Engegnung auf den Vorwurf hin, manche Veganer seien “verbal aggressiv”

Das Leben mit den jenseits körperlicher Gewalt verfügbaren Mitteln zu schützen ist also extrem. Dass wir es nicht (mehr) tun und in welchem Ausmaß finde ich persönlich viel extremer. – Dass es derzeit noch eine Minderheit ist die es so sieht ändert nichts daran, dass die “Gewinnung” tierischer Produkte ein Gewaltakt gegen die Natur und fühlendes Leben ist – ein Gewaltakt, zu den uns kein reales Erfordernis wirklich zwingt.

Man kann sich das als ethisch motivierter Veganer kaum mit ansehen ohne aus der Haut fahren zu wollen. – Zudem wenden sie nur verbale Mittel an, wohingegen die Angesprochenen täglich Leben auf dem Gewissen haben, also real gewalttätig sind (dass es sich um tradiertes/indoktriniertes Verhalten macht es nicht besser – aus einem Fehler wird nicht was Richtiges, nur weil man ihn schon seit Generationen wiederholt und verschlimmbessert). – Dafür wollen sie mit Samthandschuhen angefasst werden, fordern “Toleranz” und Gerechtigkeit für sich? – Von wem soll das ausgehen, wenn nicht von ihnen selbst? – Mitgefühl ist der womöglich einzige nachhaltige Selbstschutz den wir haben, und die Grundvoraussetzung für eine Freiheit die wir längst verloren, weil wir in dieser Hinsicht so defizitär geworden sind, dass man uns über einfache Triebreize vorschreiben kann wie wir zu leben haben. – Ich muss hier einfach Voltaire und Einstein zustimmen, was das Ausmaß menschlicher Dummheit betrifft, oder Kant der in der Unmündigkeit des Individuums großes Übel erkannte. Doch diese Dummheit und Unmündigkeit ist kein Schicksal, sondern ein Resultat der Entscheidung zur Ignoranz aus Bequemlichkeit (Trägheit des Herzens > Trägheit des Geistes, was uns nicht berührt, bewegt auch unser Denken nicht).

So lange sie das Blut Unschuldiger vergießen, wird es weder Gerechtigkeit noch freie individuelle Entfaltung geben. Diesen Zusammenhang sehen sie nicht (kognitives Defizit – die Kognition aller Wesen basiert auf Werten, und nur darauf – Empathie erweitert unser Denken, Ignoranz hingegen grenzt es ein, das kann jeder der sich zur Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst verpflichtet, an sich testen). Gewalt gegen Menschen und gegen Tiere hat denselben Ursprung, sowie man auch Empathie nicht nach Spezies differenziert. Empathie kann man lernen! Glück kann man lernen! – Ja, sogar seine Intelligenz zu steigern. Wir haben viel mehr drauf, doch eines dürfen wir dafür einfach nicht mehr sein: ignorant gegenüber den Belangen, Bedürfnissen und dem Wohl anderer, unabhängig von ihrer Herkunft.

Mindestens 95% unserer eigenen Kognition ist tierisch. Die darin innewohnende und für jede unserer Entscheidungen Ausschlag gebende Intelligenz geht uns durch Abwertung der Tiere verloren (wir werten uns damit auch selbst ab). Die Erkenntnis ist simpel: Werte sind der Schlüssel. – Die Menschen “wissen” das (Wissen das wir nicht emotional umsetzen können, ist jedoch unverwertbares Wissen). Doch sie wissen (noch) nicht, warum, oder was es damit technisch auf sich hat, oder wie sie sich damit anreichern können. – Ich hatte einfach nur das Glück, diese einfache, aber für mich wohl großartigste vorstellbare Entdeckung machen zu dürfen. – Sie zu teilen ist allerdings weit schwieriger als ich gehofft hatte.

Fleisch zu meiden ist kein Verzicht. Es nicht zu tun ist einer. Denn wir geben uns damit als Menschen auf. – Viele Fleischesser die ich kenne, sind bereits resignierte Menschen die den Tenor verbreiten, dass “man eh nichts machen kann”. Veganer wollen etwas bewegen weil sie durch ihr eigenes Verhalten gelernt haben, dass Menschen sich und andere bewegen können. Nach Resignation kommt hingegen nur noch der Tod. – Ich bin nicht bereit, widerspruchslos aufzugeben. Und die so unbeliebten “Kampfveganer” eben auch nicht. – Allen anderen würde ich wirklich wünschen, endlich aufzuwachen, weil es gut für sie selbst ist, eine Bereicherung für viele, und eine Steigerung der Lebensqualität aller zur Folge haben wird. Wer sich das nicht wünscht muss sich einfach die “aggressive” Frage gefallen lassen, was ihn eigentlich davon abhält, anderen ein würdiges Leben zu gönnen.

Festhalten am Unterschied

Meine Meinung zu: http://www.miz-online.de/node/266

Der einzige kognitive Unterschied den ich sehe ist, dass durch die Anwendung komprimierter Modelle und deren platzsparender Speicherung das Nachahmungspotential des Menschen größer ist als das anderer Tiere. Der Vorstellungsraum des Meisters der Nachahmer, der sich lieber überwiegend fremdgenerierter Meinungen bedient als sich selbst zu überzeugen, ist so stark von Vorurteilen eingenommen, dass es nicht einmal mehr für Mitgefühl reicht, geschweige denn sich darüber klar zu werden wie man auf Dauer erfolgreich überlebt.

Was sie heute lernen schult sie überwiegend darauf hin, Routinen anzuwenden mit denen man Glasperlen bekommen kann, die man ausgibt um sich zu ernähren, zu kleiden etc. Statt ihr Leben zu leben sind alle nur noch hinter dem Diktat dieser Glasperlen her. Bevor sie herausfinden und (er)leben können was sie wirklich wollen, sind die meisten Menschen auch schon tot.

Von der Orientierung an etwas Intelligentem (immerhin: allwissend) hätte ich mir eigentlich mehr versprochen. Doch schlug man lieber aus Verlegenheit auf alle ein, die ihre Werte in einen anderen Wortlaut kleideten, ohne sich grundlegend damit auseinandergesetzt zu haben, worum es im eigenen Glauben ging. Erstmal wäre man damit ja geraume Zeit und tief beschäftigt, ein einzelnes Menschenleben reicht dafür nicht aus – nicht mal 2000 Jahre taten es – weil die Emanzipation mit dem “höherem Selbst” – noch dazu aus in Kompliziertheit verstrickter Sicht heraus – nun mal prozessintensiv und langwierig ist.

Die Glaubensschriften entstanden zu einer Zeit, als der Mensch bereits “vergessen” hatte (sonst hätte es sie kaum “gebraucht”) wie es geht. Es wurden damit Symptomen begegnet, die Ursachen hingegen erkannten wohl die Begründer, ansonsten wurden sie weitgehend verkannt oder sogar noch verstärkt. Nichtsdestotrotz distanziere ich mich von der Verurteilung der Religionen als Wurzel heutiger Übel. Sie sind ein Teil unserer Entwicklung, der eine Menge über unsere eigene Funktionalität offenlegt. Wären sie nicht für Machtinteressen missbraucht worden, wären es andere Mittel gewesen. Wer glaubt, dass religiöse Indoktrination schon Gehirnwäsche übler Sorte war unterschätzt die Methoden neuzeitlichen Marketings. Heute geht es nicht mehr nur um das eigene Seelenheil, es geht um das Wohl einer ganzen Welt.

“Ich denke, also bin ich” finde ich eigentlich ziemlich reduktiv, und sich in seiner eigenen Gedankenwelt so tief einzufinden um eine solche Feststellung treffen zu können war vermutlich so ziemlich alles andere als rational begründet. – Diese sich für rational haltenden Typen haben einfach nicht erfasst, dass die Tatsache, dass unser biologisches Verwaltungsorgan Gehirn der Bezugspunkt ist von dem aus wir denken, Objektivität und Rationalität ausschließt. Allenfalls unsere Begabung zur Vernunft zu nutzen können wir erlernen. Dafür sind wir günstigerweise konsistent – frei von Widersprüchen zwischen Fühlen und “Wissen”. Eine verzerrte Wert(ein)schätzung verliert die Fähigkeit vernünftig zu entscheiden. Dem kann noch so viel “Wissen” aufgesetzt werden, es wird seinen Zweck für uns nicht mehr dauerhaft erfüllen sondern kann dann nur das Gegenteil (be)wirken – gegen uns.