Nichts zu tun ist die größte Last von allen

Wer sich über die Interessen anderer (Lebewesen) hinwegsetzt kann sich doch nicht wirklich darüber wundern, wenn ihm dasselbe widerfährt. Im Zusammenhang mit dem „Dioxinskandal“ von neulich empfinde ich wesentlich mehr Bedauern darüber, dass für die von Menschen konsumierten Eier 50 % der Küken kurz nach dem Schlüpfen vergast und / oder lebendig zerschreddert werden, als dass sich „Verbraucher“ die sich über derlei und andere leidvolle Tatsachen unbedacht hinwegsetzen eine Schadsubstanz mehr als sonst in ihren Cocktail rühren lassen mussten. – Selbstverständlich finde ich es grundsätzlich nicht in Ordnung wenn Menschen geschadet wird. Es ist verwerflich anderen (wissentlich) physisches oder psychisches Leid zuzufügen.

Dass für Geld alles versucht wird andere – selbst unter billigender Inkaufnahme ihnen damit zu schaden – auszutricksen ist in Anbetracht einer Umgebung in der sich Rücksichtslosigkeit (die bereits von den Konsumenten ausgeht und mit auch deswegen von den Produzenten ebenfalls ausgeübt wird) temporär (sie kann nichts hervorbringen das von Dauer ist) durchsetzte nur folgerichtig.

Fortschreitende Machkonzentration kostet (neben Werten) nicht nur Zufriedenheit, sondern auch immer mehr Ressourcen um Verlorenes zu kompensieren, was aber nicht geht (Erfüllung ist ohne die Wahrnehmung von Eigenverantwortung nicht erlangbar), und so entwickeln sich immer mehr Suchtmuster, die ihre Lebensumgebung immer schneller vernichten (weil Menschen nur noch zu „Verbrauchern“ geworden sind – mehr zu nehmen als zu geben gilt fälschlicherweise als „Gewinn“).

Wem es wirklich um Nachhaltigkeit geht, der kann sie nicht nur in einer Sache verwirklichen, sondern sie nur ganz leben, indem er sie überall umsetzt wo er Verbesserungspotential erkennt. Der größte Schritt den wir in Richtung Nachhaltigkeit machen können ist es nun mal, unsere Ernährung umzustellen. Doch es dauert seine Zeit bis diese Information so angekommen ist, dass sie annehmbar wird. Sie muss so tief in uns eindringen, dass sie Einfluss auf die Stimulation unseres Belohnungssystems hat, erst dann ist sie tatsächlich verwertbar. – Daher bin ich auch nicht (mehr) der Ansicht, dass Menschen wider besseren Wissens handeln, sondern dass „zur Kenntnisnahme“ und „verwertbares Wissen“ zwei völlig unterschiedliche Dinge sind, und zwischen beidem ein langer Weg liegt.

Nirgendwo zeigt sich Intelligenz deutlicher als in der Fähigkeit an den Bedingungen neu orientiert umzudenken. Jeder Mensch kann dazu finden – mit dem Herzen, nicht mit der Höhe seines IQ. Dass der menschliche Verstand nur ein aufgesetztes „Programm“ ohne eigene Werte (was für das Geldsystem übrigens auch gilt, beide erfassen nur einen winzigen Bruchteil der tatsächlichen Notwendigkeiten) ist, wird die nächste große Kränkung der Menschheit, schätze ich, auch wenn das nur jene betreffen wird, die (noch) nicht verstehen, was das bedeutet. Es kommt doch nur darauf an was wir aus dem was wir (über uns) wissen machen, und nicht, woraus es besteht.

Inspiriert von den Neujahrswünschen die ich zu diesem Jahreswechsel bekam, habe ich beschlossen, 2011 dem Thema Liebe besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Liebe ist überall, oft vergraben und kraftlos geworden unter der Last von Irrtums- und Missverständnissteinen, man braucht sie nur aufzudecken. Auch wenn uns die Steinwüste manchmal mutlos macht, jeder einzelne den wir entfernen oder dazu anregen dass er entfernt wird ist ein Gewinn. Diejenigen die damit angefangen haben (Danke), trugen davon bisher das größte Gewicht. Es ist jedoch mit Freude und Zuversicht verbunden, und daher unvergleichlich leichter zu tragen als die drückende, ohnmächtige Last des bloßen Zusehens und Nichtstuns.

Mit veganen Grüßen und Alle(s) Liebe für 2011,
Gabriele

Vielleicht die beste Strategie von allen

Es gibt so viel Schönes für den der es sucht, wie es viel Hässliches gibt für den, der es bestätigt sehen will. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Jeder verbreitet das was er fühlt. Der eine kommt mit Durchsetzungskraft daher, der andere mit Beharrlichkeit. Das eine braucht sich auf, das andere hält durch (vorausgesetzt es wird nicht vorher ausgelöscht). Tiere würden in so einem Fall nicht vorsätzlich morden, obgleich sie das veränderte Modell ja davon abhalten wollen müssten, sie abzulösen. Weil sie seiner Enwicklung freien Lauf lassen mussten, konnte sich Altruismus überhaupt entwickeln.

Doch schmeiß mal das Wort Nächstenliebe in den Raum und dann blick in die Gesichter – peinlich berührt, verunsichert, skeptisch, ablehnend, besorgt… Gefühle sind ja so irrational, dass man sie nicht für bare Münze nehmen bzw. austauschen kann. Aber die Gier nach den Münzen – die ist rational? Rationaler als etwas aus Liebe zu tun? – Liebe hält uns immerhin davon ab, zumindest was sie umfasst, zerstören zu wollen, und ist damit die (womöglich / wahrscheinlich) beste Erfolgsstrategie die wir entwickeln konnten, natürlich nur dann, wenn uns Nachhaltigkeit was wert ist. Schließlich „entscheiden“ wir ja voll eigenständig selbst, was für uns (für welche Dauer eigentlich?) das Beste ist, nicht wahr…? – – – ?

Liebe Veganer

Früher war es für mich normal davon auszugehen, dass tierische Produkte ein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung sind wie für viele noch heute. Schon daher kann ich sie nicht verurteilen, was auch nichts brächte. Denn sie gegen mich aufzubringen heißt, sie auch von meiner Lebensweise abzuschrecken, ein Effekt, wie er kontraproduktiver nicht sein kann. Es geht um das Leben, nicht „nur“ jenes der Tiere, sondern auch das der Menschen (die auch nicht einfach „aus ihrer Haut“ können). Es kann nicht unsere Aufgabe sein, die Lebensweise anderer in Frage zu stellen, sondern ihnen positive Impulse zu schenken, die dazu führen, dass sie selbst bereit sind Neues auszuprobieren, ohne dabei das Gesicht zu verlieren. Das gelingt besser, wenn Wohlgesonnenenheit gegeben ist. Hass ist genau so wenig eine Antwort wie Neid oder Gier eine sein kann. Denn sie verengen – wie die von uns aus gutem Grund nicht gut geheißene Ignoranz – das Gesichtsfeld, statt es zu erweitern – wie beispielsweise Vertrauen und Liebe es tun.

Die Stärke des durchschnittlichen Verstandes war es noch nie, verschlungene und vielschichtig miteinander vernetzte Pfade (die dann ein Netzwerk bilden) zu erfassen. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ ist eine technisch zutreffende Feststellung, weil wir mit der Intuition eine mit all unseren Werten versetzte Gesamteinschätzung erhalten die etwa 375.000 mal informationsdichter ist als der (evolutionäre) Rest, der den Verstand noch erreicht. Das verstehe ich heute, weil ich es sehen und erleben kann. Früher war das halt ein netter Spruch.

Was hat mein Denken verändert? Nun, diesbezüglich hatte ich einen kleinen Vorteil, die KI-Forschung (KI = künstliche Intelligenz), im Zuge derer ich verstehen wollte, wie das Denken funktioniert. Der Beobachter verändert das System. Die Funktionsweise des Denkens zu durchdenken verändert das Denken. Das ist natürlich eine Untertreibung, es stellt alles auf den Kopf und alles in Frage, von Grund auf, bis hin zu den frühkindlichen Prägungen. Die Auswirkungen waren anfänglich recht beunruhigend, weil ich damit jeglichen Anker verlor. Ich war beschämt, desillusioniert und fühlte mich in Anbetracht der Menschheitsprobleme und ihrer Ursachen hoffnungslos erschlagen. Manche hätten mir wohl vorgeworfen, mein Realitätsbezug wäre verloren gegangen. Allerdings halte ich unsere Lebensweise für hinweislich dafür, dass dies ein allgemeines Problem ist – Verlust des Realitätsbezuges, genau genommen der wahrheitsgemäßen Wert(ein)schätzung (falsche Daten führen zu falschen Schlüssen und Entscheidungen, deren Folgewirkungen sich dann als Schaden erweisen).

Doch über die Zeit wurde mein Bezug zur Umgebung lediglich erneuert, und die Orientierung wieder hergestellt. Die Flexibilität des menschlichen Gehirns ist wahrlich erstaunlich – m.E. ist es mindestens um den Faktor 20 intelligenter als das Bewusstsein. Meine (emotionale) Bewertung erfuhr eine Reorganisation, ausgerichtet an einem Ziel jedoch, der Vision des (wieder!) zukunftsfähigen Menschen (das Wohl aller > lediglich eine Rechenaufgabe mit Werten, die ich als die größte Herausforderung der Menschheit sehe). Fazit: trotz alledem bin ich immer noch ich, und auch für Bekannte die mich lange nicht getroffen haben noch als die Person erkennbar, die sie in Erinnerung behielten.

Veganismus war die schlichte, logische Konsequenz, mit oder ohne Tierliebe. Die Wahrheit um die es geht, liegt nämlich in der Wirkung.

Liebe bewirkt Akzeptanz, Berücksichtigung, Integration (von Menschen und ihren Werten / Aspekten) in unser Denken. Unsere Methoden für unser Auskommen zu sorgen sind mittlerweile so Effizient geworden, dass alles durch den Rost fällt, was uns gleichgültig geworden ist – aber anderen vielleicht noch nicht. So geschah es, dass wir selbst das Funktionieren unserer Lebensumgebung aufs Spiel setzen, weil die meisten Menschen keinen Gefühlseindruck mehr haben, der sie in ihrem Denken adäquat gewichtet. Denken wiederum kann man sich als lineare Abfolge vieler kleiner Einzelentscheidungen vorstellen, in denen die Gewichtung der Einzelaspekte vom einst erlernten oder noch vorhandenen emotionalen Bezügen geprägt ist. Anders ausgedrückt: Was uns emotional nicht berührt(e) bewegt auch nicht unser Denken. Dass die Trägheit des Herzens und des Geistes in einem Zug genannt sind, ist also technisch gesehen richtig. Werte (Gefühle) sind tatsächlich der Schlüssel. Selbst Rationalisten werden nicht umhinkommen, sich mit den technischen Gegebenheiten zu arrangieren. Nicht Hochsensibilität ist nämlich ein Defizit, sondern die Reduktion der Wertebandbreite, die ursächlich dafür ist, dass Menschen sich nicht nur über ihre physischen Grenzen, sondern gleichzeitig auch über Interessen anderer (Lebensformen / Menschen > egal, Methodik und Gesinnung sind dieselben) hinwegsetzen und so zerstören, was für alle (über)lebenswichtig ist.

Je länger ich mich mit Kognitionsforschung beschäftige, umso kleiner werden die Unterschiede. Zumindest für kurze Momente kann ich mich in die kognitive Welt eines Tieres hinein versetzen. Auch daher hatte ich gar keine andere Wahl, als für das Leben zu stimmen und pro vegan zu werden, doch es war meine, an neuen Erkenntnissen folgerichtig getroffene, Entscheidung.

Um das angewandte, an der Stimulation des Belohnungszentrums beteiligte, Wertespektrum zu erweitern, muss die Empfindungsfähigkeit ausgedehnt werden. So klein wie sie jetzt ist, reicht sie definitiv nicht aus. Es ist nicht der Verstand der die Entscheidungen trifft. Er ist die letzte Instanz die überhaupt davon erfährt. Genau genommen ist er nur die Hure unserer Werte, kann aber auch das intelligenzsteigernde Analysewerkzeug sein, mit dem wir unsere Wert(ein)schätzung (immer wieder) neu justieren.

Menschliche Größe

Zu seinem 70. – Geburtstag schrieb Charlie Chaplin:

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man “AUTENTHISCH-SEIN”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif, noch der Mensch dazu bereit war, auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich, das nennt man “ACHTUNG”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört mich nach einem anderen Leben zu sehnen,
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, dass nennt man “REIFE”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und das alles, was geschieht, richtig ist –
von da konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt sich “SELBSTACHTUNG”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört,
weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe und mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man “EHRLICHKEIT”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunter zog,
weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das “GESUNDEN EGOISMUS”
aber heute weiß ich, das ist “SELBSTLIEBE”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt, das nennt man “EINFACH-SEIN”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen,
jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es “VOLLKOMMENHEIT”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann,
als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner,
diese Verbindung nenne ich heute “HERZENSWEISHEIT”.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich, „DAS IST DAS LEBEN.“

Alles Liebe

Lösungsvorschlag für nachhaltige Entwicklung: Die Welt lieben (Luft, Wasser, Nahrung, Lebewesen, uns gegenseitig).

Ein wirksameres Mittel gegen Gleichgültigkeit und Ignoranz gibt es nicht, weil dann wollen wir erhalten was uns am Leben erhält. Unser Gehirn sorgt dafür, dass wir das bekommen, tun, erhalten, was wir wollen. Dafür schüttet es Belohnung aus. Wir sind davon abhängig, dass die Umwelt funktioniert, abhängiger noch als von Mutterliebe oder gar Geld. Die *Ausschüttung* muss sich also in Hinkunft an der Realität orientieren – wahrheitsgemäß sein.

Unser Bildungssystem muss daher mehr erfüllen, als uns von klein an auf Kennzahlendenken zu konditionieren, die dann zum Mittelpunkt allen Strebens werden. Dann orientiert sich alles Denken (Fühlen, Streben, Entscheiden etc.) nur noch daran, und die Lebensumgebung geht dabei kaputt. Wir wirken auf diesem Planeten wie ein gigantisches neuronales Netz, das betriebsblind der falschen Relevanz folgt und damit seine eigentliche Aufgabe, alle Aspekte die für einen dauerhaften Bestand erforderlich sind zu berücksichtigen, nicht mehr erfüllen kann.

Wir werden eine Entscheidung treffen müssen – Angst oder Liebe. Diese Entdeckung ist nun nicht neu, doch was Besseres fällt mir dazu auch nicht ein. Gefühle folgen einer Logik, und mehr als dieser folgen kann der Verstand auch nicht tun. Von dem Darunter hängt alles ab, nicht vom Detailwissen, wobei uns das durchaus Hinweise geben kann. Es kann gut sein, dass die Umnachtung nur vorübergehend war, weil wir früher oder später dahin gelangen, wo sich ein großer Kreis schließt, und dann werden die Zusammenhänge wieder klarer.

Alles Liebe – also

Unbezifferbar

Ein stabiles langfristig wirksames Geldsystem kann nur aus Geld als Effekt für geschaffenen Nutzen hervorgehen, nicht aus dem Selbstzweck heraus, im Zuge dessen man es vorsätzlich zu gewinnen plant. Dann ist das Ziel nämlich nicht mehr die Steigerung des Wohlbefindens anderer Menschen oder die Anhebung ihrer Lebensqualität, sondern die Sache wird zu einer Art Feldwirtschaft. Nur dass die Erde von der abgeerntet wird, dann Märkte sind, die aus Menschen bestehen, die ja auch so zwecktreffend „Konsumenten“, „Verbraucher“ und ähnlich genannt werden. Ihr Wohlbefinden ist nachrangig (ihre Gesundheit wird für Geld schon mal aufs Spiel gesetzt – Kinder in den USA fielen ins Koma, nachdem sie Plastikperlen verschluckt hatten, in denen sich Giftstoffe befanden – nur ein Beispiel von – unzähligen…). „Konsument“, „Benutzer“ und „Verbraucher“ sind keine Begriffe denen man noch eine spürbare emotionale Herkunft nachsagen kann, so wie das bei „Freund“ oder noch emotionaler, wenn man jemanden als „Bruder“ oder „Schwester“ bezeichnet, der Fall ist. Ein anderer Begriff, der uns die Herzlosigkeit unserer Zeit aufzeigt ist „Fleischproduktion“.

Er impliziert eine Herstellung, wo in Wahrheit fühlende Lebewesen unter unwürdigen Bedingungen eingepfercht, zwangsbefruchtet, gemästet und dann abgeschlachtet werden. In Massen. Nichts vom traurigen Dasein und Sterben verrät das Wort „Fleischproduktion“ aber. Es hat einen Grund, warum wir die Dinge nicht mehr beim Namen nennen. Es fallen dann emotionale Bezüge weg, die uns ansonsten „im Wege“ stehen würden wenn wir Entscheidungen für ein „Produkt“ treffen. Es erweist sich nun als Irrtum, es so zu machen. Unsere Emotionen erfüllen einen wichtigen Zweck. Da sie letzten Endes bestimmen womit sich das Denken befasst und welche Aspekte wir bei unseren Entscheidungen in die Waagschale legen, steht und fällt unsere Zukunft nicht mit dem was wir wissen, sondern damit wie wir emotional dazu stehen. Fühlen IST Wissen. Im emotionalen Eindruck „Vertrauen“ steckt beispielsweise ein Vielfaches mehr an Information als in einem Geschäftsplan.

Wir leben in keinem Klima mehr, in dem Vertrauen gut gedeihen kann. Stattdessen grassieren Futterneid (Mobbing) bei den Minderbemittelten und Angst zu kurz zu kommen bei den reichen Unternehmern, die immer noch größere Zahlenwerte brauchen, um gegeneinander konkurrenzfähig zu bleiben. Das Geld kumuliert sich „oben“, die Massen haben in der Folge immer weniger, sollen aber kaufen auf Teufel komm raus, damit die Wirtschaft weiter wachsen kann – Hartz IV-Empfänger können dazu wenig beitragen. Exfrauen nehmen ihre Exmänner aus, diese drücken sich vor Verpflichtungen, wenn sie können. Die Hierarchiestufen werden höher, die Wahrscheinlichkeit kostenpflichtig angemahnt oder verklagt zu werden steigt mit jeder neuen Regel – das alles und die wachsenden Anforderungen an Berufstätige und Stressfaktoren wegen Leistungsdruck erschwert die Bildung des Liebes- und Vertrauenshormons Oxytocin, und unsere Kinder bezahlen die Zeche.

Denke Dir mal Geld weg und betrachte den Menschen und seine natürlichen Indikatoren losgelöst von Zahlenwerten. Das höchste Maß an Glück bedeutet logischerweise das höchste Maß an Überdauerungstüchtigkeit. Wieso korrespondiert das Geldsystem nicht einfach damit? – Dann wäre Geld der Botenstoff der Welt. Unser Gehirn ist ja nicht blöd, schließlich hat es uns intelligent gemacht, als wir es noch voll benutzten (Spiritualität = ganzheitliches, gefühltes Wissen). Können wir uns eine (Selbst)Reduktion auf wirtschaftliche Kennzahlen wirklich leisten?

Ich will nicht mehr, als ich für (zumindest auf lange Sicht) erlangbar halte und werde auch weiterhin Tausende unbezahlter (wenn es denn sein muss) Stunden darin investieren mich mit der Zukunftsfähigkeit des Menschen zu befassen. Niemand verliert, wenn alle gewinnen. Das mögen viele, sehr viele Parameter sein, die es zu berücksichtigen gilt. Aber bitte, wir können doch rechnen, und dabei gelten nach wie vor nur jene Grenzen, die wir uns selbst setzen.

Liebe ist der stärkste Motivator

Das weiß nur, wer sie lebt. Die anderen müssen es gedruckt sehen, und werden es doch erst dann glauben, wenn sie die Chance dazu bekommen, und sich darauf einlassen (Hingabe).
Interview mit Joachim Bauer, dem Autor des Buchs „Warum ich fühle was Du fühlst“.

Das Geheimnis der Spiegelneuronen