Kenntnis ist die Basis für Erkenntnis

Kurzinterview (zu IDRS-Technologie)

Was macht Sie dermaßen sicher, dass Sie in der richtigen Richtung arbeiten?
Wir stützen uns intensiv auf die Funktionsweise der Hardwarebasis, aus der Intelligenz bislang hervor geht. Daraus haben wir ein Datensystem rekrutiert, dessen Informationen nur aus einem Geflecht von Zuordnungen bestehen. Bringen wir einen beliebigen Sachstand in diese Struktur, offenbart sich die darin verborgene Logik geradezu visuell, wir können es sehen. Grundlegender Unterschied zu den bisherigen Technologien ist, dass wir nicht einfach darauf hoffen, die verfügbaren Daten würden die Regeln schon irgendwie hergeben, wenn man sie nur gut genug analysiert. Wir gehen vielmehr davon aus, dass Kenntnis die Basis für Erkenntnis ist und dass weder von einem Menschen noch von einer Maschine intelligente Datenverarbeitung zu erwarten ist, wenn die zu Grunde liegenden Informationen dafür nicht ausreichen.

Wir wissen immer noch nicht wirklich, was Intelligenz eigentlich ist
Wir haben im Zuge unserer Ermittlungen ein sehr klares Verständnis davon gewonnen. Intelligenz ist ein Pegel für die Qualität der Datenverarbeitung, welche sich aus den Faktoren Geschwindigkeit, Kapazität, Genauigkeit und Flexibilität zusammensetzt. Der Umstand, dass die Wissenschaft sich schwer tut, Intelligenz zu definieren liegt darin begründet, dass Intelligenz Anwendungssache ist. Ob und wie weit Intelligenz zum Einsatz kam, lässt sich nämlich nicht feststellen.

Aussicht auf Forschungsgelder?
Bestehen kaum, da wir ein ziemlich kleines Privatunternehmen ohne akademischen Bezug sind. Aus der Grundlagentechnologie, die wir entwickeln, geht nicht unmittelbar ein Produkt hervor, dessen Marktrelevanz für jeden erkennbar ist und für das man in der Wirtschaft oder seitens des Staates bereit ist zu investieren.

Und was verstehen Sie unter starker künstlicher Intelligenz?
In erster Linie ist Intelligenz kein plötzliches Auftreten, sondern eine mehrstufige Entwicklung. Das menschliche und das tierische Gehirn verfügen beide über eine logische Struktur, in der die aus der Umgebung erfahrenen Aspekte in die Form eines Weltbilds gebracht werden, dessen Kern die eigene Präsenz ist und der in Beziehung zu allen Aspekten dieser virtualisierten Umgebung steht. Eindrücke werden als Muster erkannt und auf die Erfüllung eines Triebes/Instinkts hin vervollständigt. Das passiert zum Einen auf Basis der Datenverbindungen im Sinne von “es geht daraus hervor” und zum Anderen durch eine so veranlasste Handlung (Eingabe/Verarbeitung/Ausgabe).

Während ein Tier den Impulsen folgt, die aus der Reiz-/Reaktionskette hervor gehen, haben wir den Aspekten des Sachstands mit dem Mittel der Sprache Begriffe und Gattungsbegriffe zugeordnet und legen die sensorisch empfangenen Eindrücke überwiegend in Formulierungen und Modellen ab. Damit haben wir nicht nur einen hohen Kompressionseffekt erzielt, der die Sachzusammenhänge auf die relevanten Zusammenhänge reduziert. Weil jeder Aspekt seinen Gattungsbegriffen zugeordnet ist, applizieren wir eine Erfahrung nicht mehr nur auf den spezifischen Eindruck, sondern verallgemeinern sie auf Regeln, die im Rahmen der Gattungsbegriffe gelten. Diese und jede weitere Stufe der Intelligenz ist also eine direkte Folge des Hervorbringens von Sprache.

Was unseren heute entwickelten Verstand ausmacht, ist zunächst die Fähigkeit, mit uns selbst in Kommunikation zu gehen, das ist der Vorgang des Durchdenkens. Auf diese Weise gewinnen wir Erkenntnisse ohne dass dazu eine korrespondierende Situation vorliegt. Der nächste Schritt war die Entwicklung von Analyse-Modellen, mit denen wir Sachverhalte untersuchen. In der Lage alle Erfahrungen auf das “Begreifen” (wie “Begriff”) zu virtualisieren, gelang uns das auch mit dem eigenen Denkprozess.

Wir wählen heute aus einer Vielzahl unterschiedlicher Ansätze, um den Daten gezielt Informationen zu entlesen. Grundsätzliche Vorgehensweise im Denken ist nach wie vor die Erkennung eines Eingangsmusters und seine Vervollständigung auf einen Zieleindruck hin. Bei der Analyse von Eindrücken (Situationen, Vorstellungen, Visionen, Schilderungen) sind unsere Gefühle der Schlüssel, der uns für jeden dieser Eindrücke einen sehr differenzierten Bewertungseindruck übergibt, der selbst wieder Hinweis auf korrespondierende Erfahrungen ist, die im Gehirn abgelegt sind. Der Schlüssel zu echter maschineller Intelligenz liegt in der Form, wie die Daten angelegt sind, nämlich ausschließlich in Form von Zuordnungen, worin jeder Aspekt nur ein einziges Mal vertreten ist und allen Aspekten im Datenstand zugeordnet ist, die ihn definieren repektive spezifizieren.

Vielleicht hapert es bei mir im Moment auch nur an der Begriffsdefinition.
Die Mechanismen, mit denen wir den Daten heute Erkenntnisse entlocken, wurden uns als intelligent verkauft und sind es auch in Abstufungen, soweit man das tierische Gehirn auch als intelligent einschätzt, was ok ist. Es ist in diesem Methoden aber kein eigendynamisches Entwicklungspotential enthalten. Das klappt erst, wenn die Methode zur intelligenten Analyse von Daten wiederum von einem intelligenten System ermittelt und angewendet wird, so wie beim Menschen. Letztlich könnten wir einen Hund auf die Steuerung von Prozessen trainieren. Er wird aber nicht in der Lage sein, den Vorgang zu abstrahieren, wenn etwas Unerwartetes geschieht.