Liebe ist der stärkste Motivator

Das weiß nur, wer sie lebt. Die anderen müssen es gedruckt sehen, und werden es doch erst dann glauben, wenn sie die Chance dazu bekommen, und sich darauf einlassen (Hingabe).
Interview mit Joachim Bauer, dem Autor des Buchs „Warum ich fühle was Du fühlst“.

Das Geheimnis der Spiegelneuronen

Die Zukunft spricht social

Sie werden von Menschen betrieben, und Menschen gewinnen daran. Das Mindeste was man über Unternehmen sagen kann ist, dass sie unsere eigenen „Wesenszüge“ geerbt haben. Business und Emotionen passen jedoch noch nicht zusammen. Das Streben zielt derzeit überwiegend auf unmittelbare individuelle Erfüllung ab. Reptilienstadium, die reflexive und triebliche Anbindung zur Außenwelt. Erst Emotionen erlaubten eine verbesserte Differenzierung, aus der schließlich Dank Soziologie und der sich daraus entwickelnden Kommunikation unsere Intelligenz hervorging. Intelligenz ist auf das WIR angewiesen.

CSR (Corporate Social Responsibilitiy) stellt mehr Berühungspunkte (Soziologie, Emotionalität) zur Umgebung her, die in der Folge auch in Entscheidungen Berücksichtigung finden. Wir läuten also grade das Säugetierzeitalter der Wirtschaft ein. Nachhaltige Entwicklung müsste die Maximierung menschlichen Wohlbefindens in den Mittelpunkt stellen. Bisher wird uns nur erzählt, dass es darum geht. Ein Anfang, immerhin, denn die intensiven Bemühungen die umsatzfördernden Reizmuster hierfür zu ermitteln, führen uns früher oder später dahin, wo Klarheit darüber herrscht, was uns gut tut und was eher nicht (was sich wiederum Adam Smith gedacht haben könnte, auch wenn er eigentlich widerlegt wurde, ganz unrecht hatte er nicht). Das Gehirn lernt außerdem ständig mit.

„Erfolg“ ist das Ergebnis von Akzeptanz. Wonach es sich für das Individuum zu streben lohnt, daraus geht hervor, wie es sich in seiner Umgebung verhält. Dass Geld nicht alles ist, was wir zum Überleben brauchen, ist keine Nebensächlichkeit. Das fällt uns grade auf, weil wir es zu spüren bekommen. Davor gab es keinen Anreiz der groß genug war, ein Umdenken in Betracht zu ziehen.

Wo bleibt die Kultur?

Die westliche Welt läuft Gefahr, nur noch für einen virtuellen Wert zu stehen, dessen eigentlicher Zweck es nur sein kann, Werte zur besseren Orientierung zu beziffern. Es werden zunehmend Werte geschaffen, die keine sind, um des Bezifferns bzw. Ertrages in Geld wegen (Selbstzweck). Es wird in Kauf genommen, dass sie Menschen schaden, und da hört für mich der Spaß auf. Dahinter sehe ich keine Kultur mehr, sondern zunehmend aggressive Systematik, deren Rohstoffverbrauch verantwortungslos ist und nicht nur jenen schaden, die unterversorgt sind, sondern auch denen, die damit zugemüllt werden (Giftstoffe, Gammelfleisch… – lange, lange Liste).

Ziele sind unnütz, wenn man weder weiß wo man steht noch was man ist. Jeder Weg, den Du hin zu einem projektierten Ziel einschlagen könntest ist unklar, solange der Ausgangspunkt es ist. Die alten Werte verloren ihre Gültigkeit und die Wesen hängen unverankert im Raum. Sie haben sich verloren und der Verstand verursachte es.

Wirtschaftswerte richten uns auf hohen Ertrag und damit auf hohe Dynamik aus. Je schneller wir uns allerdings durch die Welt und an den Anderen vorbeibewegen, umso weniger nehmen wir von ihnen wahr. Diese Ignoranz können wir uns gar nicht leisten. Wie auch wir selbst begehrt jeder, der vernachlässigt wurde auf, um einzufordern, was ihm an Aufmerksamkeit gebührt. Geben wir sie ihm nicht, findet er Wege, sie auf sich zu lenken. Weisungsgemäß ist jeder von uns dazu angehalten, solche Störfaktoren zu melden, damit der Landfrieden zu erhalten ist. Niemand wurde angewiesen, sich um seine Mitmenschen zu kümmern, damit ihre Benachteiligung nicht in störendem Maß zum Ausdruck kommt.

Des-orientiert

Die massenmediale Aufbereitung von Informationen führte dazu, dass der Mensch sich überwiegend daran orientiert, was andere ihn zugunsten ihres eigenen Vorteils wollen machen, statt dass er seinen eigenen Willen entwickelt und diesem folgt. Im eigenen Willen liegt die einzig wahre Individualität, jener Teil von uns, der die Welt seit jeher bewegte.

Geld machte uns nur scheinbar voneinander unabhängig, denn Arbeiten bedeutet nach wie vor, etwas für andere zu tun, auch wenn wir das so nicht mehr fühlen. Dieser Problematik unterliegen Entscheidungsträger in hoher Verantwortungsposition auch. Sie haben nicht alle Menschen erfasst, über deren Geschicke sie befinden. Wären das alle ihre Freunde, würden sie sich manche Entscheidung nicht so leicht machen.

In einem so komplexen Beziehungsgeflecht kann einem jeder was vormachen und kommt damit durch, wenn der andere es glauben will statt zu hinterfragen und zu prüfen. Dieses „Vormachen“ wurde im Laufe der Jahre systematisch optimiert. Von der Schuhspitze bis zu den Formulierungen ist alles daraufhin gestylt, den individuellen Erfolg zu erlangen. Wirkung ist alles, an den Inhalten können wir uns ja nicht einmal selbst bemessen. Was die Gehirnforschung hergibt, fließt längst nicht so schnell in unsere eigene Entwicklung ein, wie in die vorsätzliche Manipulation. Aus allem muss gewaltsam ein Produkt gepresst werden, damit es bzw. sein „Erfinder“ sich überhaupt noch durchsetzen kann. Wenn aber Geld das Motiv ist und nicht das Ergebnis, dann bestimmt das falsche Motiv die Qualität.

Wir würden ja so gerne – vertrauen. Doch es wird uns bislang nur gezeigt was Kauflust fördert und verschwiegen, was sie hemmen könnte und vielfach auch würde. Um wessen Vorteil es dabei eigentlich geht, zeigt sich immer deutlicher. Jede Entscheidung kommt aus einem Gehirn, das sie nur aus einem Grund trifft. Es gibt dafür eine biochemische Belohnung, und die Aussicht auf Geld ist zum primären Reiz geworden, zum Zweck statt dem Mittel. Wir haben auf diese Weise keinen vollständigen Realitätsbezug hergestellt, wenn wir uns für ein Produkt entscheiden, denn es ist in erster Linie gut für den, der es/sich verkauft, und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Denn Schein macht niemals satt.

Nichts als die Wahrheit bitte, denn sich an etwas anderes „anzupassen“ ist das Gegenteil von Zukunftssicherung.

Du bist was Du willst

Status kann jeder sehen, innere Werte nicht. Dafür muss man einer Person schon recht nahe sein um sie schätzen zu lernen. So nah kommen wir einander aber gar nicht mehr so gerne.

Neulich las ich, dass in biologischem Olivenöl eine krebserregende Substanz vorgefunden wurde. Babyfläschchen, Kinderspielzeug und Microwellenpopcorn mit Butteraroma sind weitere Beispiele für Giftstoffe, mit denen Massen in Berührung kommen. Wenn ich kann, beziehe ich Gemüse direkt von da, wo es angebaut wurde. Frisch, knackig und wohlschmeckend, wie es sich gehört. Diese Möglichkeit hat allerdings nicht jeder. Daher wäre es schön, zumindest darauf vertrauen zu können, dass das Bestmögliche getan wird, um hochwertige und unbelastete Produkte anzubieten – was ohnedies nur noch eingeschränkt möglich ist, denn Umweltgifte sind gerecht, sie verteilen sich auf dem ganzen Planeten und jeder muss mit ihnen leben. Allerdings stehen auch Hersteller und Anbieter unter Druck, und müssen sich Sachzwängen beugen oder sehen keinen Weg da hinaus.

Entwicklung geht nun mal vorwärts und baut so lange auf Bestehendem auf, bis Grenzen erreicht sind, an denen es nicht mehr weitergeht. Die besorgen mich durchaus, denn es sind viele Grenzen erreicht. Im Sport haben wir kaum noch neue Rekorde zu erwarten, jedenfalls nicht ohne Dopingskandale und technische Hilfsmittel. Die Fettsucht die sich ausbreitet zeugt nicht gerade von einem glücklichen Leben der betroffenen Menschen, denn zu viel auf der einen Seite bedeutet, es fehlt woanders – Kompensations- oder Suchtverhalten wirken sich zunehmend extremer aus. Und dünner als bis an den Punkt, an sie verhungernd vom Stangerl fallen, können Modells nun auch nicht mehr werden.

Vor dem Hintergrund einer wachsenden Wirtschaft, in deren Maschinerie ja alle eingebunden sind, und sei es „nur“ als Konsumenten, stellt sich dann schon die Frage, ist die Beziehung von Mensch und Wirtschaft noch kooperativ?

Ich zweifle an der Zukunft von Arbeit, weil Leistung ein Kostenposten ist, den ein Unternehmer der „wirtschaftlich“ denkt, nicht länger als nötig tragen will. Nichts lässt sich im IT-Bereich besser verkaufen als etwas, das Mitarbeiterpotentiale einspart, und weil sie davon leben, erfüllen Programmierer das. Leistung ist schon heute immer weniger Wert – abgesehen von den obersten Rängen. Die Kluften werden größer, und ich sehe dafür keinen vernünftigen Grund, sondern Mechanismen am Werk, die so alt und so natürlich sind wie das Leben. Vielleicht würde ich es gerne sehen, dass der Mensch sie durchschaut und darüber steht. Denn unser Streben hat nach wie vor nichts mit Vernunft zu tun, da der Antrieb von viel tiefer kommt.

Im Großen und Ganzen hatten wir alles, womit wir heute in ungeahnten Ausmaßen konfrontiert werden, schon vorausgesehen. Allerdings tritt keine Verhaltensänderung ein, wenn die Nachteile des bisherigen Verhaltens nicht gefühlt werden. Reiche Menschen spüren keine Nachteile für sich, wenn sie immer reicher werden. Wie diese nehmen alle nur Unterschiede wahr. Ist etwas konstant, gewöhnen wir uns dran. Der Reiz liegt also in Unterdeckung, Überdeckung, Veränderung, im Neuen und so weiter.

Das sind nur Relationen, keine Konstanten, also auch keine eindeutige Orientierung. Das ist ein heißes Feuer, das da in uns brennt, was wir nur deshalb nicht so wahrnehmen, weil es bisher immer irgendwie(!) ging, und weil wir uns an das was heute ist gewöhnt haben. Das ist nicht aussagekräftig. Nichts von dem was und wie wir es heute leben, ist selbstverständlich. Doch für die Wahrnehmung der überwundenen Differenzen fehlt uns der Sinn, und das macht es so schwer, das Richtige zu tun.

Glück ist unbestechlich

Die wenigsten Menschen schöpfen ihr Glückspotential aus, schon daher, weil sie keine Vorstellung vom oberen Ende der Skala haben. Glück kann man außerdem nicht einfach kaufen, auch wenn einem das so gerne dargestellt wird. Mit der Generation Flatrate wurden in allen Richtungen die Grenzen menschlicher Extreme erreicht. Es scheint jedoch ein Phänomen unserer Zeit zu sein, nur noch die Oberfläche zu sehen und Symptome zu bekämpfen, als wüssten wir nicht längst, dass wir biologische Lebewesen mit Trieben und damit verbundenen Bedürfnissen sind, die wir als Kinder unserer jeweiligen Zeit und Kultur aus dem Entwicklungsstadium der jeweiligen Zeit rekrutieren.

Was wir kaufen, steht eigentlich nur repräsentativ für unser Inneres, ist ein zunehmend verzerrtes Sinnbild unserer Wesenszüge – materialisierte Dämonen wenn man so will. Bei allem was wir tun oder denken geht es um Verbesserung des aktuellen Status, die wir mit jenen Mitteln erreichen, die man uns als Kinder lehrte. Vergegenwärtige Dir, wie die Generationen nach dem Krieg aufgewachsen sind, welche Einflussfaktoren sie jeweils prägten und welche Auswirkungen das zwingend auf ihre Sicht der Welt und ihr Verhalten haben musste, aber auch ihre Reaktionen auf die nachfolgenden Entwicklungen.

Geschäfte und Supermärkte entstanden, und vor den Augen der Kinder tat sich ein wachsender Überfluss an Ressourcen auf. Die einzige Knappheit die sie kennen lernten war die von Geld, das alles war was man brauchte, um aus dem Vollen zu schöpfen. Wir begehren was wir sehen, und daher wird uns immer mehr vor Augen geführt das Kauflust weckt. Überfluss weckt bereits im Tierreich Übermut, denn die Lebewesen sind weniger gefordert. Da Disziplin eher was für schlechte Zeiten ist, wurden aus ansparenden Käufern schließlich Kreditnehmer. Davon, was oder wie wir es heute anwenden ist nichts natürlich oder selbstverständlich. Doch da es von Anfang des Lebens an da ist, wird es im Zuge der emotionalen Anpassung an die Umgebungsbedingungen so empfunden und bestimmt dann das Denken und Handeln des Erwachsenen.

Fakt ist: Ressourcen sind nicht unbegrenzt verfügbar.
Erlebt ist: Es gibt alles im Überfluss, man braucht nur Geld, damit man haben kann was man will.
Die Wahrheit ist: Einseitigkeit ist im Verlauf unserer Geschichte und der Evolution noch nie lange gut gegangen.

Evolutionär betrachtet hat Geld einst essentielle Emotionen so wie das soziale Gewissen abgelöst. Das Individuum braucht zum Überleben nicht das Wohlwollen und Vertrauen anderer Menschen, sondern nur noch deren Geld. In diesem Rahmen ist es manchmal erfinderisch, meist aber nur systematisch und treibt die Entwicklungen zunehmend einseitig voran. Das liegt daran, dass wir uns immer weniger investieren wollen, aber immer mehr dafür haben und nennen das dann „Rationalisierung“ oder „Optimierung“, ohne die auf unvollständiger Kenntnis der Zusammenhänge basierende Perspektive (den eigenen Standpunkt) je verlassen zu haben. Das Leben ist nichts, das man sich mit einem Job erkauft, es ist eine Aufgabe und ein Auftrag zur gedeihlichen Entwicklung, die den ganzen Menschen fordert. Sie kann nicht ausschließlich außerhalb von uns selbst stattfinden, denn damit verlieren wir (uns).

Die Preisdrückerei führt vor Augen, wie wir die aktuellen Entwicklungen einzuschätzen haben, nämlich wert(e)los. Wobei das biochemisch gesehen gar nicht stimmt. Somit geht es uns nicht einmal um die Dinge die wir kaufen, sondern was sie an uns bewirken, sei es vor oder nach dem Kauf. Wir haben von klein auf gelernt, unserer Unzufriedenheit mit Konsum zu begegnen. Die biochemische Ausschüttung könnten wir aber auch „billiger“ und besser haben und vor allem nachhaltiger, wenn wir uns mit dem angebrachten Respekt und weitsichtig an den Rahmenbedingungen orientieren, die für uns nach wie vor gelten. Für“s Gehirn ist das nur eine Rechenaufgabe, für den Menschen muss es ein handlungsrelevantes Gefühl sein.

Europas Stiefkinder

Fällt Dir auf Anhieb eine radikale Innovation aus den letzten Jahren ein, die Dein Leben veränderte und aus Europa stammt? Der Personal-Computer, das Internet, die Suchmaschine, allen voran Google, sie haben unser aller Leben verändert, doch entwickelt wurden sie in den USA.

Warum geht das in Europa nicht?
Grundlagenforschung und kreative Experimente können nicht über Investitionsrechnungen verargumentiert werden. Sie sind ein Wagnis, bei dem zuerst Kosten und erst (viel) später Erträge zu erwarten sind. Das ist keine günstige Ausgangslage für einen schlüssigen Geschäftsplan.

Der Einstiegskurs für die Idee / Invention steigt hingegen kontinuierlich (engerer Selektionsrahmen, erforderliche Kenntnisse und Unterlagen, Nebenkosten für entsprechendes Know-How, Rechtsberatung, Marken- und Patentschutz u.v.m.). Ein enger Selektionsrahmen reduziert die Vielfalt. Idee bleibt Idee oder wandert aus und kommt dann aus den USA oder Asien wieder zu uns zurück.

Beispiel Deutschland. Wenn die Tendenz anhält, wie wird Europa in 20 Jahren dastehen?

Bewusstmachung der Schüssel zur Veränderung

Dass wir bewusst Einfluss auf unsere Bewertung nehmen können, macht uns als Menschen aus. Damit verändern sich nämlich auch die Gefühle, die wir zu etwas haben – die Wert(igkeiten) die wir unseren Entscheidungen zu Grunde legen.

Bei den Gepflogenheiten die sich „eingebürgert“ haben, leben wir im guten Glauben, dass sie richtig sind. So ergeht es uns wohl mit den meisten Dingen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind, dass sie nicht „normal“ sind, nur weil wir da grade hineingeboren sind und Anpassung eigentlich kein Vorgang ständigen Hinterfragens ist. Da könnte sich ja gleich jeder die Welt vollständig neu erschließen. Doch nichts von dem, was uns beigebracht wird, ist selbstverständlich, geschweige denn über einen längeren Zeitraum bewährt. Und nichts was wir verändern hat nur positive Nebenwirkungen. Je weniger Aspekte wir bei der Verfolgung unserer Zielvorstellungen berücksichtigen, umso schneller verlieren wir die Kontrolle.

Warum nicht (wieder) mehr Aufwand betreiben und dabei die Intention verfolgen, unser Bestes zu geben? Den Beruf als Aufgabe mit Entwicklungspotential sehen und erleben? Selbst dem Haustier Hund wird vom Tierpsychologen bescheinigt, dass er eine Aufgabe braucht um sich wohl zu fühlen, weil er ein soziales Gruppenwesen ist. Was ist mit uns und unseren Aufgaben?

Qualitätsbewusstsein schont Ressourcen

Das muss in Summe nicht weniger Wohlstand bedeuten, auf jeden Fall aber nachhaltigeren. Schließlich würden sich die Menschen dann stärker in das investieren was sie tun. Und überhaupt ist der Markt umso größer, je mehr Menschen daran teilnehmen können und motiviert sind sich einzubringen.

Die Entwicklungen werden davon gesteuert, wofür Menschen bereit sind Geld auszugeben. Hinterfragen ist nicht nur angebracht, sondern auch nötig, von beiden Seiten – den Anbietern und denen, an die Angebote gerichtet sind.

Die isolierte Betrachtung von Zusammenhängen (durch den Verstand) kann einerseits zu exakten Erkenntnissen führen, allerdings auch zu höchst dynamischen Fehlentwicklungen, basiert der Schluss auf einem Irrtum (kann bei unvollständiger Betrachtung leicht passieren) um den sich dann weitere eigenständige Konstrukte ranken. Die haben dann noch so viel mit der Ausgangsfrage zu tun wie Geschichten über Rudi das Rentier mit dem Leben Jesu.

Das Grundsatzproblem ist, dass wir Erfolg damit gleichsetzen, wie viel Geld bei etwas rauskam. Es ist an sich sehr praktisch, sich auf einen Bewertungsstandard zu einigen, an dem sich alle orientieren. Und das tun sie auch, und zwar ausschließlich. Das ist eine Reduktion, die essentielle Faktoren außer Acht lässt, weil wir keinen Weg gefunden haben, sie in dieses globale Bewertungssystem zu integrieren. Wohlbefinden zum Beispiel, Gerechtigkeit, Glück, Liebe – das sind erstrebenswerte Zustände, über deren Wert in Geld wir keinerlei Aussagen machen können. Daher werden sie im Zuge der Orientierung am Bezifferbaren außer Acht gelassen. Um kurzfristig zu überleben sind sie auch nicht wirklich nötig, doch entspricht es unserem Wesen auch nicht, ihnen zu entsagen. Mit jenen Verhaltensweisen, die wir erlernten, begeben wir uns auf die Suche nach dem, was uns erfüllt. Wenn nicht zielgerichtet, dann über Umwege, die mittlerweile mehr Ressourcen beanspruchen, als wir haben.

Die Wellness-Bewegung wurde zwar durch Degeneration ad absurdum geführt, aber darauf kam es nicht an. Es war nur die erste Phase, die Verdeutlichung, dass es da etwas Erstrebenswertes gibt, das wir haben wollen – nämlich ganzheitliches Wohlbefinden. Geld verdienen alleine erfüllt diese Sehnsucht nicht. Das Motiv bestimmt die Qualität des Ergebnisses. Derlei Motive führen jedoch nur in Ausnahmefällen zu einer Bewertung in Geld, da haben wir eine Lücke, weil wir unsere Aktionen an konkreten Zahlenwerten orientieren, die nicht auf das Botenstoffe-Ergebnis (Wohlbefinden) übertragbar sind.

Dass wir so viele Menschen unter uns haben, die zu viel von etwas zu sich nehmen – sei es Alkohol, Nahrung oder sonstwas, ist Zeugnis für das Maß an Unglücklichsein, das in unserer Gesellschaft kursiert. Und auch die sinkende Kaufkraft, die sich kumulierende, Ohnmacht erzeugende Schuldenlast derer, die den Erfolgssprung nicht schafften, sorgen für Depression, Resignation und Bereitschaft, sich Optionen zuzuwenden, die gesellschaftlich nicht akzeptiert sind oder sogar schaden. Der aktuelle Status ist das Ergebnis dessen, was an Hand unvollständiger Daten als Handlungsbedarf (Differenz von Zielvorstellung minus Ausgangssituation) errechnet und vollzogen worden war. Zu wenig Parameter berücksichtigt.

Irgendwann hätten wir sie lernen müssen, der Umgang mit unseren Kindern sowie das Bildungssystem sehen das aber offensichtlich nicht vor.

(An)Trieb, Herz und Hirn

Das Verständnis über die Welt und ihre Zusammenhänge ist von der Funktionsweise unseres Gehirns geprägt und seinen Daten. Jenseits dessen ist kein menschliches Begreifen möglich. Im Lauf der Evolution haben die Menschen ihre Denkweise zu einem hierarchischen System adaptiert (Verstand). Dieser Ansatz ist aber zu kurz gegriffen. Obwohl ein Sachstand in der hierarchischen Sichtweise sehr schnell und konkret (jedoch isoliert) abgebildet werden kann, ist die natürliche Denkweise des Menschen umfassender orientiert (Gefühlsbilder, Intuition, Ganzheitlichkeit). Sachzusammenhänge, die Menschen verarbeiten, lassen sich hierarchisch auch nicht immer eindeutig und ohne Redundanzen darstellen.

Im Zusammenhang mit der Frage was Intelligenz eigentlich ist, fanden wir heraus, wie das komplette Weltverständnis im menschlichen Denken in Datenform stehen kann. Hierdurch wurde auch erklärbar, mit welchem Mechanismus kenntnislose Neugeborene in der Lage sind, ihre Umgebung zu erfahren und ihr gedankliches Weltbild im Wachstumsverlauf so zu entwickeln, dass sie in ihrer Umgebung funktionieren können.

Kognition findet ohne Bewertung gar nicht statt, denn unser Denken hätte keine Richtung. Die Bewertung als solche leitet sich – abgesehen von konstitutionellen Faktoren – davon ab, wie in früher Kindheit unserer Trieberfüllung entsprochen wurde. Die emotionalen Prägungen bilden das Konstrukt, auf dem der Verstand aufsetzt (die Kombination „Trägheit des Herzens und des Geistes“ traf es genau). Früh lernten wir, dass Geld dazu geeignet ist unsere Wünsche zu erfüllen, während wir einen Überfluss an Ressourcen erlebten, der so gar nicht besteht. Diese tief geprägten Parameter machen heute Wirtschaft und treffen Entscheidungen, die das Schicksal vieler Menschen beeinflussen die für sie gar keine Bedeutung haben können (emotionale Lücken).

Unser Bewertungssystem führt jeden unserer Gedanken in die Richtung, in der eine Wohlbefindenssteigerung zu erwarten ist. Die Aussicht darauf rekrutieren wir aus unserer Vorstellungskraft, die auf den verfügbaren Datenbestand angewiesen ist (die Summe unserer Erfahrungen und Kenntnisse). Zielvorstellung (gesteigertes Wohlbefinden) minus Status ist gleich Handlungsbedarf. Den müssen wir nicht bewusst ermitteln. Die Relevanzen, an denen sich unser Fühlen und Denken orientiert, kommen sogar aus einer noch niedrigeren Ebene, von den Trieben. Je mehr Aspekte Einfluss auf unser Wohlbefinden haben (das Wohl anderer Menschen, Erhalt der Umwelt etc.), umso „aufwändiger“ die Entscheidungsfindung, aber auch umso größer die Chance auf ein nachhaltiges Ergebnis. Aus dieser Perspektive bekommt das Konzept „Nächstenliebe“ eine ganz neue Bedeutung.

Bezüge sind alles, Bezüge sind das Leben“

(J. W. v. Goethe)
Ohne emotionale Bezüge ist Wissen wertlos (im wahrsten Sinne des Wortes), weil es mangels Aussicht auf Ausschüttung keine Handlungsrelevanz erlangen kann. Im Weiteren ist es heute nur noch Mittel zum Zweck. Forschung muss sich genauso „rechnen“ wie technische und andere Entwicklungen, das schadet nicht nur dem Innovationsklima, sondern beeinflusst den Fokus, bestimmt die Vorauswahl, und damit auch die Folgewirkungen die mit und nach der Umsetzung eintreten. Signifikant für unsere Zeit ist nach allen Richtungen ausuferndes Suchtverhalten (Fettsucht, Magersucht, Kaufsucht, Spielsucht, Internetsucht, Gewinnsucht….), das ausdrückt, in welchem Ausmaß wir an unseren wahren Bedürfnissen vorbei agieren.

Nachhaltigkeit erfordert zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem zu finden, was wir uns angeeignet haben. Wirtschaftliche Kennzahlen können die Realität aber nur unzureichend abbilden, so lange der Mensch dabei nichts zählt, denn dann sind sie genauso Selbstzweck wie der Schuss Droge um der Botenstoffeausschüttung Willen, die ihren wahren Zweck, den Erhalt von Leben, dann nicht mehr zu erfüllen vermag. Aus der Belohnung als Motiv Belohnung als Effekt zu machen wäre demnach der logische Lösungsweg, ideelen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zielen nachhaltig entsprechen zu können.

Wirkt alles ursächlich?

Es geht im Kern um die Frage, ob das Prinzip von Ursache und Wirkung und damit das der Folgerichtigkeit allgemeine Gültigkeit hat, also stets und auf alles zutrifft. Eine Kontroverse ist in so weit schwierig zu führen, als Folgerungen hierzu an sich bereits Folgerichtigkeit bedingen und sich andererseits jede Position auf ihre eigene Grundlage bezieht, die der Gegenposition widerspricht. Für die ist die Folgerung dann schlecht annehmbar.

So wirr die Stellung anmutet, so viel kann daraus hervor gehen.

Die fundierteste Entgegenhaltung ist jene, dass die Realität gar nicht wahr genommen wird sondern nur, was sich ein Mensch davon vorstellt. Der stimme ich zu.
Daraus leitet sich eine neue Berechtigung ab, sich ausschließlich auf das Folgerichtige zu beziehen.
Hintergrund: Das Gehirn funktioniert so grundlegend, jedes. Man hat es gesehen, nicht jedes aber genügend.

Dem ist entgegen zu halten, dass diese Feststellung zum Einen im deutlichen Bezug auf die Erkundung des Folgerichtigen geschah und außerdem noch unter Missanerkennung all dessen, was sich nicht so darstellte.

Daraus folgt, dass nicht nur unberücksichtigt blieb, was man nicht einordnen konnte und unberücksichtigt bleiben musste was man nicht sehen kann sondern vor allem Effekte unberücksichtigt bleiben mussten, die der differenzierten Beobachtung nicht zu entnehmen waren, weil sich ihre Wirkung erst aus dem Zusammenspiel des Gesamten ergibt womöglich inklusive der Effekte und Einflüsse, die gesehen aber nicht zuordenbar waren.

Emergenzstellungen mögen für alle Zeit verhindern, dass der komplette und damit wahre Wirkungsumfang der menschlichen Kognition erschlossen wird. Daraus leitet sich wieder ab, dass die Einschätzung davon falsch sein kann und die Alleinstellung des Folgerichtigen schon in dieser Konstruktion nicht Not gedrungen vorherrscht. Das Gehirn arbeitet also nur vielleicht folgerichtig.

Über Emergenzen muss man sagen, dass ihre Gegenwart eine Theorie ist und immer bleiben muss, bis sie jemand in der Basis widerlegt. Zum Einen ist eine Emergenz nicht als finaler Zustand definiert. Da die Stellung nicht vollständig erkannt ist, auf die sie sich bezieht, ist darüber auch noch nicht alles erhoben, was hinreichend Auskunft gäbe.
Kurz: Man weiß nie, ob eine vorliegt, so weiß man auch nie, dass es sowas überhaupt gibt.
Die Theorie selbst ist dadurch gerechtfertigt, als man eine Konstellation herstellen kann, die keine Rückschlüsse auf ihr Entstehen zulässt, auch wenn dieses an einem einfachen Regelprinzip vor sich ging (Lifegame). Ob das Problem wirklich unlösbar ist, kann man nicht wissen. Je nach Komplexität des Musters kann es auch mehrere Lösungen geben.

Dass die beobachtete Folgerichtigkeit des Gehirns zutrifft, wird allerdings von der Tatsache gestützt, dass wir mit der Umsetzung der Beobachtung in eine Computersimulation zu intelligenter Verarbeitungsweise finden, die eine sonst übliche Datenbehandlung nicht hervor hätte bringen können. Es ist also an der Realität gezeigt, dass die Beobachtung stimmt: Neuronale Netze.

Das wirft die Frage nach der Definition von Intelligenz auf und ob ein künstliches Neuronales Netz die menschliche Intelligenz wirklich so treffend abbildet wie angenommen. Dazu muss man einräumen, dass es sich so noch nicht verhält. Es ist noch nicht jede biologische Neuronenfunktionalität bekannt und das Prinzip wurde für die Umsetzung auch eher schematisiert. An diesem Punkt haben wir erstmal eine Patt-Stellung. Vielleicht fällt jemandem etwas dazu ein?

Greifen wir ihn also an der Quelle auf: Die Existenz des nicht Folgerichtigen und sein Einfluss auf die menschliche Entscheidung. Wir sprechen über Wirkungen, die auf den Menschen stattfinden. Von denen können wir einige messen und andere vielleicht nicht. Dass die Entscheidungsfindung im Kopf geschieht, belegen Beobachtungen an Patienten, deren Nervenbahnen durchtrennt sind. Es finden nichtmal mehr Reflexe statt. Die Steuerung selbst dieser Funktionalität aus niedriger Entwicklungsstufe erfolgt vom Gehirn. Die Sensorik bedient sich desselben Strangs, so dass diese Menschen auch keine Reize mehr empfangen, die vom informationstechnisch abgetrennten Rest des Körpers ausgehen. Phantomeindrücke entsprechen den dort vorherrschenden Zuständen nicht, tragen sich also ebenfalls im Gehirn zu.

Jeder für die Kognition angewendete Reiz mündet dort und geht auch von dort aus. Das Jucken in der Kniekehle, das jemand vielleicht immer dann erfahren will, wenn er sich in einer kniffligen Situation befindet, hat aber nur vorderhand nichts mit der Kniekehle zu tun, außer, dass der Mensch sich dort dann kratzt. Der Eindruck führte zur Ausbringung von Körperschweiß, die an Stellen wie dieser geschieht, wodurch die Aktivität von Hautbakterien angeregt wird, die das Jucken verursachen. So komplexes Gefühlsgeschehen ist dann gestört. Es auszufiltern bedeutet den Ausschluss sogar bekannter Wirkungen mit ungeahnten Folgen für die gesamte Stimmigkeit.

Auch ein Querschnittsgelähmter ist zu fundierter Entscheidungsfindung fähig, so können wir uns eine detailliertere Betrachtung ersparen. Dass er weite Teile seines Bauchgefühls eingebüßt haben könnte, schärft seine restliche Aufnahme und legt ihn lediglich weniger emotional aus, wenn das Gehirn erst begriffen hat, dass dorthin kein Zugang mehr besteht.

Die Entscheidung zu beeinflussen, setzt dann Wirkung auf das Gehirn voraus oder innerhalb dessen. Das mögen unbekannte Einflüsse sein, wenn die Wirkung aber zu höherer Verarbeitungsleistung beiträgt, kann sie nur eingeschränkt diffus sein — möchte man meinen.

Was zum Absterben von Gehirnzellen führt, kann Breitenwirkung ausüben und trotzdem punktuelle Effekte zeitigen. Die sind in Grenzen sogar förderlich, es findet Konsolidierung statt. Schwach versorgte Einheiten werden aufgelöst. So etwas haben wir in der Grundform des Neuronalen Netzes nicht. Dieser Ansatz kann die Verarbeitungsleistung steigern. Je weniger Aspekte miteinander vernetzt sind und dann behandelt werden müssen, umso schneller und treffender ist die Verarbeitung aber auch weniger umfassend, flexibel und feinsinnig.

Effekte solcher, ähnlicher oder ganz anderer steuernder Wirkung sind also nicht bestreitbar. Für das Neuronale Netz ist die Vernachlässigung der Konsolidierung nur eine Geschwindigkeitseinbuße. Das Funktionsprinzip entspricht einem unter günstigen Umgebungsbedingungen, die mehr oder weniger auch für ein Gehirn gelten können. Konsolidierung ist keine Bedingung für die Grundfunktionalität.

Um soetwas wie Verstand auszubilden, sind unsere Neuronalen Netze noch zu langsam und aufwändig. Die Steuerung der Verarbeitungslogik muss durch traditionelle Programmierung geschehen. Das Netzwerk kann nicht selbst darüber befinden. Das ist eigentlich die Herausforderung für die Kognitionsforschung.

Indem die Antithese zur Alleinstellung des Prinzips von Ursache und Wirkung solche Effekte nicht einschließt, weil sie ja wiederum eine Ursache haben und wirken, ist die Frage eher: Sind die Einflüsse alle ermittelbar, die sich auf menschliche Entscheidungen auswirken? Nur dann könnte man sicher sagen: Das Gehirn arbeitet stets folgerichtig, daher ist die menschliche Entscheidung und daraus abgeleitetes Handeln ebenso folgerichtig.

Isolieren wir was sich nicht folgerichtig zuträgt, gelangen wir an eine theoretische Ebene, auf der eine Wirkung ohne Ursache stattfindet oder Bestände nicht wirken. Eine Präsenz die nicht wirkt, wird nicht offenbar, wirkt sich nicht aus, ist nicht messbar, letzten Endes gegenstandslos.

Es bleibt die Wirkung ohne Ursache, eine allein stehende Kraft. Das ist schon relevanter. Im Moment stellen wir uns die Architektur des Universums als ein Netzwerk vor. Das mag grundsätzlich daran liegen, dass sich das Netzwerk, das wir zu erkennen glauben in unserem Kopf befindet. So ist es vorstellbar, dass das Universum keineswegs ein Kräftenetzwerk ist sondern z.B. eine Nebelwolke aus Kraftelementen. Das Netzwerk machen wir dann in der Wissenschaft daraus, indem wir nur berücksichtigen, was mit etwas in Zusammenhang steht. Lose Kräfte werden nicht erkannt und ihre Wirkung als Messfehler aussortiert, so dass nur übrig bleibt, was folgerichtig ist.

Eine solche Betrachtung ist für das Ursache/Wirkung-Prinzip ungefährdend, weil das Vorhandensein einer losen Kraft eine Ursache darstellt, die Messung ist dann zugegebener Maßen problematisch. Entweder richten wir eine Messkraft darauf, die die Wirkung aufzeigt oder eine andere Kraft (z.B. Licht) führt in Kombination mit der losen zu einer Manifestation, einem Messfehler vielleicht.

An diesem Punkt könnte man zusammen fassen, dass das nicht Folgerichtige existieren könnte, aber irrelevant ist. Bestände ohne Wirkung sind irrelevant und chaotische Kräfte zeigen keine Signifikanz außer vielleicht der, dass sie vorkommen. Das verschiebt die Diskussion in Richtung Praktikabilität. Was haben wir davon, uns auf das Unfaktische zu beziehen?

Auf Kräfte die rauschen und Bestände, die sich gar nicht auswirken könnte man befinden doch keinen Nutzen daraus ziehen. Sie sind nicht anwendbar. Müssen sie uns dann überhaupt interessieren? Die Antwort ist: „Ja, so haben wir das immer gemacht.“. Für immer unbekannte Wirkungen unterscheiden sich von solchen nämlich nicht, die eines Tages bekannt werden.

Das Wirrspiel der Kräfte ist die Ausgangsposition unseres Verständnisses. Die Dinge passierten zunächst ohne dass wir eine Erklärung dazu hatten. Bevor der Verstand in unsere Entwicklung griff, kamen wir auch so mit den Dingen zurecht. Der wollte es dann aber wissen, sein Ziel ist das Verständnis.

Als wir Glauben entwickelten, wussten wir noch so wenig über die Welt, dass wir die meisten Wirkungen in das Mystische verbannen mussten. Die Wissenschaft hat den Glauben heute abgelöst. Ihr Credo ist der deutliche Bezug auf das Faktische, das, was einem Prinzip von Ursache und Wirkung entspricht. Erklärtes Ziel war es, dass sich die Menschen in ihrem Handeln darauf beziehen und nicht auf unwirkliche Sachverhalte. Man kann behaupten, dass das die menschliche Entwicklung extrem dynamisiert hat, es also praktikabel war.

Die wissenschaftliche Betrachtung, respektive der ausschließliche Bezug auf das Faktische birgt auch Gefahren. Die Realität ist noch unerkannt und anerkannter Maßen auch nicht vollständig gültig zu ermitteln oder abzubilden. Das Denkbare aber Unbewiesene führt den Nimbus des Gegenstandslosen mit sich. Die wissenschaftliche Betrachtung wendet sich nur dem zu, worauf es genügend Hinweisliches gibt und bezieht sich nur auf das, was sich gezeigt hat.

Wesentliche neue Erkenntnisse haben die Qualität, den bis dann gültigen Betrachtungsrahmen auf den Kopf zu stellen. Die können aus ihm also nur gehemmt hervor gehen. Menschen, die nichts vorzuweisen haben, liegen folgerichtig falsch und Herleitungen, die bisherigen Erkenntnissen widersprechen sind immer falsch.

Heute werden uns so viele Fakten vorgetragen, die nur darauf interpretiert wurden, unser Handeln in eine gewünschte Richtung zu lenken, in erster Linie die, zu kaufen. Zurück liegende Untersuchungsergebnisse erweisen sich zunehmend als falsch oder/und fehlerhaft ermittelt. Alte Werte, von denen jeder weiß, dass sie gelten, sind nicht beweisbar und werden vernachlässigt.

Die ganze Gesellschaft rückte in eine Richtung vor, indem nur gilt, wer etwas in der Hand hat, ein Vorwurf nur dann gerechtfertigt ist, wenn ein Beweis vorliegt und nur zählt, was anerkannt wurde. Die Dynamik ist selbsthinderlich und selbstzerstörerisch geworden. So kann man es also auch betrachten. Am gegenwärtigen Entwicklungsstand mag man sogar bezweifeln, ob uns das Verfahren wirklich weiter bringt oder nur der Verdammnis näher. Die Praktikabilität ist damit in Frage gestellt.

Aber worauf sollen wir uns beziehen, wenn nicht auf das Festgestellte? Alles jenseits dessen ist unklar, darum nicht fassbar, also auch nicht anwendbar.
Den Verstand auszuschalten und das Gefühl die Entscheidungen treffen zu lassen kann weg vom Stolpern durch die Betrachtungsmodelle hin zum natürlichen Fluss des Geschehens führen. Das hat mal so lange funktioniert, wie es noch keinen Verstand gab. Darf man sich verstärkt darauf beziehen obwohl sich das Menschsein gerade in der Weise vom Tierischen unterscheidet, die den Verstand einsetzt ?

An dieser Stelle drängt sich dem Nachdenker die Frage auf, ob sich nicht vorwiegend solche Menschen dem Unfaktischen, Mystischen, Religiösen oder den Sternen zuwenden, die zu der folgerichtigen Sichtweise nur eingeschränkt befähigt sind. Analyse und Synthese waren in der Vergangenheit nicht die geeigneten Instrumente, die den Personen eine treffende Einschätzung über sich und die Umgebung gestatten. Also vermuten sie unbekannte Einflüsse, um ihre Erklärungsnot zu berechtigen.

Dem hält die Gegenpartei vor, aus einer isolierten Sicht gefolgert zu sein, die zwar eingeschränkt komplexe Zusammenhänge gut darstellen kann, an der Erfassung des Gesamten aber scheitert, weil wesentliche Wahrheiten unberücksichtigt und unerkannt bleiben.

Darüber hinaus würde versucht, eines der größten Mysterien dieses Planeten, nämlich das Auftreten und Wirken des Menschen auf simple Zusammenhänge zurückzuführen, die der Komplexität des und der Menschen nicht gerecht werden.

Dieser Ansatz fordert die Gegenfrage: Was genau soll beim Menschen mystischer funktionieren, als beim Frosch? Wo und wann hat das Mystische seine Präsenz geltend gemacht? Irgendwann zwischen Aminosäure und Homo Sapiens muss hinzu gekommen sein, was nicht nachvollziehbar sein soll, wenn es da jetzt ist. Selbstbewusstsein? Seele? Göttliche Inspiration?

Ich selbst könnte mehr mit Universalbewusstsein anfangen. Wenn jeder und alles Bestandteil des multidimensionalen Kräftenetzwerks ist, hat jeder und alles eine Verbindung zu jedem und allem, folgerichtig. Wie gut ein Organismus damit umgehen kann, liegt sicher an der Art der Verbindung, die er zu diesem Netzwerk hat. Da wird es für den Logiker haarig. Er muss seine Erkenntnisse aus Kenntnissen folgern während das sensorische Tier in ihm über zahllose Sinneszellen verfügt, die zu einer Wahrnehmung des Organismus im Kräftenetzwerk geeignet sind.

Müssen wir also fühlen um die Wahrheit zu kennen oder denken? Oder Beides?