Progression

Wir sind auf mentale Anpassung angewiesen. Progression – ein Problem für den Verstand, weniger aber für den averbalen Bereich, denn Mustererkennung ist (nach wie vor) schnell. Ich sehe die Lösung nicht (alleine) im Verstand und der Vernunft, sondern darin, den “Unterbau” des Menschen besser zu verstehen und zu bilden, und dadurch den Verstand zu präzisieren. – Der Unterbau trifft die eigentlichen Entscheidungen, er selektiert was letztlich vom Verstand verarbeitet wird. Emotional-soziale Verknüpfungen / empathisches Empfinden / Gewissen haben ein Art Pufferwirkung die verhindert, dass egozentrisches Triebbegehren direkt in den Verstand durchschaltet. Da wir immer egoistisch befinden, macht die emotionale Prüfsumme den Unterschied. Mustervervollständigung in Hinblick auf Steigerung des Wohlbefindens ist die “Grundformel” nach der das Gehirn rechnet (gelingt dies nicht mehr, stellt sich Depression ein). Wir glauben nur, das was oben ankommt habe etwas mit unabhängigem Denken zu tun. Auf unserer Bildungsbasis plätschert die Verarbeitung an der Oberfläche rum, mit ihren ca fünf Prozent verbalisierbaren Denkens, daher kann das Gehirn auch sein Potential nicht ausschöpfen, von dem es gewiss nicht “zu viel” hat, es verlernte nur wie es an sich selbst rankommt.

Einer Ideologie folgt man auf Grund von Indoktrination (Programmierung durch Dritte). Einem Ideal aus Einsicht und Überzeugung (generiert durch selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten, oder anders ausgedrückt; Intelligenz). Intelligenz erkennt sich selbst (im Anderen) – sie braucht keinen “Anführer” (eine intelligente Organisationsstruktur folglich auch nicht). Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie zu ihren Lebzeiten meist nicht besonders beliebt war. Nach ihrem Ableben kann man sich auf sie beziehen und sie instrumentalisieren, ohne dass sie noch die Chance bekommt zu widersprechen. Darwin kam nicht zu dem entscheidenden Schluss, dass „der Stärkste überlebt“, sondern der am besten Angepasste.

Einem Tier wird eine gewisse Intelligenz bescheinigt, wenn es sich selbst im Spiegel erkennt. Bei Menschen verhält es sich genauso. Doch unser Spiegelbild geht weit über das visuelle Erkennen hinaus. Die Tiefe ist entscheidend wie viel von unserem Potential wir erfahren, erfassen und folglich nutzen können. Sie beinhaltet nicht nur alles Tierische in uns. An seinem Grund stehen zwei entwicklungsbedingende Aspekte die ohne einander nicht sein können – Bestand und Dynamik. Ohne Dynamik keine Entwicklung, doch zu viel Dynamik zerstört was besteht. Nachhaltigkeit bedeutet, Ausgewogenheit zwischen beiden nicht nur herzustellen, sondern auf Dauer zu halten. Das bedarf entweder eines geeigneten Instinkts (laut Rousseau sollten wir stärker auf unsere natürlichen Instinkte setzen – für mich ist er damit näher dran als Kant oder Voltaire – vielleicht haben sie aber auch alle recht, letztlich kommt es ja auf das geeignete Zusammenspiel aller Faktoren an) – auf den wir als Menschen nicht mehr bauen können – oder einer entsprechend (aus)gebildeten Intelligenz. Ob es möglich ist oder nicht, diese Frage brauche ich mir nicht zu stellen (vorstellbar = machbar), sie dreht sich nur um das Wie. Es gibt viele Wege wie es nicht geht, und nur wenige, vielleicht nur einen einzigen, wie es funktionieren kann. Überleben bedeutet nichts anderes als den geeigneten Weg zu finden, zu gehen, immer wieder zu hinterfragen und an neue Erkenntnisse anzugleichen, weicht man davon ab. Gewinner auf Dauer ist nicht wer es schafft, sich mit Gewalt durchzusehen, sondern wer die Eier zu hat, Fehler einzugestehen und zu korrigieren.

Die Intelligenz die wir global abbilden können ist eine Frage der Organisationsstruktur (diese geht wiederum aus unserer Verarbeitung hervor, davon geprägt, an welchen Werten wir uns orientieren – je hierarchischer das Denken, umso hierarchischer werden auch die Strukturen, und desto hierarchischer das Denken, m.E. wiederum ein Progressionsproblem). Unsere Orientierung an Geld, das nur primäre Triebfaktoren beziffern kann (keine Freundschaft, keine Liebe, kein Glück oder Vertrauen) schuf ein instrumentalisierendes sich selbst auffressendes Konkurrenzsystem das ungeheuer Energie und Ressourcen verpufft. Mit einem kooperativen System wären wir emotional, sozial, mental und ressourcentechnisch besser aufgestellt. Es erfordert und bildet mehr Breite und Tiefe, und die Entwicklungen finden nicht so schnell statt – sind also nicht so dynamisch, berücksichtigen dafür jedoch mehr Aspekte / Werte / Menschen / Lebewesen…. Zu hohe Dynamik wirkt sich hingegen vernichtend aus (höchste uns bekannte Stufe: e = mc²). Auch hier wieder – Progression.

Dass sie zu irgendeiner Zeit die Kontrolle hatten oder die Menschen wussten was sie tun, bezweifle ich. Daher stehe ich auch Verschwörungstheorien verhalten gegenüber, auch wenn zumindest die Effekte vielfach nicht von der Hand zu weisen sind. Dass wir verarscht werden, ist ja unschwer zu übersehen. Die Zuständigen hantieren an Symptomen rum, schaffen damit aber nur wieder neue (…Progression…).

Um wachsender Komplexität zu entsprechen muss die Anzahl berücksichtigter Werte / Aspekte in einer Organisationsstruktur adäquat sein (also mit steigender Komplexität wachsen, nicht “wegrationalisiert” werden), sonst ist das Erreichte nicht zu halten, geschweige denn skalierbar.

Tiere nehmen ja auch keine Rücksicht

Auch schon gehört oder gelesen? “Tiere nehmen ja auch keine Rücksicht, fressen auch andere Tiere” etc. (gähn). Nun, die Tiere müssen sich keine Gedanken über die Folgen ihres Handelns machen, weil sie nicht so größenwahnsinnige Gierschlunde sind, die bereits an jedweder Grenze für “Genug” vorbeigeschossen sind, vergleichbar damit, als hätten alle Mäuse dieser Welt beschlossen, sie müssen nun jede einzelne so viele Ressourcen verbrauchen wie ein Elefant. Es dürfte rechnerisch nachvollziehbar sein, dass es dann zu viele Mäuse gäbe.

Es gibt keine physische Sensorik die uns sagt, wann wir genug Geld haben. Es gibt in unserer Wahrnehmung nur die Summe vorher, die Summe nachher, die Summe die der andere hat an der die Steigerung des “Wohlbefindens” gemessen wird (eine Konstante für “satt” gibt es also nicht). Sättigung und Zufriedenheit sind die Todfeinde der Wirtschaft, und die Menschen haben Angst dass die Wirtschaft zusammenbricht. Für mich stellt es sich jedoch so dar, dass diese Wirtschaft längst zum Todfeind der Menschheit und Menschlichkeit wurde. – Wenn die Konzentration auf der Versorgung der Menschen läge, statt auf Geld, müsste es weder jemanden der hungert, noch einen Zusammenbruch geben. Doch darum geht es “Wirtschaftstreibenden” ja nicht, sondern um den eigenen Gewinn – einer Illusion, denn weder macht er satt, noch zufrieden, noch glücklich, noch kann er von Dauer sein. Wirtschaftliche Ziele können nie erreicht werden, weil schon Geld kein Ziel sein kann.

Wir nehmen nur Unterschiede wahr, und das macht die Kognition in unserem Gehirn zum schlimmsten Alptraum für die Welt, wenn sie in die falsche Richtung läuft. Das tut sie, und zwar schon länger. “Menschen haben immer schon…” – Viele ihrer Traditionen laufen bereits seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden falsch durch Fehlinterpretationen, Lügen, Irrtümer, Missverständnisse, Traumatavererbung, sich selbst nicht mehr (an)erkennen können.

Man kann davon ausgehen, dass es unter Tieren keine gelogenen Gefühle gibt. Die Entscheidungen eines Tieres sind folglich authentisch, und jede Faser ihres Seins ist daran beteiligt. Mag sein dass sie weniger als wir bewusst auf ihre Entscheidungen blickenn können, doch ihre Intelligenz ist noch vollständig und aus sich selbst heraus stimmig und nachhaltig. Der Mensch schöpft seine kognitiven Ressourcen längst nicht mehr aus der Gesamtheit seiner Persönlichkeit, sondern orientiert sich an unvollständigen Daten und Schlüssen und lebt mit einem widersprüchlichen Datenbestand. Weder Fühlen noch Denken funktionieren auf der Basis noch “richtig”. Wir liegen weit jenseits einer gesunden “Mitte”.

Es genügt eine Degeneration, um ein Lebewesen vom Boden eines Planeten in dessen Geschichte zu überführen. Der Mensch hat so viele Degenerationen hervorgebracht, von denen es jede einzelne “in sich haben” haben könnte.

Um das zu überstehen genügen die Intelligenzressourcen der heutigen Entscheidungsträger auf keinen Fall. Es nützt jedoch auch nichts, sie zu “stürzen”, denn das was wir global abbilden ist nunmal die Struktur unserer derzeit ignoranten Gehirne. Die Organisationsstruktur kann sich erst mit dem Denken ändern. – Die Macht die in uns steckt ist tatsächlich sehr groß, doch gegeneinander gerichtet wirkt sie gegen alles Lebendige, inklusive uns selbst.

Wir mögen glauben das Dritte Reich sei überwunden. Das stimmt nicht. Es hat sich stattdessen global ausgebreitet, daher fällt es keinem mehr auf. – Die Konzentrationslager sind in den ärmsten Gebieten dieser Welt, deren Rohstoffe gnadenlos geplündert werden. Man braucht die Ausgegrenzten nicht umzubringen, denn praktischerweise verhungern und verdursten sie “von selbst”, während die durch ihre Geburt Begünstigten Verschwendung betreiben. Ich frage mich nur, um was zu erlangen tun sie das eigentlich?

Es läuft falsch. Geld kann kein Ziel sein, zumal es keine Sensorik gibt die einem sagt, wann “genug” ist. So bleibt es praktisch für immer “unerreichbar”, egal wie viel der Mensch dafür raubbaut und zerstört. Er wird davon niemals satt werden, weil das Empfinden und Denken in die falsche Richtung gehen. Zufriedenheit ist kein Wirtschaftswachstumgsantreiber (die wahren Erfolgsindikatoren wie Zufriedenheit und Glück haben in der Wirtschaft nichts verloren die braucht “unsatte” Menschen, und nicht nur in der obersten Hierarchiestufe). Dafür muss den Menschen permanent suggeriert werden, dass sie Defizite haben, und sie glauben das gerne (begehren was sie sehen). So kam es, dass ein einzelner Mensch heute das Vielfache an Ressourcen verbraucht als er zum Überleben benötigt. Glücklicher ist er damit aber nicht, was die Situation noch verschlimmert, denn er hat gegen seine undifferenzierten Insuffienzeindrücke nur kaufen gelernt. Er hangelt sich also von einer kurzen Wohlbefindenssteigerung zur nächsten, ohne das Gesamtniveau zu verbessern. Es fehlt nahezu allem was wir tun am dafür nötigen Tiefgang.

Nicht wer er ist definiert den heutigen Menschen sondern was er (nicht) hat. Vor diesem rein relativ ableitbaren Status kann er sich die Aufwertung benachteiligter Menschen, geschweige denn von Tieren, gar nicht wünschen. Das käme einer (gefühlten) Selbstabwertung gleich. Natürlich ist das völlig unrealistisch, doch andere(s) abzuwerten ist der einzige Halt der dem kleinen Mann noch blieb (auch wieder unabhängig wo auf der Hierarchiestufe er steht, ist ja stets relativ).

Wenn sich das Denken nicht ändert, werden sich auch die Organisationsstrukturen nicht ändern. Und so lange werden wenige auf Kosten aller anderen ihr Affenspiel treiben. Es betrifft nicht nur das Denken der “Reichen”, der “Politiker” oder “Wissenschaftler”, sondern das aller Involvierten. Die “Schuldigen” “da oben” oder in bestimmten Kreisen zu suchen mag temporär den einen oder anderen befriedigenden Moment erzeugen, löst das Problem aber nicht so weit, wie es vom Einzelnen anteilsmäßig gelöst werden könnte, würde er sich darauf konzentrieren was er selbst tun kann. Die individuelle Schuld ist nicht teilbar.

Menschen wären da längst nicht mehr, hätten ihre Vorfahren nicht über einen langen Zeitraum alles richtig gemacht. Wir hingegen machen es erst seit einem vergleichsweise kurzen Zeitraum (paar 100 oder 1000 Jahre – ein Augenzwinkern im Verlauf der Erdgeschichte) falsch, und sind noch da, weil wir durch unseren Verstand gelernt haben, das Zahlen der Zeche (für unsere Fehler) hinauszuschieben. Die summiert sich derweil progressiv und wird mit zerstörerischer Dynamik auf uns eindreschen, wenn die künstlichen Dämme nicht mehr halten.

Nicht ob das passiert ist die Frage, sondern wann. Und je früher das passiert, desto weniger werden draufgehen. – Ich schätze allerdings es ist gar nicht “erwünscht”, dass sieben Milliarden Menschen überleben. – Und damit meine ich nicht nur von “denen da oben”. – Sonst könnten wir hier nicht mehr ruhig an unseren Kisten sitzen, während anderorts reihenweise Menschenkinder tot umfallen. – Denn wir könnten daran arbeiten das zu ändern, wenn wir nur wollten.

Mein Gehirn ist mein Territorium

Sozialdarwinismus ist eigentlich der falsche Begriff eine Ideologie zu beschreiben, die viel Elend über die Menschen brachte. Es sollte Spencerismus heißen. Es stört mich als alte Darwinistin, da sein Name es nicht verdient hat, mit einer Ideologie in Zusammenhang gebracht zu werden. “Der Stärkere überlebt” hat für mich nichts mit Darwins Theorie zu tun, sondern ist eine wüste Interpretation jener die sich um jeden Preis für etwas Besseres halten wollen, und dabei großen Schaden anrichten, also keine für andere wertvollen Menschen sind.

Was können Menschen, das Tiere nicht zumindest im Ansatz auch können? Wo ist die Grenze? – Gibt es überhaupt eine? – Der Versuch eine scharfe Abgrenzung festzustellen, muss schon daran scheitern, dass diese in dem Moment verschwimmt, in dem man sie gefunden zu haben meint. Wir selbst machen von der Zeugung bis zum Erwachsenwerden die Phasen des Tierseins im Schnellgang durch. Die einen Geister bleiben früher stehen, die anderen später. Doch keiner der weiter entwickelten Geister käme auf die Idee, die früher stehen gebliebenen oder sonstwie kognitiv benachteiligten nun zu schlachten und aufzufressen, nur weil sie 20, 30, 50 oder noch mehr IQ-Punkte niedriger liegen als sie.

Wenn es etwas gibt das den Menschen von den Tieren “unterscheidet”, dann wäre das wohl am ehesten sein ihn zu hoher Abstraktion befähigender “Verstand”. Doch die meisten Menschen wurden nur in die Errungenschaften, die einigen wenigen Menschen zu verdanken sind die über sich selbst hinausdenken konnten, hineingeboren. Dazu beigetragen haben sie nichts, sind aber dennoch jene, die am Lautesten auf ihr “Recht des Stärkeren” pochen (je dümmer, desto lauter).

Jeder Gedanke, jeder Beschluss wurde bereits vom Gehirn entschieden, auf Basis von Werten / Empfinden, bevor er uns bewusst ist. Gefühle waren vor dem Verstand da. Natürlich sind sie tierischen Ursprungs.

Tiere fühlen Schmerzen (zumal die Sensorik dafür schon sehr alt ist)
Tiere können trauern,
Tiere können sich freuen.
Tiere können lieben (bedingungslos).
Tiere sind zu kognitiven Leistungen fähig.

Und Tiere haben uns voraus, dass bei ihnen alles was sie fühlen, echt ist.
Ist es etwa Neid?

Die Natur kann “mann” nicht beherrschen. Jeder Versuch der Herrschaft führte uns bisher ins Chaos (im Gegensatz zur Anarchie findet in einem Chaos keine zielgerichtete Entwicklung mehr statt), denn es bleiben mit der Übertragung (dem Verlust) von Verantwortung (immer mehr) Werte auf der Strecke. Die Menschen müssen alle wieder lernen für sich selbst zu denken statt sich Orientierungsmarken Dritter ins Gehirn pflanzen zu lassen, die dann an den Rezeptoren hängen wie Vitamin-B12-Analoga und dem Denken die Basis entziehen. Werbung verbieten wäre womöglich die einzige Maßnahme mit der die Welt noch zu retten ist. Denn “Verbraucher” wollen alles haben was sie sehen. Sehen sie es nicht mehr, sinkt der Ressourcenverbrauch sofort. – Besser die Wirtschaft opfern als alle(s) Leben, doch auch diese ist schon dermaßen ideologisiert und in die Gehirne gewaschen, dass es sich kein Mensch mehr anders vorstellen kann.

Bereits Gödel hat mathematisch bewiesen, dass jedes hinreichend komplexe formale System entweder unvollständig oder fehlerhaft ist (in beiden Fällen gelangt man zu falschen Schlüssen). Wenn die Fehleranfälligkeit des Verstandes kompensiert werden kann, dann nur durch die permanente Berichtigung erkannter Fehler (“Wahrhaftigkeit”), statt sie zur heiligen “Tradition” zu erklären. Dogmatische Systeme sind nicht skalierbar, sondern verhalten sich wie ein nichtlernendes, starres Computerprogramm. Komplexität und Veränderungen kann damit nicht intelligent entsprochen werden, und wir haben es nun mal mit beidem zu tun.

Bei manchen Gehirnen trifft wohl zu: mein “Programm” ist mein Territorium, da lasse ich keinen rein. Zu schade, denn anders wird man nämlich niemals klüger.

Fressfeinde

Seit die Schrift erfunden ist, interpretieren sie die meisten Menschen (speziell der Regelfixierte) wie sie ihnen grade ins Gewinndenken passt. – “Ich halte mich an das Gesetz” – Ja gut. Und dennoch wird dabei die Welt zerstört. Unzureichendes Gesetz, falsches Handeln, dumm – gelaufen. Regeln können das Denken nicht ersetzen. Dass noch mehr Regeln das Dilemma lösen, daran mag ich nicht so recht glauben.

Die einzigen Wesen die bedingungslos für andere da sind, sind Tiere. Menschen können einander nicht einmal mehr lieben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten (mit [zu] wenigen Ausnahmen). Gibt es irgendwo in dieser “Zivilisation” noch ein Kind das ohne Leistungs- oder sonstigen Druck aufwachsen und sich frei entfalten kann?

Mein subjektiver Eindruck (warum unser System nicht funktionieren kann und aussterben wird – wohl gemerkt: das System, davon müssen nicht zwingend auch alle Menschen betroffen sein): Es war m.E. der (falsch angewendete) Verstand, der’s (pardon) versaut hat… Abstraktion ist nichts für Gefühlsarme. Die halten das dann für Intelligenz, dabei ist es einfach nur reduziertes Denken, das zu vorschnellen Schlüssen und Entscheidungen führt, weil es auf weniger Werten (respektive berücksichtigten Aspekten) basiert als es könnte und sollte. – Und sie haben bis heute nicht bemerkt, dass ihnen was fehlt (allenfalls in undifferenzierten Sehnsuchtseindrücken mit denen sie nichts mehr anzufangen wissen, außer sie niederzukonsumieren).

Verständlich, und niemandem wirklich vorzuwerfen. Jeder ist nur hinter dem her, von dem er wissen kann, dass er es will.

Weil da kein wesentlicher Unterschied (mehr) zu sehen war, geschweige denn ein lebensnotwendiges Erfordernis für die Bluttat am Tier, konnten Tiere nicht mehr meine Nahrung sein. Nein, das ist keine Abwertung des Menschen, sondern eine Aufwertung des Lebens. – Etwas, das Karnisten nicht verstehen können (nur so lange bis sie es doch wollen), und kein IQ hilft darüber hinweg – weil das Erkennen von richtig oder falsch daran nicht gebunden ist. – Intelligenz ist weit mehr als das, weit mehr als wir heute leisten. Vielleicht ist die Erkenntnis darüber die nächste Kränkung der Menschheit. – Wird sie etwas ändern? – Spätestens mit der Generation die mit diesem Wissen aufwächst. – Menschliche Eltern zerstören die Lebensgrundlage ihrer Kinder, damit sind sie deren Todfeinde, und diese Kinder werden das erkennen. Sie haben gar keine andere Wahl.

Werbewirkung

Den Müttern wird tagtäglich erzählt, dass sie gar nicht stillen müssen. Man kann das auch nicht widerlegen, schließlich haben zwischenzeitlich ein paar Generationen ohne Muttermilch überlebt. Wenn vorangestellt wird, “stillen ist das Beste für Ihr Kind”, dann jedoch folgt: aber wenn Du nicht kannst (magst) haben wir eine so gute Alternative, dass Du kein schlechtes Gewissen haben brauchst, deinem Kind unser Produkt zu füttern (wenn ich das eh nicht haben muss, warum dann nicht gleich den Weg zum Industriefutter abkürzen, macht mich gleich “unabhängiger” von dem kleinen Kitakandidaten), ist manches unschuldige Baby von Anfang seines Lebens an von der Nahrungsmittelindustrie gekauft.

Später dann kommen die bunten Farben und putzigen Gebilde mit denen ungesundes Essen beworben wird, oder in bunte Formen gepresstes Plastik, dessen einziger Zweck darin besteht, dem Erbauer Geld zufließen zu lassen. Das ist die Ausschüttung / Belohnung um die es dabei geht, und der Menschen Verhaltensstrategien daran angepasst. Diese werden bereits über das Bildungssystem vermittelt, das uns unter anderem lehrt, mit Geld und Marken zu rechnen, die wir uns von anderen in die Gehirne p… lassen, sonst gehören wir nicht “dazu”. Echte Werte? – Tja, die kann man nun mal nicht beziffern, wie soll man sie also in die Geldrechnung einbeziehen? – Empathie, gar noch für Tiere, in seine Entscheidungen einfließen zu lassen, ist da nur ein Hemmnis. – Wenn mich wer fragt, ist das (mangels angewandter Empathie) – evolutionär und ohne Plan – beim Werden so geworden, und war nicht dazu geeignet, unsere besten Wesenszüge zu fördern. — Oder? – Vielleicht grade, durch den “Abstand” zu uns selbst aus dem wir uns heute betrachten können, in einer ganz neuen Dimension?

Klar fliegen Kinder auf bunte Sachen, sie wissen ja noch nichts darüber, was damit für Schadwirkungen verbunden sind, noch sind sie in ihrem Urvertrauen fähig, damit zu rechnen, dass jemand Schaden an ihrem Leben billig-end in Kauf nimmt. Sie ahnen nicht, wie sehr die Tiere gelitten haben, deren “Produkte” ihnen die Eltern gedankenlos in die Münder schieben. Die Eltern wiederum wollen in die strahlenden Gesichter ihrer Kinder sehen (oder auh nur mal ihre Ruhe haben). Wenn die es dann endlich erfahren, und es ist auch noch “so weit weg” und das Ausmaß des Grauens sowieso unvorstellbar, wollen sie von dem Zeugs auch schon nicht mehr lassen, sind “süchtig” und den Industrien die sie “füttern” hörig (“Marken” ersetzten innere Orientierung). Jede Ausrede seine Gewohnheiten weiter zu pflegen, seien sie in Hinblick auf die Vernichtung von Regenwäldern, verhungernde, vertriebene und ausgebeutete Menschen, Umwelt und Artenbeständen noch so grausam und absurd, wird dankbar aufgegriffen. “Alle anderen”, die das auch tun, sind wie eine bestärkende Betonwand, gegen die man als “Außenseiter” so wenig ankommt, wie das Omegarhesusäffchen mit seiner einsamen Salzwasser-Kartoffelwaschstrategie auf Anerkennung hoffen darf, obwohl alle Affen davon begeistert wären, würden sie es einfach mal ausprobieren. Lernen ist mit zumindest temporärer Unterordnung verbunden, und das hindert besonders jene daran, die es eigentlich am Nötigsten hätten, ignorante Erwachsene (zwischen Ignoranz und Dummheit sehe ich wirkungstechnisch keinen Unterschied).

Durch stufenweise “Gewöhnung” nehmen wir einen permanenten Anstieg von Umweltgiften und Leiden in Kauf, und ich glaube nicht, dass es auch nur einen Menschen auf diesem Planeten gibt, der in der Lage ist, das Gefahrenpotential das wir in die Welt gesetzt haben, realistisch einzuschätzen. Es ist ja nicht nur eine einzige Gefahr mit unserem Gebahren verbunden, sondern viele, die nicht nur von modernen “Errungenschaffen”, sondern auch von Menschen ausgehen. – Es kann jedoch schon fatal sein, wenn uns nur eine davon auf den Kopf fällt.

Ach so, “Bisher ist ja nichs passiert” –
A) falsch, eine Menge ist passiert, und passiert weiterhin vor unseren Augen (jeden Tag verhungern Zigtausende Menschen, das ist also “nichts”, aber die Menschen kommen vor den Tieren – ähm, welche eigentlich?), nur daran haben wir uns auch gewöhnt,
B) richtig schief gehen kann es nur einmal, und dann wird es für niemanden mehr einen Wert als “Beweis” haben – wir überleben das nur durch Vermeidung, nicht indem wir es so lange herausfordern bis es uns trifft

Es gab keine Zeit in der wir so viele Informationen zur Verfügung hatten wie heute durch das Internet. Nicht verwunderlich, dass die “Anführer” es regulieren wollen (nicht verschwörungstheoretisch gemeint, das halte ich als Erklärung für unnötig). Wenn woraus etwas hervorgehen könnte, dass das System nicht nur in Frage stellt, sondern bereits das ablösende Vernetzungsmodell liefern könnte, dann ist es am ehesten ein freies Internet in dem Menschen teilen können, wonach ihnen ist. In ein paar Jahren könnten dadurch noch deutlich mehr Menschen “Opensource” ticken, und bereits die übernächste Generation (sofern es sie noch gibt, und sie dann noch die Freiheit hat, ihre eigenen Gedanken zu entwickeln), wird mit Befremden auf unser heutiges Treiben zurückblicken. Das Gehirn dafür braucht mehr Freiraum (statt Pflichtenhefte und Routinen die seine Kapazitäten überwiegend für die Interessen anderer binden) und individuelle Bildung. Gleichmacherei schafft Benachteiligung, keine Chancengleichheit.

Glück kann man lernen, Intelligenz kann man lernen, Empathie, und auch die Geschmackssinne sind in der Lage sich wieder auf das einzustellen, was uns tatsächlich und auf Dauer gut tut. Wir sind, und das ist ein anerkennenswertes Feature des Menschen, zu alles Bisherige übertreffenden Gehirnleistungen fähig (zumal wir grade am Anfang stehen, uns auf neurobiologischer Ebene zu erforschen und zu verstehen).
Ob der Verstand Fluch oder Segen ist, steht noch nicht fest, sondern wird sich m.E. noch erweisen. – Für die Ausreden- statt Lösungssuche gebraucht, finde ich ihn in Anbetracht unserer Fähigkeiten bedauernswert verschwendet. – Das kann uns auch gar nicht richtig glücklich machen (Unzufriedenheit ist zudem der Antrieb des Wirtschaftssystems, daher ist “zufrieden” jetzt auch schlecht, und wird, zusammen mit “Harmonie” mit “Entwicklungsstillstand” gleichgesetzt). Dafür ist das Gehirn nämlich zu schlau. – Das ist der Grund, warum ich nicht einfach damit aufhören kann, zumindest an den Hauch einer Chance auf eine Lösung zu glauben.

Die Aufgabe von Bildung wäre es daher m.E., den mentalen “Rückstand” zwischen Bewusstsein und Gehirn (und Körper!) aufzuholen, so weit die These. Ausgestattet mit einer gesunden, umfassenden Selbstverständnisbasis (kann einem auch keiner mehr so leicht was vormachen zwecks Indoktrination etc.), inklusive Annahme und Integration des Tiergartens in sich (weshalb m.E. omnivor nicht mit angemessener Selbsteinschätzung in Einklang zu bringen ist, nicht mehr heute), geht das weitere Lernen sowieso viel tiefer, und daher selbst-verständlich leichter, als Teil von einem selbst, nicht als abstrakter Overhead auf dem wir rumhaschen wie eine von Fischeanimationen irritiere Katze auf einem Touchscreen. – Loslassen macht (die Menschen) wieder frei, und aus dem Verstand mehr, als eine ferngesteuerte Bedienoberfläche, deren Verbindungen zur bloßen Seinsebene keiner mehr fühlen kann, und sein Leben lang vergebens auf der Habenseite sucht.

Nichts zwingt uns dazu einen Planeten zu vernichten

Es sind überwiegend erlernte Bewertungen vor denen wir von unserem Gehirn die ersehnte Ausschüttung kriegen. Mit richtig hat das noch nichts zu tun.

Die meisten Menschen die ich kenne halten sich für natürliche Omnivore (wie ich auch, bevor ich mich ausgiebiger mit dem Thema Ernährung beschäftigte). Es gibt sogar Leute, die unsere Eckzähnchen für einen Fleischfresserhinweis halten; schon mal ‘nem Gorilla in den Mund geschaut? In meinen Recherchen der letzten Jahren stieß ich auf viele Hinweise die für einen dem Fleischverdauer näher als andere Pflanzenfresser stehenden Früchteesser sprechen (PH-Wert, Harnsäureabbauvolumen, Speichelbeschaffenheit, Farbsehen, Hände, die sehr geschickt darin wurden auch an geschütztes Fruchtfleisch zu gelangen… – unsere Hände sind nicht zum Töten gemacht, sie haben nicht mal Krallen), der Tierisches zwar verwerten kann, als Notlösung, nicht weil es notwendiger natürlicher Bestandteil seiner Ernährung ist. Die Lust auf ein Nahrungsmittel ist als Argument generell zu vernachlässigen, da so ziemlich jedes Geschmackserlebnis das einmal ein Hinweis auf verwertbare Inhaltsstoffe gewesen sein mochte, isoliert, degeneriert, und zum ungesunden einseitigen Fresswerk umgestaltet wurde. Zu fett, zu süß, zu salzig, zu wenig Vitalstoffe, und viel zu viele Kalorien. Essen um zu schmecken, nicht um zu überleben. Und das bringt uns dann auch noch früher um (oder macht krank).

Hinzu kommt, dass sogar unsere als omnivor geltenden Hunde als Veganer bestens über die Runden kommen (Beispiel: Bramble, der es bis ins Guinessbuch der Rekorde schaffte).

Tierisches hat auf biochemischer Ebene im Gegensatz zur Pflanzennahrung zum Teil bedenkliche Nebenwirkungen (zählt man die auf die Umwelt noch dazu, gibt es kaum etwas Bescheuerteres als weiter Fleisch und Fisch zu essen), bis hin zur Persönlichkeitsveränderung vom sozial motivierten zum Territorialwesen, das nicht nur auf seinen Pfründen beharrt, sondern immer mehr davon braucht um seine Gier zu stillen (der klägliche Rest von dem, was mal ein Lebensinhalt war). Unser Wettkampfsystem ist m.E. ein typisches Triebmusterwerk fleischfressender Tiere. Nicht weil sie Fleisch fressen müssten, sondern, weil sie sich dafür entschieden und sich damit ein entsprechend disponiertes biochemisches Milieu eingebrockt haben, das sich stärker abgrenzt (betonschädelig, weniger lernfähig) und leichter mal gegen andere stellt. Ein zukunftsfähiger Wandel ist ohne den Umstieg auf pflanzenbasierte Ernährung weniger erfolgversprechend, weil er die geeignete mentale Basis benötigt, nämlich umfassend nachhaltig zu empfinden und zu denken (integrativer, vielwertiger, gerechter, daraus geht folgerichtig von selbst ein dichter vernetztes, intelligenteres Gesamtsystem hervor).

Bedauerlich, dass Menschen zwecks Billigung ihres globalen Nahrungsblutbads vergessen zu haben scheinen, wer sie alle(s) sind. Wer gegenüber dem Leid seiner Mitumgebung abstumpft, tut es auch gegen sich selbst. Wo kein (Mit)Gefühl ist, bleiben nur noch die elementaren Triebe übrig (die der Verstand dann bedient, denn er steuert uns ja nicht, sondern führt uns nur aus). Da das dem über seine eigenen Grenzen hinaus vernetzbaren Menschengehirn nicht ausreicht um das reichhaltig stimulierte Leben zu führen nach dem es ihm mental verlangt, wird es davon auch niemals satt. Es kann nicht genug kriegen, von gar nichts was er heute (nur noch) kriegt, und daher fehlt unserem System der Boden. Unsere Destruktivität ist eine Mangelerscheinung von Milliarden unzureichend mit ihrer Umgebung vernetzten Gehirnen. – Das kann sich nicht ändern, so lange sie die (Tier)Ausbeutung beibehalten.

Kooperation ist der einzige Weg, dauerhaft aus dem Vollen zu schöpfen. Die Intelligenz vieler fließt dabei zusammen und wächst im Mit- und Füreinander zu mehr Komplexität. Wir verschwenden sie stattdessen gegen die Natur, die Tiere, und uns selbst. Ich kann nicht mehr glauben, dass das auch nur den Hauch einer Zukunftschance hat.

Papst sieht Zukunft der Menschheit durch Homo-Ehe bedroht

Stattdessen fordert er die Rückkehr zur “traditionellen Familie”. Als ich ungläubig vor diesem Artikel saß, fiel mir nachfolgender Blogbeitrag wieder ein: Familie Teil2 – die ganze Geschichte.

Werte sind der Schlüssel, darin sind sich alle einig, auf der ganzen Welt (ist das nicht bemerkenswert?), aber eben Werte, und nicht deren Symbole, an denen sich dann die Geister scheiden (zu viel Verstand, zu wenig Gefühl / Intuition). Selbst wenn zwei dasselbe meinen, verstehen sie sich dadurch nicht mehr (als Kinder hätten sie das sehr wohl noch gekonnt), und dann sind sie sich uneins, oder bekriegen sich. Verschwendung.

Keine Privatsache

Veganer seien intolerant, extrem, militant, und was ich esse ist schließlich Privatsache…

Ist Rauchen Privatsache? – Jedenfalls nicht, so weit es sich um Räumlichkeiten außerhalb der eigenen handelt. Menschen werden per Gesetz davor geschützt, in den gefährlichen Dunstkreis von Rauchern zu geraten. Dieser Schutz wird auch nichtrauchenden Fleischessern und ihren Kindern zugestanden. Doch die Schadwirkung die sie als Fleischesser verursachen, gehen weit über ihren noch sichtbaren Dunstkreis hinaus. Im Gegensatz zu dem des Rauchers ist dieses Konsumverhalten sicher tödlich.

Nichts, was andere in Mitleidenschaft zieht, ist Privatsache.

Unfreiheit als Wurzel des Übels?

Der ursprüngliche Jäger (sofern es den gab), der auf das Tier als Nahrungsquelle angewiesen war, musste dessen Lebensinteressen nicht abwerten. Es ging um Leben gegen Leben auf Augenhöhe. Die Wert(ein)schätzung veränderte sich erst, als der Mensch nicht mehr auf das Tier als Nahrungsquelle angewiesen war, und hat heute im Überfluss der es leichter denn je gestatten würde sich rein pflanzlich zu ernähren, ihren Tiefpunkt erreicht. Wertloser können wir Tiere nicht mehr behandeln als es heute geschieht.

http://veg-tv.info/Earthlings

Selbstlosigkeit halte ich für technisch ausgeschlossen.- Egoismus ist immer im Spiel wenn wir Entscheidungen treffen. Der Unterschied liegt vielmehr darin, welche und wessen Werte unsere Wohlbefindensgewinnrechnung integrieren kann. Kognitive Leistungen beginnen nicht erst jenseits des Fühlens. Im Gegenteil – was uns nicht berührt, bewegt auch nicht unser Denken. Ob emotionale oder rationale Reaktion, ohne Impuls kein Feuer.

Da wir tierische Interessen abzuwerten lernten, kann die Kognition keine ihnen gerechte Gewichtung mehr an ihnen festmachen (“Es sind ja nur Tiere”). Objektiv gesehen ist jedes Lebewesen Träger von Eigeninteressen, nicht der von anderen, auch wenn es im Zusammenspiel der Lebensformen unvermeidbar zu einem komplexen Gefüge von Synergieeffekten, Kooperationen und Symbiosen gekommen ist, wohingegen vernichtende Feindschaften das Gleichgewicht (auch) zu Ungunsten des “Gewinners” zerstören und daher keinen Bestand haben können. Der geldbewertende Mensch ahnt noch nicht, was er in seiner unglückseligen Gier (wonach auch immer, jedenfalls sind nicht die Banker oder irgendwelche Verschwörer Schuld, denn wir alle haben mitgemacht) zerstört, so wenig wie er sich selbst versteht, sonst würde er nicht immer wieder auf dieselben Mechanismen reinfallen. – Vorwerfen kann man es ihm auch nicht so recht, denn mit seinem Verstand ging die Erfassung der Welt noch einmal ganz von vorne los.

Menschen niemals satt werden zu lassen ist das – sogar erklärte – Konzept das die Wirtschaft antreibt. – Die Wettkampfwirtschaft wird zum Feind des Lebens, weil sie überlegene Mittel vor immer noch denselben (alten, tierischen) Motiven anwendet. Lediglich von sozialen Werten losgelöste Triebhandlungen sind in Geld bezifferbar. Vertrauen, Liebe, Glück, etc. kann niemand in Geld aufwiegen. Wenn wir das Beste in uns jedoch für Geld gar nicht bekommen können, welchen Entwicklungsvorteil bietet es dann noch (wir verlieren damit ja Werte, statt welche zu gewinnen)?

Evolutionär betrachtet liegt der Fortbestand natürlich zugänglicher Ressourcen nicht im “Sinne” naturräuberischer Konzerne, und so geht ihre Wirkung automatisch in Richtung Konkurrentenzerstörung oder Assimilation (nicht nur andere Konzerne, auch die Natur). – Ist die Natur zerstört und / oder vollständig assimiliert und als Versorgerin für Menschen komplett ausgefallen, verbleiben die “Gewinner” als die einzige “Hand” die alle füttert. Böser Plan, Absicht, Verschwörung? – Ein in Betracht zu ziehender Effekt.

Intuition / Mustererkennung ist m.E. die native Art und Weise wie unser Gehirn die Welt die es fühlenderweise bewertet, für sich wiedererkennbar macht, um sich im sinnlichen Zusammenspiel mit der Umgebung an seinem inneren “Weltmodell” intuitiv und unmittelbar der Situation gerecht zu orientieren. Ein Bewusstsein umfasst alles, worin wir uns wiedererkennen, den kognitiven Raum, das Vorstellungsvermögen. – Jedes Wesen mit Gehirn geht mit Werten um, die aus seinem Triebsystem kommen und von emotionalen, später sozialen “Erinnerungen” geprüft werden, bevor daraus ein Schluss, eine Entscheidung oder ein Gedanke werden kann. Steigende Komplexität (“Vielwertigkeit”) erforderte eine höherwertige, mehr Aspekte / Interessen / Werte berücksichtigende Prüfsumme, ein Mehr an Wiedererkennung individuell erfahrener Erlebnismuster, die eine ebenso individuelle, vielschichtige Persönlichkeit ins Gehirn prägten.

Die Abwertung tierischer Eigeninteressen ist postnatal erlernt, wie vieles gegen die natürliche Tendenz des Kindes zu Gerechtigkeit und Tiere zu mögen, und damit lediglich soziosubjektiv und kann daher auch gesellschaftlich relativiert werden, zumal es keinen Mangel an Alternativen gibt. – Umfassender gebildete Generationen nach uns (sofern wir ihnen noch eine Lebensgrundlage übrig lassen) werden damit so wenig Sorgen haben wie heute gebildete Menschen mit der Akzeptanz der Gleichwertigkeit von Menschen jedweder Herkunft. – Natürlich haben wir die “Wahl” wofür wir uns entscheiden, nicht jedoch welche gewählte Strategie (auf Dauer) bestehen kann (das “Richtige”, das “Geeignete”, das “Gute”). Freie, eigenverantwortliche Menschen können auf Gemeinheit als Mittel subjektiver (nicht realer) Selbsterhöhung verzichten. Sie sind aus sich selbst heraus wertig durch ihre Individualität mit der sie im Für- und Miteinander zum Wohle anderer wirksam sind. Warum nur verkaufen, wenn man es auch tun kann?

Einfühlungsfähigkeit (in systemische Strukturen) und Mitgefühl sind unsere Stärken mit Zukunft. Ich glaube, es wird Zeit einzuräumen, dass wir uns selbst wieder vermenschlichen müssen, statt die Dinge und Haustiere mit denen wir uns kompensationshungrig umgeben. Nur uns selbst können wir zu Menschen machen.

Ich esse doch nur wenig Fleisch, und wenn dann bio…

Ab und an fordern die Massentierhaltung kritisierende Kurzdenker die Menschen auf, doch nur noch Biofleisch zu essen. Klar, all jene für deren Abspeisung man überhaupt erst die Massentierhaltung einführen “musste”, sollen doch einfach auf (noch mehr Ressourcen verbrauchendes) Biofleisch (totgestreichelter Tiere?) umsteigen. Bei ich esse nur wenig oder Biofleisch geht es tatsächlich um Gewissensabspeisung – also sich bestenfalls darüber Gedanken zu machen wie man es hindrehen kann, weiterhin ein Übermaß an Lebensenergie zu absorbieren (Fehlerbeibehaltung und weitere Pervertierung) und trotzdem davonzukommen. Das ist das praktizierte Gegenteil von Entsprechung (Fehlerberichtigung).

Vegan ist doch keine Lösung für all unsere globalen Probleme, und wo soll das hinführen (vegane Biolandwirtschaft funktioniert, siehe Video, “Making the Conntection“) wenn wir nicht mehr drei Tonnen an Tierfäkalien pro Mensch mehr auf die Felder entsorgen. Doch, genau das. Ich halte den veganen Schritt für die Lösung. Auf meiner langen Suche nach zukunftstauglichen Ansätzen fand ich keinen, der mit nur einer einzigen Entscheidung so viel Positives bewegt.

Auch Veganer hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck. Diese Begründung ist mir auch schon oft als Rechtfertigung für die Beibehaltung des Tierproduktekonsums aufgefallen. Am tollsten finde ich die: andere Tiere fressen ja auch Tiere (bei dem geistigen Emanzipationsbestreben kann einfach keine Menschlichkeit bei rauskommen). Schließlich benötigt jedes Lebewesen Ressourcen. – Genau genommen ist es so, dass nur der Mensch Abfall produziert und damit einen destruktiven Fußabdruck hinterlässt.

Wie viele Menschen der Planet ernähren kann hängt davon ab, wie viele Ressourcen jeder einzelne verbraucht. Fleischfresser benötigen um ein Vielfaches mehr an Territorium (das Problem war bereits von Sokrates erkannt worden, und er warnte vor der Viehhaltung als Kriegsgrund). Wir sind noch lange nicht “zu viele” Menschen (unsere “Nutz”tiere verbrauchen mehr als wir alle), sondern es gibt zu viele zu viel verbrauchende Menschen. Und überhaupt, welche Menschen sind bei “zu viele” eigentlich gemeint? Man müsste nämlich auf deutlich weniger Menschen verzichten, wenn man nur jene “aussortiert” die zu viel verbrauchen. Ich schlage stattdessen vor, einfach nur den unnötigen Überverbrauch zu stoppen – damit ist allen geholfen, Mensch, Tieren, Natur.

Zuerst kommen die Menschen, ist daher wohl der kognitiv unbedarfteste aller Klassiker im Ausredensortiment, den schon die Tatsachen als Lüge enttarnen. Die Auswirkungen der ausbeuterischen Lebensweise zeigen auf, wie es um diese “zuerst kommen die Menschen”-Haltung wirklich bestellt, und folge dessen Sachstand ist. – Menschen verhungern, und andere Menschen sehen dabei zu, während sie damit beschäftigt sind zu rechtfertigen was mit Vernunft nicht zu begründen ist, nämlich dass sie das zehn- und mehrfache an Nahrung für sich beanspruchen als sie tatsächlich brauchen. – “Zuerst kommen die Menschen?” – damit ist wohl nur der eigene Stoffwechsel gemeint.

Es ist keineswegs die Dosis die beim Fleisch das Gift macht, sondern die Akzeptanz der Tötung unschuldiger Wesen an sich ist das Gift das Mitgefühle und Humanität unterwandert, denn sie kann nur durch Ignoranz des Befindens Betroffener “hingenommen” werden. Ausbeutung und Gewalt erkennt man nicht daran, gegen wen wir sie ausüben, sondern im Leid das sie verursachen.

Und nun stelle man sich vor was es für die Natur und eine wachsende Anzahl benachteiligter Menschen bedeutet, wenn sich der Milch-, Eier- und Fleischkonsum nochmal verdoppelt (bis 2050). Soweit kommen wir auf dieser Route gar nicht mehr, und wenn will ich nicht wissen, um welchen Preis.