subjektiv und von hinten durch die Brust ins Hirn

Vor ein paar Stunden sah ich kurz in eine Sendung über Neurowissenschaften rein (nichts Neues dabei). Der Zusammenhang zwischen Sozialverhalten, Gefühlen und Neurologie bzw. in unserem Fall Kognition, ist ein Thema mit dem mein Partner und ich seit über einem Jahrzehnt befasst sind. Empathie wird mittlerweile auch von den Wissenschaften neurologisch untersucht. Bisher wurden alle unsere Erkenntnisse bestätigt (jeweils ein paar Jahre später).

Dabei kann das jeder, wirklich jeder selbst an sich erfahren.

Den rationalen Menschen immerhin, haben sie abgehakt (worauf müsste sich das Denken eigentlich beziehen, um als rational zu gelten?).

Sie trennen Emotionen und Gefühle. Gefühle sind offenbar der kulturell geprägte Teil. Doch das macht sie nicht zu was anderem, allenfalls die Zuordnungen / Reize und dann auch Auslöser, sind andere, doch die „Werte“ sind nach wie vor, was sie ohne „Kultur“ auch gewesen wären. Wir trennen daher zwischen Empfinden (Temperatur, Schmerz, Hunger, beschleunigter Herzschlag – ganz Grundlegendes) und Emotionen (unabhängig von kulturellen Aspekten).

Die Werte (Emotionen) der Menschen sind auf der ganzen Welt gleich (siehe Babies), die Erfahrungen und Symbole mit denen sie diese verknüpfen unterscheiden sich (kulturell, regional). Und dann meinen zwei dasselbe, verwenden nur eine unterschiedliche Symbolik, und schon bricht ein Krieg aus, gegen eine Lebensform, die einem ähnlicher ist, als der Affe in einer Gruppe dem anderen (Schimpansen haben meines Wissens mehr genetische Differenzen innerhalb einer Gruppe als die ganze Menschheit).

Ich habe bei meinen Grenzerfahrungen (wo endet das Tier, wo beginnt der Mensch) kein Gefühl und keine Motivation ausfindig machen können, die nicht auch bei Tieren vorkommt. Selbst Liebe hat ihren Ursprung beim seine Babies liebevoll umsorgenden Säugetier, noch dazu mit einer Bedingungslosigkeit die vielen Menschen fremd geworden ist, oder die sie mit Besitz verwechseln.

Eng mit Liebe verbunden ist Vertrauen. Die Urbeziehung die beides hervorbrachte ist die zwischen Mutter und Kind – die Mutter schüttet es aus und „vererbt“ über einen Botenstoff das Gefühl an ihr Baby und prägt alle weiteren Bindungen, die auf dieser Urbeziehung aufbauen. Das ist kein menschliches Privileg, sondern von Säugetieren entwickelt, und deswegen nicht weniger erstaunllich und großartig, auch wenn es, wie bei ihnen, einem biologischen Zweck dient (warum sollte dieser als niedriger gelten, als ein anderer, so genannter „höherer“? – wir wissen nichts vom Ende der Skala erlangbarer Komplexität oder Intelligenz, wir sind immer noch Wesen in Entwicklung, also bereits konzeptionell zu „höherem“ fähig)

Nein, ich sehe in keiner Weise, dass damit der Wert des Menschen geschmälert wird, oder der des Tieres sich „plötzlich“ unbillig erhöht – alle sind immer noch, wer sie sind, wir wollten es nur nicht sehen. Wer sich dennoch abgewertet fühlt, dem versichere ich, dass ich darauf nicht hinaus will, und er darf sich gerne fragen, aus welcher Ecke des Tierreichs (gar nur vom Stoffwechsel?) dieser Eindruck in seine Gedanken drängt :-). Wer wen abwerten muss um sich selbst größer zu fühlen denkt grade gar nicht mal so menschlich wie er vielleicht gerne glaubt.

In Grund und Boden schämte ich mich, als ich vor mir eingestehen musste, dass es den „Unterschied“ mit dem ich das Morden und Fressen fühlender, intelligenter Mitlebewesen vor mir selbst rechtfertigen wollte, gar nicht gibt. Ich wüsste nicht, was mich jemals mehr erschüttert hätte, als die Entdeckung meiner eigenen Dummheit. – Die tut sehr wohl weh.

Die Vorstellung, wegen Milch, einer Säuglingsnahrung die wir bereits mit wenigen Jahren aus der Mutterbrust ablehnen würden, einem Kälbchen die Mutter zu nehmen, die nichts anderes will als bei ihm zu sein und es zu füttern, war vor diesem Hintergrund einfach nur noch abwegig. Die Menschen die das tun müssen ja noch weniger fühlen als die betroffenen Tiere, wenn sie imstande sind, sich über deren Gefühle füreinander hinwegzusetzen. „Das ist nicht dasselbe“ ist einfach nicht wahr (allenfalls, dass jene die das sagen, da nicht heranreichen können, sonst müssten sie das doch sehen).

Es ist nichts „anderes“ was wir wollen, was wir fühlen, ja nicht einmal was wir denken. Das ist nämlich selektiert. Unser Gehirn macht das. Wenn wir uns unserer selbst bewusst sind, dann haben wir stärkeren „bewussten“ Einfluss darauf – doch die gedankliche Befassung mit etwas ist genauso auf Wohlbefindenssteigerung ausgerichtet wie eine Gefühlshandlung (das Wissen der Menschheit muss in ihr Belohnungssystem rein, damit wir es im wahrsten Sinne des Wortes angemessen verwerten [wollen] können).

Vor ein paar Jahren gelangte ich zu dem Schluss: „Ich denke nicht, ich fühle nur konkret“. Dazu stehe ich immer noch, denn ich habe deutlich beobachten können, wie was ich heute in ein paar unbeholfenen (im Vergleich dazu wie umfassend, faszinierend und mächtig das Ganze ist) Worten darstellen muss, und offenbar auch neurowissenschaftlich nicht mehr lange von der Hand zu weisen sein wird, durch und durch emotional motiviert war. Für eine geraume Weile fühlte ich mich ganz eins mit allem was ich wusste. – Mittlerweile hat mich die „Realität“ (haha) wieder, und ich weiß noch nicht so recht, wie ich mit ihr umgehen soll (Ideen oder Erfahrungen von anderen „Rückkehrern“?).

Der Mensch ist in meinen Augen das einzige Tier, das es geschaft hat, sich emotional und sozial zu reduzieren (der Verstand ist kein guter Schüler, zu kleiner Datendurchsatz, das gibt wenig vom Blick aufs Gesamtbild frei), was es uns erschwert, mit Komplexität klarzukommen (Verkomplizierung durch Überregulierung stattdessen, bis ein Zusammenbruch unvermeidlich wird). Um Komplexität zeitnah erfassen, verarbeiten und einschätzen zu können braucht der Mensch das System unterhalb der verbalen Ebene (Mustererkennung, mehrdimensional, millionenfach höherer „Daten“-Durchsatz, unscharf, daher variantenreich, das ist die natürliche Realität wie das Gehirn sie gut verarbeiten kann). Seine „Rationalität“ kann nämlich allenfalls so weit reichen wie dieses. – D.h., wo unsere Werte enden, da ist auch mit (Nach)Denken Schluss.

Ich bin der Ansicht, dass es keine haltbare Ausrede mehr gibt, Tiere aus unserer „Moral“ auszuschließen (und den Rest der Menschen, die dringend Mitgefühl und Unterstützung brauchen). Und schon gar keine, die etwas mit Rationalität, „Notwendigkeiten“ oder Vernunft zu tun hätte. Notwendig wäre es, die Erneuerbarkeit der Ressouren nicht zu gefährden, das Leid aus der Welt zu schaffen, und das Giftsprühen einzustellen, wie Veganer es schon lange wissen. Es gibt genug Sinnvolles zu tun, um vielen Menschen ein reichhaltiges, erfülltes Leben zu ermöglichen, und ich glaube, dass die geeignete Organisationsstruktur eine hohe Auflösung haben muss, die durch Integration erlangt wird, und nicht durch Ausschluss.

Finanzkrisenmentalität

Die Finanzkrise ist nicht nur ein “Vergehen” der Reichen. Ausbeutung wird heute breit und billig-end in Kauf genommen, und das keineswegs nur von einigen wenigen. Es sich auf Kosten anderer “gut” gehen zu lassen ist gelebte Praxis. Wer es nicht glaubt möge sich fragen wie es dann kommt dass täglich Leben auf das wir Einfluss nehmen (könnten) auf der Strecke bleibt. Menschen verhungern weiterhin, obwohl es so viele engagierte Antitierschützer gibt die von sich geben, “zuerst kämen die Menschen”. Warum sehe ich davon nichts?

Die Ursachen unserer Probleme sind nicht rein auf Verstandesebene zu lösen, denn sie er- und umfasst nicht das Ganze, deckt längst nicht alles ab was ein Gehirn an Wissen und Erfahrung zu bieten hat. Nichts anderes als sich selbst und seine Bedürfnisse zu verstehen kann einem dazu verhelfen seinen Willen in sinnvollere Bahnen zu lenken, die nicht auf Verzicht (zunehmende Unfreiheit) hinauslaufen, sondern immer mehr erfüllen, immer besser und mit bleibender Wohlbefindenssteigerung – und nicht bloß ’nem Kick der gleich wieder verpufft.

Der Mensch wird so lange im Dunkeln tappen wie er übersieht, dass es einen Zusammenhang zwischen (nicht)Fühlen und (nicht)Denken gibt. Kognition ist kein Wissensgebiet, sondern der Ursprung aller. Man kann die Komponenten die zu kognitiven Aktionen führen nicht getrennt voneinader betrachten und erwarten sie dann gleich in ihrer vollen Tragweite zu verstehen. Wer nicht umfassend (mit)fühlen kann oder sich dieser Fähigkeit nicht in kooperativer Form bedient, handelt kognitiv beeinträchtigter als er tatsächlich könnte. Ignorant. Seine Wert(ein)schätzung wurde durch die isolierte Betrachtung von Einzelaspekten mit deren Relevanz(en) verzerrt (übertrainiert).

Unter Einbeziehung nur dieser Daten steht jedoch unsere Zukunftsfähigkeit in Frage. Das neuronale Netz “Finanzkrisenmentalität” tappt im Dunkeln. Mit den umfassenden Vergleichsdaten gingen uns auch mehr und mehr Schnittstellen zur Ressourcenrealität verloren. Keine neuen Daten [Werte], keine neuen Erkenntnisse. Die Errungenschaft des Verstandes war offenbar lediglich, dass wir die einfachsten Dinge kompliziert gemacht und profansten Bedürfnissen unnachvollziehbar lange destruktive Wirkungsketten vorangestellt und an jeder ihrer Kreuzungen Kassierautomaten aufgestellt haben. Die fressen uns nun auf, und die wahren Bedürfnisse bleiben auf der Strecke.

Wenn uns an einer Zukunft liegt muss Entsprechung (weiterhin) das Ziel sein – in allem. Unbewusst haben wir das über einen sehr, sehr langen Zeitrahmen hinbekommen. Der Schlüssel dazu war unser Gehirn. Und der ist es noch heute.

Macht uns der Boden der Tatsachen dumm?

Es hat seit wir begannen über das Leben nachzudenken, immer schon Menschen gegeben die dasselbe an, in und um uns wie wir entdeckten. Nur beschreiben mussten sie es anders. Sie hatten ja noch keine Wissenschaftler die ihnen erklärten wie die Welt funktioniert. Der einzige Weg sich mittzuteilen war auf das worauf sie erkannten, Sinnbilder zu verbalisieren. Die mögen uns heute faktisch falsch vorkommen – gemessen an Worten. Doch gilt das deswegen auch für die Werte? Ich halte diese Sichtweise mittlerweile für einen Irrtum. Schon daher weil die Art und Weise wie wir die Welt sahen bevor wir sie mit wissenschaftlichen Methoden untersuchen konnten, ungeheuer viel über unsere Funktionalität, unsere Schwachstellen, und unsere Fähigkeiten aussagt (nichts davon hat sich zwischenzeitlich geändert, sondern nur wie wir uns betrachten).

Emotionale Intelligenz ist bereits seit den Achzigern ein Schlagwort. Kapiert hatte ich bis vor ein paar Jahren kaum was davon, außer welche Antworten ich ankreuzen musste (sie waren – beschönigt) um im Selbsttest mit der höchsten Punktezahl dazustehen. Das ist das typische Vorgehen unserer Ära, es zwar irgendwie wissen, aber nicht anzuwenden, und aus eben diesem Grund gar nicht realisieren können, dass die Methoden mit denen wir nach Wohlbefindenssteigerung streben weder erfüllend noch nachhaltig sind.

Dabei spart uns die Umgebungsbedingungen umfassend emotional erfasst zu haben einen riesigen Verarbeitungsaufwand (die Prüfung von allem was wir tun könnte aus einem einzigen Prinzip abgeleitet werden). Wenn wir schon adäquat fühlen, dann ist jeder unserer Gedanken bereits emotional/sozial geprüft. Selbst-verständlich fallen unter diesen Bedingungen zu treffende Entscheiden anders aus, und das wirkt sich auf die Gestaltung all dessen aus was wir fabrizieren.

Eine verbesserte Ausbildung unseres Empfindens (Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, individuelle Berücksichtigung unserer Fähigkeiten, Motivation statt Disziplin…) würde auch dem Umstand gerecht, dass was wir an Daten über den Verstand aufnehmen können nun mal von Durchsatz und Zeit begrenzt ist. Es kann für den Einzelnen nicht mehr darauf ankommen alles zu wissen. Trotzdem(!) muss er ihm irgendwie entsprechen (Nachhaltigkeit betrifft alle Aspekte des [Über]Lebens). Entscheidend ist – nach wie vor – nur, dass der Mensch bei seinen Entscheidungen die zukunftsfähige Mitte trifft. Müssen wir das Ganze erst als Rechenaufgabe begreifen, damit wir es umsetzen können? – Es IST eine, die größte und herausforderndste vor der wir jemals standen. Jetzt ist echt nicht die Zeit wie gelähmt vor den Gegnern von Klima- Umwelt- und Tierschutzzielen zu erzittern. Es geht hier um uns, nicht um Wirtschaft – nebenbei, war die nicht irgendwann mal FÜR das Überleben gut? Vielleicht sind es derzeit einfach nur zu wenig Gehirne die an unseren Geschicken mitrechnen. Nichtsdestotrotz müsste deren Output irgendwie zusammengeführt und intelligent ausgewertet werden. Darin sehe ich die Aufgabe künftiger KI-Systeme. Die Summe allen Wissens in einem System. Moment mal…

Wen das alles nicht in Erstaunen versetzen kann, wer davon nicht fasziniert ist, von dem frage ich mich ernsthaft, ob er wirklich schon „genug“ gesehen hat? Oder ist er einfach nur damit überfordert, nicht genug kriegen zu können? – Schlechter Tausch.

Für die zukünftige Realität macht jeder Tag den wir’s noch aussitzen einen Unterschied. Visionen (Fantasie) schaffen neue Fakten. Bequemgebogener „Realismus“ („finale“ Konklusionen die nur auf Teilkenntnissen basieren können) hält uns nur am Boden, auf dem wir bald liegen werden wenn wir uns nicht schnell genug davon abheben.

Zukunftsfähig

Gefühle und Denken zusammen zu betrachten lässt ahnen, dass es zumindest theoretisch eine geeignete Strategie geben muss, sie in nachhaltigem Sinne zu bedienen. Bei allen Projekten zu Klima-, Umwelt-, Arten- und sonstigen Schutze würde ich mir daher wünschen, dass der Faktor Mensch stärker Berücksichtigung findet. Denn er kann weit mehr leisten als er denkt, und das im wahren Sinne des Wortes.

Für mich gilt Information erst als vollständig, wenn sie auch im Gefühl ankommt, wenn sie sich als Wert(e) verankert, und im Belohnungssystem gewichtet werden kann und da nicht im Widerspruch zu dem steht was wir wissen. Gier, Neid, Angst o.ä. ist dafür nicht die geeignete Haltung, rein technisch gesehen.

Die Grenzen des noch Bekömmlichen sind bereits überschritten. Und was jetzt? Wir müssen Stellung beziehen. Offenheit, die uns einander näher brächte, spiegelt alles wider, auch die Abgründe von denen wir so gerne nichts mehr wüssten. Wenn wir die schönen Gefühle zulassen, was passiert dann mit der Trauer und Wut in uns, die da vielleicht noch nicht verarbeitet ist? – War es gar eine Notwendigkeit, dingliche Bedürfnisse vorzuschieben und so nur noch symbolisch abzuhandeln, wonach wir uns tatsächlich sehnten?

Das Vertrauen war sowieso schon hin, das Leben ein Kampf um Anerkennung. Bedingungen „geeignet“ für die Methodik der Männer deren Wettbewerbsmuster alle Bereiche des Lebens prägten, schließlich vererbten wir von einer Generation auf die nächste, wie unbequem die Welt ist in der wir leben, und dass jeder darin auf sich selbst schauen muss – innerhalb der von anderen Männern festgelegten Regeln. Frauen nun auch (wieder), allerdings nach eben denselben Regeln.

Einen epigenetischen Einfluss der elterlichen Haltung auf die bevorzugt aktivierten Gensequenzen ihrer Kinder würde ich hierbei nicht ausschließen. Wir könnten zwar anders, können aber deswegen nicht, und verbauen damit auch gleich unseren Kindern den alternativen Weg. Und doch habe ich den Eindruck, dass zwei Seiten sich rasant nähern und wage zu hoffen, dass eine Refusion unserer Verarbeitungsmethoden – intuitiv und rational bevorsteht. Das Gehirn verstehen, Selbstvertrauen entwickeln, Intelligenz bewusst und praktisch anwenden, Wissen erleben, Wissen begreifen, Wissen fühlen, Wissen nachhaltig anwenden. – Opensource, Vernetzung, Cloudbraining. Kognitive Feuerwerke.

Ich muss der Menschentyp der Zukunft werden, wenn ich eine haben will. Das war mein Gedanke als ich mich von meinem letzten Auto verabschiedete und mich für eine Ernährung aus erster Hand (rein pflanzlich) entschied – sie ist der Sonne näher :-). Es gibt noch viel zu tun – und es müsste alles daran gesetzt werden, die Motivation der Menschen dafür zu wecken ihr Verhalten besser zu verstehen um den Freiraum zu schaffen, sich für eine (mehr Aspekte und) erfüllendere Strategie entscheiden zu können. Denn um ein Gegengewicht zu den tagtäglichen, vielfach schädlichen, Konsumanreizen zu bilden braucht es schon etwas mehr als ein paar abstrakte technische Daten (noch dazu ohne emotionales Gewicht). Es braucht unseren Willen, das heißt, der braucht dazu die geeigneten Werte – womit der Kreis sich schließt.

Gefühle mögen dem der sie (sich) nicht erklären kann irrational anmuten. Irrational wäre höchstens, nicht daran zu arbeiten, vernünftig mit ihnen umzugehen. Fakt ist – sie (be)wirken was ihnen entspricht und sind deswegen ein Faktor der in die Zukunftshoffnungen einbezogen werden muss. Das Erlangen einer geeigneten Haltung (die Betrachtung von Nachhaltigkeit erfordert die mentale Fähigkeit zur Aussicht auf eine vorstellbare Zukunft) müsste folglich die Grundlage unserer Ausbildung sein. Männlich, weiblich, menschlich, einig.

Ist wie bei neuronalen Netzen. Wohin wir uns rechnen hängt von den Relevanzen ab die wir (her)ausbilden. Unser Gehirn ist die Innovation auf die es ankommt, nicht irgendeine Technologie. Wie soll die uns retten, wenn wir es (damit) immer noch nicht wollen?

Wer entscheidet hier eigentlich?

Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, entdeckt habe ich ihn allerdings erst heute, und es geht darin um die Intelligenz der Gefühle.

„Mein Gefühl sagt „ja“, will sie unbedingt wiedersehen, aber mein Denkvermögen sagt mir voraus, dass diese Bekanntschaft kaum Aussicht auf längeren Erfolg hat, mir wohl eher nur Enttäuschung bereitet.“
Womit wir dann ja wohl wieder vor einem emotionalen Dilemma stehen, nicht wahr…?
„Wer entscheidet hier eigentlich?“ weiterlesen

Nachhaltigkeit durch Leidfreiheit

Leidfreiheit wird leider noch von vielen Nachhaltigkeitsgurus vernachlässigt, vielleicht auch, weil die Funktion von Gefühlen zu wenig gegenwärtig ist. Objektiv betrachtet spielt es keine Rolle wer leidet, es zählt nur dass. Auch tierisches(!) Leiden durch die erzwungene „Herausnahme“ von „verwertbaren“ Materialien ist ein Signal für abträgliche Bedingungen. Wir wissen, dass Massentierhaltung sowohl Mensch, Tier als auch der Umwelt schaden. Leid zu verursachen ist daher grundsätzlich verwerflich. Das Ziel eine Welt ohne Leiden zu schaffen ist gleichbedeutend mit dem Ziel eine nachhaltige Welt zu schaffen. Denn die Bewertung erfolgt an den Umgebungsbedingungen.

Befindlichkeiten haben eine Funktion und sind kein Selbstzweck, das nimmt ihnen den Inhalt und hinterlässt innere Leere. Veganismus ist das konsequente JA zu Leben und Zukunft und daher folgerichtig. Über kurz oder lang werden wir die Wahl ohnedies nicht mehr haben, dafür sorgen wir selbst.

Freudlosigkeit > Verarbeitung = ???

Eigentlich bin ich allem gegenüber misstrauisch, das nur Arbeit ist und einen Menschen nicht erfüllt. Gefühle sind ein Indikator für „Richtigkeit“, komplexe Entscheidungen daher bei der Intuition besser aufgehoben. Gefühle wissen mehr um die Gesamtzusammenhänge, als ein Verstand erfassen kann, und sind die natürliche Sprache des menschlichen Gehirns. Vernunft hat für mich daher auch nichts damit zu tun, „Pflichten“ zu absolvieren nur noch aus dem Grund, weil sie sachzwingend sind, sondern damit, Gefühle und Ratio in Einklang gebracht zu haben. Was herauskam, nachdem persönliche Befindlichkeiten zunehmend aus Entscheidungen verdrängt wurden, sehen wir ja. Umwelt kaputt, Massenschlachtungen, Brutalitäten an die wir uns gewöhnt haben, Klima gefährdet, Ungerechtigkeiten, Kluften… You only get out (values) what you input!

Wohlstand beschreibt einen Status des Wohls, Wohlbefinden also. Wohlbefinden ist ein Gefühl das Insuffizienz keinen Raum lässt. Eine Lebenseinstellung die danach strebt, von etwas immer mehr zu bekommen, egal wie viel schon da ist – es ist eben alles relativ – ist niemals frei von gefühlten Defiziten. So ist auch Wohlstand auf materiellem Weg nie erreichbar, egal wie reich einer schon ist.

Glück ist der wahre Erfolg. Alles andere ist nur Symbolik, nicht der eigentliche Wert um den es geht. Darauf sind wir in der Geschichte leider immer wieder reingefallen. Das, was für einen Wert steht ist NICHT der Wert, sondern nur eine Variable, die für den Wert steht, der gelebt werden will.

Unser Kernproblem ist das Fehlen von (Mit)Gefühl

Bildung ist heute Programmierung auf wirtschaftliche Funktionstüchtigkeit anhand linearer Parameter die über den Verstand zugeführt werden, und die das Kind sich mühsam einpauken muss. Vielfach ist es nicht in der Lage, einen emotionalen Bezug zu den Informationen herzustellen, was das Verstehen nicht nur erschwert bis verhindert, sondern auch zu Stresssymptomen führen kann. Eine fehlende emotionale Zuordnung heißt, die Güte der Information kann nicht eingeschätzt werden. Für das Gehirn eine höchst irritierende, mitunter traumatische Situation, wenn das Kind sich in der Folge für *zu blöd* hält.

Es war und ist niemals Kenntnis alleine, die uns zu Handlungen motiviert, es ist immer erst der damit verbundene emotionale Eindruck. Der resultiert aus Erfahrung oder aus der Vorstellung heraus die lebhaft genug ist, um erst gar keinen Wert auf die Erfahrung zu legen. Neue Strategien werden erst dann gesucht, wenn es weh tut. Bei dem Entwicklungstempo das wir vorlegen ist eine zu späte Reaktion nur eine Frage der Zeit, und das könnte nicht nur sehr schnell gehen, sondern bereits implementiert sein.

Wir sind zu Anwendern – Oberflächenbedienern – geworden, und das Orientierungswerkzeug *Gefühl*, der Indikator für das Maß von erlangtem Gesamtwohlbefinden (Überlebenstüchtigkeit) wurde ebenfalls zum Selbstzweck. Die Unterhaltungsindustrie, Reiseveranstalter etc. leben davon es zu stimulieren. Unsere Jobs, unsere Aufgaben, sind so wenig erfüllend geworden, dass wir die Leere in uns füllen müssen – auf Kosten von Ressourcen versteht sich. Das verzerrte unser Weltverständnis einmal mehr zu unseren Ungunsten – Füllen statt Erfüllung.

Man nennt die Weigerung an das Wohl anderer zu denken heute Geschäftssinn. Dafür andere zu belügen ist so normal geworden, dass unsere Gehirne wie selbstverständlich von *falschen Daten* ausgehen, zum Beispiel sieht es für uns so aus, als ob es Ressourcen im Überfluss gäbe. Man muss nur durch einen Supermarkt schlendern, um diesen eigentlich falschen Eindruck mitzunehmen.

Wenn ich einen Taschenrechner oder einen Computer mit falschen Informationen füttere, dann wird das Ergebnis nicht stimmig sein. Beim Menschen kommt erschwerend hinzu, dass es nicht so etwas wie globale Ziele gibt, wo man sagen könnte: ok, hier haben wir klare Ziele, das ist der Status, und die Differenz ist das, was zu tun ist, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Selbst bei dringend erkannten Erfordernissen werden keine adäquaten Konsequenzen gezogen, sondern Zugeständnisse an die Trägheit von Dinosauriern gemacht, wo wir längst kleine, flexible und fühlige Säugetierchen bräuchten, die den Anforderungen der Zukunft vielfältig und einfallsreich begegnen.

Das Streben zu Harmonie ist bereits im Verhalten jedes Lebewesens zellular realisiert, weil es ihm auf die Anpassung an die Umgebungsbedingungen ankommt. Dieses simpelste Prinzip intelligenten Verhaltens haben wir sogar verlernt. Von sinnvollen Bestrebungen in diese Richtung sind wir noch ganz weit weg. So lange es um *Märkte* (=Territorien), *Renditen*, bezifferbare *Gewinne* geht (Selbstbefriedigung also), kann die Zukunftsfähigkeit des Menschen nicht im Vordergrund stehen. Es macht einen massiven Unterschied, ob etwas ein Selbstzweck ist oder ein Effekt für echten Nutzen. Geld kann niemals das Ziel sein, denn dann ist alles andere nur noch ein *zu vernachlässigender* Nebenaspekt.

Unser Gehirn funktioniert nämlich anders: Ausschüttungen können durch gezielte Stimulation des Gehirns hervorgerufen werden. Drogen. Bei Ratten führte der Umstand, dass sie ihr Lustzentrum auf Knopfdruck stimulieren konnten dazu, dass sie verhungerten, der Unterschied bei uns ist, wir lassen andere *auf Knopfdruck* verhungern. Man kann um sich verdient zu machen, aber auch etwas für andere Sinnvolles tun, dann ist der Effekt nachhaltiges Wohlbefinden.

Der Einfallsreichtum, die Motivation die darin investiert wird, Regeln und Gebote zu umgehen um sich schnell mal einen kurzsichtigen Vorteil unter den Nagel zu reißen stattdessen auf nachhaltige Entwicklung zu kanalisieren könnte wirklich was bewegen. Einziger Haken dabei, das Wohl anderer Menschen müsste auf die gleiche Stufe gestellt werden wie das eigene. Es ist NICHT Vernunft, die uns davon abhält, die Gleichwertigkeit anderer Menschen anzuerkennen. Und das ist auch der Knackpunkt der immer wieder dazu führt, dass wir enorme Potentiale gegeneinander richten, die damit für die ganzheitliche gedeihliche Entwicklung verpuffen, noch dazu mit verheerenden Kollateralschäden. Unsere Vorfahren waren da wesentlich klüger und kooperativer, die hatten allerdings nur eine überschaubare Anzahl von Mitmenschen (Gruppenmitgliedern) in ihren Gehirnen sozial zu verwalten.

Wir streiten uns bildlich gesprochen um die Beschaffenheit einzelner Pixel und übersehen dabei, dass der Blick auf das Gesamtbild uns sowieso alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. An der Stelle kommt die Beschämung. Als nächstes Hoffnung durch das Erkennen der Chancen, die in unserer Funktionalität stecken. Wer sich selbst nicht kennt, kann nicht ermitteln wo er hin will. Er erfüllt seine Bedürfnisse so undifferenziert wie seine Insuffizienzeindrücke es sind. Ich habe den Verdacht, dass uns alleine dieser Umstand grässlich viele Ressourcen kostet. Überkonsum ist Ausdruck eines unklaren Defizits, die undifferenzierte Suche nach etwas das einem fehlt und auf Dauer nicht kompensierbar ist. Wenn man von was nicht genug bekommen kann, steckt die Erfüllung da nicht drin. Verschwendung ist überflüssig. Weder macht sie glücklich, noch sichert sie unsere Zukunft.

Falsche Daten führen zu falschen Entscheidungen

Werbebotschaften arbeiten vorsätzlich auf eine wirklichkeitsverzerrende Relevanzenverschiebung hin. Es wird gezeigt was geeignet ist, einen Kaufreiz auszulösen und verschwiegen, was diesen hemmen würde. Fehler und Irrtümer kopieren wir dann auch immer gleich millionenfach, was dann eben eine millionenfach destruktive Wirkung zur Folge hat, und das ist nicht der Einzel-, sondern der Regelfall.

Umweltverschmutzung, Waldsterben, Klimawandel und was uns sonst noch alles droht – (emotionale) Ignoranz verursachte sie. Denn schließlich waren Mitgefühl, Umweltbewusstsein, an Folgewirkungen denken und soziales Gewissen in geschäftlichen (entwicklungsweisenden) Entscheidungen lange unerwünscht – *unprofessionell*. – Nicht bedacht, nicht berücksichtigt, nicht im Ergebnis. Werte die wir nicht einkalkulieren fehlen in der Summe. Punkt. Die Quantität kann nur gewaltsam gesteigert werden und auf Pump, die Regenerationsfähigkeit steht mehr als nur in Frage.

Die Zukunft des Marketing und unsere liegt in der Authentizität und Transparenz, und nicht in der vorsätzlichen auf den eigenen Vorteil ausgerichteten Massenmanipulation mit massenhaften Effekten, die wir uns so gar nicht wünschen können. Bedauerlicherweise können wir sie uns vielfach auch nicht vorstellen, sonst hätten wir die Massen heute auf der Straße, statt vorm Fernseher oder vorm Computer.

Das Gehirn / Körper weiß viel mehr (Bewertungseindrücke zu Erfahrungen) als uns bewusst ist. Der *Zugriff*, bzw. die Informationsübergabe erfolgt jedoch nicht über den Verstand, sondern biochemisch / emotional / intuitiv. Emotionale Wiedergaben in Form komplexer aufwändig interpretierbarer (Übungssache) Befindlichkeiteseindrücke werden nicht als Wissen anerkannt, weil das systematische Vorgehen darauf hinausläuft, reproduzierbare Fakten zu schaffen. Wenn das Denken allerdings an der finanziellen Verwertbarkeit endet (hier würde es eigentlich erst beginnen), ist das, was wir heute als Erfolg definieren, eine Eintagsfliege mit Knalleffekt.

Emotionen / Gefühle sind dafür da, unsere Überlebensaktivitäten und -chancen zu bewerten, und kein Selbstzweck für die Freizeitgestaltung (was nicht heißt, dass Spiel und Spaß keine wichtige Funktion hätten). So gesehen sind unsere Jobs und Verpflichtungen zu weiten Teilen ziemlich wirklichkeitsfremd – jedenfalls fürs Gehirn. Das heißt, indem wir uns an der von uns selbst definierten und geschaffenen Realität orientieren, verlieren wir unseren Bezug zu den Wirkungen, die unser Handeln auf die Lebensumgebung, andere Menschen, Lebewesen, uns selbst hat.

Mir liegt daran, mit dem Irrtum aufzuräumen, dass Emotionen / Gefühle irrational sind! Sie sind es nicht mehr oder weniger wie der darauf aufsetzende(!) Verstand, der daraus seine Impulse bezieht. In ihnen steckt eine komplexe, mehrdimensionale Logik (Fundament unserer Intuition), die uns weit zuverlässiger und sicherer durchs Leben leiten kann als ausschließlich so genannte Fakten, von denen sich bereits viele als falsch erwiesen, und zu denen uns auch noch der emotionale Bezug fehlt. Doch auch Gefühle brauchen Schulung (Analyse und Förderung des Selbstverständnisses mit Hilfe des Verstandes) um uns zu vernünftigen, dem Kenntnisstand angemessenen umsichtigen Entscheidungen zu befähigen, weil wir die Bewertung an den vorliegenden Umgebungsbedingungen mit jeder neuen Generation von Grund auf neu erlernen müssen. Was sich hierbei der Erfassung entzieht, fehlt dem Bewertungssystem später, und findet dann auch keine Berücksichtigung im Denken und Handeln.

Befindlichkeiten – die Mathematik des Überlebens

Auf Dauer hat nur das Echte (entsprechend, verhältnismäßig, passend, angepasst) bestand. Das betrifft alle Werte, die unser Überleben sichern, und diese sind mit dem Geldtrieb längst nicht vollumfänglich berücksichtigt – im Gegenteil, wir müssen uns Ressourcen über das verträgliche Maß hinaus aneignen, um dem Geldwachstum zu entsprechen.

Doch diese der Verpuffung preisgegebenen Werte können uns nur so lange am Leben erhalten, wie sie da sind – wir sie also nicht zerstören, und hierfür sind sie auf unsere Wertschätzung angewiesen. Was heißt sie – WIR selbst sind es! Daher ist es in unserem eigenen Interesse sinnvoll, alle essentiellen Werte (Überlebensaspekte) als Parameter in unsere Willensformel, unser Bewertungsschema, einzubeziehen.

Es zu können oder nicht ist eine Frage der ge-bildeten(!) Einstellung (welch vielsagendes Wort!). Augenscheinlich tun wir das aktuell nicht ausreichend. Wie wirklichkeitsnah (Wirkungen einbeziehend) ist unser Fühlen und Denken also überhaupt noch? Ist manch vermeintlich *Realitätsfremder* womöglich näher an der Wirklichkeit wie der *Angepasste*? – Und überhaupt, worauf beziehen wir *Anpassung*? – Oder anders gefragt, woran orientieren wir uns, wenn wir unsere und die Mentalität unserer Kinder *anpassen*? – Die Lebensumgebung scheint es ja irgendwie nicht mehr zu sein, sonst müssten wir heute nicht ihre Zerstörung befürchten.

Der Trägheit des Herzens folgt mangels bewegender Werte unvermeidlich jene des Geistes. Über die eigene Funktionalität wussten unsere Vorfahren nicht weniger als wir, sondern mehr, weil sie sich noch die Mühe machten, komplexe emotionale Eindrücke zu interpretieren. Damit lagen sie vielleicht faktisch nicht immer richtig, sehr wohl aber in vieler Hinsicht mit den (Aus)Wirkungen. Und dies ist die eigentliche Wahrheit die zählt, nicht jene in unseren ohnedies eingeschränkten Vorstellungen.