Zukunftsfähig

Gefühle und Denken zusammen zu betrachten lässt ahnen, dass es zumindest theoretisch eine geeignete Strategie geben muss, sie in nachhaltigem Sinne zu bedienen. Bei allen Projekten zu Klima-, Umwelt-, Arten- und sonstigen Schutze würde ich mir daher wünschen, dass der Faktor Mensch stärker Berücksichtigung findet. Denn er kann weit mehr leisten als er denkt, und das im wahren Sinne des Wortes.

Für mich gilt Information erst als vollständig, wenn sie auch im Gefühl ankommt, wenn sie sich als Wert(e) verankert, und im Belohnungssystem gewichtet werden kann und da nicht im Widerspruch zu dem steht was wir wissen. Gier, Neid, Angst o.ä. ist dafür nicht die geeignete Haltung, rein technisch gesehen.

Die Grenzen des noch Bekömmlichen sind bereits überschritten. Und was jetzt? Wir müssen Stellung beziehen. Offenheit, die uns einander näher brächte, spiegelt alles wider, auch die Abgründe von denen wir so gerne nichts mehr wüssten. Wenn wir die schönen Gefühle zulassen, was passiert dann mit der Trauer und Wut in uns, die da vielleicht noch nicht verarbeitet ist? – War es gar eine Notwendigkeit, dingliche Bedürfnisse vorzuschieben und so nur noch symbolisch abzuhandeln, wonach wir uns tatsächlich sehnten?

Das Vertrauen war sowieso schon hin, das Leben ein Kampf um Anerkennung. Bedingungen „geeignet“ für die Methodik der Männer deren Wettbewerbsmuster alle Bereiche des Lebens prägten, schließlich vererbten wir von einer Generation auf die nächste, wie unbequem die Welt ist in der wir leben, und dass jeder darin auf sich selbst schauen muss – innerhalb der von anderen Männern festgelegten Regeln. Frauen nun auch (wieder), allerdings nach eben denselben Regeln.

Einen epigenetischen Einfluss der elterlichen Haltung auf die bevorzugt aktivierten Gensequenzen ihrer Kinder würde ich hierbei nicht ausschließen. Wir könnten zwar anders, können aber deswegen nicht, und verbauen damit auch gleich unseren Kindern den alternativen Weg. Und doch habe ich den Eindruck, dass zwei Seiten sich rasant nähern und wage zu hoffen, dass eine Refusion unserer Verarbeitungsmethoden – intuitiv und rational bevorsteht. Das Gehirn verstehen, Selbstvertrauen entwickeln, Intelligenz bewusst und praktisch anwenden, Wissen erleben, Wissen begreifen, Wissen fühlen, Wissen nachhaltig anwenden. – Opensource, Vernetzung, Cloudbraining. Kognitive Feuerwerke.

Ich muss der Menschentyp der Zukunft werden, wenn ich eine haben will. Das war mein Gedanke als ich mich von meinem letzten Auto verabschiedete und mich für eine Ernährung aus erster Hand (rein pflanzlich) entschied – sie ist der Sonne näher :-). Es gibt noch viel zu tun – und es müsste alles daran gesetzt werden, die Motivation der Menschen dafür zu wecken ihr Verhalten besser zu verstehen um den Freiraum zu schaffen, sich für eine (mehr Aspekte und) erfüllendere Strategie entscheiden zu können. Denn um ein Gegengewicht zu den tagtäglichen, vielfach schädlichen, Konsumanreizen zu bilden braucht es schon etwas mehr als ein paar abstrakte technische Daten (noch dazu ohne emotionales Gewicht). Es braucht unseren Willen, das heißt, der braucht dazu die geeigneten Werte – womit der Kreis sich schließt.

Gefühle mögen dem der sie (sich) nicht erklären kann irrational anmuten. Irrational wäre höchstens, nicht daran zu arbeiten, vernünftig mit ihnen umzugehen. Fakt ist – sie (be)wirken was ihnen entspricht und sind deswegen ein Faktor der in die Zukunftshoffnungen einbezogen werden muss. Das Erlangen einer geeigneten Haltung (die Betrachtung von Nachhaltigkeit erfordert die mentale Fähigkeit zur Aussicht auf eine vorstellbare Zukunft) müsste folglich die Grundlage unserer Ausbildung sein. Männlich, weiblich, menschlich, einig.

Ist wie bei neuronalen Netzen. Wohin wir uns rechnen hängt von den Relevanzen ab die wir (her)ausbilden. Unser Gehirn ist die Innovation auf die es ankommt, nicht irgendeine Technologie. Wie soll die uns retten, wenn wir es (damit) immer noch nicht wollen?

Netz und Gehirn – eine Reaktion

ursprünglich eine Reaktion auf einen Artikel der nicht mehr online ist.

Information ist erst vollständig, wenn wir Werte dafür haben, die das Belohnungssystem gewichten kann. Langes Nachdenken kann man sich dann im Weiteren sparen, da die umfassend geschulte Intuition schnell mit dem Gesamteindruck zu Hand ist. Sonst können wir wissen was immer wir als Konstante fixieren wollen, und es verändert uns trotzdem nicht, sondern erhöht nur die Effizienz mit der wir lediglich Grundbedürfnisse abdecken können – mit sinkendem Erfüllungsquozienten (auch ein Grund, warum es immer mehr sein „muss“).

Denken fängt nicht bei Wörtern und Zahlen an, sondern bei den grundlegenden Prozessen in unseren Zellen, deren biochemischer Status sich in Signalen konzentriert, die wiederum Re-Aktionen auslösen. Bewusste Kognition ist erst die letzte Option, um Defizite / Differenzen / Werte auszugleichen, weil ihnen mit Boardmitteln oder erlernten Routinen nicht beizukommen ist. Von den meisten Aufgaben die unser Körper und unser Gehirn erledigen, bekommen wir gar nichts mit. Was wir scharf denken können, ist ein winziger Bruchteil von allem. Besonnenheit und Zweifel können da so verkehrt nicht sein, jedoch nicht nur bezogen aufs Internet.

Fünfzehn Jahre permanente Internetanbindung haben mein Gehirn verändert, keine Frage, und ich beobachte das auch an einigen meiner Kontakte. Sie entwickeln sich nämlich weiter. Vielleicht bilden wir ja jetzt – durch eine umfassendere soziale Vernetzung – die wahren Fähigkeiten unserer Gehirne erst richtig heraus.

Tatsache ist, wenn sich unsere Gehirne nicht verändern, wenden sie weiterhin das alte Vorgehen an, und dann kommen wir aus den derzeitigen Problemen nicht heraus. Was haben wir vor einer Neuherausbildung der Methodik mit der wir unser Leben angehen wollen, also zu befürchten?

Selbstverständlich beeinträchtigt die Informationsflut zumindest temporär die materielle „Produktivität“, wenn der Weg zu (neuen) Lösungen von Impulsen begleitet wird, die da zuvor nicht waren, wenn einem Inspiration zufliegt, die man vorher gar nicht einbeziehen konnte. Entscheidungen mögen länger dauern, doch sind sie dann auch weitsichtiger und umfassender begründet. Die Schonung der Ressourcen unseres Planeten wird zu einer für alle offensichtlichen Anforderung, und viele lernen gerade, was das alles mit ihnen zu tun hat. – In meinem Fall verhält es sich so: Produktivität kommt mir dann gar nicht mehr wichtig vor, sondern Nachhaltigkeit hat Vorrang. Viele Produkte die uns heute vorgeführt werden, bedeuten den VERZICHT auf Nachhaltigkeit, den VERZICHT auf eine Zukunft für unsere Kinder.

Allgemeingültigkeit, Begründbarkeit und Notwendigkeit sind seit Aristoteles die Kriterien für wissenschaftliches Wissen, wobei es mir nicht ganz leicht fällt, die „Notwendigkeit“ zu sehen, geschweige denn dass wir – selbst erkannten – Notwendigen entsprechen. Und schließlich wissen wir seit Gödel (http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz), dass wir aus uns selbst heraus immer dumm schaun. Wir sind eindeutig Wesen, die ihr Ich über andere erfahren, und zusammen sind wir wieder eins. Das mag Rechenknechten unscharf anmuten (Unschärfe ist aber vielleicht grade der Schlüssel, diese Gödelgrenze gewissermaßen zu umgehen), weil man’s nicht in Zahlen und Wörter packen kann oder nur unvollständig. Das Gehirn macht aber mit Hilfe all seiner Werte ein Ganzes draus. Beweise sind dabei nicht das Kriterium, sondern wie es die Welt auf Basis seiner individuellen Zuordnungen versteht. Es gibt keine zwei gleichen Abbildungen der Welt, weil es keine zwei gleichen Gehirne gibt.

Ziel ohne Weg != Erfüllung

Wenn das Gehirn nur noch Ergebnisse belohnt, aber nicht mehr den Weg den man geht um es zu erlangen, dann fehlt alles das, was mit dem Ergebnis verknüpft wäre, und es in seiner Gesamtheit von der Idee bis zu ihrer Verwirklichung zu einem erfüllenden Erlebnis machen würde.

Nun orientieren wir uns – dafür gibt es ja schließlich gut geprägte Reiz-Reaktionsroutinen – an dem, wofür wir bereits belohnt wurden und meiden, wofür nicht. Stimmt nicht ganz, Pflichten sind für den Lebensunterhalt erforderlich, ob sie einen nun freuen mögen oder nicht. Wichtig sind dabei überwiegend die Ergebnisse – Konsumgüter und Geld auf dem Konto.

Wir kaufen dafür auch nicht ein Ergebnis, wir kaufen das Versprechen auf eins, und dieses wiederum ist Teil des Weges zum Ergebnis anderer, denen es auch hauptsächlich darauf ankommt. Ich vermisse da was…

Wer entscheidet hier eigentlich?

Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, entdeckt habe ich ihn allerdings erst heute, und es geht darin um die Intelligenz der Gefühle.

„Mein Gefühl sagt „ja“, will sie unbedingt wiedersehen, aber mein Denkvermögen sagt mir voraus, dass diese Bekanntschaft kaum Aussicht auf längeren Erfolg hat, mir wohl eher nur Enttäuschung bereitet.“
Womit wir dann ja wohl wieder vor einem emotionalen Dilemma stehen, nicht wahr…?
„Wer entscheidet hier eigentlich?“ weiterlesen

Die Validität von Emotionen

„Das Tierwohl hänge von seiner Gesundheit ab und davon, ob es bekomme, was es möchte“ (Mitleid mit den Tieren).

Doch wie wollen wir das messen? – Einfühlungsvermögen könnte darüber beispielsweise Aufschluss geben, das aber ist subjektiv, und nicht jeder verfügt darüber. Wer lieber Messgeräte benutzt statt sein eigenes Gespür, wird sich auf letzteres kaum noch verlassen. Wo die Unschärfe nicht mehr akzeptiert ist, geht Variationsvielfalt verloren, wird ersetzt durch Programmroutinen, die vorausberechnend ablaufen, zumeist mit dem Ziel, einen einzigen Aspekt zu erfüllen, wodurch er auf alle anderen mit Ignoranz reagiert. Die Welt ist keine gerade Linie, sondern ein Netzwerk, eine Matrix, in der alles aufeinander wirkt.

Fühlen durch Programmieren (über den Verstand) zu ersetzen – halte ich für hinterfragenswert, nicht nur weil Altruismus schlicht einfacher zu leben ist, wenn einem danach ist, also man ihn in seine emotionale Bewertung integriert hat, sondern auch weil die Versachlichung sämtlicher Lebensaspekte uns selbst als weniger fühlen lässt als wir sind. Ich sehe und erlebe Desillusioniertheit und Gleichgültigkeit, selbst schon bei sehr jungen Menschen. Sie gesellen sich durch den Verlust des eigenen Antriebs zur Manövriermasse, werden (massenmedial) bewegt, statt (sich) selbst zu bewegen.

Aus den Beobachtungen der letzten zehn Jahre rekrutiere ich die Annahme, dass eine systematische Ausdünnung in der emotional-sozialen Vernetzung nicht eben gut dazu geeignet ist, die Beweglichkeit des Individuums zu steigern. Es ist seinem Vorstellungsvermögen abträglich, das in Folge keine abgehobenen Visionen mehr bilden kann, um sich damit dann zu emanzipieren, also über sein derzeitiges Ich hinauszuwachsen, sich mental höher entwickeln zu wollen. Denn was, wenn nicht unser (Mit)Empfinden würde den Verstand ansonsten mit Werten versorgen? – Viel bleibt dann ja nicht mehr, was unser Belohnungszentrum stimulieren könnte – beim Denken, Entscheiden (Gewichtung) und Handeln.

Wenn die Kognitionsforschung den Menschen nicht bald die Augen (die Herzen) öffnet, dann weiß ich nicht, was das noch könnte. Menschen bewegen die Welt nicht durch Programme (die arbeiten ja nur Altbekanntes ab, für Neues haben wir noch keine Routinen), sie bewegen durch Bewegtheit, und die kommt nun mal nicht aus dem Verstand, sondern der Verstand ist ihr Werkzeug.

Unbeschreiblich

Widersprüche sitzen nur da, wo wir sie selbst manifestiert haben, in unseren Köpfen. Da werden „Werte“ mit Symbolen verknüpft, und die Orientierung findet im Weiteren an der Symbolik statt, aus der wiederum Werte hervorgehen, bzw. deren Wertigkeit sich im Laufe der Zeit verändern kann.

Worte alleine können der Großartigkeit des Universums nie und nimmer entsprechen. Sie reduzieren, was nicht reduzierbar ist, mit dem Ergebnis, dass es viel öfter falsch als richtig interpretiert wird. Nur Bruchteile unseres Denkens können wir überhaupt benennen. Die reduzierte Betrachtung vertut sich leicht mal – wenn nicht im Ausdruck, dann in der Interpretation und Adaption.

Es spielen unzählige Faktoren mit hinein, damit ein Gedanke genau so entsteht, wie er es tut. Das ganze Drumherum, die averbalen Komponenten, die kleinsten Einheiten, sind uns nicht gegenwärtig. Auf Werteebene haben jedoch schon kleinste Justierungen und Ausweitungen massiven Einfluss auf die gesamte Informationsverarbeitung (Denken). Durchaus vergleichbar mit der mitunter bis zur Unkenntlichkeit reichenden Verzerrung einer Systemoberfläche, wenn der Pogrammierer einen Wert falsch setzt.

Was wir fühlen, lässt sich schwer beschreiben und für die Argumentation heranziehen. Das war Grund genug, es wegzurationalisieren. Damit verloren wir den emotional-sozialen Puffer zwischen Reiz und Reaktion, zwischen sehen und habenwollen, mit dem Effekt, dass aus unerschöpflichen Quellen wie dem Meer oder den Urwäldern systematisch ausgebeutete Bestände mit Ablaufdatum geworden sind. Wir hätten die Regenerationsfähigkeit der Bestände zu keiner Zeit überschreiten müssen.

Auch in Gefühlen steckt eine Logik, steckt Information, um ein Vielfaches dessen, was den Durchsatz bewusster Gedanken ausmacht.

Werte sind die grundlegende Ebene intelligenter Datenverarbeitung. Auf Werteebene sieht / fühlt man aber *nur*, und Gefühle sind zu datendicht, um jeden Aspekt im Detail zu analysieren und zu beschreiben. Aber das macht nichts, denn wenn die Werteebene *stimmig* ist, dann sind es auch die Gedanken, die ins Bewusstsein dringen – ja, wenn…

Das *Herz* denkt umfassender wie der Verstand, weil es nicht auf den kleinen verbalisierbaren Teil angewiesen ist, sondern auf den vollen Bestand zugreift. Auf das Verbalisierbare beschränkt *sieht* der Verstand *das große Ganze* nicht mehr, das lässt schon seine geringe Bandbreite nicht zu. Er ist ein Fokussierer, der sich zu einer Zeit nur einem Aspekt zuwenden kann und auf diese Weise linear Folgerungsketten abarbeitet. Dieser Mechanismus alleine wird weder unserer, noch der Komplexität unserer Lebensumgebung gerecht. Vernunft braucht beide Komponenten.

Kann Gott tot sein? – Schließlich ist er ja unsterblich

Wo hört die Wahrheit auf und fängt der Irrtum an? Was ist eine Lüge? Wo bleibt der Spielraum für die Fantasie, die Idee, die Vision, die Unvoreingenommenheit?

Am Anfang war das Wort, und das Wort war mächtig. Aber es ist nichts weiter als ein Symbol, verknüpft mit einem Wert, oder einer Ansammlung von Werten – einem Muster. Eine Feststellung lässt sich damit – abstrahiert und verdichtet – von einem Gehirn ins nächste kopieren. Aber deswegen versteht sie doch nicht jeder gleich, und Bedeutungen verändern sich mit den Erfahrungen nachfolgender Generationen. Begriffe, bei denen unsere Großmütter noch rot wurden, gehören mittlerweile zum Standardvokabular. Hach, ist das geil!

Das einzig Beständige sind die Werte, denn sie sind fundamental. Nur mit welcher Symbolik wir sie verknüpfen, veränderte sich im Laufe der Zeit, unterscheidet Kulturen voneinander, und neue Verhaltensweisen und Lernroutinen gingen daraus hervor. Die Erfahrungsdaten des ganzen Lebens vorhaltende, informationsdichte Werteebene des Gehirns, die Intuition, ist dem Verstand ein Rätsel. Denn nonverbales Denken ist nicht linear übertragbar.

Kann ein Mensch mit seinem Verstand das Universum vollumfänglich erfassen? – Nur die Intuition kann den vollen Erfahrungsbestand des Gehirns zeitnah verarbeiten, und schon der ist selektiert und abhängig von den individuellen Reizschwellen des wahr-Nehmenden. Die Chance, auf einen Wahrheitsvolltreffer beim linearen Stochern stehen nicht besonders gut. Daher haben wir uns auch immer wieder geirrt bezüglich der Beschaffenheit der Welt, und können keineswegs sicher davon ausgehen, dass wir zwischenzeitlich richtig(er) liegen. Heute gilt das als wahr, und morgen zeigt sich ein neuer Aspekt, und dann wird genau das Gegenteil für wahr erklärt. Manche bekommen es mit, andere nicht. Macht aber nichts, übermorgen kann es eh schon wieder umgekehrt sein. Dann kann man genau so gut beten, und sich die Welt als zukünftiges Paradies denken, sich dabei geborgen und geschützt fühlen und das dann einfach leben. Denn was wir fühlen mag subjektiv sein, aber was daraus hervorgeht, das ist real.

Zwischen dem Lebewesen und seiner Umgebung muss zumindest in soweit Harmonie vorherrschen, dass die vom Lebewesen eingebrachte Dynamik die Umgebungsbeeinträchtigung im regenerierfähigen Rahmen belässt, und so erhält, worauf das Wesen zum nachhaltigen Fortbestand angewiesen ist. Nahezu jedes Mitgeschöpf auf Erden hält sich daran, und ist in seiner Wirkung nachhaltiger als wir – aus einem einfachen Grund – es hat keinen Verstand, der das eh schon gefilterte noch mal – und zwar massiv – vorselektiert und reduziert. Ursprung dafür ist immer noch das Triebsystem.

Ein Verstand ist als ergänzender Verarbeitungsmechanismus geeignet, um Detailschärfe zu erlangen, aber er ist kein Ersatz für Gefühle und Soziologie. Er sperrt den Erfasser des Welt-Raumes sonst aus diesem aus, und lässt nur noch ein winziges Schlüsselloch, wodurch er die Bedeutung dessen was er sieht, nur unzureichend erraten kann. Das ist wie eine weiße Wand mit einer Stecknadel streichen zu wollen. Daher sind wir auch so desillusioniert, und die Dinge verlieren ihre Magie, nachdem wir sie *analysiert* haben, denn ihre Bedeutung verstehen wir nicht, da wir die weitreichenden Zusammenhänge durch den winzigen Ausschnitt des Verstandes nicht mehr sehen können. Fast möchte man glauben, dass wir vor lauter Wissen das Sehen verlernten.

Es ist spannend zu forschen, doch wir müssen nichts beweisen. Unser Job ist es zu überdauern. Und wenn die Lehren über Gott zur Orientierung, einem tieferen Selbstverständnis und zur friedfertigen Persönlichkeitsentwicklung des Individuums beitragen, dann kann ich daran nichts Falsches sehen. Wer weiß, ob nicht das vielleicht der einzige Grund dafür ist, dass wir noch da sind.

Wir sind so viel mehr als unsere paar Worte ausdrücken können. Doch wie hätten die frühen Menschen diese Ahnung anders ausdrücken können, als in Symbolik die für Werte und Potentiale jenseits aller, ganz besonders aber der Vorstellungskraft unseres Zeitalters steht? – Gott wurde als ewig (an)erkannt. Wir kapieren die Bedeutung unserer eigenen Symbole vielleicht nur (immer noch) nicht. Womit denn auch?

Kehrt man das Denken um (in Wirkungen denken statt in Vorstellungen), wirkt der Glaube an Gott wirklichkeitsnaher als unser asozialisierendes Geldsystem. Damit will ich keine Abgrenzung schüren, das würde das Konzept negieren, und beeinträchtigen was herauskommt, wenn einer die Reise ins Ich aus freien Stücken auf sich nehmen will.

Mensch 2.0

Es geht immer noch darum, dass reproduktionsfähige Zellen am Leben bleiben wollen und die ihnen innewohnende Information weitergeben wenn sie können. Um eine dafür erforderliche Komponente hat sich eine Frau entwickelt, um die andere ein Mann. Die männliche Methodik zu denken brilliert durch scharfes Detaildenken (Fokussieren, Verstand), die weibliche durch die Ganzheitlichkeit (Intuition). Nun verfügt jeder Mensch mehr oder weniger ausgeprägt über beide Komponenten. Von den Synergien könnten wir profitieren. Je größer die Differenz zwischen zwei Menschen, umso mehr können sie voneinander lernen, vorausgesetzt sie sind bereit, sich aufeinander einzulassen.

Sprache kann nur einen kleinen Bruchteil unseres Denkens benennen. Da Menschen jedoch zunehmend auf ausschließlich verbale Kommunikation angewiesen sind, neigen sie dazu, die eigene, tief vergrabene Empfindung zu vernachlässigen. Permanente Reizüberflutung lässt wenig Raum für Tiefgang. Über Medien werden ständig Reize ausgesendet, die daraufhin konzipiert sind, eine Kaufreaktion auszulösen. Dabei wird ein Aspekt überbetont, und alle anderen verschleiert, besonders jene, die vom Kauf abhalten würden, weil sie zu unerwünschten Effekten führen. Folglich stehen die (Orientierungs)Marken, die in Gehirne impementiert werden, nicht wirklich für das, was sie verkörpern. Das Gehirn unterliegt beim Kauf also zumindest einem Teilirrtum – millionenfach und vorsätzlich verursacht mit dem Ziel individueller Bereicherung, nicht um zu halten, was versprochen wird. Denn das würde ja satt machen.

Jedes Informationen verarbeitende System kann nun mal nur mit den Werten rechnen, die es hat. Sie sind die grundlegende Ebene intelligenter Datenverarbeitung, und nicht erst die Semantik. Auf Werteebene fühlt man aber *nur*, weil sie zu datendicht ist, um sie im Detail zu beschreiben. Aber das macht nichts, denn wenn sie stimmig ist, dann sind es auch die Relevanzen, die ins Bewusstsein dringen. Dabei kommt es weniger auf *Fakten* bzw. *Symbole* an, als auf die Einfluss nehmenden Werte, und das ist für den heutigen Menschen sehr schwer fassbar, oder wird leicht mal mit Mystizismus oder Esoterik verwechselt. An einem KI-System (der Zukunft) wäre das leichter nachzuvollziehen, da die Ergebnisse dann an konkreten Werten geprüft werden könnten. Das ist bei einem Menschen nicht so einfach.

Es kommt mir vor wie ein Wunder, und ich finde es ein Versäumnis, dass diesem mächtigen Selbsterfüllungswerkzeug so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird – immerhin stecken da 13,7 (nach manchen Quellen bis zu 15 Milliarden) Jahre Entwicklung drin. Kann man davon ausgehen, wie sich der Mensch gerade verhält, wird er dem gerecht? Ich glaube nämlich, dass er bestenfalls fünf Prozent seiner Potentiale geltend macht, weil er mit dem Rest nichts mehr anzufangen weiß (das Unbezifferbare fällt durch das darwinistische Raster). Die Ausnahme ist dann auch entsprechend auffällig. Das „Echte“ erfüllt, das „Echte“ macht glücklich, und das Gehirn erkennt den Unterschied sehr wohl. Denk mal über die besten Momente Deines Lebens nach, und was sie ausmachte.

Plädoyer für die Intuition

Intuition ist natürlich nicht esoterisch. Außerdem – auch Esoterik entspringt unseren Gedanken. Daher stellt sich für mich nie die Frage ob, sondern wie etwas wahr ist. Intuitives Denken ist mehrdimensional und so datendicht, dass eine einzige Momentaufnahme den Verstand ein Leben lang beschäftigen würde, könnte sie festgehalten und vollumfänglich analysiert werden.

Auf Werteebene haben kleinste Justierungen und Ausweitungen massiven Einfluss auf die gesamte Informationsverarbeitung (Denken). Doch dahin bemühen wir uns nicht mehr, das hält uns leicht mal in Paradigmen gefangen. Dabei steckt in jeder Veränderung auf Werteebene ungeheures Kreativitäts- und Innovationspotential drin.

Wir gehen davon aus, dass das Vermitteln abstrahierter *Wahrheiten* an Kinder bereits Bildung sei. Wie der Name BILDUNG schon sagt, steckt dahinter Formgebung, nämlich emotionale, soziale und geistige. Die emotionalen und sozialen Komponenten, die weitaus verknüpfungsdichteren Anteile (die uns das weitere Verständnis auch noch erheblich erleichtern würden) auf denen unsere Mentalität gewissermaßen aufsetzt, werden vernachlässigt. Die Wertezuordnung ist in der Folge einseitig und unzureichend, was sich abträglich auf die umfassendste Methodik der Informationsverarbeitung auswirkt, Mustererkennung und -vervollständigung. Das Gespür für globale Zusammenhänge kann sich nicht herausbilden. Um zu Überleben brauchen wir weit mehr als nur Geld. Damit uns das gegenwärtig bleibt, müssen wir es erfahren (Werte setzen) – auf die eine oder andere Weise (die Phrase *dran glauben müssen* entstand nicht von ungefähr), dann haben wir es auch drin, im Fühlen, Denken und Handeln und wollen/können es berücksichtigen.

Jedes Informationen verarbeitende System kann nun mal nur mit den Werten rechnen, die es hat. Sie sind die grundlegende Ebene intelligenter Datenverarbeitung, und nicht die Semantik (lassen Sie also das Chinese Room Argument oder die Turingmaschine einfach mal außern vor, denn sie könnten es erschweren, eine Vorstellung von Intelligenz zu entwickeln).

Das grundlegende Konzept von Bildung und *Wirtschaft* könnte es genau so gut sein, alle Menschen gleichermaßen zu fördern und zu fordern, danach zu streben, das beste für- und miteinander zu erreichen (Ausschüttung als Effekt, nicht als Selbstzweck, Vorbild: die Funktionalität des Gehirns, an dem wir Ausschüttung als Selbstzweck längst als Kompensations- und Suchtverhalten mit den Organismus schädigenden Folgen erkannten). Durch werteorientierte (breitbandige) Bildung erlangte Intelligenz würde unsere Kinder besser vor Manipulation und Suggestion schützen, weil kritisches Hinterfragen ein Merkmal davon ist. *Unkonformes* Verhalten wurde viel zu lange eher geächtet, denn gefördert, und so mancher Ansatz genialen Denkens im Keim erstickt. *Ich will so sein wie alle anderen*, wünschen betroffene Kinder sich dann – und resignieren.

Nach eingehender Analyse hat sich für mich die Intuition als konkrete, fundierte, umfassende und treffende Form der Informationsverarbeitung herausgestellt. Unscharf hin oder her, um den Rest kümmert sich ohnedies der Verstand, auf einer anderen Wertebasis allerdings, mit anderen Ergebnissen und Erkenntnissen – und viel mehr Spaß am Lernen, denn auf der Ebene schüttet das Gehirn noch was aus ;-).