Tiere nehmen ja auch keine Rücksicht

Auch schon gehört oder gelesen? „Tiere nehmen ja auch keine Rücksicht, fressen auch andere Tiere“ etc. (gähn). Nun, die Tiere müssen sich keine Gedanken über die Folgen ihres Handelns machen, weil sie nicht so größenwahnsinnige Gierschlunde sind, die bereits an jedweder Grenze für „Genug“ vorbeigeschossen sind, vergleichbar damit, als hätten alle Mäuse dieser Welt beschlossen, sie müssen nun jede einzelne so viele Ressourcen verbrauchen wie ein Elefant. Es dürfte rechnerisch nachvollziehbar sein, dass es dann zu viele Mäuse gäbe.

Es gibt keine physische Sensorik die uns sagt, wann wir genug Geld haben. Es gibt in unserer Wahrnehmung nur die Summe vorher, die Summe nachher, die Summe die der andere hat an der die Steigerung des „Wohlbefindens“ gemessen wird (eine Konstante für „satt“ gibt es also nicht). Sättigung und Zufriedenheit sind die Todfeinde der Wirtschaft, und die Menschen haben Angst dass die Wirtschaft zusammenbricht. Für mich stellt es sich jedoch so dar, dass diese Wirtschaft längst zum Todfeind der Menschheit und Menschlichkeit wurde. – Wenn die Konzentration auf der Versorgung der Menschen läge, statt auf Geld, müsste es weder jemanden der hungert, noch einen Zusammenbruch geben. Doch darum geht es „Wirtschaftstreibenden“ ja nicht, sondern um den eigenen Gewinn – einer Illusion, denn weder macht er satt, noch zufrieden, noch glücklich, noch kann er von Dauer sein. Wirtschaftliche Ziele können nie erreicht werden, weil schon Geld kein Ziel sein kann.

Wir nehmen nur Unterschiede wahr, und das macht die Kognition in unserem Gehirn zum schlimmsten Alptraum für die Welt, wenn sie in die falsche Richtung läuft. Das tut sie, und zwar schon länger. „Menschen haben immer schon…“ – Viele ihrer Traditionen laufen bereits seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden falsch durch Fehlinterpretationen, Lügen, Irrtümer, Missverständnisse, Traumatavererbung, sich selbst nicht mehr (an)erkennen können.

Man kann davon ausgehen, dass es unter Tieren keine gelogenen Gefühle gibt. Die Entscheidungen eines Tieres sind folglich authentisch, und jede Faser ihres Seins ist daran beteiligt. Mag sein dass sie weniger als wir bewusst auf ihre Entscheidungen blickenn können, doch ihre Intelligenz ist noch vollständig und aus sich selbst heraus stimmig und nachhaltig. Der Mensch schöpft seine kognitiven Ressourcen längst nicht mehr aus der Gesamtheit seiner Persönlichkeit, sondern orientiert sich an unvollständigen Daten und Schlüssen und lebt mit einem widersprüchlichen Datenbestand. Weder Fühlen noch Denken funktionieren auf der Basis noch „richtig“. Wir liegen weit jenseits einer gesunden „Mitte“.

Es genügt eine Degeneration, um ein Lebewesen vom Boden eines Planeten in dessen Geschichte zu überführen. Der Mensch hat so viele Degenerationen hervorgebracht, von denen es jede einzelne „in sich haben“ haben könnte.

Um das zu überstehen genügen die Intelligenzressourcen der heutigen Entscheidungsträger auf keinen Fall. Es nützt jedoch auch nichts, sie zu „stürzen“, denn das was wir global abbilden ist nunmal die Struktur unserer derzeit ignoranten Gehirne. Die Organisationsstruktur kann sich erst mit dem Denken ändern. – Die Macht die in uns steckt ist tatsächlich sehr groß, doch gegeneinander gerichtet wirkt sie gegen alles Lebendige, inklusive uns selbst.

Wir mögen glauben das Dritte Reich sei überwunden. Das stimmt nicht. Es hat sich stattdessen global ausgebreitet, daher fällt es keinem mehr auf. – Die Konzentrationslager sind in den ärmsten Gebieten dieser Welt, deren Rohstoffe gnadenlos geplündert werden. Man braucht die Ausgegrenzten nicht umzubringen, denn praktischerweise verhungern und verdursten sie „von selbst“, während die durch ihre Geburt Begünstigten Verschwendung betreiben. Ich frage mich nur, um was zu erlangen tun sie das eigentlich?

Es läuft falsch. Geld kann kein Ziel sein, zumal es keine Sensorik gibt die einem sagt, wann „genug“ ist. So bleibt es praktisch für immer „unerreichbar“, egal wie viel der Mensch dafür raubbaut und zerstört. Er wird davon niemals satt werden, weil das Empfinden und Denken in die falsche Richtung gehen. Zufriedenheit ist kein Wirtschaftswachstumgsantreiber (die wahren Erfolgsindikatoren wie Zufriedenheit und Glück haben in der Wirtschaft nichts verloren die braucht „unsatte“ Menschen, und nicht nur in der obersten Hierarchiestufe). Dafür muss den Menschen permanent suggeriert werden, dass sie Defizite haben, und sie glauben das gerne (begehren was sie sehen). So kam es, dass ein einzelner Mensch heute das Vielfache an Ressourcen verbraucht als er zum Überleben benötigt. Glücklicher ist er damit aber nicht, was die Situation noch verschlimmert, denn er hat gegen seine undifferenzierten Insuffienzeindrücke nur kaufen gelernt. Er hangelt sich also von einer kurzen Wohlbefindenssteigerung zur nächsten, ohne das Gesamtniveau zu verbessern. Es fehlt nahezu allem was wir tun am dafür nötigen Tiefgang.

Nicht wer er ist definiert den heutigen Menschen sondern was er (nicht) hat. Vor diesem rein relativ ableitbaren Status kann er sich die Aufwertung benachteiligter Menschen, geschweige denn von Tieren, gar nicht wünschen. Das käme einer (gefühlten) Selbstabwertung gleich. Natürlich ist das völlig unrealistisch, doch andere(s) abzuwerten ist der einzige Halt der dem kleinen Mann noch blieb (auch wieder unabhängig wo auf der Hierarchiestufe er steht, ist ja stets relativ).

Wenn sich das Denken nicht ändert, werden sich auch die Organisationsstrukturen nicht ändern. Und so lange werden wenige auf Kosten aller anderen ihr Affenspiel treiben. Es betrifft nicht nur das Denken der „Reichen“, der „Politiker“ oder „Wissenschaftler“, sondern das aller Involvierten. Die „Schuldigen“ „da oben“ oder in bestimmten Kreisen zu suchen mag temporär den einen oder anderen befriedigenden Moment erzeugen, löst das Problem aber nicht so weit, wie es vom Einzelnen anteilsmäßig gelöst werden könnte, würde er sich darauf konzentrieren was er selbst tun kann. Die individuelle Schuld ist nicht teilbar.

Menschen wären da längst nicht mehr, hätten ihre Vorfahren nicht über einen langen Zeitraum alles richtig gemacht. Wir hingegen machen es erst seit einem vergleichsweise kurzen Zeitraum (paar 100 oder 1000 Jahre – ein Augenzwinkern im Verlauf der Erdgeschichte) falsch, und sind noch da, weil wir durch unseren Verstand gelernt haben, das Zahlen der Zeche (für unsere Fehler) hinauszuschieben. Die summiert sich derweil progressiv und wird mit zerstörerischer Dynamik auf uns eindreschen, wenn die künstlichen Dämme nicht mehr halten.

Nicht ob das passiert ist die Frage, sondern wann. Und je früher das passiert, desto weniger werden draufgehen. – Ich schätze allerdings es ist gar nicht „erwünscht“, dass sieben Milliarden Menschen überleben. – Und damit meine ich nicht nur von „denen da oben“. – Sonst könnten wir hier nicht mehr ruhig an unseren Kisten sitzen, während anderorts reihenweise Menschenkinder tot umfallen. – Denn wir könnten daran arbeiten das zu ändern, wenn wir nur wollten.

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