Das Wort ist mächtig

Ein Nebeneffekt der Sprachentwicklung war, dass sie eine Art Programmierschnittstelle zwischen den Menschen schuf, in der die Gewichtung immer stärker auf die Symbolik gelegt wurde. Daher streiten sich Menschen heute um die Wahrheit in ihren Vorstellungen und übersehen dabei, dass es immer noch auf die Wahrheit ankommt, die in den Wirkungen liegt. Auf sein Inneres zu hören wäre der beste Schutz gegen Manipulation, doch massenmedial gestützte Mainstreamkompatibilität definiert die *Denk*-Standards, und überschreibt das ureigene Empfinden. Nun ist auch die nicht *normal*, das vergessen wir leicht, wenn wir uns nur den momentanen Ausschnitt der Entwicklungen betrachten.

Intuitives Denken ist nonverbal, datendicht und unmittelbar an den Werten angesiedelt. Es in Worte zu fassen ist Übersetzungsarbeit und Reduktion. Durch KI-Forschung und Rückadaption auf den Menschen wurde mir der Zusammenhang zwischen Werten und Informationsverarbeitung klar. Das machte Intuition für mich sichtbar und konkretisierbar – wenn auch erheblich reduziert, da ich mich nur den relevantesten Aspekten zuwenden kann. Die sind aber eigentlich schon wieder subjektiv, denn ich orientiere mich bei der Auswahl *meiner* Relevanzen am Leitsatz: „keiner verliert, wenn alle gewinnen“, Win-Win weiter gedacht – es auszuweiten ist im Grunde nur eine Frage berücksichtigter Parameter. Neuronale Logik ist wie Mathematik, jedoch mehrdimensional und grundlegender. Grenzen betonieren wir selbst, denn unser Neuronennetz ist anfänglich *nach oben offen*. Ich sehe keine physischen Grund, der es erforderlich macht, den Deckel zu schließen.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, sich gegeneinander zu stellen, dafür gibt es nur biologische. Doch niemand kann einfach so abschütteln, dass da ein ganzer Tiergarten in ihm wohnt. Der will gefüttert, bestätigt, akzeptiert, bewegt und gestreichelt werden. Ich denke nicht dass Zwänge oder noch mehr Regulierungen nachhaltige Lösungen sein können. Was nicht freiwillig ist, wird auf Dauer nicht funktionieren.

Nicht von der Hand zu weisen ist, dass alle Überlebensaspekte für unsere Überdauerung relevant sind. Ökonomisches Denken tut so, als wäre es nur Geld. Dies ist aber nur ein Symbol, und dieses Symbol hat den Stellenwert von *Gott* eingenommen. Sich am Versorgungsbedarf der (ihrer Subsistenz verlustig gewordener) Menschen zu bereichern kommt mir heute vor wie (legalisierter) Diebstahl. Mit welchem Recht vereinnahmen Unternehmen Ressourcen und unter Wert bezahlte Potentiale für sich, beuten sie systematisch und vernichtend aus? Nur weil sie sich eine große Menge Geldes angeeignet haben? – Das also macht unsere Interessen, unseren Wunsch diese Welt für unsere Nachkommen zu erhalten, weniger wert als deren Wunsch, sich über alle Maßen zu bereichern? Was sie sich da herausnehmen, steht doch in keiner Relation mehr zum Nutzen für die Menschheit.

Wir brauchen wieder echte Unternehmer, keine Luftblasen die nur noch Gelddruckmaschinen sind. Arbeitslose müsste es nicht geben – jeder kann was tun, alleine Gesetzgebung und Auflagen behindern besonders die Kleinen. Wer was leisten will, wird mit Einschränkungen und Substanzentzug bestraft, und „gefördert wird nur, wer schon Geld hat“ (Zitat, Innovationsförderungsberatung). Die Konzentration von Potentialen und Entscheidungsgewalt verteilt auf wenige bewirkt (ähnlich wie es parallel dazu in unseren Gehirnen stattfindet) eine Ausdünnung der emotionalen-sozialen Vernetzung. Wenige entscheiden über die Geschicke von mehr Menschen als ihr Gehirn sozial verwalten kann, weshalb der Sozialtrieb dann nicht mehr zur Geltung kommt. Wir sind denen egal…

Je weniger Werte in Entscheidungen einfließen, umso höher sind diese im Einzelnen gewichtet, und ist die Einzelwirkung, und umso schneller wird was wir mit wachsendem Fortschritt verwechseln. *Wirtschaftliches Denken* ist Reduktion auf einen einzigen *Wert*, was den Veränderungsprozess durch dessen Übergewichtung (isolierte Entwicklung, linear, progressiv dynamisch, alles mitreißend, da ja nach wie vor alle Aspekte miteinander verbunden sind, auch wenn wir diese isoliert betrachten und behandeln) extrem beschleunigt. Zu viel Dynamik zerstört was besteht. Bestandhaftigkeit bedarf der Berücksichtigung aller Überlebensaspekte > verteilte Relevanzen, Risikostreuung, Vielfalt.

Wir orientieren unser Streben an einem Geldsystem, das derzeit gegen die Lebensumgebung wirkt. Wie müsste es beschaffen sein, um diesen bedrohlichen Gegensatz aufzuheben? – Auch das verrät uns bereits unsere eigene Natur. Es dürfte kein Selbstzweck mehr sein, sondern ein Indikator für geschaffenen Nutzen > gemessen an der Qualität und Nachhaltigkeit des Ergebnisses. Ausschüttung als Selbstzweck ist Suchtverhalten. Es wirkt sich destruktiv auf das Leben und Umfeld des Betroffenen aus. Was gerade mit der Welt passiert, spiegelt es wider. Das ist wohl effektiv, aber nicht intelligent (messen wir Intelligenz doch einfach mal an der Summe allen Glücks [ganzheitliches Wohlbefinden] der Menschheit). Spürst Du hier den Widerspruch? – Ein glücklicher Mensch wäre ein schlechter Fütterer der Wirtschaft. Die Wahrheit ist nun mal, nur Bruchteile von dem was sie produziert brauchen wir wirklich, immer mehr ist nur noch dafür gut, undifferenzierte Insuffizienzeindrücke (Sehnsucht, da füllen vorherrscht statt Erfüllung) kurzfristig zu erschlagen – nicht einfach nur für Geld, nein – auf Kosten der Ressourcen anderer, unserer eigenen von morgen.

An Kenntnissen fehlt es nicht. Allerdings habe ich eine recht bildhafte Vorstellung davon wie schwer es ist, aus tief eingegrabenen Paradigmen raus zu klettern, um endlich die Luft freien Denkens zu atmen. Paradigmen sind wie Programmierung, feste Verdrahtung, da laufen die Denkimpulse (Routinen) bevorzugt entlang. Es ist Schwerarbeit, sie umzulenken, dafür müssen zuerst emotionale Barrieren fallen, damit neue Werte in das Denken einfließen können und eine umfassendere Differenzierung erlauben. Ein offener Geist braucht ein offenes Herz (heißt ja auch Trägheit des Herzens UND des Geistes > da besteht tatsächlich ein physischer Zusammenhang). Systematisches Lernen wird vom Gehirn nicht belohnt, Wissen muss erlebt werden, damit das geschieht (AHA-Erlebnisse > „ich denke also bin ich“ war m.E. von einer gehörigen Ausschüttung begleitet ;-)). Dann bleibt auch die Motivation da, Wissen eigenständig zu erschließen, offen für neue Eindrücke zu bleiben, und selbstgelenkt zu denken. Das ist eine Entscheidung mit nachhaltigen Folgen, denn ein Zurück gibt es dann nicht mehr, und das ist gut.

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