Unbeschreiblich

Widersprüche sitzen nur da, wo wir sie selbst manifestiert haben, in unseren Köpfen. Da werden „Werte“ mit Symbolen verknüpft, und die Orientierung findet im Weiteren an der Symbolik statt, aus der wiederum Werte hervorgehen, bzw. deren Wertigkeit sich im Laufe der Zeit verändern kann.

Worte alleine können der Großartigkeit des Universums nie und nimmer entsprechen. Sie reduzieren, was nicht reduzierbar ist, mit dem Ergebnis, dass es viel öfter falsch als richtig interpretiert wird. Nur Bruchteile unseres Denkens können wir überhaupt benennen. Die reduzierte Betrachtung vertut sich leicht mal – wenn nicht im Ausdruck, dann in der Interpretation und Adaption.

Es spielen unzählige Faktoren mit hinein, damit ein Gedanke genau so entsteht, wie er es tut. Das ganze Drumherum, die averbalen Komponenten, die kleinsten Einheiten, sind uns nicht gegenwärtig. Auf Werteebene haben jedoch schon kleinste Justierungen und Ausweitungen massiven Einfluss auf die gesamte Informationsverarbeitung (Denken). Durchaus vergleichbar mit der mitunter bis zur Unkenntlichkeit reichenden Verzerrung einer Systemoberfläche, wenn der Pogrammierer einen Wert falsch setzt.

Was wir fühlen, lässt sich schwer beschreiben und für die Argumentation heranziehen. Das war Grund genug, es wegzurationalisieren. Damit verloren wir den emotional-sozialen Puffer zwischen Reiz und Reaktion, zwischen sehen und habenwollen, mit dem Effekt, dass aus unerschöpflichen Quellen wie dem Meer oder den Urwäldern systematisch ausgebeutete Bestände mit Ablaufdatum geworden sind. Wir hätten die Regenerationsfähigkeit der Bestände zu keiner Zeit überschreiten müssen.

Auch in Gefühlen steckt eine Logik, steckt Information, um ein Vielfaches dessen, was den Durchsatz bewusster Gedanken ausmacht.

Werte sind die grundlegende Ebene intelligenter Datenverarbeitung. Auf Werteebene sieht / fühlt man aber *nur*, und Gefühle sind zu datendicht, um jeden Aspekt im Detail zu analysieren und zu beschreiben. Aber das macht nichts, denn wenn die Werteebene *stimmig* ist, dann sind es auch die Gedanken, die ins Bewusstsein dringen – ja, wenn…

Das *Herz* denkt umfassender wie der Verstand, weil es nicht auf den kleinen verbalisierbaren Teil angewiesen ist, sondern auf den vollen Bestand zugreift. Auf das Verbalisierbare beschränkt *sieht* der Verstand *das große Ganze* nicht mehr, das lässt schon seine geringe Bandbreite nicht zu. Er ist ein Fokussierer, der sich zu einer Zeit nur einem Aspekt zuwenden kann und auf diese Weise linear Folgerungsketten abarbeitet. Dieser Mechanismus alleine wird weder unserer, noch der Komplexität unserer Lebensumgebung gerecht. Vernunft braucht beide Komponenten.

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