Petition gegen Fleisch

In einer Welt in der Menschen kein Fleisch mehr essen, würde ich sogar sehr gerne leben, fände ich auch vernünftig, vor allem in Anbetracht der Ineffizienz, der Klima-, Umwelt- und Schäden an der Gesundheit von Mensch und Tier.

Die Aufbereitung der der Petition (mittlerweile nicht mehr online, 01.03.2015) überzeugt mich noch nicht. Vegetarier und Veganer werden sich angesprochen fühlen, aber ein Fleischesser wird kaum etwas anderes erkennen als dass er zwangsentfleischt werden soll. Es ist eh schon heikel, den Leuten auf ihre Teller zu schielen und in Frage zu stellen was sie „gerne“ essen. Hierzu ist jedoch anzumerken, dass Gewohnheit vielfach nichts anderes als angelernte Sucht ist (wie Rauchen, Alkohol, Spiel- und Geldsucht etc.), und sich jeder Süchtige der Frage stellen muss, wie weit er bereit ist, dafür zu gehen. Alles womit wir die Umwelt heute belasten ist verzichtbar oder ersetzbar, klammern wir die vorgeschobenen „wirtschaftlichen“ Gründe mal aus, bei denen ja auch nur individuelle Bereicherung angestrebt wird (Geldsucht also). Schließlich geht es ja nicht ums Überleben der Wirtschaft, sondern unseres. Daher sollten wir dieses an ein Belohnungsschema koppeln, das uns nicht gefährdet. Sonst bringt es nichts, die Wirtschaft weiterhin am Leben zu erhalten – zu füttern, wie wir das heute tun, noch dazu ohne Aussicht, dass in diesem Schema der Wohlstand für alle jemals realsierbar sein wird.

Industrialisierung führte dazu, dass Professionalität und Können durch Rechnen ersetzt wurden, wie man am meisten Geld mit etwas machen kann. Jede Industrie setzt nun alles daran zu wachsen, auch die fleischproduzierende, und allesamt haben wenig Hemmungen, Menschen in Bezug auf die Wirkung ihrer Produkte schamlos zu belügen. Wenn man etwas verbieten sollte, dann wäre hier die Stelle, wo ich ansetzen würde. Immer mehr degenerierte Produkte werden uns als gesund verkauft um den Absatz zu fördern. Als Durstlöscher eignet sich Wasser immer noch am besten, und wer auf eine ausgewogene Ernährung achtet, braucht weder (schädliche!) Vitaminzusätze noch Nahrungsergänzungsmittel mit zum Teil fragwürdigen Nebenwirkungen.

Ich persönlich will das nicht, und ich finde es erschreckend, wie weit die Geldgier den Menschen, der einst in symbiotischer Koexistenz mit seinen Tieren lebte, da getrieben hat: http://www.veganismus.com/reina/Interessantes/interessantes.html (ab etwa der Mitte der Seite kommen ernährungstechnische Informationen). Wie viel Respekt hat jemand vor dem Leben, der das fertigbringt, und wie viel kann ihm am Wohl anderer Menschen liegen? Dass Fleisch ein Bestandteil gesunder Ernährung ist, hat man uns lange eingeredet, stimmt aber nicht, was übrigens auch für Milchprodukte zutrifft. Abgesehen davon finde ich es eigentlich befremdlich, dass wir uns als erwachsene Menschen an Kuhzitzen hängen, wo wir nicht mal die Milch unserer eigenen Spezies trinken würden. Die vegetarische Ernährung ist gesünder!.

Da es um Klimaschutz geht, und der Anteil der Fleischproduktion an den Schäden nicht gerade zu verachten ist, wäre ein Verzicht oder zumindest eine massive Reduktion von Fleisch eine vernünftige Lösung. Ob ein Verbot dazu geeignet ist den Menschen zur Vernunft zu bringen, wage ich zu bezweifeln. Viel eher glaube ich, dass Zwänge und Gesetze das Gewissen einschlafen lassen. Nichtsdestotrotz spricht vieles dafür, dass die Dringlichkeit mit der wir auf Klima- und Umweltschonung hinarbeiten müssen, hoch ist. Und so hoffe ich, dass die Petition die Diskussion um Gesundheit, Ernährung, lebensbejahendes Verhalten (was die Quälerei und schonungslose Ausbeutung anderer Lebewesen nicht ist) und Klimaschutz konstruktiv aufflammen lässt.

Ich glaube, dass spiritueller Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten.

— Mahatma Gandhi

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