Subsistenz – oder die natürliche Fülle des Lebens

Der Begriff Subsistenz (wörtlich „Bestand haben“, „Selbständigkeit“) bezeichnet ein philosophisches Konzept, bei dem sich das Bestehende aus sich selbst erhält. Subsistenz ist auch ein selten gebrauchtes Fremdwort für Lebensunterhalt bzw. Lebenshaltung

und

Subsistenz wird auch im Zusammenhang mit der Wirtschaftsform einfacher Gesellschaften, der Subsistenzwirtschaft verwendet, bei der in geschlossenen Systemen die wirtschaftliche Leistung der Selbstversorgung dient und auf die Deckung des Eigenbedarfs ausgerichtet ist; vgl. Nachhaltigkeit (Quelle: Wikipedia)

und wird laut nächster Definition auch dafür verwendet,

um vorindustrielle, „primitive“, „stagnierende“ oder „naturalwirtschaftliche“ Gesellschaften zu kennzeichnen. Heutige Subsistenz – etwa bei der landwirtschaftlich-gärtnerischen Produktion zur Selbstversorgung oder in der Hausarbeit – wird dementsprechend meist abwertend als „zurückgeblieben“ oder „unterentwickelt“ eingeordnet.

Quelle und ausführliche Texte dazu:

Teil 1: Unterentwicklung und Knappheit – Ergebnis der Zerstörung von Subsistenz.
Teil 2: Das ökonomische Kalkül als unser Innerstes, als das System in uns
Teil 3: Die „Einzelnen in ihrer Fülle“ wieder sehen und anerkennen
Teil 4: Eine andere Gesellschaft: Landkultur, Frauen*macht* und Feiern

Wenn Intelligenz die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten ist, und Subsistenz bedeutet, sich selbst am Bestand halten zu können, gehören die beiden wohl zusammen

Das Ende des vierten Kapitels spricht mich so sehr an, dass ich es, da mit Verweis auf die Quelle gestattet, zitiere:

Außerdem ist Subsistenz kein Kuchen, den man irgendwann aufgegessen hat. Sie hat nämlich die wunderbare Eigenschaft, mehr zu werden, je mehr man sie nutzt, und nicht weniger, sondern mehr, wenn sie „angewandt“ wird, wenn man sie zuläßt. Mit der Muttermilch ist das auch so. Umso mehr das Kind trinkt, desto mehr Milch ist da. Und wenn es weniger trinkt, ist weniger da. Da ist gar keine „Grenze“. Also die „Unendlichkeit“ ist eigentlich auf dieser Seite und nicht auf der der Warenproduktion. Da ist sie nur eine Fiktion. Aber hier ist es wirklich so. Die Subsistenz ist kein Kuchen, der aufgeteilt werden muss und irgendwann alle ist, und deswegen braucht sich auch niemand zu sorgen um die ständige Möglichkeit dieser Fülle, wenn auch keine an Waren. Sie ist daher eben nicht mies, knickerig und kleinlich, asketisch, protestantisch, links oder rechts, sondern sie ist Subversion. Subsistenz ist schließlich auch kein „Widerstand“, den das System dringend braucht, damit es sich weiterentwickeln, überall eindringen kann. Sondern Subsistenz ist die Überflüssigkeit von Herrschaft durch das Zulassen der Vielfalt und den Umgang mit der Fülle des Lebens.

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