Während ich schrieb

Funktioniert die emotionale Verarbeitung nicht mehr, zum Beispiel auf Grund eines Unfalls, sind Betroffene nicht mehr fähig *rationale* Entscheidungen zu treffen. Hm – wie können wir eigentlich noch rationale Entscheidungen treffen, wenn uns emotionale Bezüge zu dem fehlen, was uns am Leben erhält?

Die Lebensumgebung hat dann in unserem Denken kein Gewicht. Also entscheiden wir – bezogen auf sie – irrational. Denn das individuelle Gewinndenken wiegt heute schwerer, weil wir von Kindesbeinen an darauf konditioniert worden sind. *Alle* machen es schließlich so und bemessen Zu- und Abträglichkeit ihres Denkens und Handelns daran. Das ist ein eingeschränkter und eindimensionaler Horizont, aber global anerkannt und bereits durch die Bildungssysteme gefördert, so wie Status bestimmend.

Irren ist ja bekanntlich menschlich… Geld entscheidet darüber wer Du bist. Nicht etwa Intelligenz oder soziales Engagement – das ist die seltene Ausnahme, und dann ist meist der Ausgangsstatus bereits hoch. Wir verlieren unzählige Ideen und Potentiale alleine schon auf Grund unserer hierarchischen Ordnung (jener, die wir auch im Gehirn abbilden – bzw. der Verstand, weil er sich nur mit einem Aspekt zu einer Zeit befassen kann), vom rangniedrigsten Äffchen nimmt man keine Weisheiten an – ausschließlich auf Grund seines geringeschätzten Status, nicht etwa, weil es dieser nicht mächtig wäre. Um Inhalte geht es zuletzt, was sich mit der Vernetzung jedoch relativiert. Was wir damit abbilden, ist nämlich (wieder) mehrdimensional. Vernetzung ist Hoffnung, Vernetzung ist Chance, Vernetzung kann die neue Zukunftshoffnung sein. In einer besseren Welt werden wir erst dann leben, wenn wir wie in einer besseren Welt leben – zu vieles wirkt noch, das uns davon abhält, es jetzt und auf der Stelle zu tun.

In der Zeit, in der ich das schrieb, verhungerten ungefähr 1.220 Menschen (wer wäre bereit, so viele Menschen zu erschießen?), entstanden ungefähr 1.781 Acre Wüstenlandschaft, verlor die Erde ungefähr 1.366 Hektar an Wald, verloren ungefähr 20.068 Menschen den Zugang zu frischen Trinkwasser, starben ungefähr 591 (noch mal, wer wäre bereit, so viele Menschen zu erschießen?) Menschen an verseuchtem Wasser. Die Uhr tickt ständig, auch dann, wenn wir nicht hinhören. Die Erde ist unser aller Lebensuhr, und Ignoranz bewahrt uns höchstens vor der Anwendung unserer Intelligenz, nicht aber vor den Folgewirkungen die jedwede Missachtung essentieller Überlebensaspekte nach sich zieht. Quelle: http://www.worldometers.info/de/

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