Im Zweifelsfall für das Leben

Das woran wir uns orientieren, dem folgt unsere Kognition, und so wird unsere Realität dann. Wir sind Taschenrechner geworden die den Bezug auf ein Symbol verlagert, und jenen zu den Werten verloren haben. Die Symbolebene ist voller Widersprüche (widersprüchliche Modelle sind nicht skalierbar, konsistente schon). Die integrative Werteebene löst Widersprüche hingegen auf, und die Realität die man sieht, ist (wieder) voll von Alternativen. – Eine Frage des Gehirngebrauchs.

Die Bandbreite an den Entwicklungen beteiligter Gehirne wurde durch die Verlagerung auf eine zentrale Relevanz eingeschränkt und führte in ein hoch selektives Wettkampfsystem. Das hinter Geld herdenkende Gehirn dominiert nun die globale Kognition. Entsprechend formierten sich die sozialen Strukturen. Ein gerechtes soziales Gefüge ist daraus im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu erdenken. Gerechtigkeit erfordert eine weitaus höhere Bandbreite als von derzeit (geschätzten) fünf Prozent (Anteil bewusst erlebbarer Prozesse im Gehirn). Jedes zur Machterweiterung ausgegrenzte Befinden vergrößert lediglich das Zerstörungspotential, das nicht nur gegen Natur und Lebewesen, sondern auch gegen uns selbst (nebenbei: auch Lebewesen) wirkt. Wollen wir ein „besseres“ System, brauchen wir vorher noch ein dem bereits angepasstes Denken. Dann führt (auch) daran kein Weg vorbei.

Schmerz und Leiden sind nicht einfach nur fühlbar, sondern geben Auskunft darüber, dass eine Schadwirkung stattfindet. Als Mitfühl-Experten mit Befindlichkeitserkennung müssten wir jede Situation auflösen (statt sogar pro-aktiv Leiden zu schaffen), auf die wir derart hingewiesen werden. Dafür sind wir mit der mächtigen Fähigkeit ausgestattet, unser Fühlen im Anderen zu erkennen, unserer wahren Stärke, denn sie vermeidet bereits an der Wurzel, dass eine von uns ausgehende Schadwirkungskette auf uns zurückwirken kann.

Ich gehe davon aus, dass die Abwertung von anderen Wesen jenen Verarbeitungsbereich in uns den wir mit ihnen teilen, in seiner Funktionalität beeinträchtigt (Unterbewertung verzerrt Relevanzen). Nachhaltigkeit braucht unsere ganzen 100 Prozent, nicht nur die kleine Differenz die alleine wir offenbar schon für die Überlegenheit des Menschen halten und in eine Rechtfertigung umwandeln, mit anderen Lebewesen tun zu dürfen was uns gefällt (können tun wir schon, begrenzt lange, also ist das wohl nicht besonders klug, noch für uns „vorgesehen“).

Der Verstand denkt nur um das herum, wonach es seinem Unterbau verlangt. Verlangen geht vom Triebsystem aus, also vom Tier. – Menschen könnten bewusst gar nicht so grausam sein wie sie es indirekt geschehen lassen so lange sie nicht wahrhaben wollen, was ihre Ignoranz anrichtet, und wie dumm sie in Wahrheit ist. – Es gibt keine Erfüllung ohne Eigenverantwortung, und keine Unerschöpflichkeit die auf Ausbeutung basiert.