Progression

Wir sind auf mentale Anpassung angewiesen. Progression – ein Problem für den Verstand, weniger aber für den averbalen Bereich, denn Mustererkennung ist (nach wie vor) schnell. Ich sehe die Lösung nicht (alleine) im Verstand und der Vernunft, sondern darin, den „Unterbau“ des Menschen besser zu verstehen und zu bilden, und dadurch den Verstand zu präzisieren. – Der Unterbau trifft die eigentlichen Entscheidungen, er selektiert was letztlich vom Verstand verarbeitet wird. Emotional-soziale Verknüpfungen / empathisches Empfinden / Gewissen haben ein Art Pufferwirkung die verhindert, dass egozentrisches Triebbegehren direkt in den Verstand durchschaltet. Da wir immer egoistisch befinden, macht die emotionale Prüfsumme den Unterschied. Mustervervollständigung in Hinblick auf Steigerung des Wohlbefindens ist die „Grundformel“ nach der das Gehirn rechnet (gelingt dies nicht mehr, stellt sich Depression ein). Wir glauben nur, das was oben ankommt habe etwas mit unabhängigem Denken zu tun. Auf unserer Bildungsbasis plätschert die Verarbeitung an der Oberfläche rum, mit ihren ca fünf Prozent verbalisierbaren Denkens, daher kann das Gehirn auch sein Potential nicht ausschöpfen, von dem es gewiss nicht „zu viel“ hat, es verlernte nur wie es an sich selbst rankommt.

Einer Ideologie folgt man auf Grund von Indoktrination (Programmierung durch Dritte). Einem Ideal aus Einsicht und Überzeugung (generiert durch selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten, oder anders ausgedrückt; Intelligenz). Intelligenz erkennt sich selbst (im Anderen) – sie braucht keinen „Anführer“ (eine intelligente Organisationsstruktur folglich auch nicht). Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie zu ihren Lebzeiten meist nicht besonders beliebt war. Nach ihrem Ableben kann man sich auf sie beziehen und sie instrumentalisieren, ohne dass sie noch die Chance bekommt zu widersprechen. Darwin kam nicht zu dem entscheidenden Schluss, dass „der Stärkste überlebt“, sondern der am besten Angepasste.

Einem Tier wird eine gewisse Intelligenz bescheinigt, wenn es sich selbst im Spiegel erkennt. Bei Menschen verhält es sich genauso. Doch unser Spiegelbild geht weit über das visuelle Erkennen hinaus. Die Tiefe ist entscheidend wie viel von unserem Potential wir erfahren, erfassen und folglich nutzen können. Sie beinhaltet nicht nur alles Tierische in uns. An seinem Grund stehen zwei entwicklungsbedingende Aspekte die ohne einander nicht sein können – Bestand und Dynamik. Ohne Dynamik keine Entwicklung, doch zu viel Dynamik zerstört was besteht. Nachhaltigkeit bedeutet, Ausgewogenheit zwischen beiden nicht nur herzustellen, sondern auf Dauer zu halten. Das bedarf entweder eines geeigneten Instinkts (laut Rousseau sollten wir stärker auf unsere natürlichen Instinkte setzen – für mich ist er damit näher dran als Kant oder Voltaire – vielleicht haben sie aber auch alle recht, letztlich kommt es ja auf das geeignete Zusammenspiel aller Faktoren an) – auf den wir als Menschen nicht mehr bauen können – oder einer entsprechend (aus)gebildeten Intelligenz. Ob es möglich ist oder nicht, diese Frage brauche ich mir nicht zu stellen (vorstellbar = machbar), sie dreht sich nur um das Wie. Es gibt viele Wege wie es nicht geht, und nur wenige, vielleicht nur einen einzigen, wie es funktionieren kann. Überleben bedeutet nichts anderes als den geeigneten Weg zu finden, zu gehen, immer wieder zu hinterfragen und an neue Erkenntnisse anzugleichen, weicht man davon ab. Gewinner auf Dauer ist nicht wer es schafft, sich mit Gewalt durchzusehen, sondern wer die Eier zu hat, Fehler einzugestehen und zu korrigieren.

Die Intelligenz die wir global abbilden können ist eine Frage der Organisationsstruktur (diese geht wiederum aus unserer Verarbeitung hervor, davon geprägt, an welchen Werten wir uns orientieren – je hierarchischer das Denken, umso hierarchischer werden auch die Strukturen, und desto hierarchischer das Denken, m.E. wiederum ein Progressionsproblem). Unsere Orientierung an Geld, das nur primäre Triebfaktoren beziffern kann (keine Freundschaft, keine Liebe, kein Glück oder Vertrauen) schuf ein instrumentalisierendes sich selbst auffressendes Konkurrenzsystem das ungeheuer Energie und Ressourcen verpufft. Mit einem kooperativen System wären wir emotional, sozial, mental und ressourcentechnisch besser aufgestellt. Es erfordert und bildet mehr Breite und Tiefe, und die Entwicklungen finden nicht so schnell statt – sind also nicht so dynamisch, berücksichtigen dafür jedoch mehr Aspekte / Werte / Menschen / Lebewesen…. Zu hohe Dynamik wirkt sich hingegen vernichtend aus (höchste uns bekannte Stufe: e = mc²). Auch hier wieder – Progression.

Dass sie zu irgendeiner Zeit die Kontrolle hatten oder die Menschen wussten was sie tun, bezweifle ich. Daher stehe ich auch Verschwörungstheorien verhalten gegenüber, auch wenn zumindest die Effekte vielfach nicht von der Hand zu weisen sind. Dass wir verarscht werden, ist ja unschwer zu übersehen. Die Zuständigen hantieren an Symptomen rum, schaffen damit aber nur wieder neue (…Progression…).

Um wachsender Komplexität zu entsprechen muss die Anzahl berücksichtigter Werte / Aspekte in einer Organisationsstruktur adäquat sein (also mit steigender Komplexität wachsen, nicht „wegrationalisiert“ werden), sonst ist das Erreichte nicht zu halten, geschweige denn skalierbar.