Falsche Daten führen zu falschen Entscheidungen

Werbebotschaften arbeiten vorsätzlich auf eine wirklichkeitsverzerrende Relevanzenverschiebung hin. Es wird gezeigt was geeignet ist, einen Kaufreiz auszulösen und verschwiegen, was diesen hemmen würde. Fehler und Irrtümer kopieren wir dann auch immer gleich millionenfach, was dann eben eine millionenfach destruktive Wirkung zur Folge hat, und das ist nicht der Einzel-, sondern der Regelfall.

Umweltverschmutzung, Waldsterben, Klimawandel und was uns sonst noch alles droht – (emotionale) Ignoranz verursachte sie. Denn schließlich waren Mitgefühl, Umweltbewusstsein, an Folgewirkungen denken und soziales Gewissen in geschäftlichen (entwicklungsweisenden) Entscheidungen lange unerwünscht – *unprofessionell*. – Nicht bedacht, nicht berücksichtigt, nicht im Ergebnis. Werte die wir nicht einkalkulieren fehlen in der Summe. Punkt. Die Quantität kann nur gewaltsam gesteigert werden und auf Pump, die Regenerationsfähigkeit steht mehr als nur in Frage.

Die Zukunft des Marketing und unsere liegt in der Authentizität und Transparenz, und nicht in der vorsätzlichen auf den eigenen Vorteil ausgerichteten Massenmanipulation mit massenhaften Effekten, die wir uns so gar nicht wünschen können. Bedauerlicherweise können wir sie uns vielfach auch nicht vorstellen, sonst hätten wir die Massen heute auf der Straße, statt vorm Fernseher oder vorm Computer.

Das Gehirn / Körper weiß viel mehr (Bewertungseindrücke zu Erfahrungen) als uns bewusst ist. Der *Zugriff*, bzw. die Informationsübergabe erfolgt jedoch nicht über den Verstand, sondern biochemisch / emotional / intuitiv. Emotionale Wiedergaben in Form komplexer aufwändig interpretierbarer (Übungssache) Befindlichkeiteseindrücke werden nicht als Wissen anerkannt, weil das systematische Vorgehen darauf hinausläuft, reproduzierbare Fakten zu schaffen. Wenn das Denken allerdings an der finanziellen Verwertbarkeit endet (hier würde es eigentlich erst beginnen), ist das, was wir heute als Erfolg definieren, eine Eintagsfliege mit Knalleffekt.

Emotionen / Gefühle sind dafür da, unsere Überlebensaktivitäten und -chancen zu bewerten, und kein Selbstzweck für die Freizeitgestaltung (was nicht heißt, dass Spiel und Spaß keine wichtige Funktion hätten). So gesehen sind unsere Jobs und Verpflichtungen zu weiten Teilen ziemlich wirklichkeitsfremd – jedenfalls fürs Gehirn. Das heißt, indem wir uns an der von uns selbst definierten und geschaffenen Realität orientieren, verlieren wir unseren Bezug zu den Wirkungen, die unser Handeln auf die Lebensumgebung, andere Menschen, Lebewesen, uns selbst hat.

Mir liegt daran, mit dem Irrtum aufzuräumen, dass Emotionen / Gefühle irrational sind! Sie sind es nicht mehr oder weniger wie der darauf aufsetzende(!) Verstand, der daraus seine Impulse bezieht. In ihnen steckt eine komplexe, mehrdimensionale Logik (Fundament unserer Intuition), die uns weit zuverlässiger und sicherer durchs Leben leiten kann als ausschließlich so genannte Fakten, von denen sich bereits viele als falsch erwiesen, und zu denen uns auch noch der emotionale Bezug fehlt. Doch auch Gefühle brauchen Schulung (Analyse und Förderung des Selbstverständnisses mit Hilfe des Verstandes) um uns zu vernünftigen, dem Kenntnisstand angemessenen umsichtigen Entscheidungen zu befähigen, weil wir die Bewertung an den vorliegenden Umgebungsbedingungen mit jeder neuen Generation von Grund auf neu erlernen müssen. Was sich hierbei der Erfassung entzieht, fehlt dem Bewertungssystem später, und findet dann auch keine Berücksichtigung im Denken und Handeln.