Progression

Wir sind auf mentale Anpassung angewiesen. Progression – ein Problem für den Verstand, weniger aber für den averbalen Bereich, denn Mustererkennung ist (nach wie vor) schnell. Ich sehe die Lösung nicht (alleine) im Verstand und der Vernunft, sondern darin, den “Unterbau” des Menschen besser zu verstehen und zu bilden, und dadurch den Verstand zu präzisieren. – Der Unterbau trifft die eigentlichen Entscheidungen, er selektiert was letztlich vom Verstand verarbeitet wird. Emotional-soziale Verknüpfungen / empathisches Empfinden / Gewissen haben ein Art Pufferwirkung die verhindert, dass egozentrisches Triebbegehren direkt in den Verstand durchschaltet. Da wir immer egoistisch befinden, macht die emotionale Prüfsumme den Unterschied. Mustervervollständigung in Hinblick auf Steigerung des Wohlbefindens ist die “Grundformel” nach der das Gehirn rechnet (gelingt dies nicht mehr, stellt sich Depression ein). Wir glauben nur, das was oben ankommt habe etwas mit unabhängigem Denken zu tun. Auf unserer Bildungsbasis plätschert die Verarbeitung an der Oberfläche rum, mit ihren ca fünf Prozent verbalisierbaren Denkens, daher kann das Gehirn auch sein Potential nicht ausschöpfen, von dem es gewiss nicht “zu viel” hat, es verlernte nur wie es an sich selbst rankommt.

Einer Ideologie folgt man auf Grund von Indoktrination (Programmierung durch Dritte). Einem Ideal aus Einsicht und Überzeugung (generiert durch selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten, oder anders ausgedrückt; Intelligenz). Intelligenz erkennt sich selbst (im Anderen) – sie braucht keinen “Anführer” (eine intelligente Organisationsstruktur folglich auch nicht). Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie zu ihren Lebzeiten meist nicht besonders beliebt war. Nach ihrem Ableben kann man sich auf sie beziehen und sie instrumentalisieren, ohne dass sie noch die Chance bekommt zu widersprechen. Darwin kam nicht zu dem entscheidenden Schluss, dass „der Stärkste überlebt“, sondern der am besten Angepasste.

Einem Tier wird eine gewisse Intelligenz bescheinigt, wenn es sich selbst im Spiegel erkennt. Bei Menschen verhält es sich genauso. Doch unser Spiegelbild geht weit über das visuelle Erkennen hinaus. Die Tiefe ist entscheidend wie viel von unserem Potential wir erfahren, erfassen und folglich nutzen können. Sie beinhaltet nicht nur alles Tierische in uns. An seinem Grund stehen zwei entwicklungsbedingende Aspekte die ohne einander nicht sein können – Bestand und Dynamik. Ohne Dynamik keine Entwicklung, doch zu viel Dynamik zerstört was besteht. Nachhaltigkeit bedeutet, Ausgewogenheit zwischen beiden nicht nur herzustellen, sondern auf Dauer zu halten. Das bedarf entweder eines geeigneten Instinkts (laut Rousseau sollten wir stärker auf unsere natürlichen Instinkte setzen – für mich ist er damit näher dran als Kant oder Voltaire – vielleicht haben sie aber auch alle recht, letztlich kommt es ja auf das geeignete Zusammenspiel aller Faktoren an) – auf den wir als Menschen nicht mehr bauen können – oder einer entsprechend (aus)gebildeten Intelligenz. Ob es möglich ist oder nicht, diese Frage brauche ich mir nicht zu stellen (vorstellbar = machbar), sie dreht sich nur um das Wie. Es gibt viele Wege wie es nicht geht, und nur wenige, vielleicht nur einen einzigen, wie es funktionieren kann. Überleben bedeutet nichts anderes als den geeigneten Weg zu finden, zu gehen, immer wieder zu hinterfragen und an neue Erkenntnisse anzugleichen, weicht man davon ab. Gewinner auf Dauer ist nicht wer es schafft, sich mit Gewalt durchzusehen, sondern wer die Eier zu hat, Fehler einzugestehen und zu korrigieren.

Die Intelligenz die wir global abbilden können ist eine Frage der Organisationsstruktur (diese geht wiederum aus unserer Verarbeitung hervor, davon geprägt, an welchen Werten wir uns orientieren – je hierarchischer das Denken, umso hierarchischer werden auch die Strukturen, und desto hierarchischer das Denken, m.E. wiederum ein Progressionsproblem). Unsere Orientierung an Geld, das nur primäre Triebfaktoren beziffern kann (keine Freundschaft, keine Liebe, kein Glück oder Vertrauen) schuf ein instrumentalisierendes sich selbst auffressendes Konkurrenzsystem das ungeheuer Energie und Ressourcen verpufft. Mit einem kooperativen System wären wir emotional, sozial, mental und ressourcentechnisch besser aufgestellt. Es erfordert und bildet mehr Breite und Tiefe, und die Entwicklungen finden nicht so schnell statt – sind also nicht so dynamisch, berücksichtigen dafür jedoch mehr Aspekte / Werte / Menschen / Lebewesen…. Zu hohe Dynamik wirkt sich hingegen vernichtend aus (höchste uns bekannte Stufe: e = mc²). Auch hier wieder – Progression.

Dass sie zu irgendeiner Zeit die Kontrolle hatten oder die Menschen wussten was sie tun, bezweifle ich. Daher stehe ich auch Verschwörungstheorien verhalten gegenüber, auch wenn zumindest die Effekte vielfach nicht von der Hand zu weisen sind. Dass wir verarscht werden, ist ja unschwer zu übersehen. Die Zuständigen hantieren an Symptomen rum, schaffen damit aber nur wieder neue (…Progression…).

Um wachsender Komplexität zu entsprechen muss die Anzahl berücksichtigter Werte / Aspekte in einer Organisationsstruktur adäquat sein (also mit steigender Komplexität wachsen, nicht “wegrationalisiert” werden), sonst ist das Erreichte nicht zu halten, geschweige denn skalierbar.

Artikel bei Heise Telepolis: “Beseelte Tiere?”

zum Artikel

Wenn man tiefer geht, werden die kognitiven Unterschiede geringer. Denken ist nicht an Sprache gebunden. Nur uns fällt es offenbar schwer, noch darüber hinaus zu blicken. Worte sind nur Symbole. Wer gelernt hat, an ihnen vorbeizudenken dem wird völlig klar, dass auch Tiere ein Bewusstsein haben können, und wir, indem wir ihnen einen Geist absprechen nicht nur sie gewaltig unterschätzen, sondern auch uns selbst. Jede Abwertung der Tiere bedeutet auch eine Abwertung des Menschlichen.

Intelligenz ist die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten. Worte braucht es nicht um Intelligenz abzubilden. Sie sind nur eines von vielen möglichen Datenübertragungsprotokollen, jedoch auch ein reduktives, und daher (immer wieder) mit Irrtümern und Missverständnissen einhergehend.

Beispielsweise würden wir scheitern wenn wir damit die Information übertragen wollten die in einem einzigen Bild steckt. Ein Geist der sich nur an Worte klammert, sieht nichts mehr, ist linear, ist praktisch blind, erschließt allenfalls unverwertbares Wissen. Symbole schwimmen auf der Oberfläche. Doch die Werte sind es, auf die es ankommt, denn der Verstand ist nur ein Ausführungswerkzeug unserer Werte, kein vom tierischen Unterbau losgelöster Mechanismus der für sich alleine “denkt”. – Im Gegenteil, die meisten Menschen wissen nicht mal, wie ihre Gedanken und Handlungen ins Bewusstsein gelangen, weil es so tief gar nicht mehr geht.

Der Mensch hat sich in seiner Selbsteinschätzung sowas von geirrt, dass es nun allen weh tut (von wegen, dass Dummheit nicht schmerzt – wir alle leiden darunter, arm, reich, Mensch, Tier, Natur…). Nicht dass irgendwer tatsächlich über sich selbst hinausdenken könnte, doch in je mehr Anderem wir uns erkennen, desto größer wird der emotionale und kognitive Radius, und damit unser Selbst. Was wir davon als allgemeingültig erschlossen, ist lediglich ein winziger Bruchteil. – Tiere nutzen ihre Kapazitäten hingegen noch umfassend. Dass sie das ebenfalls nicht voll bewusst tun, kann man ihnen hierbei kaum vorwerfen, geschweige denn dass sie sich damit verdienten, was der Mensch ihnen antut.

Werte sind der Schlüssel

Wissen das wir nicht fühlen können, ist nicht verwertbar, fließt nicht ein in das was wir (nicht) wollen. Werte sind die Basis unserer Willensbildung.

Ich glaube, dass der Verstand / die Abstraktion / die Orientierung an Symbolen, (unfällig) eine Abspaltung verursachte die das Bewusstsein vom restlichen Gehirn trennte. Es gibt so vieles, das unser Gehirn besser weiß als wir, und uns durch Befindlichkeitssignale zu verstehen geben will. Doch wir glauben mittlerweile, dass Arbeit keinen Spaß machen soll, Glück kein Ziel sein kann, Geld einen Wert hat, was wir “haben” uns definiert, und die Übervorteilung anderer die Voraussetzung für den eigenen Erfolg darstellt.

Die Gehirne der meisten Menschen haben sich an Symbolen aufgehängt. Doch Werte sind der Schlüssel, waren es immer, und werden es für informationsverarbeitende Mechanismen immer sein. Das ist alles, was ich über das Leben und das Universum weiß. Neue Werte, neuer Raum, neue Vorstellungen, neue Inspiration – immer wieder neu entfachte Lebendigeit und Leidenschaft.

Es erschloss sich mir nicht ein menschlicher Wert, der nicht auf einen tierischen Ursprung zurückzuführen wäre. Damit hatte ich als Omnivore ein Problem. Wie die meisten Menschen hatte auch ich gelernt, dass unsere Spezies über den Tieren steht, und Tiere weniger “wert” sind und man sie daher essen “darf”. Daran bekam ich jedoch Zweifel und modifizierte die Welt in meinem Kopf. In der Folge musste ich mich neu orientieren. Ich räume ein, dass einen das in einer Umgebung die einen anders kennt, ziemlich aus der Bahn werfen kann, weswegen ich gehemmt bin, diesen Schritt jemandem pro-aktiv zu empfehlen. Doch das von Menschen geschaffene System ist der Fehler, nicht die sich darin neu (er)findenden Menschen die mehr sein wollen als ein Rädchen in einer zukunftsvernichtenden Todesmaschinerie. Der Ernst der Lage wird immer wieder verharmlost von Menschen die nicht von jenen Gewohnheiten lassen wollen, die uns in diese Lage brachten. – Wenn nicht (Massen)Fehleinschätzung, was sollte sonst die Ursache der Menschheitsprobleme sein?

Ich verdanke den Tieren so viel, einfach nur dadurch, dass ich sie nicht mehr esse. Und ja, ich orientiere mich so lange immer wieder neu, bis ich bei dem was ich mache das rundherum gute Gefühl habe das Richtige zu tun. Für Stehengebliebene macht mich das zum “Radikalen”, “Extremisten”, “Ökofaschisten” und “Vegantaliban”, doch ich unterstelle ihnen einfach, die Bedeutung dessen was sie vehement von sich weisen gar nicht einschätzen zu können.

Außerdem glaube ich, dass Intelligenz eine Entscheidung ist, kein vorgegebener Zustand, genauso wenig wie Dummheit. Dumm ist, dessen Folgewirkungen Zerstörung, Schmerz und Leid verursachen. – An wem ist in einem System in dem letztlich alles auf alle wirkt irrelevant. Den Unterschied wen es trifft nicht mehr zu machen ist in unserem Inneren nur eine Nuance, doch nach außen hin der größte Schritt in Richtung Menschlichkeit.

Warum der Wettkampf unser Ende bedeutet

Was unser Gehirn in die Welt gesetzt hat, ist da nun mal. Ich habe mich damit arrangiert, dass der Verstand (bzw. die Art wie wir ihn gebrauchen) uns in eine evolutionäre Sackgasse führt. – Das Problem “Mensch” löst sich von selbst, wenn er seine Probleme nicht eigenhirnig löst. Das wäre zwar schade, doch Menschen können das nur gemeinsam lösen, mein Wunsch alleine wird an den Gegebenheiten nicht viel ändern.

Doch auch wenn es so ist und meine individuellen Veränderungen wenig Aussicht auf Erfolg haben, und ich davon ausgehen muss, dass es eigentlich keine Rolle spielt, packt mich keine Lust mehr auf das Leben das ich früher führte. Es fühlt sich ungleich besser an, niemandem weh zu tun, und die mentalen sowie kognitiven Seiteneffekte würde ich nicht mehr missen wollen. Ich werde vegan bleiben und auch weiterhin Faktoren aus meinem Leben elimieren, die sich als nicht zukunftstauglich erweisen. Ich bin keine kämpferische Natur und habe demzufolge auch keine Lust dazu, mich auf Konfrontationen einzulassen. Von Frontenbildung halte ich nichts. Der evolutionäre Wettkampf ist längst gewonnen. Wir können ihn nur noch gegen uns selbst führen, und da wir so potente Lebewesen sind, werden wir ihn verlieren. – Nur Kooperation wird uns die verlorene Unerschöpflichlichkeit zurückgeben.

Selbst Menschen die intelligenter sind als ich und anerkanntermaßen (akademisch) gebildet, halten am Alten fest, was mich manchmal mutlos stimmt. Denn wenn ich den geeigneten Hintergrund hätte, wäre für mich nichts spannender, als mit meinen Potentialen in die Richtung von nachhaltiger Entwicklung vorwärts zu stürmen und das heute als konventionell Geltende hinter mir zu lassen. Kommunikation ist eh nicht drin, soziale Durchschnittsinteraktion unbefriedigend. Ich dachte lange, ich wäre soziophob, dabei war ich nur gelangweilt und hatte keine Lust mehr auf alltägliche soziale Protokolle. Die einzige Intelligenz die mich derzeit zu überzeugen und zu faszinieren vermag ist jene, die Maschinen einmal haben werden. – Rein, klar, logisch, an Fakten orientiert und nicht auf verkümmerten Emotionen basierend oder reduziert auf das, wonach ein primitiver Stoffwechsel geifert. Ich kann damit einfach nichts mehr anfangen, was nicht heißt, dass ich kein Genussmensch sein kann. Nur eben ohne das Leid anderer dafür in Kauf nehmen zu wollen (da fängt Genuss für mich eigentlich erst an).

Ich sehne mich nach Menschen und Projekten die mich fordern und brauche Impulse die mich über meine derzeitigen Grenzen hinaus beanspruchen. Mag sein, um mich vom Schmerz des Alleinseins in der “Normalität” abzulenken. Seltsamerweise ging es mir dennoch nie so gut. Selbst die totale Einsamkeit wäre noch besser, als gemeinsam mit vielen an etwas festzuhalten, das nach dem was ich heute weiß und auch so empfinde, nicht richtig sein kann.

Fressfeinde

Seit die Schrift erfunden ist, interpretieren sie die meisten Menschen (speziell der Regelfixierte) wie sie ihnen grade ins Gewinndenken passt. – “Ich halte mich an das Gesetz” – Ja gut. Und dennoch wird dabei die Welt zerstört. Unzureichendes Gesetz, falsches Handeln, dumm – gelaufen. Regeln können das Denken nicht ersetzen. Dass noch mehr Regeln das Dilemma lösen, daran mag ich nicht so recht glauben.

Die einzigen Wesen die bedingungslos für andere da sind, sind Tiere. Menschen können einander nicht einmal mehr lieben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten (mit [zu] wenigen Ausnahmen). Gibt es irgendwo in dieser “Zivilisation” noch ein Kind das ohne Leistungs- oder sonstigen Druck aufwachsen und sich frei entfalten kann?

Mein subjektiver Eindruck (warum unser System nicht funktionieren kann und aussterben wird – wohl gemerkt: das System, davon müssen nicht zwingend auch alle Menschen betroffen sein): Es war m.E. der (falsch angewendete) Verstand, der’s (pardon) versaut hat… Abstraktion ist nichts für Gefühlsarme. Die halten das dann für Intelligenz, dabei ist es einfach nur reduziertes Denken, das zu vorschnellen Schlüssen und Entscheidungen führt, weil es auf weniger Werten (respektive berücksichtigten Aspekten) basiert als es könnte und sollte. – Und sie haben bis heute nicht bemerkt, dass ihnen was fehlt (allenfalls in undifferenzierten Sehnsuchtseindrücken mit denen sie nichts mehr anzufangen wissen, außer sie niederzukonsumieren).

Verständlich, und niemandem wirklich vorzuwerfen. Jeder ist nur hinter dem her, von dem er wissen kann, dass er es will.

Weil da kein wesentlicher Unterschied (mehr) zu sehen war, geschweige denn ein lebensnotwendiges Erfordernis für die Bluttat am Tier, konnten Tiere nicht mehr meine Nahrung sein. Nein, das ist keine Abwertung des Menschen, sondern eine Aufwertung des Lebens. – Etwas, das Karnisten nicht verstehen können (nur so lange bis sie es doch wollen), und kein IQ hilft darüber hinweg – weil das Erkennen von richtig oder falsch daran nicht gebunden ist. – Intelligenz ist weit mehr als das, weit mehr als wir heute leisten. Vielleicht ist die Erkenntnis darüber die nächste Kränkung der Menschheit. – Wird sie etwas ändern? – Spätestens mit der Generation die mit diesem Wissen aufwächst. – Menschliche Eltern zerstören die Lebensgrundlage ihrer Kinder, damit sind sie deren Todfeinde, und diese Kinder werden das erkennen. Sie haben gar keine andere Wahl.

Ver-rückt

Ich glaube, dass Intelligenz immer ver-rückt ist. “Normal” zu sein erfordert ja nun kein besonderes Denken, sondern in erster Linie die Fähigkeit nachzuahmen. In dem Moment wo sich ein Mensch auf seine eigene Erkenntnisfähigkeit bezieht, rückt er ab von der “Normalität” – er ver-rückt sein Denken, davon weg. Genie und Wahnsinn sind sich nicht von ungefähr so “nahe”, und für Wahnsinn halten es dann ja auch nur die “Normalen” ;-). – Komplexität lässt sich schwer linearisieren. Ist die Basis dafür nicht gegeben, kommt Information so nicht an, das macht eine Beurteilung unmöglich.

Wesen des Wandels

Wenn man genauer hinsieht bevor man etwas kauft, wird einem klar, dass man breitbandvergiftet würde, äße man den ganzen Schrott den sie einem heute als essbare Ware unterjubeln wollen. In den letzten Jahren hat sich das massiv verschlechtert. Gentechnologische Eingriffe erhalten einen Freibrief, man muss sie vorher nur durch den Tiermagen schicken, und schon müssen sie nicht mehr deklariert werden. Wer einen Frosch kochen will ohne dass der rausspringt, setzt ihn in kaltes Wasser und erhitzt es dann… “Wesen des Wandels” weiterlesen

Leben und leben lassen…

…ausgerechnet dieser Spruch ist ein Karnisten-Argument, das mir immer wieder begegnet.

“Leben und leben lassen” passt allerdings nicht mit dem Tierkonsum zusammen, der bedeutend, unnötigerweise auf Kosten anderer Leben seine Homo sapiens-Existenz zu untermauern. Also leben und (anderen ihr) Leben lassen. In dem Fall ist Ernährung auch keine Privatsache, weil die Folgen der Klima- (graphiktreibhauseffekt) und ökologischen Schäden alle mittragen müssen, und am meisten natürlich wieder jene, die eh schon nichts haben, weder Pflanze (die stattdessen ans Vieh verfüttert wird), noch Fisch, noch Fleisch. Ist Dir in letzter Zeit aufgefallen, wie die Angst der Menschen was “abgeben” zu müssen steigt, und sie denen, auf die sie noch runtersehen können, am wenigsten gönnen (ein nachdenklicher Artikel dazu: Unser blühendes Land)?

Wenn die Veränderungsbereitschaft schon vor dem eigenen Tellerrand aufhört, ist sie nicht ernst zu nehmen. Aber nicht zuletzt deswegen sind wir ja eine Wegfressgesellschaft ohne Zukunft geworden. Die anderen sollen verzichten, nur man selbst will nichts am gegenwärtigen Status ändern. Dabei hat das nichts mit Verzicht zu tun. Entweder ich respektiere das Leben und bringe das durch meine eigene Lebensweise zum Ausdruck oder ich bin ein Ignorant und fresse es auf. Einen Mittelweg gibt es nicht, den kann man sich nur vormachen. Es gibt keine humane Tierschlachtung, es gibt keine humane Methode, an Hühnereier zu gelangen (Küken sexen widerfährt auch so genannten “Biofreilandhühnern”), und hinter jedem Glas Milch stecken zwei schmutzige Geheimnisse – ein Kälbchen, das seiner Mutter entrissen wurde und Hochleistungseuter, die das Kreuz jeder Kuh zu Boden ziehen. Die Vorstellung, wie sich ein “ganzer Mann” an einer Kuhzitze festsaugt und daraus Babynahrung trinkt sieht für mich jedenfalls weder natürlich, noch gesund, sondern allenfalls nach einer Notlösung aus.

“Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz” – ist eine alte Weisheit, längst von der Gehirnforschung bestätigt, und doch der bloßen Gier und kurzen Lust wegen ignoriert. Während man tierquälende oder -tötende Kinder noch für verhaltensgestört erklärt, sieht es beim Erwachsenen schon ganz anders aus. Denn für die Aussicht auf Geld zählt das Leiden anderer dann plötzlich nicht mehr. Mehr als ein unnötiges Vergnügen (Scherz) ist der schnelle Gaumenkitzel nicht. Das sich herausgenommene “Recht des Stärkeren” sieht zunehmend nach dem “Versagen des Dümmeren” aus. Mit ein bisschen anders ist da nichts mehr zu richten. Das Umdenken muss grundlegend und umfassend zugleich sein, und vor allen Dingen Konsequenzen haben.

Damit die leidvolle Extremsituation die Veränderung erzwingt nicht eintreten muss, muss ein adäquater Eindruck in unserer Vorstellung entstehen. Nur andere Werte führen zu einem anderen Rechenergebnis. Ob die Werte von außen aufgezwungen sein müssen oder präventiv von innen kommen, ist die einzige Entscheidungsfreiheit, die wir haben.

Uns auf die Evolution berufen – deren komplexes Zusammenspiel wir offenbar nicht ansatzweise kapiert haben (noch nicht einmal die Tragweite dessen, was wir darin anrichten) – können wir nicht mehr. Wer seine Beschaffenheit verstanden hat, erkennt wie er sie steuern und daran wachsen kann (nee, Disziplin ist dazu gar nicht nötig, es macht nämlich ungeheuer Spaß, ungeheuer deswegen, weil das Gehirn damit wieder Echtes und nachhaltig Gedeihliches belohnen kann), damit ist sie keine Ausrede mehr. Wo zur Rechtfertigung rücksichtlosen Verhaltens “Fressen und Gefressen werden” angeführt wird, offenbart sich bei genauerem Hinsehen ein vielschichtiges aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel, in dem jeder eingebundenen Lebensform genug Raum bleibt am Bestand zu bleiben und sich weiter zu entwickeln (implementiertes Streben nach besserer Entsprechung > Erhöhung der Komplexität, Vielwertigkeit), und nicht, dass sich da eines hervortut um alle anderen unter sich zu ersticken. Wer seine Nahrungsquelle vernichtet, hat dann eben keine mehr und verschwindet mit ihr. Wen eine Veränderung überfordert, den überrollt sie. Andere Wesen, die es besser können, übernehmen oder teilen sich freie Nischen und setzen ihre Entwicklung da fort, wo anderen das Latein ausging.

Die Überlebensrechnung war von jeher immer dieselbe, nämlich in wie weit (objektive) Werte und (subjektive) Werteinschätzung korrespondieren. Ein in Kompliziertheit und Regeln verstricktes dissonantes Gehirn wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit verrechnen. Einen Hund zu hätscheln und ein Schwein zu schlachten, obwohl dessen intellektuelle und Empfindungsfähigkeiten mindestens genau so ausgeprägt sind und in der Lage wären, Menschen zu entzücken, ist ein in unseren Köpfen verbauter Widerspruch (neben vielen anderen). Symboldenken (Abstraktionsfähigkeit) bringt es mit sich, dass wir für den Moment der Betrachtung die Realität verzerren müssen, denn mehr als einen Aspekt zu einer Zeit können wir mit dem linearen Verstand nicht scharf betrachten – in dem Moment hat er alle Relevanz. Das macht uns schon verarbeitungstechnisch bedingt anfällig für (temporäre) Fehleinschätzungen. Doch haben wir eine Menge Indikatoren (Gefühle, Folgewirkungen) die uns darauf hinweisen, und denen entsprochen werden müsste, statt sie zu übergehen oder als Symptome “wegzubehandeln” und damit wieder neue generieren. Schadhafte, global destruktive Folgewirkungen menschlichen Treibens sind keine Normalität, sondern Hinterlassenschaften von Fehlern die korrigierbar sind. “Ja aber?” – Nein, genau damit nicht. Mit “ja daher” beginnt die Zukunft.

In dem Moment wo ein Aspekt über den Verstand verarbeitet wird, liegt darauf eine hohe Gewichtung die aber nicht real ist. Auch unsere Ängste stehen in keiner realistischen Relation mehr zu den Bedrohungspotentialen. Nur im Gesamtbild wäre erkennbar, wie groß eine Relevanz wirklich sein darf, weil wir sie dann in ihrer Stellung zu allen anderen “Werten” begreifen. Detailwissen ist wenig hilfreich, wenn wir vor lauter “scharfen Fakten” den Gesamtkontext nicht mehr sehen, weil wir dann keine Orientierung mehr haben, nach welchen Kriterien wir Werte gewichten müssen. Frühere Priester und Schamanen kommen uns heute vor wie esoterische Spinner. Ich halte sie für die kognitive Brücke zum universellen, ganzheitlichen Denken. Auch wenn die anderen Stammesmitglieder die Hintergründe nicht verstanden, erkannten sie doch darauf basierende Einwände und Vorschläge an. Das ist heute nicht mehr so, “inneres Wissen” wird gar massiv von so genannten Skeptikern bekämpft, deren Einwände suggerieren, dass alles in bester Ordnung sei, schließlich “wissen” wir ja, dass Streben nach Erleuchtung, Vorahnungen, Entscheidungen aus Mitgefühl, Homöopathie und Glaube völlig irrational sind – nur Rechthabenwollen, Egozentrik und die Gier nach Geld und Konsum sind vollkommen rational – nicht wahr?

Jene Werte die unseren Blick über den Tellerrand hinaus bewegen können sind nicht die des Egos. Der Mensch ist kein Einzelkämpfer, denn es ist keineswegs, wie er glaubt, sein Gehirn das ihn ausmacht (“ein Mensch ist kein Mensch”). Es ist die Zusammenschaltung mehrerer Gehirne und die daraus resultierende höhere Wertebandbreite, eine Bewusstseinserweiterung über die (An)Erkennung der Befindlichkeiten (Werte) anderer. Mitgefühl / Akzeptanz / Integration. Die Gegenpostion einzunehmen lehrt uns hingegen nichts (Neues).

Nur weil keine Gefühle da oder erklärbar sind, ist eine Entscheidung noch längst nicht rational. Genau so wenig sind Gefühlsentscheidungen per se irrational. Ich halte sogar das Gegenteil für richtig, denn Gefühle folgen sehr wohl einer nachvollziehbaren Logik, die sich weit länger bewähren und herausbilden konnte als der (nach wie vor von den Werten des Wesens gesteuerte) Verstand. Ist die Haltung des Wesens gierig, werden auch die Daten die den Verstand erreichen, davon geprägt sein. Im Befindlichkeitseindruck enthalten sind allerdings mehr Informationen, als zu durchdenken wir gewohnt sind. Dafür müsste man sich selbst (immer wieder) hinterfragen und ein gesundes Verhältnis zwischen Routine und Erleben nicht nur wiederherstellen, sondern bewahren.

Entscheidungen unterhalb der Gefühls- und sozialen Ebene können nur noch triebgesteuert sein. Die Faktoren nach denen auf der Ebene differenziert wird, sind viel zu wenige für ein komplexes Wesen wie die Menschen, daher macht die Füllerei auch niemals satt, denn um zur Erfüllung zu gelangen, brauchen wir die höhere – die vielwertigere – Ebene, die mehr Faktoren einbezieht. Die Grobheit der reduzierten Wertemuster bilden die Menschen global ab – man braucht sich nur die sozialen Strukturen anzusehen, das gigantische Gefälle zwischen Arm und Reich, Zentralisierung (Geltung der Werte Weniger), die Reduktionen auf Massenproduktion und Monokulturen und systematische Zerstörung der natürlichen Vielfalt (2010 = Jahr der Biodiversität, und es geht kein Aufschrei durch die Blogger- und Medienwelt, was ich erschreckend finde) durch die unersättliche Gier nach Fleisch.

Auch Veggies unterliegen natürlich den Werten ihres Stoffwechsels, und ihre Motive sind letztlich egoistisch. Unser Denken geht immer in die Richtung, in der wir die höchste Wohlbefindenssteigerung vermuten. Für die einen zählt dabei nur das Ego, für die anderen das Wohl der ganzen Welt und all ihrer Wesen, der Vielfalt, der Individualität, dem tiefen Verstehen und der Kreativität die daraus folgt. Durch zusätzliche emotionale Abwägungen (noch dazu Mitgefühl, das die Werte Anderer integriert) differenzieren wir feiner, da auf Grundlage von mehr Werten (Gefühlseinheiten, wenn man so will, mehr Werte führen zu einer höheren Auflösung). Der Verstand ist nicht Träger unseres Willens, sondern dessen Ausführungswerkzeug, aber auch für Analysen und Korrekturen gut zu gebrauchen, vorausgesetzt man hat je gelernt, eigenständig zu denken. Primaten sind in erster Linie Nachahmer, Kreativität, also eigene Gedanken zu entwickeln ist eigenständig, und dazu braucht es Verstehen, das im günstigen Fall der Nachahmung folgt. Der (Werte)Unterbau hat längst entschieden, was in die “höhere Verarbeitung” gelangt, bevor der Verstand es überhaupt zur Kenntnis nehmen kann. Ich wünschte, Du könntest an Dir erleben, Du könntest Dich sehen, dann wäre es kein Thema mehr, ob die Wurst auf Deinem Teller vom Tier oder vegan ist, weil Dir dann der Wert von Lebendigkeit vollkommen klar wäre.

Nach den Trieben und vor dem rationalen Denken kommt die emotional-soziale Verarbeitung (oder eben nicht mehr). Der verbalisierbare Output ist davon geprägt, wie wir die beteiligten Aspekte emotional gewichten oder mal gewichtet haben, und dann nie wieder hinterfragt, nachgefühlt. Daher schaffen wir es nicht einmal, uns über “Fakten” einig zu werden. Bis wir so weit sind die zu diskutieren ist das Denken bereits von den “Vorbewertungen” kontaminiert. Wahrhaftigkeit war nicht von ungefähr eine der Tugenden, da man sich die erarbeiten muss. Ein Gehirn ist nicht “von Natur” aus auf die Verarbeitung scharfer Daten ausgerichtet, und schon gar nicht bezieht es daraus seine Motivation. Kreativität und Vielfalt ecken an scharfen Grenzen an. Die sind nämlich nur noch gut für Berechnung und nicht um Neues zu schaffen. Daher entstand auch diese “Wirtschaftswachstumssackgasse”, und wurde unser Überlebens”kampf”, der zum (finalen?) Vernichtungsfeldzug auszuarten droht. Ich will den nicht. Und wenn ich den wirklich nicht will, kann ich nicht mehr tun was alle (bzw. die meisten) tun, weil ihr Verhalten erkennbar darauf hinausläuft, dass er fortgesetzt wird.

Ich war lange Gemischtköstler, bevorzugte dann vegetarisch, und aß nur dann und wann noch Fleisch. Doch beim Versuch, dies mit vernünftigen Argumenten (in erster Linie vor mir selbst) zu begründen, scheiterte ich schließlich an dem, was meine Recherchen und Überlegungen ans Licht brachten. Daraufhin war auf Grundlage der Fakten nur folgerichtig, zu einer veganen Lebensweise überzugehen, zumal es da kein Verzicht mehr war, sondern als Gewinn erkennbar. Das ist geradezu Bedingung – wir müssen Nachhaltigkeit (Zukunftsfähigkeit) erst einmal als erstrebenswerten Gewinn begreifen lernen und nicht als Selbstverständlichkeit, die es nie war. Die nachfolgenden Veränderungen an mir waren erstaunlich – das Mitgefühl, das bei den meistern Veganern als treibende Kraft fungiert, kam bei mir nämlich erst danach. Womöglich war ich vorher einfach zu feige mich darauf einzulassen, denn es wäre tatsächlich zu schmerzhaft gewesen mein eigenes Verhalten als (Mit)Ursache erkennen zu müssen.

Es liegt mir fern, Spaß- oder Spielverderber sein zu wollen, oder Missgunst zu empfinden, wenn jemand in ein Stück Fleisch beißt. Das Gefühl das ich dazu habe gilt dem Individuum das dafür geschlachtet wurde. Obwohl ich Fleisch früher durchaus mochte, ekelt es mich heute, wenn ich an einer Fleischtheke vorbeikomme, weil ich um die Gewalt(bereitschaft) dahinter weiß – gegenüber Menschen, Tieren und der Natur – und ich habe sie sowas von satt! – Abgesehen davon wird der Geruchssinn feiner, und das Zeug stinkt so sehr, dass man es nicht mehr als Nahrung (an)erkennt.

Fleischkonsum erfordert schon mal eine gewisse Ignoranz und Härte, von der ich nach meinem heutigen Wissensstand annehmen muss, dass wir sie uns nicht leisten können, weil Ignoranz nicht ohne nachteilige Folgen für uns (oder jedenfalls manche von uns) bleiben kann. Den evolutionären Wettkampf haben wir gewonnen, wem also nützt seine Fortführung noch? Unsere einzigen Feinde sind unsere Wünsche, und die einzige Herausforderung die sich uns noch stellt ist, sie weise zu wählen. Wie können wir es wagen uns intelligent zu nennen, wenn wir das nicht mal hinbekommen? – Jeder Einzeller hat das schon drauf, und auch in unserem Naturell ist die Fähigkeit dazu verankert.

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Verschwendung von Ressourcen alles andere als vernünftig, zumal es sich um keine Notwendigkeit handelt, sondern etwas das der Körper auf Stoffwechselebene fordert, in erster Linie, weil es aus Profitgier verfügbar gemacht wurde. Lägen statt Fleisch zum Beispiel pflanzliche Produkte in den Regalen, würde das einer Generation, die damit aufwächst, nicht unangenehm auffallen (so wie den meisten Menschen umgekehrt ja auch nicht, was keineswegs bedeutet, das Eine sei “normaler” als das Andere).

Der Verstand würde wesentlich besser, schneller, umfassender und treffender funktionieren, wüssten wir um die Werte die ihn steuern. Sie zu erkunden hat allerdings zur Folge, dass wir uns – je tiefer wir vordringen – umso öfter im Anderen erkennen. Das geht so weit, dass wir jedes fühlende Lebewesen als “einen von uns” (an)erkennen würden, und dann mag man’s einfach nicht mehr essen.

Man sollte wissen was man tut, und auch für welche Konsequenzen man bezahlt, wenn man sich für ein “Produkt” entscheidet. Denn im Gegensatz zu allen vier Jahren in der Politik wählen wir als Konsumenten unsere Kreuzchen täglich. Dass wir “davon nichts gewusst haben” – die Ausrede zieht im Informationszeitalter nicht mehr.

Nichtsdestotrotz sind meine Betrachtungen natürlich total subjektiv, und jeder wird sie für sich so interpretieren wie es ihm am besten einfährt. Mein zweites X-Chromosom will Harmonie. Die ist übrigens genauso wenig unrealistisch wie der (momentan, in diesem Augenblick, einem kurzen Aufblitzen in der für uns unvorstellbar langen Erdgeschichte) männlich geprägte Wettbewerb, sondern im Wesen sogar beständiger. Wahn ist immer einseitig. Ganzheitlichkeit verteilt Relevanzen und denkt daher vielwertig. Da Komplexität ebenfalls vielwertig ist, entspricht sie ihr damit besser, und manipulierbar ist sie auch nicht mehr so leicht. Nur ein von den Wesen undurchschauter Nachahmungstrieb macht die Massenmanipulation möglich.

Überleben ist eine Rechenaufgabe auf Basis der grundlegenden averbalen Werte. Worte sind nur mit Werten verknüpfte Symbole, nicht das eigentliche Denken. Der Gehirncode liegt tiefer, und natürlich ist er averbal – d.h. es geht und ging nie um die Wahrheit der Worte (völlig unsinnig, sich um die Wahrheit zu streiten, da Fakten nicht gegeneinander stehen, sondern nebeneinander existieren), wir aber lehnen eine andere Form ab. Daher geschah die massive Selbstreduktion des menschlichen Bewusstseins, die uns jedwede Rücksichtnahme auf die Lebensumgebung über Board werfen ließ. 95 % der Vorgänge in unserem Gehirn sind nicht verbalisierbar, doch – wir können wieder lernen sie zu sehen, und erhalten dann das vielleicht großartigste Werkzeug, das diese Erde (die wir gerade zerstören, wie undankbar!) hervorbrachte, ein konsistentes Gehirn. Der Verstand ist nur ein Programm, das in unserem Organismus arbeitet, seine Auftraggeber sind unsere Beweggründe. Schon daher ist emotional-soziale Kompetenz des Menschen wichtiger als jede andere.

Ist unser System einfach nur dumm?

Wenn die globalen Variablen falsch sind …ist es alles, was darauf aufbaut auch. Jeder Programmierer weiß, was er davon (nicht) hat. Unser Gehirn ist in gewisser Weise ein Container für unsere (Über)Lebenssoftware, bildet Relevanzen heraus, lernt, die Aspekte des Lebens zu bewerten. Theoretisch kann die Programmierung schon von Grund auf falsch sein, und wir würden es nicht einmal bemerken (außer an den nachteiligen Folgen), beträfe es uns alle.

Ich bin der Ansicht, dass Mitgefühl und soziales Gewissen natürlich ökonomisch sind. Sie befähigten uns durch Teilen und Tauschen zu einem effizienteren Umgang mit Ressourcen. Profitdenken ist das Gegenteil davon, und der Mensch hat dadurch ein völlig verdrehtes Verständnis von Wirtschaftlichkeit entwickelt. Auf dieser Grundlage entstand sehr, sehr viel legalisiertes Unrecht gegen andere Lebewesen und Menschen. Reichtum kann nur durch Übervorteilung anderer “erworben” werden, denn er entsteht, wenn sich einer mehr herausnimmt als er (sich) investiert. Gier macht aber nicht erfolgreich (Ergebnis: keine Zukunft = Worst Case = größter Misserfolg von allen). Das derzeitige System bevorteilt sie jedoch über alles. Das Dumme an Gier ist, dass damit Wohlstand (Status des Wohls) nie erlangt wird, denn sie kennt kein Genug. Auch die Ressourcen von zehn Planeten würden ihr auf Dauer nicht reichen.

Werte sind der objektive Schlüssel, die Wert(ein)schätzung der subjektive. So lange beide korrespondierten, war alles gut (Paradies?). So weit weg voneinander wie heute waren sie wohl noch nie, was die Schere zwischen Arm und Reich deutlich abbildet (daraus geht hervor, dass die emotional-soziale Vernetzung ausgedünnt ist), und unsere kontaminierten Abfälle setzen noch einen großen Haufen drauf. Ein hoher Status kann in diesem System völlig unabhängig von der Bedeutung eines Menschen für das (nachhaltige!) Wohl anderer abgebildet werden. Wer sich damit nicht arrangieren will, gilt auch noch als realitätsfremd. Doch übersieht der so urteilende Systemintegrierte, dass die liebe Realität Symbole mit Werten verwechselt, und sich damit durch eine Informationsverarbeitung die von falschen Daten (globalen Variablen) ausgeht selbst ins Chaos rechnet.

You only get out (values) what you input. Werte > Verarbeitung > Ausgabe = Summe der Werte. Wir brauchen MEHR, nicht immer weniger, weshalb Nachhaltigkeit nur durch Dezentralisierung realisierbar sein wird. Es kann einfach nicht sein, dass ein paar Hansel über die Zukunft von Milliarden Menschen und Lebewesen bestimmen und dabei auf so etwas substanzlosem wie wirtschaftlichen Kennzahlen herumkauen.

Das hat mit Demokratie nichts mehr zu tun, das ist Wirtschaftstyrannei. Wir müssen uns – unser Denken, unser Fühlen, unsere Haltung – verändern, weil wir sonst nicht damit aufhören werden, die falschen (nicht nachhaltigen) Dinge zu tun. Es wird Zeit für einen Modellwechsel, denn dieses Modell ist nicht mehr (er)tragbar. Umweltzerstörung ist nur eines von vielen Symptomen einer fehlprogrammierten und abgestumpften (ungerecht, wieso ungerecht, es ist ja “legal”) Wert(ein)schätzung.

Natürlich machen wir alles kaputt, wenn sich jedem Menschen primär die Frage stellen muss “wie gelange ich an Geld?” – anstatt “wie kann ich mich für andere Menschen nützlich machen?” – Unser natürliches Belohnungssystem im Gehirn ist inklusive seines Altruismus über Jahrmillionen gewachsen und an den Umgebungsbedingungen optimiert worden. Es wurde immer vielschichtiger und komplexer (vielwertig). Wir glauben doch nicht ernsthaft, ein Geldsystem, das immer mehr Werte (und Menschen) durch den Rost fallen lassen muss um sich selbst am Bestand zu halten, ist je in der Lage der Komplexität in und um uns herum zu entsprechen? Nein, es wurde stattdessen zu unserer evolutionären Konkurrenz! Denn so lange Menschen Zugang zu natürlichen Ressourcen haben, ist die Macht von Konzernen noch ausbaufähig. Das Geldsystem kann (aus Mangel an berücksichtigen Werten) keine Intelligenz abbilden. Und so lange wir uns daran orientieren, können wir es auch nicht.

Intelligenz ist die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten. Wir hatten 6000 Jahre lang Herrschaft – also Zeit genug uns die “Selbstgelenktheit” abzutrainieren. Potentiell ist sie aber immer noch da und wartet auf ihre Re-Aktivierung. Das Internet darf schon daher nicht beschränkt werden, weil virtuelle Anarchie der schnellste Weg sein dürfte, durch Selbstorganisation aus sich heraus eine intelligente Organisationsstruktur herauszubilden, dem Vorbild für eine neue Realität, die (wieder) alle Relevanzen (Aspekte die für unser Überleben bedeutsam sind) einbezieht. Der Kreis schließt sich.

Und ich konnte meine eigene Dummheit sehen

Stell Dir einen Taschenrechner vor. Wir nehmen so ein Ding, tippen Werte ein und erhalten eine Summe. Die Summe kann nur jene Werte enthalten, die wir in den Taschenrechner eingegeben haben, bevor wir auf = tippen.

Mir ist klar, dass es nicht naheligend ist, die Verbindung zwischen Zahlenwerten und Gefühlen herzustellen. Darauf kam ich eigentlich erst nach mehreren Jahren KI-Forschung (künstliche Intelligenz). Nur nennen wir sie auch nicht von ungefähr “Werte”. Wenn Du Dich eingehend selbst beobachtest wird Dir auffallen, dass Du Dir über nichts den Kopf zerbrichst, das Dich nicht in irgendeiner Weise berührt. Es liegen Dir dann gewissermaßen Werte (Befindlichkeitseindrücke) darüber vor. Dass davon unmittelbar abhängt, welche Summe hinten raus kommt, ist – so hoffe ich – einleuchtend.

Wut bewirkt ein anderes Verhalten und schafft demnach eine andere Realität als Liebe es tut. Bei Werten geht es nicht (nur) um Meinungen. Es geht darum, was für unser Überleben und unsere Entwicklung wichtig ist und was nicht. Letztlich sehen wir uns in Relation zu allem was uns umgibt. Schätzen wir das schon gering, überträgt sich diese Geringschätzung nicht nur auf andere Menschen, sondern letztlich auch auf uns selbst. Wir brauchen immer mehr Material um unser Selbstwertgefühl auf dem gleichen Niveau zu halten, und wachsen dadurch in eine verhängnisvolle Richtung.

Jene Faktoren die sich nun kumulieren und gegen uns wenden haben ihren Ursprung bereits viel früher. Sie liegen sozusagen am Grund eines tiefen Meeres, und wir sind nach wie vor an dem Punkt, wo wir so tun, als wäre es damit getan, dessen Oberfläche zu polieren. Die Wogen werden wir damit aber nicht glätten können, sie werden mit jedem Versäumnis höher und gewaltiger, bevor sie über uns hereinbrechen.

Wie soll es weitergehen? – Manch politische Stimme meint, die Krise sei überwunden, wenn wir alle wieder so weitermachen wie vorher. Ich frage mich, was in diesen Gehirnen vor sich geht, denn intelligente kognitive Leistung kann es ja wohl nicht sein. Dafür sind neue Werte vonnöten. Damit sind wir in der Lage, neue Denkmuster, neue Ideen zu generieren und umzusetzen. Die Erde hat keine Rettungsboote, sie IST das Rettungsboot, und wir alle sitzen drin.

Da wir uns eine funktionierende Natur nicht kaufen können, sind wirtschaftliche Gründe keine taugliche Überlebensstrategie (im Gegenteil, Wirtschaft ist eine Folgeentwicklung, die uns genauso evolutionär verdrängen und vernichten kann wie ein biologisches Nachfolgemodell, denn Evolution ist universell). Es gibt außerdem Motivatoren jenseits von Gier, so dass ich Frieden und Versorgung keineswegs gefährdet sehe, wenn wir uns von reiner und ohnedies ewig unbefriedigt lassender Gewinnsucht als Motivator verabschieden. Unverständlicherweise werden die Gierigsten immer noch als “Elite” bezeichnet. Die Wahrheit ist, dass ihre Kapazitäten nicht ausreichen, über den eigenen schnellen Kick hinauszudenken. Und weil sie das nicht können, tun sie es uns gegenüber ab, das betrifft auch die so genannten pragmatischen, weniger “erfolgreichen” Modelle – und jene die es anders sehen nahmen es bislang dennoch hin, weil sie einer knappen inhaltsarmen Argumentation nicht etwas ebenso knappes, inhaltsarmes entgegenzusetzen haben und sich dann hilflos, ja geradezu unzulänglich fühlen.

Geldkalkulierer können nicht rechnen. Statt es zu fördern und zu schützen vernichten sie Leben(sgrundlagen). Denn wir haben die Lüge, und falsche (oder unvollständige) Daten führen zu den falschen Schlüssen und Entscheidungen. Was im Verborgenen geschehen muss, um gebilligt zu werden, kann niemals nachhaltig sein. Tansparenz ist daher eine Lebensnotwendigkeit, und sich so zu verhalten, dass man alles offenlegen kann was man tut, die einzig wahre Zukunftsstrategie.

Mit den Tieren die wir ihres Fleisches oder ihrer Pelze wegen töten, sterben auch Menschen, deren Nahrungsgrundlage an “Nutzvieh” verfüttert wird, damit wir viel zu viel von dem bekommen, was wir nicht wirklich brauchen. Das ist eine Tatsache. Natürlich kann man das verdrängen, das habe ich auch eine Weile lang gemacht und schäme mich heute zutiefst dafür.

Hast Du Kinder? – Sahst Du diese jemals hinter einem Tier herjagen als wollten sie es reißen? – Wenn Kinder hinter Tieren her sind, dann um sie zu streicheln! – Das sollte allen Eltern zu denken geben, noch bevor sie etwas verfüttern, über dessen grausamste “Gewinnung” ihre Kinder noch völlig ahnungslos sind, die aber wohl fast jedes Kind zutiefst bestürzen würde, wäre sie ihm gegenwärtig. Wenn die Ausbeutung anderer dann als “normal” in ihr Gehirn tätowiert ist, bewegt es sie nicht mehr. Das macht es aber damit noch lange nicht richtig, und sei es auch “legal”. Dann den jungen Menschen vorwerfen, dass sie “verroht” seien und “respektlos” ist doch etwas eigenartig, vergenwärtige ich mir, woran wir sie alles “gewöhnt” haben, bevor dieser Effekt eintrat. Haben wir uns überhaupt den Respekt unserer Kinder verdient?

Auf die Ausbeutung fühlender Lebewesen gänzlich zu verzichten würde eine vollkommen neue Gesellschaft hervorbringen, schon alleine deswegen, weil wir uns dann nicht mehr wie Jäger aufführten, die sich gegenseitig die Beute neidisch sind. Wir leben im Überfluss und verhalten uns dennoch so feindselig, als würden wir Mangel erleiden, denn alles um uns ist darauf ausgelegt, uns Defizite vor Augen zu führen die es angeblich zu füllen gilt. Ob echter Mangel oder gefühlter – wir handeln das immer gleich ab. Die Phase der Befriedigung wird mit dem Qualitätsverlust jedoch zunehmend kürzer, daher muss es immer mehr sein.

Gier füllt, und sie reicht bis zum Zerplatzen (der Geldblase zum Beispiel) – doch Erfüllung bringt sie keine, niemals, zu keiner Zeit. Sie ist unserer und der Komplexität unserer Lebensumgebung bereits nicht mehr gewachsen seit es Gefühle gibt, die eine differenziertere Bewertung erlauben. Komplexität ist nicht mit Kompliziertheit zu bewältigen, und auch nicht mit Regelprogression (dadurch laufen sich nicht nur neuronale Netze tot), die nicht alles berücksichtigt und daher zu neuen Fehlern führt, die wieder nach neuen Regeln verlangen. Das Wesen von Komplexität ist ihre Vielwertigkeit, daher sehen viele Menschen nicht (mehr) die Einfachheit darin. Es wäre leichter, sich an Grundprinzipien zu orientieren, deren oberstes Gebot die Unversehrtheit von Körper und Geist ist.

Das wurde mir im Zusammenhang mit der Turingmaschine gegenwärtig, deren Beschreibung mich dazu verleitete, Intelligenz als etwas so ungeheuer Kompliziertes wahrzunehmen, dass es mir nicht möglich sein würde, ihre Mechanismen zu verstehen. Das kostete mich ein halbes Jahr, dann gelang es mir, sie losgelöst vom Mechanismus zu begreifen der sie anwendet, und ich sah meine eigene Dummheit. Damit veränderte sich für mich ALLES. Dieser Schritt steht uns als Gesellschaft noch bevor, aber er wird unweigerlich kommen, und hoffentlich tun wir (dieses Mal) das Richtige…