Die Willensformel

Was ist das Ziel von Bildung? – von Politik? – von Demokratie? des Rechtssystems? – von Arbeit? Wem dienen all diese Einrichtungen? Wo führen sie uns hin? Und wie produktiv müssen wir eigentlich noch werden (vom Ressourcenverbrauch her sind wir schon über dem verträglichen Maß), damit der Wohlstand für alle wahr werden kann? Worin wollen wir Erfolg in Zukunft bemessen? Und wer hat eigentlich noch die Kompetenz darüber zu entscheiden, welche Überlebensaspekte wir einkalkulieren, damit sich die bislang ignorierten Aspekte nicht länger kumulieren?

Für das Gehirn gilt immer die gleiche Formel: Zielvorstellung – Status = Handlungsbedarf. Adam Smith konnte es nicht wissen, denn eigentlich war der Gedanke, dass in einem freien Markt letztlich nur das *Gute* verbleibt, durchaus nahe liegend und plausibel. Das andere würden die Menschen nicht beibehalten wollen, meinte er. Die Wahl können wir jedoch immer nur aus dem Spektrum treffen, das wir kennen, sei es durch Erleben oder durch Vorstellung.

Das *nachhaltig Gute* hat nur eine Chance, wenn das *schnelle Füllen* nicht besser *belohnt* wird. Doch ist das *nachhaltig Gute* vielschichtiger, komplexer, berücksichtigt mehr Aspekte, denkt weiter, und vor allen Dingen sind ihm auch andere Menschen wichtig (vergleichbar damit, wie leicht Adrenalin ins Blut zu schießen ist um Massen gegen ein Feindbild zu vereinigen, wohingegen Liebe weit mehr Nahrung braucht, um in uns zu zirkulieren und unser Handeln zu beeinflussen). Damit ist es nicht so entscheidungsschnell und gerät leichter mal in einen Wettbewerbsnachteil. Doch fallen mir immer mehr Tendenzen auf die darauf hinweisen, dass es vom Dinosaurierzeitalter (eindimensionale Füllparameter) der Wirtschaft ins Säugetierzeitalter (Berücksichtigung von mehr Aspekten, worin Emotionen dem reinen Triebverhalten überlegen waren > je höher entwickelt, umso differenzierter > bis hin zur Abbildung von Intelligenz) übergeht.

Was sich in einer einfachen Formel ausdrücken lässt, ist informationsdicht, vielschichtig und fluktierend. Wer beispielsweise um zu bekommen was er will Hürden überwinden müsste die bedeuten hinzunehmen was er nicht will (Unwille ist dann schwerwiegender als der Wille ein bestimmtes Ziel zu erreichen), wird seine Geschicke erst dann positiv beeinflussen, wenn er seine Zielvorstellung überdenkt und an seine individuellen Bedürfnisse anpasst.

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