Eine Gefahr der nicht entsprochen wird vernichtet den Ignoranten

In meinem früheren Leben war ich auch mal einer dieser Omnivoren die sich nicht von ihren alten Gründen lösen wollen. Ich hatte damals bereits Kontakt zu vegan lebenden Menschen. Beim Lesen und im Zuge diverser Korrespondenzen wurde mir bewusst, dass die meisten Menschen die mich in meinem Leben zutiefst beeindruckt hatten, Fleischverächter gewesen waren.

Auf Grund einer Entscheidung die ich getroffen hatte (sagen wir, es handelte sich dabei um ein kognitives Experiment) konnte ich mich der Wahrheit nicht verschließen und setzte mich – erst zähneknirschend, dann interessiert – mit den Argumenten / Fakten auseinander. Vegan zu leben wurde vorstellbar, schon weil ich im Internet Gelegenheit hatte, viel darüber zu lesen. Von der Erkenntnis weg, dass es keine andere als eine vegane Zukunft für die Menschheit geben kann, war der Schritt nur noch folgerichtig. Die Vorstellung, für die Welt nur noch durch mein Ableben nützlich sein zu können behagte mir außerdem gar nicht. Und wer bitte will schon allen Ernstes Fressfeind seiner eigenen Kinder sein?

Die Wahrscheinlichkeit es nachhaltig richtig zu machen ist auf Basis einer tierleidfreien Lebensweise höher. Hat Sokrates schon gewusst :-). Und Gandhi, und Da Vinci, und Einstein – alles Menschen von allgemein anerkannter hoher Integrität. In diese Richtung muss Emanzipation gehen, nicht abwärts zu den Löwen und anderem fleischfressenden Getier, das gar keine Wahl hat, im Gegensatz zu uns (das ist m.E. der einzige bedeutende Unterschied zwischen Mensch und Tier). Das ist eines der Einfühlung fähigen Menschen einfach nicht würdig. Peinlich wäre wohl das geeignete Wort, angemessen zu beschreiben, wie mich die Selbstentlarvung berührte.

Über Biofleisch als “Alternative” habe ich als Omnivore auch nachgedacht. Abgesehen davon, dass man das in Gaststätten, bei Einladungen etc. sowieso nicht kontrollieren kann (“ich esse aber nur Biofleisch, wenn das Tier aus dem Dein Braten gemacht ist aus Massentierhaltung kommt, esse ich es nicht” – ???), ging es in erster LInie nur darum mir selbst was vorzumachen. Das war mir definitiv zu wenig, daher dachte ich weiter und gelangte zu folgendem ernüchternden Ergebnis:

Fleisch für alle (mehr als sieben Milliarden Menschen, wenn wir mal zumindest in “menschengerechten” Dimensionen denken), selbst nur ein Mal pro Woche (BIO? – zu ressourcenintensiv), erfordert weiterhin massenhaft Tiere, und massenhaft Tierfutter. Wie jede andere Industrie will auch jene die vom Töten lebt, ihre Erträge steigern, steigern und steigern – was mit einem kontinuierlichen Anstieg des “Rohstoff”verbrauchs einhergehen wird.

Damit gehen weiterhin enorm Kalorien verloren, und völlig unnötig, denn es gibt nicht einen einzigen Nährstoff, der Tierprodukte unverzichtbar macht. Was immer im Tier ist, kommt aus einer Pflanze oder von einem Mikroorganismus. D.h. wir können es ohne Einbußen aus “erster Hand” beziehen (wir begehren was wir sehen, ist da kein Fleisch mehr, ist es eben was anderes), zumal wir ja gut darüber informiert sind, was unser Körper braucht. Das Einzige was eine, nur eine einzige Generation tun muss ist, eine Gewohnheit zu ändern, Für ihre Kinder wird sie dann so selbst-verständlich sein wie es für viele von uns “normal” war, dass Fleisch “dazugehört”.

Wir leben nicht um zu essen, es ist umgekehrt. Eine Nahrungsquelle die unseren Lebensraum zerstört, erfüllt ihren Zweck nicht, selbst nicht einmal dann, wenn sie tatsächlich geeigneter für uns wäre, was bereits vielfach widerlegt ist (*). Und Fleisch wird noch viel mehr anrichten, denn nach der Genkontaminierung der Pflanzen kommt die an den Tieren, und alles einzig darauf ausgelegt, dass sich wer daran persönlich bereichert und es ihm egal ist, wie “gut” was er “produziert” für andere Menschen ist. Er will nur ihr Geld, das ist sein einziges Ziel.

Sieben Milliarden Menschen können auf diesem Planeten nicht mit dem Verbrauch eines Durchschnittseuropäers oder gar Amerikaners leben. Das ist m.E. auch der wahre Grund, warum wir ohne mit der Wimper zu zucken Zigtausende Menschen am Tag verhungern lassen. “Der Stärkste überlebt” – sagen ausgerechnet die Schwachen und Resignierten, und stopfen weiter Fleisch von Tieren in sich rein, die andere für sie geschlachtet haben. – Stark ist, wer die Fähigkeit an sich entwickelt, mit anderen zu fühlen. Dem Ignoranten fehlt dazu der Mut.

Die Frage ist (noch ) nicht, ob wir zu viele Menschen sind, sondern die, wie viel der Einzelne von ihnen (ver)braucht. Würde eine Maus plötzlich so viel verbrauchen wie ein Elefant, gäbe es definitiv zu viele Mäuse. Da jedoch eine Maus nur so viel beansprucht wie eine Maus eben braucht, kann es sehr viel mehr Mäuse als Elefanten geben. Folglich kann es auch sehr mehr Menschen geben die genügsamer sind als solche die (zu) viel verbrauchen.

“Verbrauchen” würden wir unter geeigneten Umständen außerdem gar nichts, sondern von der Unerschöpflichkeit natürlicher Kreisläufe profitieren, welche die Industrie grade – vollkommen eigennützig und nicht wie sie uns verkauft zur Verbesserung unserer Lebensqualität – zerstört. Die Ausrede, dass jedes Lebewesen Ressourcen beansprucht und wir uns deswegen alles herausnehmen können ist eine Fehlannahme, denn jedes dieser Lebewesen ist seinerseits auch wieder Ressource und auf seine Weise nützlich für die Umgebung. Würde es ihr nur schaden, bestünde es darin nicht. – Und so wird es zumindest weiten Teilen der Menschheit ebenfalls gehen. Sie können mit dieser Lebensweise nicht bestehen. Wenn sich das Denken nicht schnell und grundlegend verändert, wird das mehr Menschen das Leben kosten als alle Kriege die es je gab, und die Generationen die es betrifft, leben heute bereits.

Eine Gefahr an die sich ein Gehirn gewöhnt hat wird so behandelt als existiere sie nicht. Das negiert sie aber nicht, sondern vernichtet den Ignoranten.

* Ergebnisse aus zahlreichen Ernährungsstudien übersichtlich zusammengefasst, mit Quellenangaben

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