Engpass für echte Innovationen?

Wer innovativ sein will (egal ob mit seiner oder der Idee eines anderen) muss bereit sein, Altes loszulassen. Die Fronten zwischen rechnenden und inspirierten Menschen dürften sich massiv verhärtet haben. Betonschädel verrennen sich immer weiter in ihrem Reduktionskurs, wohingegen Kreativität ja eigentlich etwas Verschwenderisches ist – denn „Produktivität“ ist dabei erst mal nicht drin. Es geht ihr daher wie der Bildung. Es werden wegen Geld Abstriche gemacht und damit Zukunftschancen vernichtet.

Nur weil es sich einer nicht vorstellen kann heißt das noch lange nicht, dass etwas nicht geht. Es reicht wenn nur einer oder wenige es sich vorstellen und ihre Visionen vermitteln können. Innovation ist neu, und das heißt, anders dabei gedacht haben zu müssen als bisher (=damit nämlich überholt). Stattdessen erlebten wir in der Vergangenheit immer wieder die gleichen alten Fragen (hatte irgendwas mit Kennzahlen zu tun die mal wer mit „Gewinn“aussichten verwechselt hatte, und jetzt machen das wohl die meisten), wohingegen neue Ideen die Antwort auf Fragen sind, die bisher noch gar nicht gestellt worden sind – oder falsch (bzw. falsch oder nur zum Teil beantwortet).

Nachhaltigkeit steht an erster Stelle. Alles andere ist ihr unterzuordnen. Innovative Köpfe müssen vorausschauend sein, schließlich geht es ja um Entwicklungen die über unsere Zukunft bestimmen. Ab einem bestimmten Punkt kehrt sich dabei das Denken um. Man sieht die Dinge aus einer anderen Perspektive und bewertet sie neu was dazu führt, dass man mit seiner Umgebung nicht mehr so gut korrespondiert, sie mitunter gar nicht mehr versteht.

Vielleicht passiert es jedem der sich auf abstraktem Gebiet bewegt über kurz oder lang, dass er den Bezug zur Realität verliert und seine Kommunikation auf die üblichen Gepflogenheiten beschränkt oder ganz einstellt weil ihn eh keiner (mehr) versteht. Doch von was für einer Realität reden wir eigentlich? – Ist sie nicht eigentlich nur temporär, da auf das reduziert, was wir heute in Worte fassen können? – Könnte es sein, dass es noch so wenig ist, dass wir das Allerwichtigste bisher einfach nur übersehen haben? – Je stärker wir uns nämlich auf das arretieren, was wir kennen, umso stärker ignorieren wir, was darüber hinaus noch oder stattdessen richtig ist

Wissen ist erst dann verwertbar erfasst, wenn ihm zu entsprechen (oder nicht) Einfluss auf unser Befinden hat, dann wirkt es auch im Belohnungssystem. Die Wahrheit die zählt liegt in der Wirkung.

Wir sind die Innovation auf die es ankommt.

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