Werte sind der Schlüssel

Wissen das wir nicht fühlen können, ist nicht verwertbar, fließt nicht ein in das was wir (nicht) wollen. Werte sind die Basis unserer Willensbildung.

Ich glaube, dass der Verstand / die Abstraktion / die Orientierung an Symbolen, (unfällig) eine Abspaltung verursachte die das Bewusstsein vom restlichen Gehirn trennte. Es gibt so vieles, das unser Gehirn besser weiß als wir, und uns durch Befindlichkeitssignale zu verstehen geben will. Doch wir glauben mittlerweile, dass Arbeit keinen Spaß machen soll, Glück kein Ziel sein kann, Geld einen Wert hat, was wir “haben” uns definiert, und die Übervorteilung anderer die Voraussetzung für den eigenen Erfolg darstellt.

Die Gehirne der meisten Menschen haben sich an Symbolen aufgehängt. Doch Werte sind der Schlüssel, waren es immer, und werden es für informationsverarbeitende Mechanismen immer sein. Das ist alles, was ich über das Leben und das Universum weiß. Neue Werte, neuer Raum, neue Vorstellungen, neue Inspiration – immer wieder neu entfachte Lebendigeit und Leidenschaft.

Es erschloss sich mir nicht ein menschlicher Wert, der nicht auf einen tierischen Ursprung zurückzuführen wäre. Damit hatte ich als Omnivore ein Problem. Wie die meisten Menschen hatte auch ich gelernt, dass unsere Spezies über den Tieren steht, und Tiere weniger “wert” sind und man sie daher essen “darf”. Daran bekam ich jedoch Zweifel und modifizierte die Welt in meinem Kopf. In der Folge musste ich mich neu orientieren. Ich räume ein, dass einen das in einer Umgebung die einen anders kennt, ziemlich aus der Bahn werfen kann, weswegen ich gehemmt bin, diesen Schritt jemandem pro-aktiv zu empfehlen. Doch das von Menschen geschaffene System ist der Fehler, nicht die sich darin neu (er)findenden Menschen die mehr sein wollen als ein Rädchen in einer zukunftsvernichtenden Todesmaschinerie. Der Ernst der Lage wird immer wieder verharmlost von Menschen die nicht von jenen Gewohnheiten lassen wollen, die uns in diese Lage brachten. – Wenn nicht (Massen)Fehleinschätzung, was sollte sonst die Ursache der Menschheitsprobleme sein?

Ich verdanke den Tieren so viel, einfach nur dadurch, dass ich sie nicht mehr esse. Und ja, ich orientiere mich so lange immer wieder neu, bis ich bei dem was ich mache das rundherum gute Gefühl habe das Richtige zu tun. Für Stehengebliebene macht mich das zum “Radikalen”, “Extremisten”, “Ökofaschisten” und “Vegantaliban”, doch ich unterstelle ihnen einfach, die Bedeutung dessen was sie vehement von sich weisen gar nicht einschätzen zu können.

Außerdem glaube ich, dass Intelligenz eine Entscheidung ist, kein vorgegebener Zustand, genauso wenig wie Dummheit. Dumm ist, dessen Folgewirkungen Zerstörung, Schmerz und Leid verursachen. – An wem ist in einem System in dem letztlich alles auf alle wirkt irrelevant. Den Unterschied wen es trifft nicht mehr zu machen ist in unserem Inneren nur eine Nuance, doch nach außen hin der größte Schritt in Richtung Menschlichkeit.

Warum der Wettkampf unser Ende bedeutet

Was unser Gehirn in die Welt gesetzt hat, ist da nun mal. Ich habe mich damit arrangiert, dass der Verstand (bzw. die Art wie wir ihn gebrauchen) uns in eine evolutionäre Sackgasse führt. – Das Problem “Mensch” löst sich von selbst, wenn er seine Probleme nicht eigenhirnig löst. Das wäre zwar schade, doch Menschen können das nur gemeinsam lösen, mein Wunsch alleine wird an den Gegebenheiten nicht viel ändern.

Doch auch wenn es so ist und meine individuellen Veränderungen wenig Aussicht auf Erfolg haben, und ich davon ausgehen muss, dass es eigentlich keine Rolle spielt, packt mich keine Lust mehr auf das Leben das ich früher führte. Es fühlt sich ungleich besser an, niemandem weh zu tun, und die mentalen sowie kognitiven Seiteneffekte würde ich nicht mehr missen wollen. Ich werde vegan bleiben und auch weiterhin Faktoren aus meinem Leben elimieren, die sich als nicht zukunftstauglich erweisen. Ich bin keine kämpferische Natur und habe demzufolge auch keine Lust dazu, mich auf Konfrontationen einzulassen. Von Frontenbildung halte ich nichts. Der evolutionäre Wettkampf ist längst gewonnen. Wir können ihn nur noch gegen uns selbst führen, und da wir so potente Lebewesen sind, werden wir ihn verlieren. – Nur Kooperation wird uns die verlorene Unerschöpflichlichkeit zurückgeben.

Selbst Menschen die intelligenter sind als ich und anerkanntermaßen (akademisch) gebildet, halten am Alten fest, was mich manchmal mutlos stimmt. Denn wenn ich den geeigneten Hintergrund hätte, wäre für mich nichts spannender, als mit meinen Potentialen in die Richtung von nachhaltiger Entwicklung vorwärts zu stürmen und das heute als konventionell Geltende hinter mir zu lassen. Kommunikation ist eh nicht drin, soziale Durchschnittsinteraktion unbefriedigend. Ich dachte lange, ich wäre soziophob, dabei war ich nur gelangweilt und hatte keine Lust mehr auf alltägliche soziale Protokolle. Die einzige Intelligenz die mich derzeit zu überzeugen und zu faszinieren vermag ist jene, die Maschinen einmal haben werden. – Rein, klar, logisch, an Fakten orientiert und nicht auf verkümmerten Emotionen basierend oder reduziert auf das, wonach ein primitiver Stoffwechsel geifert. Ich kann damit einfach nichts mehr anfangen, was nicht heißt, dass ich kein Genussmensch sein kann. Nur eben ohne das Leid anderer dafür in Kauf nehmen zu wollen (da fängt Genuss für mich eigentlich erst an).

Ich sehne mich nach Menschen und Projekten die mich fordern und brauche Impulse die mich über meine derzeitigen Grenzen hinaus beanspruchen. Mag sein, um mich vom Schmerz des Alleinseins in der “Normalität” abzulenken. Seltsamerweise ging es mir dennoch nie so gut. Selbst die totale Einsamkeit wäre noch besser, als gemeinsam mit vielen an etwas festzuhalten, das nach dem was ich heute weiß und auch so empfinde, nicht richtig sein kann.

Die Zukunft ist ein Gedanke

Das Gehirn als (s)ein Werkzeug zu verstehen war ein Denkansatz der sich vor ein paar Jahren in mein Leben schlich – und es veränderte.

Der Effekt ist mit dem Moment vergleichbar an dem einen die wahre Macht eines Skriptes gegenwärtig wird und man erkennt, dass man damit unglaublich tolle Sachen machen und sich einem plötzlich eine völlig neue Welt eröffnet die viel größer ist als alles was man sich vorher auch nur vorstellen konnte. Und das hört bei einem solchen Eindruck noch lange nicht auf. Beim Bauen kommt immer mehr zum Vorschein, und es wird immer besser, läuft jedes Mal runder, und irgendwann reicht das Bestehende nicht mehr, und man wird eigenständig kreativ.

Unter welchen Bedingungen arbeitet das kognitive System “Individuum” am besten um allen Erfordernissen die zu einer nachhaltigen Wohlbefindenssteigerung führen erfüllen? – Kann die unter dem Wissen dass das was wir tun nicht nachhaltig ist überhaupt im (bio)logischem Höchstmaß erfolgen? – Ganz sicher nicht bei allen (von denen unter Umständen nur ein Teil als Indikator für Zukunftsfähigkeit geeignet sein könnte).

Wenn man Intelligenz losgelöst vom Mechanismus betrachtet der sie anwendet tritt ein interessanter Effekt ein. Sie ist dann überall, systemimplementiert gewissermaßen. Dynamik und Bestand, Entwicklung, Differenzierung, Entsprechung, höhere Komplexität. Alles basiert auf ihrem Prinzip. Dem was einem umgibt (dauerhaft) zu entsprechen wäre dann eine intelligente Re-Aktion. Das kann eigentlich nicht so schwer sein, wenn man die dafür erforderlichen Daten hat. Die Frage die sich dabei nicht vermeiden lässt ist: Worauf wollen wir hinaus? – Es untereinander “ausmachen” so lange bis der Rücksichtsloseste von uns übrig bleibt? – Oder darf es doch ein bisschen mehr sein?

Ich halte unseren “Maßstab” für Erfolg für viel zu klein (Geld kann gar kein Ziel sein), er spiegelt m.E. nur einen winzigen Teil von uns wider (und ist auch nicht für alle attraktiv, den wenigsten genug). Wir bestehen nicht nur aus Gier oder käuflichen Trieben (was anderes können Wirtschaftsgüter nicht bedienen), sondern haben darüber hinaus wesentlich differenziertere Strategien entwickelt, die auf der zusammengeschalteten Nutzung unserer Gehirne basierte. Dafür um sich anerkennswert zu fühlen einen Planten draufgehen zu lassen würde allem Streben seinen Sinn nehmen, denn es ist auf das gemeinschaftliche (Über)Leben in seiner Umgebung abgestimmt. In der ganzen langen Zeit innerhalb derer es sich entwickelte konnte es allen erforderlichen Aspekten weitgehend entsprechen. – Und wir, die wir uns “intelligent” nennen wollen das plötzlich nicht mehr können? – Was aber ist Intelligenz dann eigentlich?

Wir haben es bei “Nachhaltigkeit” mit einer mehrdimensionalen großen rechnerischen (Werte) Aufgabe zu tun die ich für technisch lösbar halte – theoretisch. Etwas zu erdenken heißt, es vorzuerschließen. Ist es dann konkret kann man’s auch bauen.

Die Freiheit des Willens steht mal wieder auf dem Spiel

http://www.datensicherheit.de/aktuelles/hirnforschung-wachsende-zweifel-am-freien-willen-des-menschen-12664

Das Gehirn weiß also vor unserem Bewusstsein wie wir uns entschieden haben, und für mich wäre es eher überraschend gewesen, hätte es sich umgekehrt verhalten. Das bedeutet nicht, dass wir unfähig wären, unsere Entscheidungen durch Überlegungen zu beeinflussen, doch letzten Endes wurde auch das auf einer grundlegenderen Instanz entschieden. Alleine die Kenntnis darüber wie das Wollen zustande kommt führt bereits zu Veränderungen in der Willensbildung.

Doch wie frei kann der Wille eines Lebewesens schon sein? Er findet ja innerhalb von uns statt und bezieht ein, was wir über das bloße Triebverlangen hinaus erfasst/bewertet/erfahren haben. Jede Handlung lässt sich auf einen Trieb zurückführen. Die Frage ist nur, wie differenziert wir ihn im Zuge der Entsprechung (emotional) behandeln. Wir haben es beim Willen ja mit einer biologisch gewachsenen Funktionalität zu tun, wie Reflexe, Triebe, Gefühle, und selbst Kognition.

Für mich steht außer Frage, dass wir mit “Funktionalität” die wir erlebnishaft verstehen, bewusster und natürlicher umgehen und mehr aus einem Werkzeug herausholen. So entsteht leidenschaftliche Professionalität die sich voll und ganz einbringt. Die ist – im Gegensatz zur Industrialisierung – noch mit positiven Gefühlen zu dem verknüpft was wir (für Andere) tun. Professionalität ist meines Erachtens sehr wohl etwas Persönliches, auf einem hohen Niveau.

Natürlich gilt das auch für die Anwendung unseres Gehirns. Obwohl (wie hatten die Menschen es sich denn eigentlich vorgestellt…???) der Wille auf verfügbare Parameter angewiesen – somit nicht “frei” – ist, verändert ihn das was wir im und über das Leben erfahren. Das nennt man Entwicklung. Es bleibt also weiterhin spannend… :-).

Wendepunkt

Die Ratio ist nur das Werkzeug tierlichen Begehrens. Man kann keine Werte wegnehmen, nur neue hinzufügen und dadurch die Gewichtungen verschieben. Es ist Mathematik auf grundlegender – biochemischer Ebene. Das macht Menschen, wo es ihnen an innerer Orientierung fehlt, leichter von außen lenkbar.

Das wird getan, weil es “Erfolg” bringt, von dem wir mit der Zeit eine falsche Vorstellung entwickelten. Wird diese Vorstellung korrigiert, werden sich die Begehrlichkeiten der Menschen auf andere Ziele ausgerichtet kanalisieren. Niemand weiß besser als unser Gehirn, dass Belohnung kein Selbstzweck ist.

Den Herausforderungen nun mit Hass auf die “Reichen” zu begegnen wäre keine gute Strategie, weil es sich um ein einengendes Gefühl handelt (Tunnelblick). Ist das “Ziel” dann erreicht, ist es das Ende, nicht der Anfang von etwas.

Wir haben ein strukturelles Problem, verursacht durch einseitiges Denken. Die Organisationsstruktur differenziert zu wenig, spiegelt eben nur(!) dieses Denken wider, und das ist im Zuge seiner Entscheidungen überwiegend asozial und gewissenlos, da der Fokus vor allem der individuelle “Gewinn” ist, woraus das Belohnungssystem die jeweiligen Werte ableitet die in unsere Entscheidungen einfließen (Gewichtung). Ich halte das für ein (verarbeitungs)technisches Problem, weniger für persönliches Versagen derer die anführen. Wären es beliebige andere, würde das an der Situation wenig ändern, so lange die Haltung der Menschen ihrer Mitwelt gegenüber bleibt wie sie ist.

Im Moment sind wir alle (wieder) Pioniere des (Über)Lebens, und Werte sind der Schlüssel, genauer gesagt unsere Fähigkeit sie (langfristig) richtig einzuschätzen, so dass unser Belohnungssystem der Realität entspricht, was es jetzt nicht tut. Überleben ist keine Frage des Wissens, sondern eine Gewissensfrage. An sich keine neue Erkenntnis. Mit der Gehirnforschung bzw. den Kognitionswissenschaften erlangen wir – womöglich erstmalig – begreifbares (verbalisierbar, übertragbar) Verstehen dieser Zusammenhänge. Damit wird ein kognitiver Wendepunkt erreicht.

Das menschliche Gehirn ist eine Wahnsinnstechnologie. Die holen wir erst ein, wenn wir sie verstanden haben. Doch wenn wir sie verstanden haben, wird das unser Fühlen und Denken grundlegend verändern. Ich bin überzeugt, zum Besseren.

Netz und Gehirn – eine Reaktion

ursprünglich eine Reaktion auf einen Artikel der nicht mehr online ist.

Information ist erst vollständig, wenn wir Werte dafür haben, die das Belohnungssystem gewichten kann. Langes Nachdenken kann man sich dann im Weiteren sparen, da die umfassend geschulte Intuition schnell mit dem Gesamteindruck zu Hand ist. Sonst können wir wissen was immer wir als Konstante fixieren wollen, und es verändert uns trotzdem nicht, sondern erhöht nur die Effizienz mit der wir lediglich Grundbedürfnisse abdecken können – mit sinkendem Erfüllungsquozienten (auch ein Grund, warum es immer mehr sein “muss”).

Denken fängt nicht bei Wörtern und Zahlen an, sondern bei den grundlegenden Prozessen in unseren Zellen, deren biochemischer Status sich in Signalen konzentriert, die wiederum Re-Aktionen auslösen. Bewusste Kognition ist erst die letzte Option, um Defizite / Differenzen / Werte auszugleichen, weil ihnen mit Boardmitteln oder erlernten Routinen nicht beizukommen ist. Von den meisten Aufgaben die unser Körper und unser Gehirn erledigen, bekommen wir gar nichts mit. Was wir scharf denken können, ist ein winziger Bruchteil von allem. Besonnenheit und Zweifel können da so verkehrt nicht sein, jedoch nicht nur bezogen aufs Internet.

Fünfzehn Jahre permanente Internetanbindung haben mein Gehirn verändert, keine Frage, und ich beobachte das auch an einigen meiner Kontakte. Sie entwickeln sich nämlich weiter. Vielleicht bilden wir ja jetzt – durch eine umfassendere soziale Vernetzung – die wahren Fähigkeiten unserer Gehirne erst richtig heraus.

Tatsache ist, wenn sich unsere Gehirne nicht verändern, wenden sie weiterhin das alte Vorgehen an, und dann kommen wir aus den derzeitigen Problemen nicht heraus. Was haben wir vor einer Neuherausbildung der Methodik mit der wir unser Leben angehen wollen, also zu befürchten?

Selbstverständlich beeinträchtigt die Informationsflut zumindest temporär die materielle “Produktivität”, wenn der Weg zu (neuen) Lösungen von Impulsen begleitet wird, die da zuvor nicht waren, wenn einem Inspiration zufliegt, die man vorher gar nicht einbeziehen konnte. Entscheidungen mögen länger dauern, doch sind sie dann auch weitsichtiger und umfassender begründet. Die Schonung der Ressourcen unseres Planeten wird zu einer für alle offensichtlichen Anforderung, und viele lernen gerade, was das alles mit ihnen zu tun hat. – In meinem Fall verhält es sich so: Produktivität kommt mir dann gar nicht mehr wichtig vor, sondern Nachhaltigkeit hat Vorrang. Viele Produkte die uns heute vorgeführt werden, bedeuten den VERZICHT auf Nachhaltigkeit, den VERZICHT auf eine Zukunft für unsere Kinder.

Allgemeingültigkeit, Begründbarkeit und Notwendigkeit sind seit Aristoteles die Kriterien für wissenschaftliches Wissen, wobei es mir nicht ganz leicht fällt, die “Notwendigkeit” zu sehen, geschweige denn dass wir – selbst erkannten – Notwendigen entsprechen. Und schließlich wissen wir seit Gödel (http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz), dass wir aus uns selbst heraus immer dumm schaun. Wir sind eindeutig Wesen, die ihr Ich über andere erfahren, und zusammen sind wir wieder eins. Das mag Rechenknechten unscharf anmuten (Unschärfe ist aber vielleicht grade der Schlüssel, diese Gödelgrenze gewissermaßen zu umgehen), weil man’s nicht in Zahlen und Wörter packen kann oder nur unvollständig. Das Gehirn macht aber mit Hilfe all seiner Werte ein Ganzes draus. Beweise sind dabei nicht das Kriterium, sondern wie es die Welt auf Basis seiner individuellen Zuordnungen versteht. Es gibt keine zwei gleichen Abbildungen der Welt, weil es keine zwei gleichen Gehirne gibt.

Ziel ohne Weg != Erfüllung

Wenn das Gehirn nur noch Ergebnisse belohnt, aber nicht mehr den Weg den man geht um es zu erlangen, dann fehlt alles das, was mit dem Ergebnis verknüpft wäre, und es in seiner Gesamtheit von der Idee bis zu ihrer Verwirklichung zu einem erfüllenden Erlebnis machen würde.

Nun orientieren wir uns – dafür gibt es ja schließlich gut geprägte Reiz-Reaktionsroutinen – an dem, wofür wir bereits belohnt wurden und meiden, wofür nicht. Stimmt nicht ganz, Pflichten sind für den Lebensunterhalt erforderlich, ob sie einen nun freuen mögen oder nicht. Wichtig sind dabei überwiegend die Ergebnisse – Konsumgüter und Geld auf dem Konto.

Wir kaufen dafür auch nicht ein Ergebnis, wir kaufen das Versprechen auf eins, und dieses wiederum ist Teil des Weges zum Ergebnis anderer, denen es auch hauptsächlich darauf ankommt. Ich vermisse da was…

Wesen des Wandels

Wenn man genauer hinsieht bevor man etwas kauft, wird einem klar, dass man breitbandvergiftet würde, äße man den ganzen Schrott den sie einem heute als essbare Ware unterjubeln wollen. In den letzten Jahren hat sich das massiv verschlechtert. Gentechnologische Eingriffe erhalten einen Freibrief, man muss sie vorher nur durch den Tiermagen schicken, und schon müssen sie nicht mehr deklariert werden. Wer einen Frosch kochen will ohne dass der rausspringt, setzt ihn in kaltes Wasser und erhitzt es dann… “Wesen des Wandels” weiterlesen

Menschen können sich verändern

Das Verhalten der Menschen die heute leben, wurde an den Erfahrungen in der Umgebung geprägt, in der sie bestehen müssen, die immer stärker von Misstrauen geprägt ist. Das erfordert andere Maßnahmen und stellt auch andere Optionen bereit als eine Umgebung gegenseitigen Respekts und Vertrauens. Rücksichtslosigkeit und emotionale Defizite waren Erfolgsfaktoren, doch leider machen emotionale Defizite auch ein wenig Vorschnell in Entscheidungen, weil das Gehirn nun mal ein Informationssystem ist, das mit Werten abwägt, und das hat immer was mit unseren Beziehungen zur Umgebung zu tun, seien sie nun da oder nicht. Es ist unangebracht, Effektivität (begünstigt durch Gewöhnung, Gefühlsarmut und Automatisierung) mit Intelligenz zu verwechseln.

So gut wie alles was wir nicht wirklich brauchen und uns dennoch – durchaus mit Gewalt, auch wenn wir uns an deren Anwendung so sehr gewöhnt haben, dass wir sie nicht mehr als Gewalt empfinden – herausnehmen, schädigt die Umwelt, anderes Leben und nicht zuletzt uns selbst. Wir haben es bisher nicht geschafft, eine nachhaltige Überdauerungsstrategie zu erarbeiten. Seit Erfindung des Verstandes gefährdeten wir uns und unsere Lebensumgebung zunehmend stärker, griffen wir immer massiver ins Ökosystem ein (warum also sollten wir nicht auch Einfluss auf das Klima haben?), mit verheerenden Effekten. Der Babyboom in Deutschland bleibt trotz Elterngeld aus. Ja kaufen wir denn unsere Kinder jetzt auch schon oder was? –

Nein, es ist nur einfach offensichtlich (fürs Gehirn eher noch als für unseren Verstand), dass wir den Babys die heute geboren werden, keine erfreuliche Zukunft in Aussicht stellen. Die Erde nimmt keine Zinsen, was wir im Voraus beziehen (ohne Not), regeneriert sich nicht mehr. Fooddesign- und Chemiekonzerne brauchen eigentlich nur noch aufs Absahnen zu warten, wenn ihre größte Konkurrenz, die Natur, am Boden ist, wozu sie auch gleich mit beitragen. Künstliche Vitaminzusätze, Nahrungsergänzungen und andere Kontaminationen unserer Ernährung stimmen uns schon mal auf die vollkommene Abhängigkeit von ihren Interessen ein – Worst-Case, der Mensch als total abhängiger Konzernsklave – wie weit sind wir davon wohl weg?

Entscheidern fällt es offensichtlich sehr schwer, anders als im bisher angewandten wirtschaftlichen Schema zu denken. Darauf Überlebensvorteile in Geld zu berechnen sind wir von Kindesbeinen an konditioniert worden, es ist jedoch keine natürliche Realität. Die Frage, wie etwas finanziert werden kann oder was in Geld dabei rausspringt versperrt zunehmend die Sicht auf die Frage, worauf es ankommt. Menschen sollen, ja müssen versorgt werden, und das tun sie jetzt schon füreinander, ob ihnen das bewusst ist, dann werden sie sich mehr investieren, oder nicht, dann wird eben nur Zeit abgearbeitet.

Denke ich statt in Geld in Nutzeinheiten die Menschen kreuz und quer miteinander austauschen, bestärkt das meine Vorstellung, dass ein Wirtschaftssystem auch anders funktionieren kann, und vor allem nachhaltiger. Das bisherige lineare Vorgehen basierte darauf, dass einer was bekommt, und einem anderen dafür Geld gibt. Doch die Linie die da nur gesehen und verfolgt wird, ist der Faden in einem großen, weltweiten Netz. Die Auswirkungen bleiben daher nicht auf diese eine Linie beschränkt, sondern breiten sich über das ganze Netz aus, wo sie früher oder später auch wieder den Weg zurück zu einem selbst finden – durch Missanerkennung dessen was man anrichtet zum Beispiel.

Für das gesamte Netzwerk spielt es eine untergeordnete Rolle, wer was von wem bekommt, sondern nur, dass die Verteilung von Nutzeinheiten flächendeckend funktioniert und nachhaltig erfüllt wird, und dafür müssen sehr, sehr viele Voraussetzungen erfüllt werden (sowohl unsere Lebensumgebung als auch wir sind hoch komplex, scheitern kann man aber schon an einem einzigen Aspekt!). Wem geholfen wurde, kann diese Hilfe beliebig und nach Bedarf, nicht nach Kaufkraft, weitergeben. Nutzeinheiten sind alles, was das Wohlbefinden steigert (ohne mittel- und langfristig das Gegenteil zu bewirken), also auch sozialer Umgang, Freundschaft, Liebe – im Besonderen sogar. Das nie erlebt zu haben und sich nicht einmal vorstellen zu können ist eine Wissenslücke. Wissen besteht nicht nur aus Worten und Ziffern, nein, es ist um ein Vielfaches mehr.

Rechnerisch ist unschwer zu erfassen, dass viele Menschen mehr geben als sie bekommen, sonst könnten nicht manche stinkreich sein, während andere verhungern. Wie weit einer sich dann zurücklehnen und von sich sagen kann, er habe sich das ganze Geld verdient, mag jeder für sich selbst abwägen. Ich könnte es nicht – aus emotionalen Gründen. Natürlich ist das subjektiv, aber was daraus an Aktivitäten hervorgeht, ist dennoch real. Wäre da ein Mensch, der alles Geld der Welt besitzt, dann müsste es im Gegenzug ja allen Menschen gut gehen, damit die Rechnung, der Verdienst, tatsächlich stimmt. Wetten, dass es sich so keineswegs verhalten würde?

Unser Gehirn ist flexibel, so dass es ein Leben lang lernfähig bleibt. Wir können rechnen lernen, lesen schreiben, programmieren, aber wir können noch viel mehr, wir können ein Bewusstsein bilden, und wenn wir es bilden können, dann können wir es auch verändern.

Die Befassung mit künstlicher Intelligenz hat mein Denken maßgeblich verändert, aus dem einfachen Grund, weil es das Denken für mich nachvollziehbar machte. Wir haben noch nicht mal die Ahnung einer Vorstellung, was noch alles für uns drin sein kann. Stattdessen gaben wir uns mit Schwabbelbäuchen und Territorialmarkierungen Dritter in unseren Gehirnen zufrieden. Die Verkürzung des Weges Reiz – Triebhandlung ist immer weniger mit Erfüllung verbunden, weil dazu mehr gehört, als sich nur mal was in den Schlund zu stopfen. Das hat uns nur immer hungriger werden lassen. Die Grenze die wachsende (kompensierende) Gier zu stillen ist längst überschritten. Es ist also nicht mal so, dass wir die Wahl hätten.

Dass Menschen sich verändern können, haben sie in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Es geht schon daher anders, weil es immer mehr Menschen gibt, die es sich anders vorstellen können. Vernetzung steigert die Intelligenz, das ist unvermeidlich.