Finanzkrisenmentalität

Die Finanzkrise ist nicht nur ein “Vergehen” der Reichen. Ausbeutung wird heute breit und billig-end in Kauf genommen, und das keineswegs nur von einigen wenigen. Es sich auf Kosten anderer “gut” gehen zu lassen ist gelebte Praxis. Wer es nicht glaubt möge sich fragen wie es dann kommt dass täglich Leben auf das wir Einfluss nehmen (könnten) auf der Strecke bleibt. Menschen verhungern weiterhin, obwohl es so viele engagierte Antitierschützer gibt die von sich geben, “zuerst kämen die Menschen”. Warum sehe ich davon nichts?

Die Ursachen unserer Probleme sind nicht rein auf Verstandesebene zu lösen, denn sie er- und umfasst nicht das Ganze, deckt längst nicht alles ab was ein Gehirn an Wissen und Erfahrung zu bieten hat. Nichts anderes als sich selbst und seine Bedürfnisse zu verstehen kann einem dazu verhelfen seinen Willen in sinnvollere Bahnen zu lenken, die nicht auf Verzicht (zunehmende Unfreiheit) hinauslaufen, sondern immer mehr erfüllen, immer besser und mit bleibender Wohlbefindenssteigerung – und nicht bloß ’nem Kick der gleich wieder verpufft.

Der Mensch wird so lange im Dunkeln tappen wie er übersieht, dass es einen Zusammenhang zwischen (nicht)Fühlen und (nicht)Denken gibt. Kognition ist kein Wissensgebiet, sondern der Ursprung aller. Man kann die Komponenten die zu kognitiven Aktionen führen nicht getrennt voneinader betrachten und erwarten sie dann gleich in ihrer vollen Tragweite zu verstehen. Wer nicht umfassend (mit)fühlen kann oder sich dieser Fähigkeit nicht in kooperativer Form bedient, handelt kognitiv beeinträchtigter als er tatsächlich könnte. Ignorant. Seine Wert(ein)schätzung wurde durch die isolierte Betrachtung von Einzelaspekten mit deren Relevanz(en) verzerrt (übertrainiert).

Unter Einbeziehung nur dieser Daten steht jedoch unsere Zukunftsfähigkeit in Frage. Das neuronale Netz “Finanzkrisenmentalität” tappt im Dunkeln. Mit den umfassenden Vergleichsdaten gingen uns auch mehr und mehr Schnittstellen zur Ressourcenrealität verloren. Keine neuen Daten [Werte], keine neuen Erkenntnisse. Die Errungenschaft des Verstandes war offenbar lediglich, dass wir die einfachsten Dinge kompliziert gemacht und profansten Bedürfnissen unnachvollziehbar lange destruktive Wirkungsketten vorangestellt und an jeder ihrer Kreuzungen Kassierautomaten aufgestellt haben. Die fressen uns nun auf, und die wahren Bedürfnisse bleiben auf der Strecke.

Wenn uns an einer Zukunft liegt muss Entsprechung (weiterhin) das Ziel sein – in allem. Unbewusst haben wir das über einen sehr, sehr langen Zeitrahmen hinbekommen. Der Schlüssel dazu war unser Gehirn. Und der ist es noch heute.

Geständnis: Ich bin ein Teil der großen Weltverschwörung

Ja, es läuft eine Menge schief, und das passt mir gar nicht. Am liebsten würde ich mir dafür einen Schuldigen greifen den ich an die Wand nageln kann, sozusagen als Symbol für alles Böse in der Welt, damit es von dieser getilgt und alles „gut“ für mich werde. Der Verschwörer muss aufgehalten werden, und ich, die immer alles richtig machte und ihm auf die Schliche kam, bin der Wegbereiter diese Welt von ihm zu befreien. Und hier ist seine Geschichte:

Je weniger innere Orientierung ich hatte, umso stärker verlief meine Orientierung an den Werten Dritter, und ich ließ mir schön brav deren Marken ins Gehirn brennen. Doch da ich eh schon mehr vereinnahmt habe als ich restlos absorbieren kann (Keller und Dachboden sind voller „Gerümpel“), bekomme ich immer mehr Pseudowerte serviert, die Abfälle und Schadstoffausstoß generieren, und die ich nach wie vor begierig kaufe (und dafür sogar Schlange stehe, wenn sich die Marke nur daseinsbestimmend genug in mein Gehirn gebrannt hat), solange ich noch Kohle habe, oder kreditwürdig bin.

Mein Dasein als über gezielt eingesetzte Reizauslöser gesteuerter Konsument wird von den Wünschen und Ideen anderer bestimmt, denn meine Entscheidungen sind überwiegend in deren Sinn. Den noch persönlich engagierten Nahversorger wollte ich schließlich nicht mehr, denn der war nicht „billig“ genug. Das geradezu unerschöpflichen Überfluss suggerierende Supermarktangebot lässt mich noch hemmungsloser zuschlagen und ich bekomme dort mehr für mein Geld. Was ich nicht verbrauche, schmeiße ich eben weg. Ist ja mehr als genug da. Seit 1986 lebe ich auf diese Weise auf Pump (http://www.greenpeace.de/themen/umwelt_wirtschaft/nachrichten/artikel/un…), und jetzt kommen da plötzlich Rechnungen, die ich doch verdammt noch mal gar nicht wahrhaben wollte. Ich leugne einfach die Tatsachen, denn ich kenne nichts anderes und mache so weiter wie bisher, als hätten die globalen Ereignisse nichts mit meinem eigenen Verhalten oder meinen Unterlassungen zu tun. Wer will daran schon Schuld sein, das schiebe ich lieber auf andere, habe ich schließlich immer schon so gemacht.

Glück ist in einer Wettkampfgesellschaft ja kein „anerkanntes“ Ziel. Dafür ein glückliches erfülltes Leben zu führen ist eine ganze Menge nötig, schließlich bedeutet es meiner Umgebung und mir selbst in allen Aspekten zu entsprechen, nicht nur in einem. – – – Doch wie menschlich bin ich eigentlich noch, was berührt mich noch bis in mein tiefstes Inneres? – Mal nachsehen welche ergreifende Geschichte heute in der Glotze läuft. Ich habe schon zu lange keine Gefühle mehr konsumiert, das stumpft mich noch ab.

Jede meiner Handlungen lässt sich auf einen Trieb zurückführen (Werte gehen von den Trieben aus). Die Frage ist nur, wie differenziert ich ihn im Zuge der Entsprechung (emotional / intuitiv) behandle, und welche Aspekte ich dabei grundsätzlich in meine Abwägungen einbeziehe. Spielt darin gegenseitiges Wohl noch eine Rolle? – Die Bandbreite reicht von egozentrischen Werten (wenig Werte) bis zum Wohl der ganzen Welt (viele Werte). Das ist eine ziemlich große Auswahl. Bin ich der mental überhaupt gewachsen?

Wenn ich mir bereits das „Recht“ herausnehme über anderes Leben beliebig zu verfügen und sein Leid zu ignorieren, was erwarte ich daraufhin für Reaktionen von Lebewesen deren Macht noch größer ist als meine? – Dass es sich bei den Mächtigen „zufällig“ auch um Vertreter des Homo sapiens handelt ist für die so bedeutungslos wie für mich die Zugehörigkeit Zigtausend Armer und Kinder die täglich verrecken. Die „da oben“ sind nur sich gleich und haben wenig Ahnung davon wie es ist, sich Monat für Monat um Fixkosten kümmern und den Arsch aufreißen zu müssen. Als verhältnismäßig Mitelloser gehöre ich so wenig zu ihresgleichen, wie die armen Menschen und Tiere von sonstwo von mir als meinesgleichen wahrgenommen werden. Ich verhalte mich also keineswegs besser, ja nicht einmal anders, nur habe ich weitaus weniger Aktionspotential als die, deren heutiger „Status“ wohl ein Symptom ist, aber nicht die wahre Ursache der globalen Probleme. – Könnten sie doch etwas mit mir zu tun haben?

Je nachdem aus welchen Gefühlen (egozentrisch oder mitfühlend…) ich meine Werte beziehe, gestaltet sich mein Denken, und dieses mein Umfeld. Ich bekomme von meiner Umgebung in erster Linie jene Werte präsentiert die ich selbst investiere. Einfacher Test: mal rausgehen und ein grantiges Gesicht ziehen und mit dem vergleichen was an einem Tag passiert, an dem ich allen ein strahlendes Lächeln schenke.

Realismus ist relativ, und für mich sowieso nur die Tarnkappe dafür (mich selbst) aufgegeben zu haben. Damit mache ich die Bahn frei für Negativprognosen (ich hab’s ja immer schon gewusst dass das so kommen muss!) die abzuwenden ich aus fadenscheinigen Gründen (Sachzwänge eben, außerdem bin ich es gewohnt, und kann als Einzelner eh nichts machen) unterlasse. Was geht mich schon der Klimaschutz an? Eine saubere Umwelt voller (noch dazu kostenlos) erneuerbarer Ressourcen stört nur den Wachstum des Konsums. Alles muss käuflich werden, nichts darf mehr von selbst gedeihen oder fließen, rein in den Ofen mit allem was (noch) Wert ist bis nichts mehr zum Verbrennen da ist. In einem in sich geschlossenen System ist nichts, aber auch gar nichts entnehmbar das nicht wieder ausgeglichen werden muss. Niemand kann mir einen Wert billiger verkaufen als dieser tatsächlich ist. Ich bezahle über kurz oder lang den vollen „Preis“.

Ich bin das System, und das spiegelt nur wider, was mir in den letzten Jahrzehnten am „Wichtigsten“ war, und jetzt geht es für mich Wenig- bis Durchschnittsverdiener abwärts. War das wirklich schon alles was ich vom Leben wollen und bekommen kann? – Oder was kann ich innerhalb meines Bewegungsspielraums besser machen? Es liegt nur an mir, ob ich mehr Wert(e)in die Welt bringen will, indem ich damit aufhöre mich über das Wohl Anderer hinwegzusetzen. Wenn das was ich will Anderen nicht mehr schadet, habe ich eine Ursache – um deren Behebung es doch geht? – getilgt. Oder kann ich das Glück und das Wohl Anderer schon so wenig ertragen dass ich es ihnen weiterhin absprechen will? – Dann habe ich jetzt keinen Grund mehr mich darüber aufzuregen wenn andere kein Problem damit haben, dasselbe mir anzutun.

Zukunftsfähig

Gefühle und Denken zusammen zu betrachten lässt ahnen, dass es zumindest theoretisch eine geeignete Strategie geben muss, sie in nachhaltigem Sinne zu bedienen. Bei allen Projekten zu Klima-, Umwelt-, Arten- und sonstigen Schutze würde ich mir daher wünschen, dass der Faktor Mensch stärker Berücksichtigung findet. Denn er kann weit mehr leisten als er denkt, und das im wahren Sinne des Wortes.

Für mich gilt Information erst als vollständig, wenn sie auch im Gefühl ankommt, wenn sie sich als Wert(e) verankert, und im Belohnungssystem gewichtet werden kann und da nicht im Widerspruch zu dem steht was wir wissen. Gier, Neid, Angst o.ä. ist dafür nicht die geeignete Haltung, rein technisch gesehen.

Die Grenzen des noch Bekömmlichen sind bereits überschritten. Und was jetzt? Wir müssen Stellung beziehen. Offenheit, die uns einander näher brächte, spiegelt alles wider, auch die Abgründe von denen wir so gerne nichts mehr wüssten. Wenn wir die schönen Gefühle zulassen, was passiert dann mit der Trauer und Wut in uns, die da vielleicht noch nicht verarbeitet ist? – War es gar eine Notwendigkeit, dingliche Bedürfnisse vorzuschieben und so nur noch symbolisch abzuhandeln, wonach wir uns tatsächlich sehnten?

Das Vertrauen war sowieso schon hin, das Leben ein Kampf um Anerkennung. Bedingungen „geeignet“ für die Methodik der Männer deren Wettbewerbsmuster alle Bereiche des Lebens prägten, schließlich vererbten wir von einer Generation auf die nächste, wie unbequem die Welt ist in der wir leben, und dass jeder darin auf sich selbst schauen muss – innerhalb der von anderen Männern festgelegten Regeln. Frauen nun auch (wieder), allerdings nach eben denselben Regeln.

Einen epigenetischen Einfluss der elterlichen Haltung auf die bevorzugt aktivierten Gensequenzen ihrer Kinder würde ich hierbei nicht ausschließen. Wir könnten zwar anders, können aber deswegen nicht, und verbauen damit auch gleich unseren Kindern den alternativen Weg. Und doch habe ich den Eindruck, dass zwei Seiten sich rasant nähern und wage zu hoffen, dass eine Refusion unserer Verarbeitungsmethoden – intuitiv und rational bevorsteht. Das Gehirn verstehen, Selbstvertrauen entwickeln, Intelligenz bewusst und praktisch anwenden, Wissen erleben, Wissen begreifen, Wissen fühlen, Wissen nachhaltig anwenden. – Opensource, Vernetzung, Cloudbraining. Kognitive Feuerwerke.

Ich muss der Menschentyp der Zukunft werden, wenn ich eine haben will. Das war mein Gedanke als ich mich von meinem letzten Auto verabschiedete und mich für eine Ernährung aus erster Hand (rein pflanzlich) entschied – sie ist der Sonne näher :-). Es gibt noch viel zu tun – und es müsste alles daran gesetzt werden, die Motivation der Menschen dafür zu wecken ihr Verhalten besser zu verstehen um den Freiraum zu schaffen, sich für eine (mehr Aspekte und) erfüllendere Strategie entscheiden zu können. Denn um ein Gegengewicht zu den tagtäglichen, vielfach schädlichen, Konsumanreizen zu bilden braucht es schon etwas mehr als ein paar abstrakte technische Daten (noch dazu ohne emotionales Gewicht). Es braucht unseren Willen, das heißt, der braucht dazu die geeigneten Werte – womit der Kreis sich schließt.

Gefühle mögen dem der sie (sich) nicht erklären kann irrational anmuten. Irrational wäre höchstens, nicht daran zu arbeiten, vernünftig mit ihnen umzugehen. Fakt ist – sie (be)wirken was ihnen entspricht und sind deswegen ein Faktor der in die Zukunftshoffnungen einbezogen werden muss. Das Erlangen einer geeigneten Haltung (die Betrachtung von Nachhaltigkeit erfordert die mentale Fähigkeit zur Aussicht auf eine vorstellbare Zukunft) müsste folglich die Grundlage unserer Ausbildung sein. Männlich, weiblich, menschlich, einig.

Ist wie bei neuronalen Netzen. Wohin wir uns rechnen hängt von den Relevanzen ab die wir (her)ausbilden. Unser Gehirn ist die Innovation auf die es ankommt, nicht irgendeine Technologie. Wie soll die uns retten, wenn wir es (damit) immer noch nicht wollen?

Die Verdrängung des gesunden Menschenverstandes

Ein Verstand kann nur so gesund sein wie der emotionale Unterbau es zulässt. Um die Komplexität des Denkens zu vervielfachen, bedarf es eigentlich nur weniger neuer Werte. Die Grundwerte die unser Denken lenken kommen aus dem Triebsystem, und je nachdem wie intensiv die emotionale-soziale Verarbeitung ist, wird vom Bewertungssystem stärker differenziert oder weniger, machen wir uns Entscheidungen leicht, oder grübeln lange darüber nach. (Mit)Gefühl und soziales Gewissen sind die Pufferzone zwischen Reiz und Triebhandlung, und die wurde zurückentwickelt, weil Geld anstelle der Soziologie trat, die ebenfalls die Erfüllung aller Triebe gewährleistete, und einen weit höheren Anspruch an das Individuum stellt als sich seinen Vorteil einfach nur auszurechnen. Wir können eigentlich gar nicht mehr wissen, was das ist, ein „gesunder Menschenverstand“. Diejenigen die wir dazu befragen müssten, werden von uns allenfalls belächelt, weil das Streben nach Besitz und Herrschaft ihnen fern liegt.

Unser Verstand (dessen Datendurchsatz ja immer noch gleich klein ist, nämlich etwa 50 Bit / Sekunde) geht so vor: Er verknüpft einen Wert mit einem Symbol, und die weitere Entwicklung befasst sich nur noch mit dem Symbol und dessen Abstraktionen, aus denen wiederum neue Abstraktionen abgeleitet werden und so fort. So verloren wir die Bezüge zu den eigentlichen Werten, den Boden unter den Füßen. Vernunft hätte dies (vielleicht) verhindert, doch Vernunft bedarf einer hohen Wertebandbreite, damit sie überhaupt die „Mitte“ trifft.

Das Geldsystem ist des Menschen Kind, etwas, das aus menschlichen Beweggründen hervorging, und diese abbildet, bzw. verstärkt. Die ersten Werkzeuge waren bereits Triebverstärker, wohingegen der Geldtrieb alle Triebe zusammenfasst, nicht zustätzlich zum, sondern anstelle des Sozialtriebes trat, der war ja „unprofessionell“ und wurde in den Bereich „privat“ und „Freizeit“ verdrängt, wo er seinen Zweck, nämlich uns nachhaltig zu bevorteilen, aber nicht mehr erfüllen kann. Es geht in der Wirtschaft nur um Dinge die Triebe erfüllen. Etwas darüber hinaus ist kein Wirtschaftsfaktor mehr, sondern eher das Gegenteil, denn Mitgefühl und soziales Gewissen sind Hemmfaktoren.

Triebe sind allerdings auf Grund der platzsparenden Instinktmuster denen sie gehorchen, ziemlich einfältig, weil sie nur vage differenzieren können. Beim Geldsystem hingegen geht es darum so viel wie möglich davon zu bekommen und so wenig wie möglich davon wegzugeben. Nennt sich „Gewinnmaximierung“, „Rationalisierung“, „Optimierung“ oder „Konsolidierung“, führt aber auf Grund der extremen Reduktion der jeweiligen Betrachtung mit zunehmendem Aktionspotential immer schneller zum Exzess (wie bei einem betriebsblinden neuronalen Netz).

Die neue Aufklärung die uns bevorsteht, wird ziemlich ernüchternd werden, bevor wir die Chancen erkennen, die in unserer Funktionalität stecken, unserer herausragenden Fähigkeit emotional zu differenzieren mit Hilfe von Mitgefühl und sozialem Gewissen, sofern wir es denn anwenden. Das Leben (er)fordert den ganzen Menschen. Das Geldsystem hingegen nur einen geringen Teil. Wie soll das reichen, unserer und der Komplexität unserer Lebensumgebung zu entsprechen? – Die Rechnung kann gar nicht aufgehen, und das wird sie auch nicht.

Geld müsste eigentlich wie ein Peer-to-Peer-Netzwerk funktionieren, ohne Verpuffer von Potentialen, die keine Leistung erbringen. Und auf Pump zu leben sollten wir ganz schnell wieder vergessen. Die Erde nimmt keine Zinsen. Was zu viel entnommen wird, regeneriert sich schlicht nicht mehr. Was Geld niemals sein kann: ein Ziel. Denn dann ist bereits alles andere Nebensache, wie beispielsweise die Qualität dessen, was man anbietet. Schaden oder Nutzen werden im Vorfeld bereits in Geldsummen definiert und nicht darin gesehen, was man für Geld anrichtet oder Neues schafft. Darauf aber kommt es letzten Endes an.

Wir verbrauchen so viel weil es da ist (um die Wirtschaft zu füttern), nicht weil wir es benötigen. Wäre weniger da, würden wir weniger verbrauchen, und nicht einen Deut mehr vermissen als jetzt. Im Gegenteil, was wir sehr bald vermissen werden ist all das, was wir unwiederbringlich vernichtet haben, um es zu „verkaufen“.

Kunst der Kognition: die Mitte treffen

(Bewusstes) Denken ist der selbstgelenkte Umgang mit dem verbal erschlossenen Bruchteil des Wissens des Gehirns. Der bewusste Gedanke ist nur die Oberfläche, die Spitze des Eisbergs, das Fazit. Wenn es darum geht, Bereiche unserer Informationsverarbeitung zu verstehen, die dem Verstand nicht vordergründig zugänglich sind, kommt gerne der Einwand, das sei zu philosophisch, esoterisch oder mystisch.

Dabei handelt es sich bei unseren intuitiven Fähigkeiten um eine ganz natürliche Funktionalität eine der großartigsten Erfindungen der Natur, dem menschlichen Gehirn. Worte aneinanderzureihen und damit Sinnbilder zu übertragen ist nur ein kleiner Teil dessen, was unser Gehirn kann. Der eigentliche Gehirncode liegt tiefer, und natürlich ist er averbal. Was auf der Ebene wahr-genommen wird, kann bestenfalls komprimiert übertragen werden, schon daher, weil es für die lineare Verarbeitung (Verstand) viel zu datendicht ist. Intuition ist die geeignete Methodik mit Komplexität umzugehen. Und diese wiederum hat sehr viel damit zu tun, wie wir (mit)fühlen. Man hat dann ein „Gespür“ für was, ein Gefühlsbild, das verblüffend konkret werden kann. Manche Menschen lösen damit komplexe mathematische Aufgaben.

Unser Gehirn ist nicht als objektive Faktenkopiermaschine konzipiert. Orientierung durch Fühlen ist geradezu die Essenz des Konzepts. Fürs Rechnen haben wir Computer, so dass wir uns der aus Subjektivität hervorgehenden Individualität und Vielfalt erfreuen könnten. In einem Universum unzähliger Unds, reiben wir uns stattdessen an Entweder-Oders auf.

Zweifelsohne sind aus unserer Fähigkeit scharf zu denken und zu modellieren erstaunliche Entwicklungen hervorgegangen. Doch der Wohlbefindensindex der Menschheit ist damit nicht gewachsen. Der Börsenindex ist uns außerdem viel wichtiger. Um dasselbe Wohlbefindensniveau zu erhalten, werden die Anstrengungen immer größer, und damit sinkt der Zugewinn auch gleich wieder, immer schneller.

Hierarchisches Denken (Verstand) befördert hierarchische Strukturen. Ganzheitliches Denken (Intuition) muss hingegen nicht so selektiv sein. Stell Dir Intuition (die ganzheitliche Landkarte des Gehirns / virtuelles Abbild der Welt) als (je nach Bandbreite großer Teil einer) Zielscheibe vor. Der Punkt auf den der Pfeil trifft, ist der relevanteste Verarbeitungsrest, der sich über den Verstand als bewusster Gedanke manifestiert. Manches Gehirn weiß überhaupt nichts mehr von einer Zielscheibe, zum Beispiel wenn es grade mal einen winzigen Ausschnitt der Welt kennt. Folglich weiß der Verstand nichts darüber, wie nahe an der Mitte sein Schuss treffen wird, und ob überhaupt. Die Mitte berücksichtigt die ganze Scheibe (innere und äußere Welt), ohne jedes ihrer Details kennen zu müssen. Die Mitte zu treffen ist also die eigentliche Kunst intelligenter Kognition.

Am technischen Modell ist es leichter zu erkennen – Werte sind der Schlüssel der Informationsverarbeitung und die Kompatibilitätsschnittstelle zwischen intelligenten Informationssystemen (eine der Ideen die wir mit unserem Datenmodell verbanden war, „Menschen an ihren Werten miteinander zu verbinden“). „Werte“ ist ein treffender Begriff dafür, da unsere Realität (die Summe) anders aussieht, kalkulieren wir sie in das was wir wollen, mit ein oder nicht. Die Mathematik des Gehirns rechnet nicht mit Zahlen. Doch worauf sie hinaus will, steht fest. Denken und Tun gehen dahin, wo die Wohlbefindensaussicht am Größten ist. Von der Einschätzung was dafür alles erforderlich und hinnehmbar ist hängt ab, für welche Lösungswege sich das Gehirn entscheidet. Wenn wir unser Belohnungssystem also falsch trainieren, verrechnen wir uns, und das kann uns die Zukunft kosten.

Fehlprogrammiert

Ist legal gleichbedeutend mit richtig, und illegal gleichbedeutend mit falsch? Und wenn es so ist, wie konnte es, wenn legal richtig ist, auf dieser Basis zu einer Finanzkrise kommen?

Mit herkömmlichen Mitteln sind die Probleme nicht zu lösen, sie haben sie verursacht. Sie noch konsequenter zu verfolgen ist, wie wenn man weiter geradeaus in einer engen, dunklen Höhle herumtappst, deren Wände einen mit jedem Schritt noch mehr Spielraum wegnehmen. Am Ende vom Tunnel bleibt es hingegen dunkel.

Obwohl eigentlich Vernunft gemeint ist heißt es stattdessen gerne, man habe den Verstand verloren. Als wäre er die Quelle unserer Motivation. Woher sollte er das sein, wenn es doch immer noch um dasselbe geht, wie seit Anbeginn des Lebens? Der Verstand ist ein Erfüllungswerkzeug und Höhlenforscher, ein partieller Schnittmusterabgänger, der wohl eine Linie zu einer Zeit sehr scharf sieht, und in der Lage ist, sie in jedes seiner Pixel zu zerlegen, worauf er dann vorläufige Schlüsse zieht, von denen sich bisher die meisten als falsch erwiesen. Die wir heute für richtig halten, von denen wissen wir es auch nicht sicher. Denn der Verstand sieht nicht, was für Kleidungsstücke aus dem Schnittmuster hervorgehen werden, er weiß nichts über Freude an Vielfalt, Schönheit von Farben und Variationen über das Naheliegende hinaus. Das weiß nur die Vorstellungskraft, die Fantasie, zusammengesetzt aus allem, was uns je berührte. Da sie darauf zunehmend verzichten musste(?) ist unsere „moderne“ Gesellschaft auch so desillusioniert. Nicht etwa, dass sich etwas an unserer komplexen, faszinierenden Zusammensetzung geändert hätte – nein, wir SEHEN sie nur anders, simplifiziert. Und das ist bedauerlich, weil es sehr wohl eine Methodik gibt, mit Komplexität umzugehen, auch unserer eigenen. Das jedoch geht gerne zulasten der Schärfe. Die Kombination von beidem würde es ausmachen. Nur wenige Menschen nutzen sie.

Manchmal zieht man einen haarscharfen Schluss, und es ist genau das Gegenteil zutreffend, wenn man schärfer schließt. Also eigentlich müssten wir alles, was wir als „gegeben“ betrachten, immer wieder hinterfragen – statt es über die Schmerzgrenzen hinaus zu degenerieren. Es ist nicht einfach dieses Anliegen zu vermitteln, vielleicht sogar deswegen, weil man keine Meinung übertragen will, sondern den Leser davon überzeugen, dass er selbst eine hat – und sich dabei nicht darauf beschränkt, welchem Experten, Anbieter oder Medium er traut. Intelligenz ist die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten! Im Zeitalter der massenhaften Massenkopierfehler ist es gesünder, der Manipulation die diese Entwicklung stützt, etwas entgegenzusetzen zu haben – einen gut geschulten, informierten und starken Willen, der sich weigert, für Fehler gleich doppelt oder dreifach zu bezahlen – nicht nur, indem er sie honoriert, sondern auch, indem er Folgewirkungen an seiner und der Gesundheit der Umgebung, sowie finanzielle Schadwirkungen als Steuerzahler später ausbügeln muss. War es wirklich eine gute Idee, die Welt für käuflich zu erklären? – Und warum dürfen sich die einen so viel davon herausnehmen, und andere nicht mal so viel dass sie überleben können?

Ich finde dafür wohl eine Erklärung, aber keine vernünftige. Mit dem Verständnis der Funktionsweise menschlicher Informationsverarbeitung veränderten sich nicht nur meine Schwerpunkte, es veränderte sich alles. War es früher Technologie, liegt mein Fokus heute in der Art und Weise wie die Ausrichtung der Elemente (Orientierung > Triebe, Fühlen, Denken) eines Systems dessen Oberfläche formt, also das, was wir abbilden. Individuell und global, als Menschheit, als System, als Organisationsstruktur. Letztere ist es, die mich zutiefst besorgt. Ich sehe darin keine Zukunftstauglichkeit, und habe außerdem Zweifel daran, dass auf Basis so ausgeprägter Hierarchien (Verstand!) globale Intelligenz abbildbar und lebbar ist. Vor ein paar Wochen las ich einen Beitrag (bei Heise) über außerirdisches Leben, bei dem der Autor wie selbstverständlich davon ausging, dass es die Menschheit in 100.000 Jahren nicht mehr geben wird. Evolutionär betrachtet sind 100.000 Jahre keine gravierende Zeitspanne, wenn nicht grade eine gewaltige Natur- oder kosmische Katastrophe die Ausgangsbedingungen auf den Kopf stellt. – Oder wir selbst. Damit verdammen wir uns selbst dazu, zu seufzen, „wie schnell doch die (unsere) Zeit vergeht“…

Wenn das, was ich jemandem „verkaufe“ seine Lebensumgebung schädigt, wie gut kann ich es dann mit demwem meinen? Und die Wahrheit über mein Produkt kann ich ihm dann ja wohl auch nicht erzählen. Also lüge ich Werbung? – Kein Wunder, dass das Misstrauen zunimmt. Dem Bewusstsein mag vieles entgehen, dem Gehirn aber nicht, und es kommuniziert seine Ergebnisse in Form komplexer Mischeindrücke, die weit bessere Chancen haben, der Wirklichkeit nahe zu kommen wie der Verstand. Wenn es um Komplexität geht, ist unsere Intuition dem Verstand überlegen. Ihr nicht zu trauen weil sie (nicht zuletzt auf Grund ihrer Datendichte) nicht verbalisierbar ist, führt dazu, dass letztlich keine getroffene Entscheidung mehr die eigene ist.

Die Open-Bewegung lebt es uns vor: Es gibt für das, wofür man bezahlen muss, immer auch kostenlose Alternativen. Wenn das nur geht, wenn ein Mensch adäquat fühlt, dann muss er eben entsprechend fühlen lernen, und das dann ein Qualifikationskriterium dafür sein, welche Position er ausfüllt, so dass der Wirkungsradius dem Verantwortungsbewusstsein nicht mehr davonläuft. Zielstrebigkeit ist nur dann erwünscht, wenn es um die richtigen Ziele geht. In wie weit sie dann erreicht wurden, ist eine Frage des Befindens aller. Auch hierbei geht es um Informationsverarbeitung. Daher ist es mein Anliegen, Gefühle kognitiv nachvollziehbar zu machen, da emotionales Denken nach wie vor in dem Ruf steht, irrational zu sein. Gefühle sind nicht irrational, die Symbole mit denen wir sie verknüfen allenfalls, z.B. wenn sie zur Bedrohung für unseren Lebensraum werden. Die Wahrheit ist, dass unsere Gefühle IMMER das Fundament unseres Denkens bilden. Was uns emotional nicht tangiert, bewegt auch nicht unser Denken. Unsere emotionale Bewertung, nicht Fakten, sind bestimmend dafür, wie wir mit allem was uns umgibt und uns selbst umgehen, ja auch dafür, ob wir bereit zu vernünftigem Handeln sind. Davon hängt schließlich ab, ob wir eine Zukunft haben, wie die Menschen darin leben, und wie frei sie sich entfalten werden.

Alleine durch das was wir mittlerweile über Evolution wissen, müsste viel klarer geworden sein, was wir falsch machen. Dann kann es keinen verünftigen Grund mehr geben, die erkannten Fehler zu berichtigen. Ich bin erschüttert von der Anzahl der Menschen die sich als „rational“ oder „realistisch“ deklarieren als Ausrede dafür, das entweder ganz zu ignorieren oder für zwingend betrachtet wissen zu wollen. Damit die leidvolle Extremsituation die was verändert nicht eintreten muss, muss ein adäquater Eindruck in unserer Vorstellung entstehen, und die Bereitschaft dazu kann nur jeder für sich selbst herstellen. Nur andere Werte führen zu einem anderen Rechenergebnis. Ob die Werte von außen aufgezwungen sein müssen oder präventiv von innen kommen, ist die einzige Entscheidungsfreiheit, die wir haben.

Unsere Geschichte hat uns oft genug vor Augen geführt, dass uns Wissen nicht davor bewahrt, Dummheiten zu begehen. Es erhöht lediglich die Wirkkraft. Wissen und Technologie werden nicht reichen. Im Gegenteil, je mehr wir davon haben, umso gefährdeter werden wir sein. Was wir in die Welt setzen entstand – wie wir – evolutionär, und verhält sich auch wie etwas Evolutionäres. Es (wird) entickelt [sich]. Es kann uns verändern, es kann uns verdrängen, es kann uns vernichten, wenn seine Wirkkraft auf die Umgebung (uns inklusive) zu stark wird.

Unbeschreiblich

Widersprüche sitzen nur da, wo wir sie selbst manifestiert haben, in unseren Köpfen. Da werden „Werte“ mit Symbolen verknüpft, und die Orientierung findet im Weiteren an der Symbolik statt, aus der wiederum Werte hervorgehen, bzw. deren Wertigkeit sich im Laufe der Zeit verändern kann.

Worte alleine können der Großartigkeit des Universums nie und nimmer entsprechen. Sie reduzieren, was nicht reduzierbar ist, mit dem Ergebnis, dass es viel öfter falsch als richtig interpretiert wird. Nur Bruchteile unseres Denkens können wir überhaupt benennen. Die reduzierte Betrachtung vertut sich leicht mal – wenn nicht im Ausdruck, dann in der Interpretation und Adaption.

Es spielen unzählige Faktoren mit hinein, damit ein Gedanke genau so entsteht, wie er es tut. Das ganze Drumherum, die averbalen Komponenten, die kleinsten Einheiten, sind uns nicht gegenwärtig. Auf Werteebene haben jedoch schon kleinste Justierungen und Ausweitungen massiven Einfluss auf die gesamte Informationsverarbeitung (Denken). Durchaus vergleichbar mit der mitunter bis zur Unkenntlichkeit reichenden Verzerrung einer Systemoberfläche, wenn der Pogrammierer einen Wert falsch setzt.

Was wir fühlen, lässt sich schwer beschreiben und für die Argumentation heranziehen. Das war Grund genug, es wegzurationalisieren. Damit verloren wir den emotional-sozialen Puffer zwischen Reiz und Reaktion, zwischen sehen und habenwollen, mit dem Effekt, dass aus unerschöpflichen Quellen wie dem Meer oder den Urwäldern systematisch ausgebeutete Bestände mit Ablaufdatum geworden sind. Wir hätten die Regenerationsfähigkeit der Bestände zu keiner Zeit überschreiten müssen.

Auch in Gefühlen steckt eine Logik, steckt Information, um ein Vielfaches dessen, was den Durchsatz bewusster Gedanken ausmacht.

Werte sind die grundlegende Ebene intelligenter Datenverarbeitung. Auf Werteebene sieht / fühlt man aber *nur*, und Gefühle sind zu datendicht, um jeden Aspekt im Detail zu analysieren und zu beschreiben. Aber das macht nichts, denn wenn die Werteebene *stimmig* ist, dann sind es auch die Gedanken, die ins Bewusstsein dringen – ja, wenn…

Das *Herz* denkt umfassender wie der Verstand, weil es nicht auf den kleinen verbalisierbaren Teil angewiesen ist, sondern auf den vollen Bestand zugreift. Auf das Verbalisierbare beschränkt *sieht* der Verstand *das große Ganze* nicht mehr, das lässt schon seine geringe Bandbreite nicht zu. Er ist ein Fokussierer, der sich zu einer Zeit nur einem Aspekt zuwenden kann und auf diese Weise linear Folgerungsketten abarbeitet. Dieser Mechanismus alleine wird weder unserer, noch der Komplexität unserer Lebensumgebung gerecht. Vernunft braucht beide Komponenten.

Plädoyer für die Intuition

Intuition ist natürlich nicht esoterisch. Außerdem – auch Esoterik entspringt unseren Gedanken. Daher stellt sich für mich nie die Frage ob, sondern wie etwas wahr ist. Intuitives Denken ist mehrdimensional und so datendicht, dass eine einzige Momentaufnahme den Verstand ein Leben lang beschäftigen würde, könnte sie festgehalten und vollumfänglich analysiert werden.

Auf Werteebene haben kleinste Justierungen und Ausweitungen massiven Einfluss auf die gesamte Informationsverarbeitung (Denken). Doch dahin bemühen wir uns nicht mehr, das hält uns leicht mal in Paradigmen gefangen. Dabei steckt in jeder Veränderung auf Werteebene ungeheures Kreativitäts- und Innovationspotential drin.

Wir gehen davon aus, dass das Vermitteln abstrahierter *Wahrheiten* an Kinder bereits Bildung sei. Wie der Name BILDUNG schon sagt, steckt dahinter Formgebung, nämlich emotionale, soziale und geistige. Die emotionalen und sozialen Komponenten, die weitaus verknüpfungsdichteren Anteile (die uns das weitere Verständnis auch noch erheblich erleichtern würden) auf denen unsere Mentalität gewissermaßen aufsetzt, werden vernachlässigt. Die Wertezuordnung ist in der Folge einseitig und unzureichend, was sich abträglich auf die umfassendste Methodik der Informationsverarbeitung auswirkt, Mustererkennung und -vervollständigung. Das Gespür für globale Zusammenhänge kann sich nicht herausbilden. Um zu Überleben brauchen wir weit mehr als nur Geld. Damit uns das gegenwärtig bleibt, müssen wir es erfahren (Werte setzen) – auf die eine oder andere Weise (die Phrase *dran glauben müssen* entstand nicht von ungefähr), dann haben wir es auch drin, im Fühlen, Denken und Handeln und wollen/können es berücksichtigen.

Jedes Informationen verarbeitende System kann nun mal nur mit den Werten rechnen, die es hat. Sie sind die grundlegende Ebene intelligenter Datenverarbeitung, und nicht die Semantik (lassen Sie also das Chinese Room Argument oder die Turingmaschine einfach mal außern vor, denn sie könnten es erschweren, eine Vorstellung von Intelligenz zu entwickeln).

Das grundlegende Konzept von Bildung und *Wirtschaft* könnte es genau so gut sein, alle Menschen gleichermaßen zu fördern und zu fordern, danach zu streben, das beste für- und miteinander zu erreichen (Ausschüttung als Effekt, nicht als Selbstzweck, Vorbild: die Funktionalität des Gehirns, an dem wir Ausschüttung als Selbstzweck längst als Kompensations- und Suchtverhalten mit den Organismus schädigenden Folgen erkannten). Durch werteorientierte (breitbandige) Bildung erlangte Intelligenz würde unsere Kinder besser vor Manipulation und Suggestion schützen, weil kritisches Hinterfragen ein Merkmal davon ist. *Unkonformes* Verhalten wurde viel zu lange eher geächtet, denn gefördert, und so mancher Ansatz genialen Denkens im Keim erstickt. *Ich will so sein wie alle anderen*, wünschen betroffene Kinder sich dann – und resignieren.

Nach eingehender Analyse hat sich für mich die Intuition als konkrete, fundierte, umfassende und treffende Form der Informationsverarbeitung herausgestellt. Unscharf hin oder her, um den Rest kümmert sich ohnedies der Verstand, auf einer anderen Wertebasis allerdings, mit anderen Ergebnissen und Erkenntnissen – und viel mehr Spaß am Lernen, denn auf der Ebene schüttet das Gehirn noch was aus ;-).

Reunion des Ichs

Wenn Menschen versuchen, das Denken zu erklären, dann denken sie dabei an den Verstand. Verständlich, denn averbales Denken ist schwer in Worte zu fassen. Doch was uns emotional nicht tangiert, bewegt auch nicht unser Denken (Routinen abarbeiten, weil es nötig ist seinen Job zu erledigen, meine ich mit Denken allerdings nicht, sondern eigenständiges [Er]Fassen von Gedanken…), denn unsere Datenverarbeitung basiert auf Werten (die erfassten Werte bilden entsprechend dem Ausmaß ihrer jeweiligen Gewichtung die Empfindungs- und Denkmuster an der Beziehung zur Aufgabenstellung aus). Dies ist ein Versuch der verbalen Annäherung.

Die Wahrnehmung war von Anfang an beschränkt. Im Lauf der Entwicklung dehnte sich das Spektrum mit der Komplexität der Lebewesen aus. Die Gewöhnung (Routine) ist neben der Ignoranz ein starkes Mittel, sich auf das (gerade) Wesentliche zu konzentrieren. Ignoranz ist sogar eine der wichtigsten Methoden der kognitiven Entwicklung, die ebenso auf dem Bestehenden aufbauen muss, wie die biologische. Das neu Betrachtete, das entweder nicht mehr ignoriert wird oder neu vorstellig, ist vom bekannten Datenstand zu trennen. So ist es isoliert betrachtbar und mit dem vergleichbar und darin genauer verankerbar, was man schon weiß. Würde stets die komplette Umgebungsinformation auf einen einwirken, wäre die Verwirrung zu groß um die Aspekte unter- und voneinander zu differenzieren. Allerdings führt alles zu einem möglichst umfassenden Verständnis hin. Die Simplifikation ist so kein Ziel sondern nur eine Methode von mehreren.

Das ursprüngliche Denken des Gehirns (ge)braucht keine Worte. Intuition – Gefühlsbilder – funktioniert wesentlich umfassender als der fokussierende Verstand. Der Verstand wäre mit der Informationsdichte eines intuitiven Eindrucks überfordert. Daher wendet er sich nur dem gerade relevantesten Aspekt zu (Reduktion). Ignoranz ist zwar durchaus Bedingung dafür, scharf zu denken und zu modellieren, was jedoch leicht zu Einseitigkeit und einer Verzerrung der Perspektive führen kann. Ist die Basis eines Denkmodells beispielsweise ein falscher Schluss, pflanzt sich dieser in allem was darauf aufbaut fort und leitet die Orientierung des Gehirns in abweichende Bahnen (Werteverschiebung).

Ich bin nahezu überzeugt davon, dass wir dem Verstand die Hierarchien verdanken, die wir heute global abbilden. Das ignorierte Wohl vieler setzt diese *unten* ab, so wie wir heute weite Teile unserer nicht begriffenen Informationsverarbeitung ins *Unterbewusste* abschieben und weitgehend aus unseren Entscheidungen ausklammern (Folge: diese *Werte* fehlen dann natürlich im Ergebnis). Daher kann ich die Überzeugung mancher Menschen, wir *müssen nicht alles über uns wissen* nicht teilen, obgleich ich einräume, dass nicht alle Menschen dieses Wissen nötig haben, um es anwenden zu können. Das sind jedoch augenscheinlich nicht jene, welche die für uns alle relevanten Entscheidungen treffen, orientiert an nur einer Relevanz. ALLE ÜberLebensaspekte sind für unsere Überdauerung relevant! – Reduktion über den Betrachtungsmoment hinaus ist daher verwerflich. Wir müssten die jeweilige Detailbetrachtung immer auch wieder in den Gesamtkontext zurückführen und diesen ebenfalls berücksichtigen.

Interpretation neigt leicht mal dazu, Effekte mit Idee oder Zweck zu verwechseln. Heute entstehen daraus zum Beispiel Verschwörungstheorien. Als wir noch nichts oder wenig über den faktischen Hintergrund unseres Seins wussten, kamen dabei für neuzeitliches Empfinden fantastisch anmutende Bilder zum Vorschein. Letztlich konnten wir jedoch nichts davon einfach aus der Luft greifen, sondern nur aus dem Fundus des Vorstellbaren (das Vorstellbare ist machbar) schöpfen, so dass sich für mich heute nicht mehr die Frage stellt ob, sondern wie etwas wahr ist. Wir sind stark auf den Wahrheitsgehalt unserer Vorstellungen ausgerichtet. Letztlich kommt es aber auch für uns immer noch auf die Wahrheit in der Wirkung an.

Ein Mensch ist kein Mensch. Handelt er ego-zentrisch wie es ihm sein Wille vorgibt (seine Triebe), nimmt er Vorteil am Schaden anderer, was der Gesellschaftsentwicklung hingegen nur unter massiven Einbußen *hilft*. Das ist letztlich auch zu seinem Schaden. Seinen Trieben ist das egal, weil sich die anderen nicht alle in seiner direkten Lebensumgebung befinden, wodurch der Sozialtrieb zur Geltung käme. Eine Gesellschaft aus Individuen die sich in einer hinreichend optimalen (auch sozialen) Umgebung entfalten und verwirklichen können wäre so wieder als ein homogenes hochentwickeltes Wesen zu verstehen, auf das sich unsere aktuell disharmonischen Zustände vielleicht versuchen einzusteuern. Die Idee vom globalen Frieden und das Wohl aller Individuen ist dann ein Ziel.

Da die Intuition ein Vielfaches an Zeit hatte, den Umgebungsbedingungen umfassend zu entsprechen und sich darin zu bewähren, weiß sie es vielfach einfach besser. Daher ist es grundsätzlich keine so gute Idee, gegen seine inneren emotionalen Einwände (Empathie, soziales [Ge]Wissen) zu handeln und seine Entscheidungen dahingehend nicht auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Dies hat zum Beispiel dazu geführt, dass wir die systematische Instrumentalisierung und Massentötung von Lebewesen als selbstverständlich hinnehmen um damit ein lineares Ziel zu erfüllen, das genau betrachtet eigentlich keines sein kann. Auch Menschen waren in nicht allzuferner Vergangenheit von solchen Maßnahmen betroffen. Ihre Instrumentalisierung ist hingegen zur Selbstverständlichkeit geworden, was zum Verlust der Subsistenz führte. Jedes Kind mit einigermaßen Gerechtigkeitsempfinden (und es gibt kaum ein Kind ohne) würde beim Betreten eines *Fleischproduktionsbetriebs* in Tränen ausbrechen, oder ihm vor Entsetzen der Mund offen stehen. Dass wir uns daran kein Beispiel nehmen, ist nicht etwa ein Zeichen von Fortschritt, sondern von (Selbst)Reduktion (an einer oder wenigen Relevanzen, die jedoch subjektiv sind, denn für uns kommt es objektiv betrachtet nämlich nach wie vor auf die Summe aller ÜberLebensaspekte an – und sie sind vom natürlichen Denken des Gehirns auch berücksichtigt worden, sonst wären wir kaum so weit gekommen).

Die Blockade zwischen Intuition und Verstand wird uns im Zuge unserer Ausbildung geradezu gewaltsam ins Gehirn genagelt, weil sie nur einen kleinen Ausschnitt dessen berücksichtigt, was wir sind. Die meisten Menschen halten jedoch ihr Leben lang daran fest. Davon befreit, das (Selbst)Vertrauen aufzubringen, diese Blockade loszulassen. Die Fähigkeit zur Mustererkennung greift, schnelles Erfassen komplexer Zusammenhänge und Verstehen sind (wieder) ganz normal. Dann wird Intuition zu einer unerschöpflichen Quelle, die den Verstand mit Dauerinspiration versorgt (Synergieeffekt > Vernunft), und die individuelle Lebensqualität deutlich anhebt.

Aus etwas, das *nicht* genügt, entsteht in der biologischen Evolution nichts. Kognitive Entwicklung (Lernen) ist an der Erfahrung auch durch Ausschluss des nicht Genügenden möglich. In der Biologie verbleibt dafür keine Basis, nicht Genügendes besteht nicht fort. Die verbesserte Entsprechung ist dort grundsätzliche Zielrichtung. Daher ist Reduktion (wir nennen es gerne mal *Optimierung* oder *Konsolidierung*) die falsche Richtung, weil damit Berührungspunkte verloren gehen, statt mehr zu werden (dies war für die Entstehung unserer Intelligenz geradezu Bedingung).

Der Übergang

Ob jemand reich ist, zum Mittelstand zählt oder zur Unterschicht – bemessen wird dies also an Geld (Besitz). Der Wert eines Menschen – eine wirtschaftliche Kennzahl. Unter diesen Bedingungen brauchen wir uns nicht über Chancengleichheit oder Gleichwertigkeit von Menschen zu unterhalten, das ist Illusion.

Die Unterschicht steht vor demselben Missanerkennungsproblem wie der Rhesusaffe mit dem niedrigsten Status. Wer sich Unterpriveligierten zuwendet, dem haftet deren Status ebenso an, wie dem der höhere Status derer, denen er um den Bart streicht, weil er sich von der Anknüpfung an sie eine Aufwertung erhofft. Schon aus diesem Grund fallen Entscheidungen unbewusst eher zugunsten Bessergestellter aus, denn von deren Wohlwollen hat *Entscheider* mehr. Allerdings ist das Wohlwollen derer, die er mit seinen Entscheidungen stärkte, dann auch um einiges mehr *wert*.

Für die Interessen und Ideen der Unterkaste interessiert sich einer bestenfalls in dem Rahmen, wie es seinen eigenen Interessen zuträglich ist (aus Mitleid zu handeln gehört da allerdings auch dazu). Ihre Einflussnahme auf das Geschehen beschränkt sich auf die Wahl zwischen dem Wenigen, was an politischer Kraft zur Disposition steht und wohl einiges verspricht, an seiner Situation aber kaum etwas verbessert, wenn nicht gar noch weiter beschneidet.

Was aber passiert, wenn der Bodensatz mit Ideen daherkommt? – Er wird abgewiesen – aus substantiellen Gründen, mangels Titel, mangels Reputation, mangels Kenntnissen die nichts mit den eigentlichen Inhalten zu tun haben, mangels Eigenmittel (Patente, Schutzrechte etc. kann er sich nicht leisten, und selbst wenn, dann adaptiert eben einer mit entsprechenden Mitteln die gute Idee und macht damit selbst Geld – statt des eigentlichen Urhebers)…

Würden Menschen gefördert statt die Wirtschaft (nach 08/15-Schema), würde sich das positiv von unten nach oben auswirken. Letztlich hätte langfristig auch die Wirtschaft mehr davon. Doch besonders die Finanzwirtschaft interessiert sich immer weniger für langfristige Ziele, dafür müsste man weiter denken – also mehr Aspekte in Entscheidungen einbeziehen, das ist zu aufwändig und dauert zu lange. Die Konkurrenz ist einem da längst davongesegelt, daher ist Rücksichtslosigkeit gegen Menschen, Tiere und Umwelt nun ein *Sachzwang*.

Rücksichtnahme, Empathie, Überlegtheit, soziales Gewissen und das alles haben sich jedoch im Lauf unserer Entwicklung deswegen so differenziert herausgebildet, weil die Berücksichtigung so vieler Aspekte im Denken (Fühlen) ein Vorteil war, der unsere mentale Überlegenheit begründete. Und jetzt, wo wir sie am Nötigsten brauchen, halten wir Emotionalität, Intuition, Mitgefühl etc. für unzulänglich…? – Wir unterhalten uns hier (ganz konkret) über Werte. Kognition fängt nicht erst beim Verstand an, sie mündet da nur, nachdem alle ihr zu Grunde liegenden Werte (die erst mal da sein müssen um Einfluss nehmen zu können) abgewogen wurden. Er ist damit nur die letzte (ausführende) Trieberfüllungsinstanz, und bitte nicht zu verwechseln mit Vernunft.

Des einen Gewinn ist des anderen Verlust, sagen wir so selbstverständlich (*das Wort ist mächtig*). Der Gewinn ist dann also nicht verDIENT. Gezeigt wird einem tagtäglich was anderes. Und das funktioniert, sonst würden die Methoden nicht permanent verfeinert. Erkenntnisse über uns selbst, die ungeahnte Möglichkeiten zur persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung eröffnen könnten, werden stattdessen dafür angewandt, Profit damit zu machen. Jede – selbst anfänglich gute Idee – wird durch Kommerzialisierung degeneriert und schließlich zerstört (Stichwort *Wellness* > die Idee vom ganzheitlichen Wohlbefinden – dass es beim Prädikat *Wellness* noch darum geht, glaubt heute kein Mensch mehr, der Begriff ist damit negativ belastet und für die Zukunft aus dem Rennen).

Die Methoden können nur so lange verfeinert werden, bis nur noch eines verbleibt: Authentizität, Echtheit, Transparenz.

Junkies werden verachtet, Geldsüchtige bewundert. Ist aber beides dasselbe – die *Belohnung* ist der Selbstzweck, die Folgen destruktiv. Ich habe und werde nie was gegen verDIENTen Erfolg haben, der Anerkennung dafür, zur Wohlbefindenssteigerung anderer beigetragen zu haben. Würden Leute die das noch so meinen zum Zug kommen, wäre Geld ein Effekt, und würde auch ganz leicht wieder ausgegeben, schon vor dem Hintergrund des Vertrauens, das einem nicht viel passieren kann, ist man sich gegenseitig gewogen.

Es sind womöglich nur Nuancen, die uns davon trennen (kennst Du noch Rubics Cube? > kurz vor der dem letzten Zug sieht es so aus, als wäre man noch ganz weit von der Lösung weg, und dann nur noch wenige Handgriffe – und plötzlich passt alles zusammen), zumal die Fähigkeit, für- und miteinander zu wirken, einen wesentlichen Bestandteil unseres Wesens als Mensch ausmacht (nein, es ist nicht die Folge von Naivität, dass ich an *das Gute* im Menschen glaube, ich war naiv, es lange nicht zu tun, sondern ich leite dies aus der technischen Betrachtung seiner Funktionalität ab).

Das Geldmodell in der heutigen Form bildet unsere Komplexität nicht ab. Genau dahin zu finden wäre aber folgerichtig, und vieles spricht dafür, dass sich diese Richtung bereits herausbildet (was nicht heißt, dass es nicht auch in die andere Richtung kippen kann > die Zukunft ist schließlich noch nicht geschrieben).

Dafür braucht es eine weit über die bloße Anwendung hinausgehende Auseinandersetzung.