Das Auto der Zukunft

Wenn meiner Taschenlampe das Licht ausgeht, dann muss ich eine Minute kurbeln um den Akku aufzuladen und habe dann wieder für eine halbe Stunde Licht. Für mein Auto wünsche ich mir einen Akku, der auch so funktioniert. Überhaupt ließe sich viel mit Muskelkraft machen, und das verbrennt auch noch Kalorien und hält fit. Ist ja eigentlich hirnrissig, Bewegungsprogramme als Selbstzweck zu absolvieren und die ganze frei werdende Energie verpuffen zu lassen. Warum zum Beispiel nicht den Hometrainer für die Energiegewinnung nutzen, oder was Leute an Muskelkraft in Fitnesscentern *liegen* lassen? – Man könnte sie kostenlos oder sehr günstig trainieren lassen, und dafür den Strom verkaufen den sie produzieren, so kann sich jeder der will, an der Stromproduktion beteiligen – Hoppla, abgeschweift.

So lange Autos mit Benzin fahren will ich keines mehr. Die Pressluftvariante die nächstes Jahr in Serie gehen soll ist schon ganz nett, hat aber noch eine vergleichsweise geringe Reichweite, ist also mehr was für den Stadtverkehr, der schnittige Akku-Sportwagen ist für den Durchschnittsverdiener zu teuer. Außerdem muss die Energie, die der verbraucht, auch erstmal erschlossen werden.

Beamen lieber nicht, da bin ich skeptisch wie McCoy, so lange nicht sicher gestellt ist, dass man dabei nicht gekillt wird und als Kopie neu zusammengesetzt. Der arme *Klon* ahnt dann nichts davon, und das Original sowieso nicht… Sichten wäre m. E. sicherer. Visuell ist das Hologramm dann nicht mehr vom Original zu unterscheiden. Auf Konferenzen oder ähnlichem ist die physische Anwesenheit ja nicht zwingend erforderlich.

Ein eigenes Auto braucht nur wieder einen Stellplatz, und in der Zeit wo es rumsteht, erfüllt es keinen Zweck. Wenn meine physische Präsenz gefordert ist, gebe ich den Zielort meinem Universalconnectors am Handgelenk bekannt, und der schickt mir den nächsten freien Wagen vor die Haustüre, der mich schnellstmöglich und sicher an mein Ziel bringt. Den Energiebezug hat bis dahin vielleicht die Skalarwellentechnik gelöst, wir reisen dann womöglich mit Neutrinopower. Ein intelligenter Background sorgt für optimale Nutzung des öffentlichen Individualverkehrs. Die Kabine schützt sich selbst vor Vandalismus und Verschmutzung, aber auch davor, dass ich was vergesse, indem sie sich erst öffnet, wenn ich mitgeführte Utensilien an mich genommen habe oder mich darauf hinweist, wenn ich mal wieder in Gedanken versunken dazu neige, was liegen zu lassen.

Dauert die Fahrzeit länger, sorgt Lastfm dafür, dass meine Lieblingsmusik gespielt wird, oder ich sehe mir Filme an oder surfe im Internet. Oder ich nehme noch jemanden mit, dessen Ziel aufm Weg liegt, und dessen Profil zu mir passt, so dass wir uns gut unterhalten. Vielleicht hat aber auch einer Lust auf Sichten, und wir plaudern ein wenig, ohne dass er mitreisen muss. Gegebenenfalls diskutiere ich eben mit einer selbstlernden KI – wir lernen dann voneinander, was für beide ein Gewinn ist, zumal sie sich auf ihre Gesprächspartner einstellt, um diese optimal nach ihren individuellen Fähigkeiten zu fördern. Schließlich muss sie eine Menge über uns erfahren um ihre Aufgabe, den individuellen Bedürfnissen aller gerecht zu werden, mit steigender Qualität zu erfüllen. Das Wohl der globalen Gesellschaft (=Erfolg) summiert sich schließlich aus dem Wohl ihrer Einzelwesen.

Gewalttaten sind ausgeschlossen, das gäbe sofort einen Alarm und die Insassen würden mit einem schnell wirkenden Gas oder raumfüllenden flexiblen Airbags sanft aber umgehend außer Gefecht gesetzt wenn ihre biochemische Disposition einen Übergriff signalisiert. Das kam bisher aber noch nicht vor, denn wir haben unsere Lebensumgebung so gestaltet, dass gegenseitiges Vertrauen zur natürlichen Umgangsform gehört. Da es allen gut geht, gibt es keinen Grund mehr, sich gegenseitig anzufeinden. Für etwaige Restaggressionen bekommen wir individuell auf unsere Disposition zugeschnittene Aktivitätsvorschläge. Egal wem und aus welchem Grund es einem nicht gut geht, es gibt für alles intelligente, nachhaltige Lösungen. Nachdem wir endlich verstanden haben, dass Glück der sicherste Indikator dafür ist, eine nachhaltige Überlebensstrategie anzuzeigen, wissen wir ja nun auch, wonach es sich wirklich zu streben lohnt. Das macht den Geist offen, und unsere Potentiale haben so viel Raum wie sie brauchen, um sich optimal zu entfalten. Erstaunlich, wie kreativ jeder Einzelne von uns sein kann, wenn die Umgebungsbedingungen es zulassen.

Derweil gebe ich mich im Sommer mit einem Fahrrad zufrieden, im Winter oder für lange Strecken mit Bus oder Bahn…

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