne auf abträgliche Umgebungsbedingungen, so wie echt erlebtes, tiefes Glück umgekehrt ein Indikator für rundherum günstige Bedinungen wäre.

Physische Veränderungen

  • Sehr erfreulich finde ich die Wirkung meiner Ernährungsumstellung auf meine Haut. Ihre Irritationen sind um 90 Prozent zurückgegangen.
  • Besserer Schlaf.
  • Kein Seitenstechen mehr wenn ich flott unterwegs bin.
  • Nachtrag 21.01.2012: Früher hatte ich mehrmals im Jahr stark vergrößerte schmerzhaft entzündete Lymphknoten in der Leistengegend. Das kam nie wieder.
  • Mehr Energie.
  • Die obligatorischen Wintererkältungen sind ausgeblieben, auch keine Grippe bisher.
  • Tagelange drückende Schulterschmerzen die mir früher mehrmals jährlich nicht nur physisch sondern auch psychisch (fühlte sich erdrückend an) zu schaffen machten, sind verschwunden.
  • Ich “muss” heute ein bisschen mehr essen als früher um auf meinem Gewicht zu bleiben, was jedoch in Summe immer noch die wesentlich effizientere Form der Energiegewinnung darstellt.

Psychische Veränderungen

  • Überwunden sind optionenlos erscheinende Stimmungsmomente an denen ich nicht wusste, was ich als nächstes tun sollte.
  • Befreit von innerem Müll, innerlich ausgeglichener, stärker mit meiner Umwelt verbunden.
  • Ich “darf” mir als Mensch der sich von der Gewalt an Tieren abgewendet hat, ein stärkeres Maß an Mitgefühl erlauben (wer mag schon gerne mitfühlen wenn er sich dabei auch noch schuldig vorkommen müsste), wodurch sich auch die Qualität der Beziehungen zu Menschen und Projekten intensiviert hat.
  • Für Menschen die ich schätze und Themen an denen mir liegt, investiere ich mich mit freudigem Einsatz, was sich wiederum positiv auf die Qualität meiner Arbeit und die Auftragslage auswirkt. 2010 war für mich diesbezüglich ein Jahr großer Umbrüche, verbunden mit ein paar Abschieden von alten, und dem Entstehen neuer, ebenbürtiger Partnerschaften stattdessen.
  • Durch die neue Einschätzung und persönliche Investition in zwischenmenschliche Beziehungen (privat, beruflich) fühle ich mich sicherer und sehe keine Gründe mehr mich um meine wirtschaftliche Existenz zu sorgen.
  • Bei Situationen in denen es klemmt behalte ich einen kühlen Kopf und denke lösungsorientiert, wo Angst mich früher gelähmt hätte.
  • Gesteigertes Gesamtwohlbefinden, denn die Wertschätzung des Lebens anderer hat mein eigenes Selbstwertgefühl positiv beeinflusst.
  • Ich habe das Gefühl von mehr Macht über meine eigenen Geschicke, weil ich “gelernt” habe, dass und wie ich mein Leben positiv (für Andere) verändern kann, denn es fällt auf mich dadurch immer mehr Positives zurück.

kognitive Verändungen

  • Schnelleres Lernen und Verstehen
  • Verbesserte Konzentration und mehr Durchblick bei komplexen Tätigkeiten
  • Folglich mehr Spaß an kniffligen Herausforderungen, Weiterbildung und Entwicklung
  • Leichteres Erfassen von Kundenbedürfnissen und Projektinhalten und Erkennen des Wesentlichen
  • Ich bin jeden Tag aufs Neue begeistert davon was alles machbar wird, wenn ich “ja aber” durch “ja daher” ersetze, und entsprechend handle (es gibt nur die Grenzen in unserem Denken, erweitern wir unser Gesichtsfeld, sind sie da auch schon nicht mehr)

Die Zukunft ist ein Gedanke

Das Gehirn als (s)ein Werkzeug zu verstehen war ein Denkansatz der sich vor ein paar Jahren in mein Leben schlich – und es veränderte.

Der Effekt ist mit dem Moment vergleichbar an dem einen die wahre Macht eines Skriptes gegenwärtig wird und man erkennt, dass man damit unglaublich tolle Sachen machen und sich einem plötzlich eine völlig neue Welt eröffnet die viel größer ist als alles was man sich vorher auch nur vorstellen konnte. Und das hört bei einem solchen Eindruck noch lange nicht auf. Beim Bauen kommt immer mehr zum Vorschein, und es wird immer besser, läuft jedes Mal runder, und irgendwann reicht das Bestehende nicht mehr, und man wird eigenständig kreativ.

Unter welchen Bedingungen arbeitet das kognitive System “Individuum” am besten um allen Erfordernissen die zu einer nachhaltigen Wohlbefindenssteigerung führen erfüllen? – Kann die unter dem Wissen dass das was wir tun nicht nachhaltig ist überhaupt im (bio)logischem Höchstmaß erfolgen? – Ganz sicher nicht bei allen (von denen unter Umständen nur ein Teil als Indikator für Zukunftsfähigkeit geeignet sein könnte).

Wenn man Intelligenz losgelöst vom Mechanismus betrachtet der sie anwendet tritt ein interessanter Effekt ein. Sie ist dann überall, systemimplementiert gewissermaßen. Dynamik und Bestand, Entwicklung, Differenzierung, Entsprechung, höhere Komplexität. Alles basiert auf ihrem Prinzip. Dem was einem umgibt (dauerhaft) zu entsprechen wäre dann eine intelligente Re-Aktion. Das kann eigentlich nicht so schwer sein, wenn man die dafür erforderlichen Daten hat. Die Frage die sich dabei nicht vermeiden lässt ist: Worauf wollen wir hinaus? – Es untereinander “ausmachen” so lange bis der Rücksichtsloseste von uns übrig bleibt? – Oder darf es doch ein bisschen mehr sein?

Ich halte unseren “Maßstab” für Erfolg für viel zu klein (Geld kann gar kein Ziel sein), er spiegelt m.E. nur einen winzigen Teil von uns wider (und ist auch nicht für alle attraktiv, den wenigsten genug). Wir bestehen nicht nur aus Gier oder käuflichen Trieben (was anderes können Wirtschaftsgüter nicht bedienen), sondern haben darüber hinaus wesentlich differenziertere Strategien entwickelt, die auf der zusammengeschalteten Nutzung unserer Gehirne basierte. Dafür um sich anerkennswert zu fühlen einen Planten draufgehen zu lassen würde allem Streben seinen Sinn nehmen, denn es ist auf das gemeinschaftliche (Über)Leben in seiner Umgebung abgestimmt. In der ganzen langen Zeit innerhalb derer es sich entwickelte konnte es allen erforderlichen Aspekten weitgehend entsprechen. – Und wir, die wir uns “intelligent” nennen wollen das plötzlich nicht mehr können? – Was aber ist Intelligenz dann eigentlich?

Wir haben es bei “Nachhaltigkeit” mit einer mehrdimensionalen großen rechnerischen (Werte) Aufgabe zu tun die ich für technisch lösbar halte – theoretisch. Etwas zu erdenken heißt, es vorzuerschließen. Ist es dann konkret kann man’s auch bauen.

Wendepunkt

Die Ratio ist nur das Werkzeug tierlichen Begehrens. Man kann keine Werte wegnehmen, nur neue hinzufügen und dadurch die Gewichtungen verschieben. Es ist Mathematik auf grundlegender – biochemischer Ebene. Das macht Menschen, wo es ihnen an innerer Orientierung fehlt, leichter von außen lenkbar.

Das wird getan, weil es “Erfolg” bringt, von dem wir mit der Zeit eine falsche Vorstellung entwickelten. Wird diese Vorstellung korrigiert, werden sich die Begehrlichkeiten der Menschen auf andere Ziele ausgerichtet kanalisieren. Niemand weiß besser als unser Gehirn, dass Belohnung kein Selbstzweck ist.

Den Herausforderungen nun mit Hass auf die “Reichen” zu begegnen wäre keine gute Strategie, weil es sich um ein einengendes Gefühl handelt (Tunnelblick). Ist das “Ziel” dann erreicht, ist es das Ende, nicht der Anfang von etwas.

Wir haben ein strukturelles Problem, verursacht durch einseitiges Denken. Die Organisationsstruktur differenziert zu wenig, spiegelt eben nur(!) dieses Denken wider, und das ist im Zuge seiner Entscheidungen überwiegend asozial und gewissenlos, da der Fokus vor allem der individuelle “Gewinn” ist, woraus das Belohnungssystem die jeweiligen Werte ableitet die in unsere Entscheidungen einfließen (Gewichtung). Ich halte das für ein (verarbeitungs)technisches Problem, weniger für persönliches Versagen derer die anführen. Wären es beliebige andere, würde das an der Situation wenig ändern, so lange die Haltung der Menschen ihrer Mitwelt gegenüber bleibt wie sie ist.

Im Moment sind wir alle (wieder) Pioniere des (Über)Lebens, und Werte sind der Schlüssel, genauer gesagt unsere Fähigkeit sie (langfristig) richtig einzuschätzen, so dass unser Belohnungssystem der Realität entspricht, was es jetzt nicht tut. Überleben ist keine Frage des Wissens, sondern eine Gewissensfrage. An sich keine neue Erkenntnis. Mit der Gehirnforschung bzw. den Kognitionswissenschaften erlangen wir – womöglich erstmalig – begreifbares (verbalisierbar, übertragbar) Verstehen dieser Zusammenhänge. Damit wird ein kognitiver Wendepunkt erreicht.

Das menschliche Gehirn ist eine Wahnsinnstechnologie. Die holen wir erst ein, wenn wir sie verstanden haben. Doch wenn wir sie verstanden haben, wird das unser Fühlen und Denken grundlegend verändern. Ich bin überzeugt, zum Besseren.

Wesen des Wandels

Wenn man genauer hinsieht bevor man etwas kauft, wird einem klar, dass man breitbandvergiftet würde, äße man den ganzen Schrott den sie einem heute als essbare Ware unterjubeln wollen. In den letzten Jahren hat sich das massiv verschlechtert. Gentechnologische Eingriffe erhalten einen Freibrief, man muss sie vorher nur durch den Tiermagen schicken, und schon müssen sie nicht mehr deklariert werden. Wer einen Frosch kochen will ohne dass der rausspringt, setzt ihn in kaltes Wasser und erhitzt es dann… “Wesen des Wandels” weiterlesen

Gesinnungswandel

Gab es irgendwann in Deinem Leben einen Moment, in dem Du inne hieltst und voll und ganz von dem Gedanken erfüllt warst, wie großartig es ist, ein Mensch zu sein?

Um herauszufinden was uns nachhaltig erfüllt und das Richtige dafür zu tun, haben wir einen “Sinn”, dem wir nicht mehr folgen. Da stehen zu viele “Ja Abers” im Weg. Wissen alleine hat nämlich noch keine Bedeutung.

Wachstum ist nicht in jedem Fall verkehrt – es kommt immer darauf an, was wir steigern wollen. Mehr Genuss kann ich auch mit weniger Ressourcenaufwand haben, auch mehr Zufriedenheit, Liebe und Glück. Füllen ist hingegen was für Hohlräume… Wer ein reiches Innenleben hat, kennt den Unterschied zwischen Frotzelei und Erfüllung, zwischen Schein und Sein.

Mensch war und wird es immer (gewesen) sein, ein Teil von einem unvorstellbar großen, mit unvorstellbaren Entwicklungspotentialen ausgestatteten Ganzen, dessen erlangbare Komplexität auf Grund der Einfachheit seines grundlegenden Wirkprinzips nach oben offen zu sein scheint. Die oberen Grenzen erlangbarer Intelligenz kennen wir nicht, so dass wir uns fälschlicherweise schon jetzt für dort angelangt zu halten scheinen. Dabei reizen wir nicht mal die Potentiale aus die wir haben, und jeder Einzeller führt ein nachhaltigeres Dasein als wir.

Wir sind um ein Vielfaches mehr als das, was uns bewusst ist. Die innere Spielwiese zu erforschen, immer mehr davon ins Bewusstsein zu holen und sich daran zu entwickeln ist eine Lebensaufgabe. Wer weiß was ihn alle(s) ausmacht, weiß auch was er will und findet zu einem erfüllten Leben ohne Maßlosigkeit und Zerstörung. Wenn wir von etwas nie genug kriegen, ist die Erfüllung da nicht drin. Aber wir haben diese materielle Wachstumsstrategie “erlernt” und wenden dieselben darauf abgestimmten Routinen immer weiter an, weil wir nichts anderes kennen, da unser Vorstellungsvermögen vor lauter “Wissen” kaum noch Volumen hat um die überholte Strategie zu über- und eine neue zu erdenken. Doch sowohl ein ausgeprägtes, eigenständiges (und daher kritisches, hinterfragendes) Selbstbewusstsein, als auch Glück und Zufriedenheit sind keine guten “Wirtschafts”motoren. Satte Menschen lassen sich nicht instrumentalisieren, daher muss man dafür sorgen, dass sie immer hungrig bleiben. Das gelingt am besten, wenn sie zugemüllt von lauter Kaufreizen gar nicht erst herausfinden, wer sie eigentlich sind, sondern sich nur noch durch vorgemachte Pseudowerte definieren lassen. Lösungen sind zumindest von dem Standpunkt aus gar nicht erwünscht.

Das genau genommen heute in hohem Maße unwirtschaftliche (gemessen an echten Werten) „Wesen Wirtschaft“ hat andere Menschen aus uns gemacht. Altruismus, Liebe, Vertrauen und all das, was uns zu interaktiven sozialen und wertereichen Gruppen schweißte, wurde durch den wachsenden Hunger des Wesens zum existentiellen Nachteil. Es wollte schneller und mehr gefüttert werden, und vereinnahmte nahezu den ganzen Menschen. Zum Hinterfragen blieb dem Einzelnen immer weniger Zeit. Sein Gewissen hätte den Verarbeitungsaufwand nur erhöht, und das Wesen Wirtschaft ihn dafür schnell durch einen neuen Füllautomaten ersetzt. Wir entwickelten und brauchen diese uns zur Besinnung bringenden Wesenszüge jedoch um zu überleben! Wenn sie aus der Wertung fallen, bleiben nur noch die primären Triebe übrig, um die Werte vorzugeben, mit denen wir unsere Entscheidungen gewichten. Da deren Gier, die nur durch äußere Umstände oder emotional-sozial begrenzbar ist, niemals zu einem „Genug“ finden kann, passen wir nicht mehr in die Lebensumgebung. Das ist eine reale, gegen uns gerichtete Bedrohung, die wir nur selbst besiegen können. “Sich selbst zu bekriegen ist der größte Krieg, sich selbst zu besiegen, der größte Sieg” klingen mir grade die Worte meiner Großmutter im Ohr.

Wir wissen zu wenig über die globalen Zusammenhänge, als dass wir alle relevanten Werte “rational” abhandeln und in unsere Rechnungen einbeziehen könnten. Da Werte bereits in unserem Fühlen falsch gewichtet werden, ist unser ganzes Denken ohnedies verzerrt. Die Relevanzen die unser Bewusstsein erreichen sind nicht mehr umgebungsangemessen. Geld höher zu gewichten als das Wohl anderer, der Umwelt und des Klimas ist gelinde gesagt sehr kurz gedacht und selbst von der erkennbaren Realität ein gutes Stück weg.

Es ist höchste Zeit zu erkennen, dass wir schwere Schulden gemacht haben und sofort damit aufhören müssen. Ich meine nicht in Geld, sondern was wir der Natur gewaltsam abtrotzten oder für uns abtrotzen ließen. Die Natur gab uns was wir ihr entrissen, weil sie es uns nicht verweigern konnte. Daher sehen wir vielleicht nicht ein, was für ein Gewaltakt die Art unserer Entnehmungen sind, da wir Gewalt mit der Überwindung des Willens eines Anderen assoziieren. Die Natur muss nicht zornig werden, um uns die Herausgabe dessen in Zukunft nicht mehr gestatten zu können, was durch unsere eigene Unbedachtheit schlicht nicht mehr da sein wird.

Ausgebeutete, gequälte und dem Tode geweihte Lebewesen die wir aus “Jux und Tollerei” versklaven (quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz!), haben uns keine vergleichbaren Bosheiten entgegenzusetzen. Das alleine reichte, jedwede Hemmung zu verlieren, ihnen Übelstes anzutun. Auch wenn sie nicht explizit das Wort “nein” dazu sagen können, ist es trotzdem brutalste Gewalt die wir legal und als eine der “normalsten” Sachen der Welt ausüben, noch dazu gegen Wehrlose und ihre grundlegendsten eigenen Bedürfnisse. Wenn wir die Bedürfnisse dieser Wesen schon ignorieren und uns darüber hinwegsetzen, was widerfährt dann erst den unseren?

Die Fortführung des erreichten Ausmaßes an Zerstörung ist lediglich dann weiterhin möglich, wenn Menschen – Du und ich – sich weiterhin nur von den Fäden reiner, von der Umgebung aufgesetzter, Gewohnheiten ziehen lassen. Damit sind wir nichts anderes als die billige Kopie eines von außen implementierten Massenstrebens nach schneller Botenstoffstimulation, aber eines ganz sicher nicht – Individuen. Modediktat, Schminkvorschriften, sich Zerstörerisches, Abgetrotztes, durch Unterdrückung und Ausbeutung Herausgezwungenes als “gesund” und “notwendig” verkaufen zu lassen degradiert uns auf die Bedeutungsstufe von Ameisen, die wir für dumme Automaten halten, da sie wie Teile eines Programms schnurstracks einer Duftspur folgen. Doch wie sie sich den Duft dem sie folgen, lassen wir uns die Marken Dritter ins Gehirn brennen, um genau das zu tun was die von uns wollen und kopieren deren Fehler und Untaten millionen- und milliardenfach mit ebensolcher Wirkung. Nur dadurch – nicht durch vorausgeplante Verschwörung – konnten sich solche destruktiven Mächte überhaupt kumulieren. “Mensch, hüte Dich vor Deinen Wünschen, denn Du hast keinen Feind außer diesen.”

Es ist alles nur eine Rechnung. Und es wäre ein fataler Fehler, sie ohne Gefühle zu machen, in ihrer vollen Bandbreite (Gruppierung von Gehirnen). Diese gehören mit in die Überlebensrechnung – und nicht als Freizeitvergnügen ausgelagert. Gefühle sind kein Selbstzweck, sie sind Information und Indikator. Ein Job bei dem sich einer nicht wohlfühlt, kann keine Aufgabe für diesen Menschen sein. Die Rechnung des Gehirns geht immer in Richtung Wohlbefindenssteigerung. Da kann sehr viel drin sein (das Wohl der ganzen Welt), oder wenig (Pflicht- oder Zwangsgefühl, persönliche Gier), doch leiten sich daraus in jedem Fall Haltung und Methodik ab. Überleben ist eine Frage der emotionalen (und damit automatisch auch kognitiven) Bewegtheit und nicht dessen, was wir wissen oder können. Im Gegenteil, letzteres kann uns sehr schnell zum Verhängnis werden, wenn es uns dabei um das Falsche geht.

Zukunft ist denkbar. Auf 2010.

Aufbruch in ein neues Jahrzehnt

Neues Jahr, neue Vorsätze, neue Ideen, neue Hoffnungen, neue Träume, neues Fühlen, neues Denken, neue Orientierung, große Ziele – auf ein nachhaltiges 2010

Wie wichtig ist uns Nachhaltigkeit eigentlich

Jeder Burger(!) kostet 50 Quadratmeter Land, in den letzten 30 Jahren wurden 80% der Regenwälder vernichtet:

Nachhaltigkeit ist deswegen ein Thema, weil die “westliche” Lebensweise (den Rattenschwanz an Verhaltensweisen darfst Du Dir denken) keinen langen Fortbestand mehr verheißt, jedenfalls nicht der Welt wie wir sie heute kennen. Nur eine angemessene Lebensweise ist nachhaltig, also eine deutlich andere als die übliche heute. Man kann auch schwer einräumen, dass das noch Privatsache ist, da alle die Folgen tragen müssen, auch die, die bereit sind alles zu tun, um zu retten was noch übrig ist. Auch sie (speziell sensitive Menschen) zu übergehen ist eine Form von Ungerechtigkeit, und war noch nie besonders klug. Das süße Geheimnis menschlicher Intelligenz ist die Wertesteigerung durch gehirnübergreifende Vernetzung. Ausschluss reduziert entscheidungsrelevante Werte hingegen, und ja, das hat was damit zu tun, dass in der Summe die hinten rauskommt, dann was fehlt – Werte nämlich.

Auch was wir nur unscharf wahrnehmen (Intuition / Gefühle) funktioniert nach einer nachvollziehbaren Logik. Die Westlichen lächeln ja gerne über Naturvölker und ihre Weltbilder und Rituale die sie von Generation zu Generation weiterreichen. Die sind immerhin noch nachhaltigkeitstauglich, was man von unserem Weltbild nicht behaupten kann. Die Flexibilität des menschlichen Gehirns hat auch ihre Schattenseiten. Menschen können von Grund auf falsch programmiert sein und würden es nicht einmal merken aus dem einzigen Grund, weil alle die gleichen falschen Werte haben. Dann halten sie die nämlich für richtig, und darin liegt die größte Gefahr – der Wahnsinn wird zur Normalität, und nur eine Minderheit sieht es.

Die pharmazeutische Industrie hält mit Hilfe der Fleisch- und Milchindustrie Millionen Blutdruckkranke in ihren Fängen. Bei erschreckend vielen westlichen Menschen geht es etwa ab Mitte 50 los, und sie sind dann für den Rest ihres Lebens von Tabletten abhängig, um ihren Blutdruck auf verträglichem Niveau zu halten. Wir halten das für völlig normal, doch das muss so gar nicht sein.

Hände, Farbsehen, die Unfähigkeit Vitamin C zu synthetisieren, erhöhte Entzüdungsneigung, eine erhöhte Belastung von Nieren, Herz- und Kreislauf bei fleischlicher Kost, sind Indiziden dafür, dass die Pflanzenkost unsere native Ernährungsform darstellt, auch wenn der Körper gelernt hat, Tierisches zu verwerten – wenn er denn muss. Was uns in der Vergangenheit vielleicht das Überleben rettete – wirkt sich heute umgekehrt aus. Wir können ohne, und das ist der springende Punkt. Es bedeutet eine Umstellung, keine Einschränkung (zumal die Produktvielfalt sehr schnell anwachsen wird), die für die nächste Generation schon ganz normal sein wird, so wie für uns heute das Gegenteil. Das menschliche Gehirn ist ein fantastisches Organ und ungeheuer flexibel. Sogar wenn es bereits für ein bestimmtes Leben geprägt ist, ist ein Neuanfang immer noch drin.

Technologien werden unsere Probleme nicht lösen, weil deren Ursache unsere Haltung ist. So lange sich die Haltung nicht ändert, werden neue Technologien die Lage nur noch verschlimmern, selbst wenn die Absichten dahinter erst mal gut sind. Die Politik wird das nicht einfach so richten, die Wirtschaft 1.0 kann es nicht wollen, weil es ihr nur auf Profit ankommt, und sie dabei völlig verlernt hat nach links und rechts zu schauen, wo all das liegen bleibt, was sie mit ihren Scheuklappen übersieht. Profitdenken steht in evolutionärer Konkurrenz zur Natur höchstselbst. Klar, alles was es vernichtet, muss “ersetzt” (am liebsten sogar schon vorher, um den Prozess zu beschleunigen) werden (z.b. müssen Bauern gentechnisch veränderten Samen jedes Jahr neu kaufen), das bringt Macht und Geld – und das bedeutet spätestens zum Ende der natürlichen Ressourcen die totale Abhängigkeit aller Menschen von niemals satten Produzenten, oder Tod, wenn sie kein Geld haben. Davon sind heute schon Zigtausende pro Tag betroffen, Tendenz steigend.

Was manche für eine große Verschwörung halten ist wohl eher nichts weiter als der Effekt menschlicher emotionaler Beschränktheit. Wir können noch so viel wissen. Wenn uns kalt lässt, was wir damit anrichten, bringt es uns nirgends hin. Wem Nachhaltigkeit ein echtes und tiefes Anliegen ist, isst grün, weil er es als folgerichtig erkennt, und dann gar nicht mehr anders kann.

Die Ethik der meisten Veganer wird von Mitgefühl getragen, und dafür bewundere ich sie (mein Motiv war nicht so edel, ich lebe nur lieber mit ungereizter Haut – alleine wie sich das auf meinen Schlaf auswirkte ist unbezahlbar – ohne Gewichtsprobleme – und ach ja, nachhaltig, und das ist für mich untrennbar mit Gerechtigkeit und Vermeidung unnötigen Leidens verbunden). Es sind sehr bewegte und ausgeprägte Persönlichkeiten. Allerdings gibt es auch welche unter ihnen die Menschen nicht mehr besonders mögen (für das, was sie anderen Lebewesen antun), was zwar verständlich, aber auch bedauerlich ist. Wer Tiere liebt, sollte auch Menschen lieben, denn in ihnen drin steckt ja ein ganzer Tiergarten, der es vielfach einfach nicht besser weiß. Die bloße zur Kenntnisbringung von Fakten ist nicht geeignet menschliches Verhalten zu ändern, denn auch sie berücksichtigen in ihren Entscheidungen nur, was das Belohnungszentrum stimuliert. Was sie so tief berührt, dass es in ihnen drin einen Wert (neu) setzen darf, können andere nicht für sie bestimmen.

Live long & prosper 😉