Speziesismus

Speziesismus ist das Vorurteil oder die Diskriminierung von Wesen auf Grundlage ihrer Artenzughörigkeit; insbesondere: Diskriminierung von Tieren, denen gegenüber der Mensch sich überlegen vorkommt und sich das Recht herausnimmt, sich ihrer Substanzen und ihres Lebens beliebig zu bedienen.

Massentierhaltungsstätten mit KZs zu vergleichen wird von Speziesisten als nicht statthaft abgewiesen mit dem Argument, man könne Tiere nicht mit Menschen vergleichen, oder gar noch diesen gleichsetzen. Wovor haben sie Angst? – Im Grunde nur, dass sich die Wurst auf ihrem Teller als grauenvoller Irrtum erweist, dem ins Gesicht zu sehen sie sich bisher entzogen haben. Wer der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen will, lebt sowieso die falsche. Unsere Angst und unser Schmerz sind älter als die Spezies Mensch, der Schmerz und die Angst die Tiere fühlen, dieselbe. Ein Vergleich damit nicht statthaft? Unser Freiheitsdrang ist älter als die Spezies Mensch, und das Leid der Gefangenschaft dasselbe. Ein Vergleich damit nicht statthaft? Unsere Grundbedürfnisse sind älter als die Spezies Mensch, so wie Leben und seine Kinder großziehen zu wollen. Ein Vergleich damit nicht statthaft?

Das, was Tiere in uns frisst ist selbst ein Tier, und seiner tierischen Nahrung keineswegs moralisch überlegen. Moralische Überlegenheit entsteht wenn wir zwar etwas können (es dann und deswegen zu tun ist re-aktiv bzw. evolutionär), aber unterlassen es zu tun, weil wir fähig sind, es als nachteilig, abträglich, umweltschädigend, für andere schmerzhaft und so weiter, zu erkennen. Da das Tier wesentlicher, ja Hauptbestandteil der menschlichen Physiologie ist, beschränkt sich wahre Humanität logischerweise nicht nur auf Wesen der gleichen Art, wie damit auch nicht nur Menschen gleicher Hautfarbe oder gleicher Kultur gemeint sein können. Selbst damit bestehen noch Schwierigkeiten. Noch in jüngster Vergangenheit erklärte ein fataler historischer Ausrutscher den Völkermord für “ganz normal”. So etwas passiert wesentlich schneller, wenn der Puffer zwischen Mensch und Gewalt eh schon klein ist, wie es beim Fleischesser der Fall sein muss, denn die “Gewinnung” seiner Nahrung ist unvermeidlich mit der Zufügung von Gewalt und Schmerz verbunden.

Erst kommt der Mensch und dann das Tier? – Das ist schon technisch gesehen falsch, weil das was wir zuerst an uns zu füttern lernen selbst erst mal ein Tier ist.

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