Nichts zwingt uns dazu einen Planeten zu vernichten

Es sind überwiegend erlernte Bewertungen vor denen wir von unserem Gehirn die ersehnte Ausschüttung kriegen. Mit richtig hat das noch nichts zu tun.

Die meisten Menschen die ich kenne halten sich für natürliche Omnivore (wie ich auch, bevor ich mich ausgiebiger mit dem Thema Ernährung beschäftigte). Es gibt sogar Leute, die unsere Eckzähnchen für einen Fleischfresserhinweis halten; schon mal ’nem Gorilla in den Mund geschaut? In meinen Recherchen der letzten Jahren stieß ich auf viele Hinweise die für einen dem Fleischverdauer näher als andere Pflanzenfresser stehenden Früchteesser sprechen (PH-Wert, Harnsäureabbauvolumen, Speichelbeschaffenheit, Farbsehen, Hände, die sehr geschickt darin wurden auch an geschütztes Fruchtfleisch zu gelangen… – unsere Hände sind nicht zum Töten gemacht, sie haben nicht mal Krallen), der Tierisches zwar verwerten kann, als Notlösung, nicht weil es notwendiger natürlicher Bestandteil seiner Ernährung ist. Die Lust auf ein Nahrungsmittel ist als Argument generell zu vernachlässigen, da so ziemlich jedes Geschmackserlebnis das einmal ein Hinweis auf verwertbare Inhaltsstoffe gewesen sein mochte, isoliert, degeneriert, und zum ungesunden einseitigen Fresswerk umgestaltet wurde. Zu fett, zu süß, zu salzig, zu wenig Vitalstoffe, und viel zu viele Kalorien. Essen um zu schmecken, nicht um zu überleben. Und das bringt uns dann auch noch früher um (oder macht krank).

Hinzu kommt, dass sogar unsere als omnivor geltenden Hunde als Veganer bestens über die Runden kommen (Beispiel: Bramble, der es bis ins Guinessbuch der Rekorde schaffte).

Tierisches hat auf biochemischer Ebene im Gegensatz zur Pflanzennahrung zum Teil bedenkliche Nebenwirkungen (zählt man die auf die Umwelt noch dazu, gibt es kaum etwas Bescheuerteres als weiter Fleisch und Fisch zu essen), bis hin zur Persönlichkeitsveränderung vom sozial motivierten zum Territorialwesen, das nicht nur auf seinen Pfründen beharrt, sondern immer mehr davon braucht um seine Gier zu stillen (der klägliche Rest von dem, was mal ein Lebensinhalt war). Unser Wettkampfsystem ist m.E. ein typisches Triebmusterwerk fleischfressender Tiere. Nicht weil sie Fleisch fressen müssten, sondern, weil sie sich dafür entschieden und sich damit ein entsprechend disponiertes biochemisches Milieu eingebrockt haben, das sich stärker abgrenzt (betonschädelig, weniger lernfähig) und leichter mal gegen andere stellt. Ein zukunftsfähiger Wandel ist ohne den Umstieg auf pflanzenbasierte Ernährung weniger erfolgversprechend, weil er die geeignete mentale Basis benötigt, nämlich umfassend nachhaltig zu empfinden und zu denken (integrativer, vielwertiger, gerechter, daraus geht folgerichtig von selbst ein dichter vernetztes, intelligenteres Gesamtsystem hervor).

Bedauerlich, dass Menschen zwecks Billigung ihres globalen Nahrungsblutbads vergessen zu haben scheinen, wer sie alle(s) sind. Wer gegenüber dem Leid seiner Mitumgebung abstumpft, tut es auch gegen sich selbst. Wo kein (Mit)Gefühl ist, bleiben nur noch die elementaren Triebe übrig (die der Verstand dann bedient, denn er steuert uns ja nicht, sondern führt uns nur aus). Da das dem über seine eigenen Grenzen hinaus vernetzbaren Menschengehirn nicht ausreicht um das reichhaltig stimulierte Leben zu führen nach dem es ihm mental verlangt, wird es davon auch niemals satt. Es kann nicht genug kriegen, von gar nichts was er heute (nur noch) kriegt, und daher fehlt unserem System der Boden. Unsere Destruktivität ist eine Mangelerscheinung von Milliarden unzureichend mit ihrer Umgebung vernetzten Gehirnen. – Das kann sich nicht ändern, so lange sie die (Tier)Ausbeutung beibehalten.

Kooperation ist der einzige Weg, dauerhaft aus dem Vollen zu schöpfen. Die Intelligenz vieler fließt dabei zusammen und wächst im Mit- und Füreinander zu mehr Komplexität. Wir verschwenden sie stattdessen gegen die Natur, die Tiere, und uns selbst. Ich kann nicht mehr glauben, dass das auch nur den Hauch einer Zukunftschance hat.