Cambridge Declaration on Consciousness in Non-Human Animals

Nun ist es (endlich) offiziell, nicht nur der Mensch verfügt über ein Bewusstsein.

Empathie differenziert übrigens nicht nach Spezies. Wer Veganern unterstellt, sie würden das Wohl der Tiere vor das der Menschen stellen, liegt damit falsch. Doch nicht selten verhält es sich so, dass Veganer sich von Menschen die mit Vorurteilen behaftet sind und wenig Interesse daran haben sich mit einer nachhaltigeren Denk- und Lebensweise vertraut zu machen, zurückziehen und die Gesellschaft von Tieren vorziehen. Leiden sehen können sie Menschen genauso wenig wie Tiere. Die Empathie von Vegetariern und Veganern ist allgemein höher. Doch anderen deswegen schon unverbesserliche Rohheit vorzuwerfen, wäre vorschnell. Empathie ist kein statischer Wert, sondern kann sich da besser entfalten, wo vermieden wird, anderen Schaden zuzufügen. Viele Menschen werden zwar (auch) aus Empathie vegan, doch kann es auch passieren dass sich durch die Veränderung der Lebensweise – beispielsweise aus gesundheilichen Gründen – erhöhte Empathie erst nachher einstellt. – Die (datenverarbeitungstechnische) Bedeutung von Empahie für unsere Entwicklung und Zukunftsfähigkeit kann ich gar nicht hoch genug ansetzen.

Schmerz, Leid aber auch Freude können wir in allen Gesichtern erkennen die Empfinden ausdrücken und sind davon mehr oder weniger stark berührt. Wir finden ja auch das Kindchenschema an jungen Säugetieren artenübergreifend „putzig“. – Das bedeutet aber auch: wenn wir unseren Kindern die Empathie gegenüber Tieren aberziehen (die meisten Kinder mögen Tiere), sind von der damit einhergehenden Rohheit später auch Menschen betroffen. Ich habe es bereits vor ein paar Jahren herausgefunden, als ich mich mit der Entwicklung und Funktionsweise des Fühlens und Denkens auseinandersetzte. – Leid ist Leid ist Leid – und wird nicht größer oder kleiner dadurch, dass wir(!) einen Unterschied machen, wen es (be)trifft. Es entsteht dabei ein Schaden. Und wir richten ungeheuer viel davon an (1 – 2.6 Billionen Meereslebewesen pro Jahr, ca. 60 Milliarden Landtiere, ohne die Kollateralschäden an Wildtieren – und Zigtausend Menschen jeden Tag) – Viele reden vom Umdenken. Ich glaube, wir haben noch nicht mal damit angefangen – darüber nachzudenken, was wir hier eigentlich tun. – Und es bleibt nicht mehr viel Zeit. Die Kinder müssen alles ausbaden, was die Erwachsenen jetzt noch vor sich her schieben.

Nichts zu tun ist die größte Last von allen

Wer sich über die Interessen anderer (Lebewesen) hinwegsetzt kann sich doch nicht wirklich darüber wundern, wenn ihm dasselbe widerfährt. Im Zusammenhang mit dem „Dioxinskandal“ von neulich empfinde ich wesentlich mehr Bedauern darüber, dass für die von Menschen konsumierten Eier 50 % der Küken kurz nach dem Schlüpfen vergast und / oder lebendig zerschreddert werden, als dass sich „Verbraucher“ die sich über derlei und andere leidvolle Tatsachen unbedacht hinwegsetzen eine Schadsubstanz mehr als sonst in ihren Cocktail rühren lassen mussten. – Selbstverständlich finde ich es grundsätzlich nicht in Ordnung wenn Menschen geschadet wird. Es ist verwerflich anderen (wissentlich) physisches oder psychisches Leid zuzufügen.

Dass für Geld alles versucht wird andere – selbst unter billigender Inkaufnahme ihnen damit zu schaden – auszutricksen ist in Anbetracht einer Umgebung in der sich Rücksichtslosigkeit (die bereits von den Konsumenten ausgeht und mit auch deswegen von den Produzenten ebenfalls ausgeübt wird) temporär (sie kann nichts hervorbringen das von Dauer ist) durchsetzte nur folgerichtig.

Fortschreitende Machkonzentration kostet (neben Werten) nicht nur Zufriedenheit, sondern auch immer mehr Ressourcen um Verlorenes zu kompensieren, was aber nicht geht (Erfüllung ist ohne die Wahrnehmung von Eigenverantwortung nicht erlangbar), und so entwickeln sich immer mehr Suchtmuster, die ihre Lebensumgebung immer schneller vernichten (weil Menschen nur noch zu „Verbrauchern“ geworden sind – mehr zu nehmen als zu geben gilt fälschlicherweise als „Gewinn“).

Wem es wirklich um Nachhaltigkeit geht, der kann sie nicht nur in einer Sache verwirklichen, sondern sie nur ganz leben, indem er sie überall umsetzt wo er Verbesserungspotential erkennt. Der größte Schritt den wir in Richtung Nachhaltigkeit machen können ist es nun mal, unsere Ernährung umzustellen. Doch es dauert seine Zeit bis diese Information so angekommen ist, dass sie annehmbar wird. Sie muss so tief in uns eindringen, dass sie Einfluss auf die Stimulation unseres Belohnungssystems hat, erst dann ist sie tatsächlich verwertbar. – Daher bin ich auch nicht (mehr) der Ansicht, dass Menschen wider besseren Wissens handeln, sondern dass „zur Kenntnisnahme“ und „verwertbares Wissen“ zwei völlig unterschiedliche Dinge sind, und zwischen beidem ein langer Weg liegt.

Nirgendwo zeigt sich Intelligenz deutlicher als in der Fähigkeit an den Bedingungen neu orientiert umzudenken. Jeder Mensch kann dazu finden – mit dem Herzen, nicht mit der Höhe seines IQ. Dass der menschliche Verstand nur ein aufgesetztes „Programm“ ohne eigene Werte (was für das Geldsystem übrigens auch gilt, beide erfassen nur einen winzigen Bruchteil der tatsächlichen Notwendigkeiten) ist, wird die nächste große Kränkung der Menschheit, schätze ich, auch wenn das nur jene betreffen wird, die (noch) nicht verstehen, was das bedeutet. Es kommt doch nur darauf an was wir aus dem was wir (über uns) wissen machen, und nicht, woraus es besteht.

Inspiriert von den Neujahrswünschen die ich zu diesem Jahreswechsel bekam, habe ich beschlossen, 2011 dem Thema Liebe besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Liebe ist überall, oft vergraben und kraftlos geworden unter der Last von Irrtums- und Missverständnissteinen, man braucht sie nur aufzudecken. Auch wenn uns die Steinwüste manchmal mutlos macht, jeder einzelne den wir entfernen oder dazu anregen dass er entfernt wird ist ein Gewinn. Diejenigen die damit angefangen haben (Danke), trugen davon bisher das größte Gewicht. Es ist jedoch mit Freude und Zuversicht verbunden, und daher unvergleichlich leichter zu tragen als die drückende, ohnmächtige Last des bloßen Zusehens und Nichtstuns.

Mit veganen Grüßen und Alle(s) Liebe für 2011,
Gabriele

Ist militant nicht eigentlich der,

der nichts verändern will, selbst wenn die Notwendigkeit bereits erkannt ist? – Es ist keineswegs „zu einfach“ gedacht, das Töten zu meiden, sondern es beizubehalten, denn dann braucht man ja gar nichts zu tun, außer es zu „verteidigen“. Schade um den kognitiven Aufwand. Streich mal „ja aber“ und ersetze es konsequent durch „ja daher“, und staune darüber, wozu Dein Gehirn dann fähig wird.

Milch und Fleisch sind zu Dogmen geworden. Für ein Prinzip entscheidet man sich selbst, und entwickelt seine Strategien danach. Es bleibt stets hinterfragbar. Für ein Dogma (Kopie / Nachahmung) trifft das nicht zu. Es entsteht, wenn das Symbol zu einem Wert von diesem bereits entkoppelt wurde. Das ist eine Schwachstelle in unserer zunehmend verstandeslastigen Informationsverarbeitung. Die Organisationsstrukturen die wir abbilden hängen davon ab, welches Denken dominiert (es sollte eigentlich keines dominieren, sondern die potentiellen Synergieeffekte unterschiedlicher Methoden zum Tragen kommen). Die „Mittelschicht“ – emotional/soziale Verarbeitung, die Pufferzone zwischen Trieben und Verstand – ist ausgedünnt. Oben und Unten scheren extrem auseinander. Und so sieht es in den angepassten Gehirnen heute auch aus, vermutlich „entsprechen“ sie ihrer „Umgebung“ so „am besten“. Daher kommt sich heute mancher Veganer vor wie in „Zombieland“. Die Menschen der Umgebung die ohne Mitgefühl auskommen müssen, wirken irgendwie – weniger lebendig.

Dem Prinzip „Du sollst nicht töten“ folgen zu wollen mag heute ein schwieriges Unterfangen sein, denn alles Fremde das wir uns zuführen kann bereits während des Herauspressens seiner Rohstoffe, des Transports, der Produktion etc. Leben gekostet haben. „Wo ein Wille ist findet sich auch ein Weg“ ist jedoch nicht nur eine leere Floskel. Wer ihm folgen will, wird auch Strategien finden sich dem anzunähern.

Mitgefühl oder nicht – was wir den Tieren (und Menschen die nicht das Glück haben in „reichen“ Regionen geboren zu sein) antun, kann nicht richtig sein. Würde es uns widerfahren, wäre das für uns ganz klar – wir würden es nicht wollen. Der Unterschied liegt nur darin, wer diese Abträglichkeit erlebt. Hier geht es auch nicht mehr um die Frage nach Toleranz, sondern darum, unvorstellbares grauenvolles Massenleid zu beenden.
Man darf was im Zuge von „Tierhaltung“ geschieht nicht mit KZs vergleichen ohne als Angreifer der Menschenwürde zu gelten. – Wie groß oder klein die Würde eines Menschen ist, wird jedoch genau nicht durch die Herabsetzung anderer entschieden, sondern einzig und alleine durch das was er ist.

Ich bin nun keine von denen die Tiere mögen und Menschen nicht. Indem ich den Menschen durch ein privates Forschungsprojekt sehr tiefgreifend erfuhr, kam ich gar nicht mehr dran vorbei, ähnliche Muster in anderen Wesen ebenfalls (an) zu erkennen. Tierrechtsforderungen stand ich bis dahin mit Unverständnis gegenüber. Zuerst müssen doch die Menschen kommen, dachte ich. Das erwies sich als Missverständnis, denn es ist gar nicht voneinander zu trennen. – Wenn wir unsere Natur töten, töten wir unsere Natur, und ist sie erst tot, können wir mit ihr nicht mehr kognitiv arbeiten, und damit sind Irrtümer (beispielsweise über das was wir wollen) schon vorprogrammiert.

Durch die Missanerkennung des Lebensrechtes uns zumindest zu Anteilen ähnlicher Wesen, missanerkennen wir auch jenen Teil in uns selbst, den wir einsperren, quälen und töten (lassen). Je eingesperrter wir selbst in unseren „Regelwerken“ sind, desto mehr leidet die Umgebung, und wir in ihr. Selbst für den Primaten (in uns) haben wir das Einfühlungsvermögen verloren – er wurde zum Vivisektionsopfer einer zunehmend besitzergreifenden Gesellschaft, die immer mehr Jahre an Leben für sich herausquetschen will, je mehr sie verlernt hat, wie sich zu leben anfühlt, und in den immer mehr Jahren nur immer mehr konsumiert, statt erlebt. Der Hunger auf Ressourcen wird dadurch aber nur immer größer und ist nicht dauerhaft zu befrieden.

Das leidende, unterdrückte, zum frühen Tode geborene und gnadenlos ausgebeutete Tier will der instrumentalisierende Mensch gar nicht verstehen, denn dazu müsste er mitfühlen, und würde er das, läge es ihm fern auch nur eine Sekunde länger ans Töten zu denken. Das nicht mehr zu wollen ist die Folge einer grundlegenden Erkenntnis über die Vielschichtigkeit, Abhängigkeiten und Komplexität der eigenen von ihrer Umgebung geprägten und in ihr wirksamen nach wie vor tierisch motivierten Menschlichkeit. – Nicht nur, dass ihnen die Vorstellung abhanden kam, was Menschen damit verpassen, gleichzeitig nehmen sie ihren Nachkommen die Chance, sich selbst jemals so grundlegend zu erfahren. Würden sie gefragt ob sie wollen, dass Kälbchen, Häschen oder Küken sterben, würde kein mental gesundes Kind darauf mit „ja“ antworten. Aber wenn es um Profit geht, soll es plötzlich „gesund“ sein? – Für die Konsumenten mal sicher nicht, aber einreden lassen sie es sich gerne.

Wir missachten anderer Bedürfnisse und schlachten sie ab, und rechtfertigen dies mit unserer Überlegenheit. Worin genau diese bestehen soll, kann dann jedoch keiner so recht begründen. – Kognitionstechnisch betrachtet verschwimmen die Grenzen immer mehr.

Ich gehe davon aus, dass die Natur des Menschen logischerweise (immer noch!) darauf ausgelegt ist, zurecht zu kommen und dafür das Richtige tun zu wollen. Die Krux dabei ist herauszufinden, was das Richtige ist und auf Dauer. Dafür sind wir mit einem wunderbaren, nachhaltigen Selbstschutz ausgestattet, Mitgefühl. Wenn wir das was wir nicht wollen, an Anderen ebenfalls nicht zulassen, bedroht es uns auch nicht. Und da wir die Hand auf dem ganzen Planeten haben, reicht es eben nicht, nur unsere eigene Spezies in unser Wohlwollen einzubeziehen.

Leben und leben lassen…

…ausgerechnet dieser Spruch ist ein Karnisten-Argument, das mir immer wieder begegnet.

“Leben und leben lassen” passt allerdings nicht mit dem Tierkonsum zusammen, der bedeutend, unnötigerweise auf Kosten anderer Leben seine Homo sapiens-Existenz zu untermauern. Also leben und (anderen ihr) Leben lassen. In dem Fall ist Ernährung auch keine Privatsache, weil die Folgen der Klima- (graphiktreibhauseffekt) und ökologischen Schäden alle mittragen müssen, und am meisten natürlich wieder jene, die eh schon nichts haben, weder Pflanze (die stattdessen ans Vieh verfüttert wird), noch Fisch, noch Fleisch. Ist Dir in letzter Zeit aufgefallen, wie die Angst der Menschen was „abgeben“ zu müssen steigt, und sie denen, auf die sie noch runtersehen können, am wenigsten gönnen (ein nachdenklicher Artikel dazu: Unser blühendes Land)?

Wenn die Veränderungsbereitschaft schon vor dem eigenen Tellerrand aufhört, ist sie nicht ernst zu nehmen. Aber nicht zuletzt deswegen sind wir ja eine Wegfressgesellschaft ohne Zukunft geworden. Die anderen sollen verzichten, nur man selbst will nichts am gegenwärtigen Status ändern. Dabei hat das nichts mit Verzicht zu tun. Entweder ich respektiere das Leben und bringe das durch meine eigene Lebensweise zum Ausdruck oder ich bin ein Ignorant und fresse es auf. Einen Mittelweg gibt es nicht, den kann man sich nur vormachen. Es gibt keine humane Tierschlachtung, es gibt keine humane Methode, an Hühnereier zu gelangen (Küken sexen widerfährt auch so genannten „Biofreilandhühnern“), und hinter jedem Glas Milch stecken zwei schmutzige Geheimnisse – ein Kälbchen, das seiner Mutter entrissen wurde und Hochleistungseuter, die das Kreuz jeder Kuh zu Boden ziehen. Die Vorstellung, wie sich ein „ganzer Mann“ an einer Kuhzitze festsaugt und daraus Babynahrung trinkt sieht für mich jedenfalls weder natürlich, noch gesund, sondern allenfalls nach einer Notlösung aus.

„Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz“ – ist eine alte Weisheit, längst von der Gehirnforschung bestätigt, und doch der bloßen Gier und kurzen Lust wegen ignoriert. Während man tierquälende oder -tötende Kinder noch für verhaltensgestört erklärt, sieht es beim Erwachsenen schon ganz anders aus. Denn für die Aussicht auf Geld zählt das Leiden anderer dann plötzlich nicht mehr. Mehr als ein unnötiges Vergnügen (Scherz) ist der schnelle Gaumenkitzel nicht. Das sich herausgenommene „Recht des Stärkeren“ sieht zunehmend nach dem „Versagen des Dümmeren“ aus. Mit ein bisschen anders ist da nichts mehr zu richten. Das Umdenken muss grundlegend und umfassend zugleich sein, und vor allen Dingen Konsequenzen haben.

Damit die leidvolle Extremsituation die Veränderung erzwingt nicht eintreten muss, muss ein adäquater Eindruck in unserer Vorstellung entstehen. Nur andere Werte führen zu einem anderen Rechenergebnis. Ob die Werte von außen aufgezwungen sein müssen oder präventiv von innen kommen, ist die einzige Entscheidungsfreiheit, die wir haben.

Uns auf die Evolution berufen – deren komplexes Zusammenspiel wir offenbar nicht ansatzweise kapiert haben (noch nicht einmal die Tragweite dessen, was wir darin anrichten) – können wir nicht mehr. Wer seine Beschaffenheit verstanden hat, erkennt wie er sie steuern und daran wachsen kann (nee, Disziplin ist dazu gar nicht nötig, es macht nämlich ungeheuer Spaß, ungeheuer deswegen, weil das Gehirn damit wieder Echtes und nachhaltig Gedeihliches belohnen kann), damit ist sie keine Ausrede mehr. Wo zur Rechtfertigung rücksichtlosen Verhaltens “Fressen und Gefressen werden” angeführt wird, offenbart sich bei genauerem Hinsehen ein vielschichtiges aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel, in dem jeder eingebundenen Lebensform genug Raum bleibt am Bestand zu bleiben und sich weiter zu entwickeln (implementiertes Streben nach besserer Entsprechung > Erhöhung der Komplexität, Vielwertigkeit), und nicht, dass sich da eines hervortut um alle anderen unter sich zu ersticken. Wer seine Nahrungsquelle vernichtet, hat dann eben keine mehr und verschwindet mit ihr. Wen eine Veränderung überfordert, den überrollt sie. Andere Wesen, die es besser können, übernehmen oder teilen sich freie Nischen und setzen ihre Entwicklung da fort, wo anderen das Latein ausging.

Die Überlebensrechnung war von jeher immer dieselbe, nämlich in wie weit (objektive) Werte und (subjektive) Werteinschätzung korrespondieren. Ein in Kompliziertheit und Regeln verstricktes dissonantes Gehirn wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit verrechnen. Einen Hund zu hätscheln und ein Schwein zu schlachten, obwohl dessen intellektuelle und Empfindungsfähigkeiten mindestens genau so ausgeprägt sind und in der Lage wären, Menschen zu entzücken, ist ein in unseren Köpfen verbauter Widerspruch (neben vielen anderen). Symboldenken (Abstraktionsfähigkeit) bringt es mit sich, dass wir für den Moment der Betrachtung die Realität verzerren müssen, denn mehr als einen Aspekt zu einer Zeit können wir mit dem linearen Verstand nicht scharf betrachten – in dem Moment hat er alle Relevanz. Das macht uns schon verarbeitungstechnisch bedingt anfällig für (temporäre) Fehleinschätzungen. Doch haben wir eine Menge Indikatoren (Gefühle, Folgewirkungen) die uns darauf hinweisen, und denen entsprochen werden müsste, statt sie zu übergehen oder als Symptome „wegzubehandeln“ und damit wieder neue generieren. Schadhafte, global destruktive Folgewirkungen menschlichen Treibens sind keine Normalität, sondern Hinterlassenschaften von Fehlern die korrigierbar sind. „Ja aber?“ – Nein, genau damit nicht. Mit „ja daher“ beginnt die Zukunft.

In dem Moment wo ein Aspekt über den Verstand verarbeitet wird, liegt darauf eine hohe Gewichtung die aber nicht real ist. Auch unsere Ängste stehen in keiner realistischen Relation mehr zu den Bedrohungspotentialen. Nur im Gesamtbild wäre erkennbar, wie groß eine Relevanz wirklich sein darf, weil wir sie dann in ihrer Stellung zu allen anderen „Werten“ begreifen. Detailwissen ist wenig hilfreich, wenn wir vor lauter „scharfen Fakten“ den Gesamtkontext nicht mehr sehen, weil wir dann keine Orientierung mehr haben, nach welchen Kriterien wir Werte gewichten müssen. Frühere Priester und Schamanen kommen uns heute vor wie esoterische Spinner. Ich halte sie für die kognitive Brücke zum universellen, ganzheitlichen Denken. Auch wenn die anderen Stammesmitglieder die Hintergründe nicht verstanden, erkannten sie doch darauf basierende Einwände und Vorschläge an. Das ist heute nicht mehr so, „inneres Wissen“ wird gar massiv von so genannten Skeptikern bekämpft, deren Einwände suggerieren, dass alles in bester Ordnung sei, schließlich „wissen“ wir ja, dass Streben nach Erleuchtung, Vorahnungen, Entscheidungen aus Mitgefühl, Homöopathie und Glaube völlig irrational sind – nur Rechthabenwollen, Egozentrik und die Gier nach Geld und Konsum sind vollkommen rational – nicht wahr?

Jene Werte die unseren Blick über den Tellerrand hinaus bewegen können sind nicht die des Egos. Der Mensch ist kein Einzelkämpfer, denn es ist keineswegs, wie er glaubt, sein Gehirn das ihn ausmacht („ein Mensch ist kein Mensch“). Es ist die Zusammenschaltung mehrerer Gehirne und die daraus resultierende höhere Wertebandbreite, eine Bewusstseinserweiterung über die (An)Erkennung der Befindlichkeiten (Werte) anderer. Mitgefühl / Akzeptanz / Integration. Die Gegenpostion einzunehmen lehrt uns hingegen nichts (Neues).

Nur weil keine Gefühle da oder erklärbar sind, ist eine Entscheidung noch längst nicht rational. Genau so wenig sind Gefühlsentscheidungen per se irrational. Ich halte sogar das Gegenteil für richtig, denn Gefühle folgen sehr wohl einer nachvollziehbaren Logik, die sich weit länger bewähren und herausbilden konnte als der (nach wie vor von den Werten des Wesens gesteuerte) Verstand. Ist die Haltung des Wesens gierig, werden auch die Daten die den Verstand erreichen, davon geprägt sein. Im Befindlichkeitseindruck enthalten sind allerdings mehr Informationen, als zu durchdenken wir gewohnt sind. Dafür müsste man sich selbst (immer wieder) hinterfragen und ein gesundes Verhältnis zwischen Routine und Erleben nicht nur wiederherstellen, sondern bewahren.

Entscheidungen unterhalb der Gefühls- und sozialen Ebene können nur noch triebgesteuert sein. Die Faktoren nach denen auf der Ebene differenziert wird, sind viel zu wenige für ein komplexes Wesen wie die Menschen, daher macht die Füllerei auch niemals satt, denn um zur Erfüllung zu gelangen, brauchen wir die höhere – die vielwertigere – Ebene, die mehr Faktoren einbezieht. Die Grobheit der reduzierten Wertemuster bilden die Menschen global ab – man braucht sich nur die sozialen Strukturen anzusehen, das gigantische Gefälle zwischen Arm und Reich, Zentralisierung (Geltung der Werte Weniger), die Reduktionen auf Massenproduktion und Monokulturen und systematische Zerstörung der natürlichen Vielfalt (2010 = Jahr der Biodiversität, und es geht kein Aufschrei durch die Blogger- und Medienwelt, was ich erschreckend finde) durch die unersättliche Gier nach Fleisch.

Auch Veggies unterliegen natürlich den Werten ihres Stoffwechsels, und ihre Motive sind letztlich egoistisch. Unser Denken geht immer in die Richtung, in der wir die höchste Wohlbefindenssteigerung vermuten. Für die einen zählt dabei nur das Ego, für die anderen das Wohl der ganzen Welt und all ihrer Wesen, der Vielfalt, der Individualität, dem tiefen Verstehen und der Kreativität die daraus folgt. Durch zusätzliche emotionale Abwägungen (noch dazu Mitgefühl, das die Werte Anderer integriert) differenzieren wir feiner, da auf Grundlage von mehr Werten (Gefühlseinheiten, wenn man so will, mehr Werte führen zu einer höheren Auflösung). Der Verstand ist nicht Träger unseres Willens, sondern dessen Ausführungswerkzeug, aber auch für Analysen und Korrekturen gut zu gebrauchen, vorausgesetzt man hat je gelernt, eigenständig zu denken. Primaten sind in erster Linie Nachahmer, Kreativität, also eigene Gedanken zu entwickeln ist eigenständig, und dazu braucht es Verstehen, das im günstigen Fall der Nachahmung folgt. Der (Werte)Unterbau hat längst entschieden, was in die “höhere Verarbeitung” gelangt, bevor der Verstand es überhaupt zur Kenntnis nehmen kann. Ich wünschte, Du könntest an Dir erleben, Du könntest Dich sehen, dann wäre es kein Thema mehr, ob die Wurst auf Deinem Teller vom Tier oder vegan ist, weil Dir dann der Wert von Lebendigkeit vollkommen klar wäre.

Nach den Trieben und vor dem rationalen Denken kommt die emotional-soziale Verarbeitung (oder eben nicht mehr). Der verbalisierbare Output ist davon geprägt, wie wir die beteiligten Aspekte emotional gewichten oder mal gewichtet haben, und dann nie wieder hinterfragt, nachgefühlt. Daher schaffen wir es nicht einmal, uns über “Fakten” einig zu werden. Bis wir so weit sind die zu diskutieren ist das Denken bereits von den “Vorbewertungen” kontaminiert. Wahrhaftigkeit war nicht von ungefähr eine der Tugenden, da man sich die erarbeiten muss. Ein Gehirn ist nicht “von Natur” aus auf die Verarbeitung scharfer Daten ausgerichtet, und schon gar nicht bezieht es daraus seine Motivation. Kreativität und Vielfalt ecken an scharfen Grenzen an. Die sind nämlich nur noch gut für Berechnung und nicht um Neues zu schaffen. Daher entstand auch diese „Wirtschaftswachstumssackgasse“, und wurde unser Überlebens“kampf“, der zum (finalen?) Vernichtungsfeldzug auszuarten droht. Ich will den nicht. Und wenn ich den wirklich nicht will, kann ich nicht mehr tun was alle (bzw. die meisten) tun, weil ihr Verhalten erkennbar darauf hinausläuft, dass er fortgesetzt wird.

Ich war lange Gemischtköstler, bevorzugte dann vegetarisch, und aß nur dann und wann noch Fleisch. Doch beim Versuch, dies mit vernünftigen Argumenten (in erster Linie vor mir selbst) zu begründen, scheiterte ich schließlich an dem, was meine Recherchen und Überlegungen ans Licht brachten. Daraufhin war auf Grundlage der Fakten nur folgerichtig, zu einer veganen Lebensweise überzugehen, zumal es da kein Verzicht mehr war, sondern als Gewinn erkennbar. Das ist geradezu Bedingung – wir müssen Nachhaltigkeit (Zukunftsfähigkeit) erst einmal als erstrebenswerten Gewinn begreifen lernen und nicht als Selbstverständlichkeit, die es nie war. Die nachfolgenden Veränderungen an mir waren erstaunlich – das Mitgefühl, das bei den meistern Veganern als treibende Kraft fungiert, kam bei mir nämlich erst danach. Womöglich war ich vorher einfach zu feige mich darauf einzulassen, denn es wäre tatsächlich zu schmerzhaft gewesen mein eigenes Verhalten als (Mit)Ursache erkennen zu müssen.

Es liegt mir fern, Spaß- oder Spielverderber sein zu wollen, oder Missgunst zu empfinden, wenn jemand in ein Stück Fleisch beißt. Das Gefühl das ich dazu habe gilt dem Individuum das dafür geschlachtet wurde. Obwohl ich Fleisch früher durchaus mochte, ekelt es mich heute, wenn ich an einer Fleischtheke vorbeikomme, weil ich um die Gewalt(bereitschaft) dahinter weiß – gegenüber Menschen, Tieren und der Natur – und ich habe sie sowas von satt! – Abgesehen davon wird der Geruchssinn feiner, und das Zeug stinkt so sehr, dass man es nicht mehr als Nahrung (an)erkennt.

Fleischkonsum erfordert schon mal eine gewisse Ignoranz und Härte, von der ich nach meinem heutigen Wissensstand annehmen muss, dass wir sie uns nicht leisten können, weil Ignoranz nicht ohne nachteilige Folgen für uns (oder jedenfalls manche von uns) bleiben kann. Den evolutionären Wettkampf haben wir gewonnen, wem also nützt seine Fortführung noch? Unsere einzigen Feinde sind unsere Wünsche, und die einzige Herausforderung die sich uns noch stellt ist, sie weise zu wählen. Wie können wir es wagen uns intelligent zu nennen, wenn wir das nicht mal hinbekommen? – Jeder Einzeller hat das schon drauf, und auch in unserem Naturell ist die Fähigkeit dazu verankert.

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Verschwendung von Ressourcen alles andere als vernünftig, zumal es sich um keine Notwendigkeit handelt, sondern etwas das der Körper auf Stoffwechselebene fordert, in erster Linie, weil es aus Profitgier verfügbar gemacht wurde. Lägen statt Fleisch zum Beispiel pflanzliche Produkte in den Regalen, würde das einer Generation, die damit aufwächst, nicht unangenehm auffallen (so wie den meisten Menschen umgekehrt ja auch nicht, was keineswegs bedeutet, das Eine sei “normaler” als das Andere).

Der Verstand würde wesentlich besser, schneller, umfassender und treffender funktionieren, wüssten wir um die Werte die ihn steuern. Sie zu erkunden hat allerdings zur Folge, dass wir uns – je tiefer wir vordringen – umso öfter im Anderen erkennen. Das geht so weit, dass wir jedes fühlende Lebewesen als “einen von uns” (an)erkennen würden, und dann mag man’s einfach nicht mehr essen.

Man sollte wissen was man tut, und auch für welche Konsequenzen man bezahlt, wenn man sich für ein „Produkt“ entscheidet. Denn im Gegensatz zu allen vier Jahren in der Politik wählen wir als Konsumenten unsere Kreuzchen täglich. Dass wir „davon nichts gewusst haben“ – die Ausrede zieht im Informationszeitalter nicht mehr.

Nichtsdestotrotz sind meine Betrachtungen natürlich total subjektiv, und jeder wird sie für sich so interpretieren wie es ihm am besten einfährt. Mein zweites X-Chromosom will Harmonie. Die ist übrigens genauso wenig unrealistisch wie der (momentan, in diesem Augenblick, einem kurzen Aufblitzen in der für uns unvorstellbar langen Erdgeschichte) männlich geprägte Wettbewerb, sondern im Wesen sogar beständiger. Wahn ist immer einseitig. Ganzheitlichkeit verteilt Relevanzen und denkt daher vielwertig. Da Komplexität ebenfalls vielwertig ist, entspricht sie ihr damit besser, und manipulierbar ist sie auch nicht mehr so leicht. Nur ein von den Wesen undurchschauter Nachahmungstrieb macht die Massenmanipulation möglich.

Überleben ist eine Rechenaufgabe auf Basis der grundlegenden averbalen Werte. Worte sind nur mit Werten verknüpfte Symbole, nicht das eigentliche Denken. Der Gehirncode liegt tiefer, und natürlich ist er averbal – d.h. es geht und ging nie um die Wahrheit der Worte (völlig unsinnig, sich um die Wahrheit zu streiten, da Fakten nicht gegeneinander stehen, sondern nebeneinander existieren), wir aber lehnen eine andere Form ab. Daher geschah die massive Selbstreduktion des menschlichen Bewusstseins, die uns jedwede Rücksichtnahme auf die Lebensumgebung über Board werfen ließ. 95 % der Vorgänge in unserem Gehirn sind nicht verbalisierbar, doch – wir können wieder lernen sie zu sehen, und erhalten dann das vielleicht großartigste Werkzeug, das diese Erde (die wir gerade zerstören, wie undankbar!) hervorbrachte, ein konsistentes Gehirn. Der Verstand ist nur ein Programm, das in unserem Organismus arbeitet, seine Auftraggeber sind unsere Beweggründe. Schon daher ist emotional-soziale Kompetenz des Menschen wichtiger als jede andere.

Extreme

„Dass Du überhaupt nichts Tierisches mehr isst – das ist aber schon extrem“, hörte ich heute. „Nein“, sagte ich, „was die Menschen den Tieren antun, das ist extrem“.

Tiere fühlen, sie spüren Schmerzen, sie haben Angst. Sie können sich nicht verbal mitteilen. Sie haben nur eine Hoffnung, Menschen die sie als fühlende Lebewesen (an)erkennen, und die das dann für sie tun. Es ist eine Frage der Richtung, aus der man blickt, wo man die Extreme sieht, und man soll sich dabei nicht davon blenden lassen, ob die Mehr- oder eine Minderheit sie praktiziert. Mir hat sich buchstäblich der Magen umgedreht, als ich der Wahrheit über unsere Ernährung ins Gesicht sah. Seitdem denke ich aus der anderen Richtung.

Wie wichtig ist uns Nachhaltigkeit eigentlich

Jeder Burger(!) kostet 50 Quadratmeter Land, in den letzten 30 Jahren wurden 80% der Regenwälder vernichtet:

Nachhaltigkeit ist deswegen ein Thema, weil die „westliche“ Lebensweise (den Rattenschwanz an Verhaltensweisen darfst Du Dir denken) keinen langen Fortbestand mehr verheißt, jedenfalls nicht der Welt wie wir sie heute kennen. Nur eine angemessene Lebensweise ist nachhaltig, also eine deutlich andere als die übliche heute. Man kann auch schwer einräumen, dass das noch Privatsache ist, da alle die Folgen tragen müssen, auch die, die bereit sind alles zu tun, um zu retten was noch übrig ist. Auch sie (speziell sensitive Menschen) zu übergehen ist eine Form von Ungerechtigkeit, und war noch nie besonders klug. Das süße Geheimnis menschlicher Intelligenz ist die Wertesteigerung durch gehirnübergreifende Vernetzung. Ausschluss reduziert entscheidungsrelevante Werte hingegen, und ja, das hat was damit zu tun, dass in der Summe die hinten rauskommt, dann was fehlt – Werte nämlich.

Auch was wir nur unscharf wahrnehmen (Intuition / Gefühle) funktioniert nach einer nachvollziehbaren Logik. Die Westlichen lächeln ja gerne über Naturvölker und ihre Weltbilder und Rituale die sie von Generation zu Generation weiterreichen. Die sind immerhin noch nachhaltigkeitstauglich, was man von unserem Weltbild nicht behaupten kann. Die Flexibilität des menschlichen Gehirns hat auch ihre Schattenseiten. Menschen können von Grund auf falsch programmiert sein und würden es nicht einmal merken aus dem einzigen Grund, weil alle die gleichen falschen Werte haben. Dann halten sie die nämlich für richtig, und darin liegt die größte Gefahr – der Wahnsinn wird zur Normalität, und nur eine Minderheit sieht es.

Die pharmazeutische Industrie hält mit Hilfe der Fleisch- und Milchindustrie Millionen Blutdruckkranke in ihren Fängen. Bei erschreckend vielen westlichen Menschen geht es etwa ab Mitte 50 los, und sie sind dann für den Rest ihres Lebens von Tabletten abhängig, um ihren Blutdruck auf verträglichem Niveau zu halten. Wir halten das für völlig normal, doch das muss so gar nicht sein.

Hände, Farbsehen, die Unfähigkeit Vitamin C zu synthetisieren, erhöhte Entzüdungsneigung, eine erhöhte Belastung von Nieren, Herz- und Kreislauf bei fleischlicher Kost, sind Indiziden dafür, dass die Pflanzenkost unsere native Ernährungsform darstellt, auch wenn der Körper gelernt hat, Tierisches zu verwerten – wenn er denn muss. Was uns in der Vergangenheit vielleicht das Überleben rettete – wirkt sich heute umgekehrt aus. Wir können ohne, und das ist der springende Punkt. Es bedeutet eine Umstellung, keine Einschränkung (zumal die Produktvielfalt sehr schnell anwachsen wird), die für die nächste Generation schon ganz normal sein wird, so wie für uns heute das Gegenteil. Das menschliche Gehirn ist ein fantastisches Organ und ungeheuer flexibel. Sogar wenn es bereits für ein bestimmtes Leben geprägt ist, ist ein Neuanfang immer noch drin.

Technologien werden unsere Probleme nicht lösen, weil deren Ursache unsere Haltung ist. So lange sich die Haltung nicht ändert, werden neue Technologien die Lage nur noch verschlimmern, selbst wenn die Absichten dahinter erst mal gut sind. Die Politik wird das nicht einfach so richten, die Wirtschaft 1.0 kann es nicht wollen, weil es ihr nur auf Profit ankommt, und sie dabei völlig verlernt hat nach links und rechts zu schauen, wo all das liegen bleibt, was sie mit ihren Scheuklappen übersieht. Profitdenken steht in evolutionärer Konkurrenz zur Natur höchstselbst. Klar, alles was es vernichtet, muss “ersetzt” (am liebsten sogar schon vorher, um den Prozess zu beschleunigen) werden (z.b. müssen Bauern gentechnisch veränderten Samen jedes Jahr neu kaufen), das bringt Macht und Geld – und das bedeutet spätestens zum Ende der natürlichen Ressourcen die totale Abhängigkeit aller Menschen von niemals satten Produzenten, oder Tod, wenn sie kein Geld haben. Davon sind heute schon Zigtausende pro Tag betroffen, Tendenz steigend.

Was manche für eine große Verschwörung halten ist wohl eher nichts weiter als der Effekt menschlicher emotionaler Beschränktheit. Wir können noch so viel wissen. Wenn uns kalt lässt, was wir damit anrichten, bringt es uns nirgends hin. Wem Nachhaltigkeit ein echtes und tiefes Anliegen ist, isst grün, weil er es als folgerichtig erkennt, und dann gar nicht mehr anders kann.

Die Ethik der meisten Veganer wird von Mitgefühl getragen, und dafür bewundere ich sie (mein Motiv war nicht so edel, ich lebe nur lieber mit ungereizter Haut – alleine wie sich das auf meinen Schlaf auswirkte ist unbezahlbar – ohne Gewichtsprobleme – und ach ja, nachhaltig, und das ist für mich untrennbar mit Gerechtigkeit und Vermeidung unnötigen Leidens verbunden). Es sind sehr bewegte und ausgeprägte Persönlichkeiten. Allerdings gibt es auch welche unter ihnen die Menschen nicht mehr besonders mögen (für das, was sie anderen Lebewesen antun), was zwar verständlich, aber auch bedauerlich ist. Wer Tiere liebt, sollte auch Menschen lieben, denn in ihnen drin steckt ja ein ganzer Tiergarten, der es vielfach einfach nicht besser weiß. Die bloße zur Kenntnisbringung von Fakten ist nicht geeignet menschliches Verhalten zu ändern, denn auch sie berücksichtigen in ihren Entscheidungen nur, was das Belohnungszentrum stimuliert. Was sie so tief berührt, dass es in ihnen drin einen Wert (neu) setzen darf, können andere nicht für sie bestimmen.

Live long & prosper 😉

Liebe geht durch den Magen

Wie sagten unsere Großmütter: „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es erlebt wie Du den Schmerz“. Ethische Gesichtspunkte sind für mich mehr als ausreichend tierische „Produkte“ zu meiden, denn Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Einfühlungsvermögen und Leidensfreiheit gehören für mich untrennbar zusammen.

Weltvegantag 01. November

Ja, Tiere sind ein wenig anders als wir. Sie können keine Vorurteile vererben und Legenden überliefern (aus denen wir nebenbei bemerkt auch nichts gelernt haben), weil sie noch unverfälscht nach ihren individuellen Werten handeln, und nicht in daraus (vielfach fehlinterpretierten) abstrahierten (und vielfach kopierten) Symbolen.

Je länger ich mich mit Kognitionsforschung beschäftige, umso kleiner werden die Unterschiede. – Eigentlich hatte ich gar keine andere Wahl als vegan zu werden. Der menschliche Verstand ist auch nur ein Programm, das in seinem Organismus arbeitet. Letztlich kommen die Werte die ihn steuern wie bei anderen Lebewesen aus dem Triebsystem. Die humane Motivation ist in keiner Weise von der tierischen verschieden. Menschen haben auf Grund eines größeren Gedächtnisspeichers jedoch mehr Einfluss auf ihre Justierung.

Auch Ferkel und Kälbchen sind jemandens Kinder, und ihre Mütter trauern, wenn man ihnen ihre Babys wegnimmt, und sie tun es aus den gleich guten Gründen wie wir. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Schmerz eines Tieres und dem eines Menschen. Gefühle sind den Lebewesen gegeben um mit ihnen zu rechnen (Werte > Intuition > zeitnahes Erfassen komplexer Situationen durch Mustererkennung und Mustervervollständigung). Dazu sind wir potentiell sogar dann in der Lage, wenn wir sie nicht selbst empfinden können (an der Stelle muss endlich klar werden, dass nicht Empathie, sondern das Fehlen derselben ein Defizit darstellt), aber beispielsweise jemand, den wir glücklicher machen wollen, weil wir ihn akzeptieren, wertschätzen oder sogar lieben.

Totes Gefühl isst totes Fleisch, und dieses Fleisch frisst (das Vielfache an Nahrung von) Menschen, die dafür leer ausgehen. Wozu soll das gut sein? Was bringt es, dass es die systematische Vernichtung von Urwäldern, Böden, Artenvielfalt, Ressourcen und der Klimasituation rechtfertigt? – Wir können das Vernichtete nicht zurückkaufen. Was erzählen wir in 20 Jahren unseren Kindern oder Enkeln – na, es schmeckte halt so gut? – Ein derart gebrauchter Verstand ist nichts weiter als der Übersetzer seines Stoffwechsels. Wenn wir zu mehr nicht in der Lage sind, dürfen wir erst Recht keine Tiere essen, weil der mentale Unterschied dann noch geringer wäre als zu jemandem der sein Leben durch bewusstes Nachdenken und Neubewertung von Aspekten willentlich an neu erkannte Erfordernisse anpassen kann.

Es geht keinem Veganer darum, Dir was zu missgönnen oder Dich einzuschränken, sondern um – des Erhalts von Friedens und Freiheit wegen – auf Fehlentwicklungen hinzuweisen, deren Ursachen in unserer fehlgeleiteten Wert(ein)schätzung zu finden sind. Das ist – zumindest technisch gesehen – korrigierbar. Jemand muss damit anfangen, und er wird anfangs sehr alleine damit sein, weil die Mehrheit auf der anderen Seite steht. Daher bildeten sich ja all die Probleme wie Welthunger, Umweltzerstörung, Klimawandel, Zivilisationskrankheiten heraus, und schrieben eine endlos lange Liste nicht nur von Tier-, sondern auch von unvorstellbarem Menschenleid.

Gesundheitliche Aspekte des Veganismus

In diesem Beitrag lass ich die Links für sich sprechen

Amerikanische Krankenkasse empfiehlt vegane Ernährung
Fleisches-Frust – für eine bessere Welt und gegen Vorurteile
Positionspapiere der American Diet Association und Chinastudie
Umfassendes Veganismus-Wiki
Vegane Ernährungspyramide
Buchrezension The China Study
medizinische Aspekte des Vegetarismus
Ärztegesellschaft zur Förderung der vegetarischen Ernährung
Die (wirkliche) Wahrheit über Soja
Das Vitamin B12
Was bei einer veganen Ernährung beachtet werden sollte
Vegane Kinder
Hilfe, mein Kind isst vegan
Veganismus aus wissenschaftlicher Sicht
Vegetarier leben länger
Intelligente Menschen ernähren sich öfter vegetarisch
Informationen über die gesündeste Ernährung und ihre Auswirkungen auf Klima, Umweltschutz, Tier- und Menschenrechte
Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM) (Englisch)