Ich esse doch nur wenig Fleisch, und wenn dann bio…

Ab und an fordern die Massentierhaltung kritisierende Kurzdenker die Menschen auf, doch nur noch Biofleisch zu essen. Klar, all jene für deren Abspeisung man überhaupt erst die Massentierhaltung einführen „musste“, sollen doch einfach auf (noch mehr Ressourcen verbrauchendes) Biofleisch (totgestreichelter Tiere?) umsteigen. Bei ich esse nur wenig oder Biofleisch geht es tatsächlich um Gewissensabspeisung – also sich bestenfalls darüber Gedanken zu machen wie man es hindrehen kann, weiterhin ein Übermaß an Lebensenergie zu absorbieren (Fehlerbeibehaltung und weitere Pervertierung) und trotzdem davonzukommen. Das ist das praktizierte Gegenteil von Entsprechung (Fehlerberichtigung).

Vegan ist doch keine Lösung für all unsere globalen Probleme, und wo soll das hinführen (vegane Biolandwirtschaft funktioniert, siehe Video, „Making the Conntection„) wenn wir nicht mehr drei Tonnen an Tierfäkalien pro Mensch mehr auf die Felder entsorgen. Doch, genau das. Ich halte den veganen Schritt für die Lösung. Auf meiner langen Suche nach zukunftstauglichen Ansätzen fand ich keinen, der mit nur einer einzigen Entscheidung so viel Positives bewegt.

Auch Veganer hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck. Diese Begründung ist mir auch schon oft als Rechtfertigung für die Beibehaltung des Tierproduktekonsums aufgefallen. Am tollsten finde ich die: andere Tiere fressen ja auch Tiere (bei dem geistigen Emanzipationsbestreben kann einfach keine Menschlichkeit bei rauskommen). Schließlich benötigt jedes Lebewesen Ressourcen. – Genau genommen ist es so, dass nur der Mensch Abfall produziert und damit einen destruktiven Fußabdruck hinterlässt.

Wie viele Menschen der Planet ernähren kann hängt davon ab, wie viele Ressourcen jeder einzelne verbraucht. Fleischfresser benötigen um ein Vielfaches mehr an Territorium (das Problem war bereits von Sokrates erkannt worden, und er warnte vor der Viehhaltung als Kriegsgrund). Wir sind noch lange nicht „zu viele“ Menschen (unsere „Nutz“tiere verbrauchen mehr als wir alle), sondern es gibt zu viele zu viel verbrauchende Menschen. Und überhaupt, welche Menschen sind bei „zu viele“ eigentlich gemeint? Man müsste nämlich auf deutlich weniger Menschen verzichten, wenn man nur jene „aussortiert“ die zu viel verbrauchen. Ich schlage stattdessen vor, einfach nur den unnötigen Überverbrauch zu stoppen – damit ist allen geholfen, Mensch, Tieren, Natur.

Zuerst kommen die Menschen, ist daher wohl der kognitiv unbedarfteste aller Klassiker im Ausredensortiment, den schon die Tatsachen als Lüge enttarnen. Die Auswirkungen der ausbeuterischen Lebensweise zeigen auf, wie es um diese „zuerst kommen die Menschen“-Haltung wirklich bestellt, und folge dessen Sachstand ist. – Menschen verhungern, und andere Menschen sehen dabei zu, während sie damit beschäftigt sind zu rechtfertigen was mit Vernunft nicht zu begründen ist, nämlich dass sie das zehn- und mehrfache an Nahrung für sich beanspruchen als sie tatsächlich brauchen. – „Zuerst kommen die Menschen?“ – damit ist wohl nur der eigene Stoffwechsel gemeint.

Es ist keineswegs die Dosis die beim Fleisch das Gift macht, sondern die Akzeptanz der Tötung unschuldiger Wesen an sich ist das Gift das Mitgefühle und Humanität unterwandert, denn sie kann nur durch Ignoranz des Befindens Betroffener “hingenommen” werden. Ausbeutung und Gewalt erkennt man nicht daran, gegen wen wir sie ausüben, sondern im Leid das sie verursachen.

Und nun stelle man sich vor was es für die Natur und eine wachsende Anzahl benachteiligter Menschen bedeutet, wenn sich der Milch-, Eier- und Fleischkonsum nochmal verdoppelt (bis 2050). Soweit kommen wir auf dieser Route gar nicht mehr, und wenn will ich nicht wissen, um welchen Preis.