Finanzkrisenmentalität

Die Finanzkrise ist nicht nur ein “Vergehen” der Reichen. Ausbeutung wird heute breit und billig-end in Kauf genommen, und das keineswegs nur von einigen wenigen. Es sich auf Kosten anderer “gut” gehen zu lassen ist gelebte Praxis. Wer es nicht glaubt möge sich fragen wie es dann kommt dass täglich Leben auf das wir Einfluss nehmen (könnten) auf der Strecke bleibt. Menschen verhungern weiterhin, obwohl es so viele engagierte Antitierschützer gibt die von sich geben, “zuerst kämen die Menschen”. Warum sehe ich davon nichts?

Die Ursachen unserer Probleme sind nicht rein auf Verstandesebene zu lösen, denn sie er- und umfasst nicht das Ganze, deckt längst nicht alles ab was ein Gehirn an Wissen und Erfahrung zu bieten hat. Nichts anderes als sich selbst und seine Bedürfnisse zu verstehen kann einem dazu verhelfen seinen Willen in sinnvollere Bahnen zu lenken, die nicht auf Verzicht (zunehmende Unfreiheit) hinauslaufen, sondern immer mehr erfüllen, immer besser und mit bleibender Wohlbefindenssteigerung – und nicht bloß ’nem Kick der gleich wieder verpufft.

Der Mensch wird so lange im Dunkeln tappen wie er übersieht, dass es einen Zusammenhang zwischen (nicht)Fühlen und (nicht)Denken gibt. Kognition ist kein Wissensgebiet, sondern der Ursprung aller. Man kann die Komponenten die zu kognitiven Aktionen führen nicht getrennt voneinader betrachten und erwarten sie dann gleich in ihrer vollen Tragweite zu verstehen. Wer nicht umfassend (mit)fühlen kann oder sich dieser Fähigkeit nicht in kooperativer Form bedient, handelt kognitiv beeinträchtigter als er tatsächlich könnte. Ignorant. Seine Wert(ein)schätzung wurde durch die isolierte Betrachtung von Einzelaspekten mit deren Relevanz(en) verzerrt (übertrainiert).

Unter Einbeziehung nur dieser Daten steht jedoch unsere Zukunftsfähigkeit in Frage. Das neuronale Netz “Finanzkrisenmentalität” tappt im Dunkeln. Mit den umfassenden Vergleichsdaten gingen uns auch mehr und mehr Schnittstellen zur Ressourcenrealität verloren. Keine neuen Daten [Werte], keine neuen Erkenntnisse. Die Errungenschaft des Verstandes war offenbar lediglich, dass wir die einfachsten Dinge kompliziert gemacht und profansten Bedürfnissen unnachvollziehbar lange destruktive Wirkungsketten vorangestellt und an jeder ihrer Kreuzungen Kassierautomaten aufgestellt haben. Die fressen uns nun auf, und die wahren Bedürfnisse bleiben auf der Strecke.

Wenn uns an einer Zukunft liegt muss Entsprechung (weiterhin) das Ziel sein – in allem. Unbewusst haben wir das über einen sehr, sehr langen Zeitrahmen hinbekommen. Der Schlüssel dazu war unser Gehirn. Und der ist es noch heute.

Macht uns der Boden der Tatsachen dumm?

Es hat seit wir begannen über das Leben nachzudenken, immer schon Menschen gegeben die dasselbe an, in und um uns wie wir entdeckten. Nur beschreiben mussten sie es anders. Sie hatten ja noch keine Wissenschaftler die ihnen erklärten wie die Welt funktioniert. Der einzige Weg sich mittzuteilen war auf das worauf sie erkannten, Sinnbilder zu verbalisieren. Die mögen uns heute faktisch falsch vorkommen – gemessen an Worten. Doch gilt das deswegen auch für die Werte? Ich halte diese Sichtweise mittlerweile für einen Irrtum. Schon daher weil die Art und Weise wie wir die Welt sahen bevor wir sie mit wissenschaftlichen Methoden untersuchen konnten, ungeheuer viel über unsere Funktionalität, unsere Schwachstellen, und unsere Fähigkeiten aussagt (nichts davon hat sich zwischenzeitlich geändert, sondern nur wie wir uns betrachten).

Emotionale Intelligenz ist bereits seit den Achzigern ein Schlagwort. Kapiert hatte ich bis vor ein paar Jahren kaum was davon, außer welche Antworten ich ankreuzen musste (sie waren – beschönigt) um im Selbsttest mit der höchsten Punktezahl dazustehen. Das ist das typische Vorgehen unserer Ära, es zwar irgendwie wissen, aber nicht anzuwenden, und aus eben diesem Grund gar nicht realisieren können, dass die Methoden mit denen wir nach Wohlbefindenssteigerung streben weder erfüllend noch nachhaltig sind.

Dabei spart uns die Umgebungsbedingungen umfassend emotional erfasst zu haben einen riesigen Verarbeitungsaufwand (die Prüfung von allem was wir tun könnte aus einem einzigen Prinzip abgeleitet werden). Wenn wir schon adäquat fühlen, dann ist jeder unserer Gedanken bereits emotional/sozial geprüft. Selbst-verständlich fallen unter diesen Bedingungen zu treffende Entscheiden anders aus, und das wirkt sich auf die Gestaltung all dessen aus was wir fabrizieren.

Eine verbesserte Ausbildung unseres Empfindens (Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, individuelle Berücksichtigung unserer Fähigkeiten, Motivation statt Disziplin…) würde auch dem Umstand gerecht, dass was wir an Daten über den Verstand aufnehmen können nun mal von Durchsatz und Zeit begrenzt ist. Es kann für den Einzelnen nicht mehr darauf ankommen alles zu wissen. Trotzdem(!) muss er ihm irgendwie entsprechen (Nachhaltigkeit betrifft alle Aspekte des [Über]Lebens). Entscheidend ist – nach wie vor – nur, dass der Mensch bei seinen Entscheidungen die zukunftsfähige Mitte trifft. Müssen wir das Ganze erst als Rechenaufgabe begreifen, damit wir es umsetzen können? – Es IST eine, die größte und herausforderndste vor der wir jemals standen. Jetzt ist echt nicht die Zeit wie gelähmt vor den Gegnern von Klima- Umwelt- und Tierschutzzielen zu erzittern. Es geht hier um uns, nicht um Wirtschaft – nebenbei, war die nicht irgendwann mal FÜR das Überleben gut? Vielleicht sind es derzeit einfach nur zu wenig Gehirne die an unseren Geschicken mitrechnen. Nichtsdestotrotz müsste deren Output irgendwie zusammengeführt und intelligent ausgewertet werden. Darin sehe ich die Aufgabe künftiger KI-Systeme. Die Summe allen Wissens in einem System. Moment mal…

Wen das alles nicht in Erstaunen versetzen kann, wer davon nicht fasziniert ist, von dem frage ich mich ernsthaft, ob er wirklich schon „genug“ gesehen hat? Oder ist er einfach nur damit überfordert, nicht genug kriegen zu können? – Schlechter Tausch.

Für die zukünftige Realität macht jeder Tag den wir’s noch aussitzen einen Unterschied. Visionen (Fantasie) schaffen neue Fakten. Bequemgebogener „Realismus“ („finale“ Konklusionen die nur auf Teilkenntnissen basieren können) hält uns nur am Boden, auf dem wir bald liegen werden wenn wir uns nicht schnell genug davon abheben.

Geständnis: Ich bin ein Teil der großen Weltverschwörung

Ja, es läuft eine Menge schief, und das passt mir gar nicht. Am liebsten würde ich mir dafür einen Schuldigen greifen den ich an die Wand nageln kann, sozusagen als Symbol für alles Böse in der Welt, damit es von dieser getilgt und alles „gut“ für mich werde. Der Verschwörer muss aufgehalten werden, und ich, die immer alles richtig machte und ihm auf die Schliche kam, bin der Wegbereiter diese Welt von ihm zu befreien. Und hier ist seine Geschichte:

Je weniger innere Orientierung ich hatte, umso stärker verlief meine Orientierung an den Werten Dritter, und ich ließ mir schön brav deren Marken ins Gehirn brennen. Doch da ich eh schon mehr vereinnahmt habe als ich restlos absorbieren kann (Keller und Dachboden sind voller „Gerümpel“), bekomme ich immer mehr Pseudowerte serviert, die Abfälle und Schadstoffausstoß generieren, und die ich nach wie vor begierig kaufe (und dafür sogar Schlange stehe, wenn sich die Marke nur daseinsbestimmend genug in mein Gehirn gebrannt hat), solange ich noch Kohle habe, oder kreditwürdig bin.

Mein Dasein als über gezielt eingesetzte Reizauslöser gesteuerter Konsument wird von den Wünschen und Ideen anderer bestimmt, denn meine Entscheidungen sind überwiegend in deren Sinn. Den noch persönlich engagierten Nahversorger wollte ich schließlich nicht mehr, denn der war nicht „billig“ genug. Das geradezu unerschöpflichen Überfluss suggerierende Supermarktangebot lässt mich noch hemmungsloser zuschlagen und ich bekomme dort mehr für mein Geld. Was ich nicht verbrauche, schmeiße ich eben weg. Ist ja mehr als genug da. Seit 1986 lebe ich auf diese Weise auf Pump (http://www.greenpeace.de/themen/umwelt_wirtschaft/nachrichten/artikel/un…), und jetzt kommen da plötzlich Rechnungen, die ich doch verdammt noch mal gar nicht wahrhaben wollte. Ich leugne einfach die Tatsachen, denn ich kenne nichts anderes und mache so weiter wie bisher, als hätten die globalen Ereignisse nichts mit meinem eigenen Verhalten oder meinen Unterlassungen zu tun. Wer will daran schon Schuld sein, das schiebe ich lieber auf andere, habe ich schließlich immer schon so gemacht.

Glück ist in einer Wettkampfgesellschaft ja kein „anerkanntes“ Ziel. Dafür ein glückliches erfülltes Leben zu führen ist eine ganze Menge nötig, schließlich bedeutet es meiner Umgebung und mir selbst in allen Aspekten zu entsprechen, nicht nur in einem. – – – Doch wie menschlich bin ich eigentlich noch, was berührt mich noch bis in mein tiefstes Inneres? – Mal nachsehen welche ergreifende Geschichte heute in der Glotze läuft. Ich habe schon zu lange keine Gefühle mehr konsumiert, das stumpft mich noch ab.

Jede meiner Handlungen lässt sich auf einen Trieb zurückführen (Werte gehen von den Trieben aus). Die Frage ist nur, wie differenziert ich ihn im Zuge der Entsprechung (emotional / intuitiv) behandle, und welche Aspekte ich dabei grundsätzlich in meine Abwägungen einbeziehe. Spielt darin gegenseitiges Wohl noch eine Rolle? – Die Bandbreite reicht von egozentrischen Werten (wenig Werte) bis zum Wohl der ganzen Welt (viele Werte). Das ist eine ziemlich große Auswahl. Bin ich der mental überhaupt gewachsen?

Wenn ich mir bereits das „Recht“ herausnehme über anderes Leben beliebig zu verfügen und sein Leid zu ignorieren, was erwarte ich daraufhin für Reaktionen von Lebewesen deren Macht noch größer ist als meine? – Dass es sich bei den Mächtigen „zufällig“ auch um Vertreter des Homo sapiens handelt ist für die so bedeutungslos wie für mich die Zugehörigkeit Zigtausend Armer und Kinder die täglich verrecken. Die „da oben“ sind nur sich gleich und haben wenig Ahnung davon wie es ist, sich Monat für Monat um Fixkosten kümmern und den Arsch aufreißen zu müssen. Als verhältnismäßig Mitelloser gehöre ich so wenig zu ihresgleichen, wie die armen Menschen und Tiere von sonstwo von mir als meinesgleichen wahrgenommen werden. Ich verhalte mich also keineswegs besser, ja nicht einmal anders, nur habe ich weitaus weniger Aktionspotential als die, deren heutiger „Status“ wohl ein Symptom ist, aber nicht die wahre Ursache der globalen Probleme. – Könnten sie doch etwas mit mir zu tun haben?

Je nachdem aus welchen Gefühlen (egozentrisch oder mitfühlend…) ich meine Werte beziehe, gestaltet sich mein Denken, und dieses mein Umfeld. Ich bekomme von meiner Umgebung in erster Linie jene Werte präsentiert die ich selbst investiere. Einfacher Test: mal rausgehen und ein grantiges Gesicht ziehen und mit dem vergleichen was an einem Tag passiert, an dem ich allen ein strahlendes Lächeln schenke.

Realismus ist relativ, und für mich sowieso nur die Tarnkappe dafür (mich selbst) aufgegeben zu haben. Damit mache ich die Bahn frei für Negativprognosen (ich hab’s ja immer schon gewusst dass das so kommen muss!) die abzuwenden ich aus fadenscheinigen Gründen (Sachzwänge eben, außerdem bin ich es gewohnt, und kann als Einzelner eh nichts machen) unterlasse. Was geht mich schon der Klimaschutz an? Eine saubere Umwelt voller (noch dazu kostenlos) erneuerbarer Ressourcen stört nur den Wachstum des Konsums. Alles muss käuflich werden, nichts darf mehr von selbst gedeihen oder fließen, rein in den Ofen mit allem was (noch) Wert ist bis nichts mehr zum Verbrennen da ist. In einem in sich geschlossenen System ist nichts, aber auch gar nichts entnehmbar das nicht wieder ausgeglichen werden muss. Niemand kann mir einen Wert billiger verkaufen als dieser tatsächlich ist. Ich bezahle über kurz oder lang den vollen „Preis“.

Ich bin das System, und das spiegelt nur wider, was mir in den letzten Jahrzehnten am „Wichtigsten“ war, und jetzt geht es für mich Wenig- bis Durchschnittsverdiener abwärts. War das wirklich schon alles was ich vom Leben wollen und bekommen kann? – Oder was kann ich innerhalb meines Bewegungsspielraums besser machen? Es liegt nur an mir, ob ich mehr Wert(e)in die Welt bringen will, indem ich damit aufhöre mich über das Wohl Anderer hinwegzusetzen. Wenn das was ich will Anderen nicht mehr schadet, habe ich eine Ursache – um deren Behebung es doch geht? – getilgt. Oder kann ich das Glück und das Wohl Anderer schon so wenig ertragen dass ich es ihnen weiterhin absprechen will? – Dann habe ich jetzt keinen Grund mehr mich darüber aufzuregen wenn andere kein Problem damit haben, dasselbe mir anzutun.

Warum Konformität zu Ungleichheit führen muss

Wissen sollte so vermittelt werden, dass es das Selbstverständnis erreicht. Das heißt so viel wie dass es auch emotional/sozial verwertbar werden müsste (Werte > Gewichtung > Belohnungssystem > Einfluss auf Entscheidungen), um einen angemessenen Effekt haben zu können. Und das ist bei jedem Kind anders. Die Chancenungleichheit wird mit der Zeit immer größer, und die Differenz wächst immer schneller, auch oder weil uns immer mehr Wissen zur Verfügung steht.

Von der geistigen Kluft die dadurch entsteht wagt kaum einer zu sprechen.

Wie kann man Menschen lehren mit dem inneren Druck den ihre biochemische Disposition erzeugt so umzugehen, dass sie damit weder sich selbst noch anderen schaden? – Bei der enormen Flexibilität und Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns sollten nachhaltige Ziele doch vorstellbar und als erstrebenswert erkennbar sein, ja geradezu als (bio)logische Lebensaufgabe.

Die wichtigste aller Bildungen ist die Selbsterfahrung die unvermeidlich über Andere führt. Gemeinsam verstehen wir mehr.

Vielleicht die beste Strategie von allen

Es gibt so viel Schönes für den der es sucht, wie es viel Hässliches gibt für den, der es bestätigt sehen will. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Jeder verbreitet das was er fühlt. Der eine kommt mit Durchsetzungskraft daher, der andere mit Beharrlichkeit. Das eine braucht sich auf, das andere hält durch (vorausgesetzt es wird nicht vorher ausgelöscht). Tiere würden in so einem Fall nicht vorsätzlich morden, obgleich sie das veränderte Modell ja davon abhalten wollen müssten, sie abzulösen. Weil sie seiner Enwicklung freien Lauf lassen mussten, konnte sich Altruismus überhaupt entwickeln.

Doch schmeiß mal das Wort Nächstenliebe in den Raum und dann blick in die Gesichter – peinlich berührt, verunsichert, skeptisch, ablehnend, besorgt… Gefühle sind ja so irrational, dass man sie nicht für bare Münze nehmen bzw. austauschen kann. Aber die Gier nach den Münzen – die ist rational? Rationaler als etwas aus Liebe zu tun? – Liebe hält uns immerhin davon ab, zumindest was sie umfasst, zerstören zu wollen, und ist damit die (womöglich / wahrscheinlich) beste Erfolgsstrategie die wir entwickeln konnten, natürlich nur dann, wenn uns Nachhaltigkeit was wert ist. Schließlich „entscheiden“ wir ja voll eigenständig selbst, was für uns (für welche Dauer eigentlich?) das Beste ist, nicht wahr…? – – – ?

Realität

Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die ignorieren, dass das Erfordernis, in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben, permanent besteht, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dem nicht Folge zu leisten und stattdessen seine Lebensgrundlage zu zerstören ist realitätsfremd – nicht umgekehrt.

So eine Scheiße

Allein in den USA produzieren Nutztiere für den menschlichen Verzehr 130 mal mehr Exkremente als die ganze Weltbevölkerung… > Artikel.

Gedanken zur Klimakonferenz

Eine biologische Substanz, die über einen Raum hergefallen ist, weicht nicht mehr gerne zurück. Schon das Wort einschränken – keine Chance. Wer das von den Menschen verlangt, kriegt sie nicht rum. Affen wollen Zucker, Aussicht auf Belohnung. Ein Gehirn denkt und handelt nicht wider das eigene Wohlbefinden, allerdings kann man damit so fix rechnen, dass es schon wieder simpel wird, diesen Parameter positiv zu nutzen – der Erfolg von Religionen basiert darauf. Der Werbeindustrie gelingt es jeden Tag, uns die seelenlosen Massenabsonderungen berechnender Existenzen als „wertig“ zu verkaufen. So mancher Mensch wurde auf diesem Weg bereits vergiftet, denn es geht dabei längst nicht mehr um ihn.

Und nun ist die Politik dran Schuld, die Wirtschaft, aber doch nicht der einzelne Autofahrer, Plastikverbraucher und Tierproduktekonsument, dem das Leiden anderer völlig egal ist. Daher muss die Politik bei konsequenten Maßnahmen mit Stimmverlusten rechnen. Und die Lobbys sind mächtig, mit denen will man es sich auch nicht verscherzen. Man macht sich besser die „starken“ Giftabfallproduzenten zum Freund als sich dafür zu engagieren, die zu mehr Begabten zu fördern, die Jugend besser zu bilden oder die Übervorteilten zu schützen. Dieses wert(e)vollste aller Engagements muss selbst zusehen, woher es seine Mittel bekommt. Profit entsteht wenn man sich mehr herausnimmt als man gibt – genau genommen ist das schon Diebstahl, weil er nur durch Ausbeutung und Enteignung anderer gemacht werden kann. Wäre alles Geld das fließt verDIENT, würde diese Welt ganz anders aussehen, und wir bräuchten auch keine Klimakonferenzen!

Zu Gier muss man sich vergegenwärtigen, dass sie nicht erfüllbar ist. Sie kennt kein Genug, auch die Ressourcen von zehn Planeten können ein Fass ohne Boden nicht voll machen. Die wahre und nach wie vor beste (weil umfassendste) ökonomische Leistung des Menschen war sein Altruismus. Profitdenken hat das Gegenteil an ihm bewirkt – wir sind unwirtschaftlicher geworden als wir es je waren. Das fällt natürlich keinem auf, weil jeder davon ausgeht, mit Geld herumrechnen zu können sei schon alles. Zu allem Überfluss verwechselt er dann noch Resignation mit „Realismus“ – dabei ist er ganz weit weg davon, die Realität überhaupt zu sehen. Zu viel Schein davor… Wären Fakten für uns wirklich entscheidungsrelevant – tja, dann würden wir ihnen entsprechen, tun wir aber gar nicht.

Die Ironie an dem Ganzen ist: Fehler die alle machen, fallen uns nicht als solche auf. Wohl sind sie an den Schadwirkungen erkennbar – aber die halten wir dann ja auch für normal, so dass wir nur an den Symptomen rumdoktorn. Daraus gehen dann wieder neue hervor – und es entstehen daran (evolutionär) neue Märkte. Wenn wir die Ursachen an den Eiern hätten, gäbe es sehr viele Berufe und „Produkte“ nicht mehr – dafür eine Menge neuer, spannender und erfüllender Aufgaben – für jeden. Doch dahin können wir nicht finden, so lange wir alles beim Alten lassen.

Ist unser System einfach nur dumm?

Wenn die globalen Variablen falsch sind …ist es alles, was darauf aufbaut auch. Jeder Programmierer weiß, was er davon (nicht) hat. Unser Gehirn ist in gewisser Weise ein Container für unsere (Über)Lebenssoftware, bildet Relevanzen heraus, lernt, die Aspekte des Lebens zu bewerten. Theoretisch kann die Programmierung schon von Grund auf falsch sein, und wir würden es nicht einmal bemerken (außer an den nachteiligen Folgen), beträfe es uns alle.

Ich bin der Ansicht, dass Mitgefühl und soziales Gewissen natürlich ökonomisch sind. Sie befähigten uns durch Teilen und Tauschen zu einem effizienteren Umgang mit Ressourcen. Profitdenken ist das Gegenteil davon, und der Mensch hat dadurch ein völlig verdrehtes Verständnis von Wirtschaftlichkeit entwickelt. Auf dieser Grundlage entstand sehr, sehr viel legalisiertes Unrecht gegen andere Lebewesen und Menschen. Reichtum kann nur durch Übervorteilung anderer „erworben“ werden, denn er entsteht, wenn sich einer mehr herausnimmt als er (sich) investiert. Gier macht aber nicht erfolgreich (Ergebnis: keine Zukunft = Worst Case = größter Misserfolg von allen). Das derzeitige System bevorteilt sie jedoch über alles. Das Dumme an Gier ist, dass damit Wohlstand (Status des Wohls) nie erlangt wird, denn sie kennt kein Genug. Auch die Ressourcen von zehn Planeten würden ihr auf Dauer nicht reichen.

Werte sind der objektive Schlüssel, die Wert(ein)schätzung der subjektive. So lange beide korrespondierten, war alles gut (Paradies?). So weit weg voneinander wie heute waren sie wohl noch nie, was die Schere zwischen Arm und Reich deutlich abbildet (daraus geht hervor, dass die emotional-soziale Vernetzung ausgedünnt ist), und unsere kontaminierten Abfälle setzen noch einen großen Haufen drauf. Ein hoher Status kann in diesem System völlig unabhängig von der Bedeutung eines Menschen für das (nachhaltige!) Wohl anderer abgebildet werden. Wer sich damit nicht arrangieren will, gilt auch noch als realitätsfremd. Doch übersieht der so urteilende Systemintegrierte, dass die liebe Realität Symbole mit Werten verwechselt, und sich damit durch eine Informationsverarbeitung die von falschen Daten (globalen Variablen) ausgeht selbst ins Chaos rechnet.

You only get out (values) what you input. Werte > Verarbeitung > Ausgabe = Summe der Werte. Wir brauchen MEHR, nicht immer weniger, weshalb Nachhaltigkeit nur durch Dezentralisierung realisierbar sein wird. Es kann einfach nicht sein, dass ein paar Hansel über die Zukunft von Milliarden Menschen und Lebewesen bestimmen und dabei auf so etwas substanzlosem wie wirtschaftlichen Kennzahlen herumkauen.

Das hat mit Demokratie nichts mehr zu tun, das ist Wirtschaftstyrannei. Wir müssen uns – unser Denken, unser Fühlen, unsere Haltung – verändern, weil wir sonst nicht damit aufhören werden, die falschen (nicht nachhaltigen) Dinge zu tun. Es wird Zeit für einen Modellwechsel, denn dieses Modell ist nicht mehr (er)tragbar. Umweltzerstörung ist nur eines von vielen Symptomen einer fehlprogrammierten und abgestumpften (ungerecht, wieso ungerecht, es ist ja „legal“) Wert(ein)schätzung.

Natürlich machen wir alles kaputt, wenn sich jedem Menschen primär die Frage stellen muss „wie gelange ich an Geld?“ – anstatt „wie kann ich mich für andere Menschen nützlich machen?“ – Unser natürliches Belohnungssystem im Gehirn ist inklusive seines Altruismus über Jahrmillionen gewachsen und an den Umgebungsbedingungen optimiert worden. Es wurde immer vielschichtiger und komplexer (vielwertig). Wir glauben doch nicht ernsthaft, ein Geldsystem, das immer mehr Werte (und Menschen) durch den Rost fallen lassen muss um sich selbst am Bestand zu halten, ist je in der Lage der Komplexität in und um uns herum zu entsprechen? Nein, es wurde stattdessen zu unserer evolutionären Konkurrenz! Denn so lange Menschen Zugang zu natürlichen Ressourcen haben, ist die Macht von Konzernen noch ausbaufähig. Das Geldsystem kann (aus Mangel an berücksichtigen Werten) keine Intelligenz abbilden. Und so lange wir uns daran orientieren, können wir es auch nicht.

Intelligenz ist die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten. Wir hatten 6000 Jahre lang Herrschaft – also Zeit genug uns die „Selbstgelenktheit“ abzutrainieren. Potentiell ist sie aber immer noch da und wartet auf ihre Re-Aktivierung. Das Internet darf schon daher nicht beschränkt werden, weil virtuelle Anarchie der schnellste Weg sein dürfte, durch Selbstorganisation aus sich heraus eine intelligente Organisationsstruktur herauszubilden, dem Vorbild für eine neue Realität, die (wieder) alle Relevanzen (Aspekte die für unser Überleben bedeutsam sind) einbezieht. Der Kreis schließt sich.

Wachstum auf Kosten anderer

Geld entwertet alles, beziffert die einen Aspekte des Lebens unrealistisch, lässt die Unbezifferbaren durch den Rost fallen, nährt Schmarotzer, die nichts leisten, sondern nur noch Geld „machen“, indem sie andere enteignen. Status ist reiner Selbstzweck geworden, der völlig losgelöst von der Bedeutung eines Menschen für das Wohl anderer abgebildet werden kann.

Wir können so nicht weitermachen. Aber wen von denen, die über die Köpfe vieler hinweg entscheiden, interessiert das? – Fast möchte man den Eindruck gewinnen, sie denken nur an Sklavenplätze um Menschen zu „versorgen“, die sonst zu viel Zeit hätten nachzudenken, und die Interessen derer die immer noch nicht „genug“ Geld haben. Als gäbe es das je!

Materielle Belohnung zerstört den natürlichen Altruismus. Das Geldsystem hat ihn ersetzt, erreicht jedoch nicht annähernd dessen umfassende Komplexität, scheitert daher an der Vielwertigkeit selbiger. Durch (Über)Regulierung wird nur noch alles komplizierter, die Entsprechung kann damit nur noch schlechter gelingen.

Nachdem ich den Film Earthlings ein Stück weit (hielt ihn nicht durch) gesehen hatte, weinte ich mich leer und war dann erst einmal fertig mit der Monster- ähm Menschenwelt… Kein Horrorfilm der je gedreht wurde, reicht an die reale Brutalität und Grausamkeit die da tagtäglich stattfindet heran. Niemand, der noch so etwas wie ein menschliches Herz hat, kann das wollen, trotzdem unterstützen die meisten von ihnen aus purer Gewohnheit unvorstellbare Grausamkeiten und Leiden. Ignoranz ist (dasselbe wie) Dummheit. Durch Duldung und billigende Inkaufnahme können wir selbst das nicht überwinden, was wir bereits als falsch erkannt haben.