Befriedigung ohne Erfüllung

Die am meisten verbreitete Form der Armut ist die Unzufriedenheit. Selbst Reiche fühlen sich dank ihrer immer noch zu arm. Das Geld kumuliert sich an ihnen, das ändert aber nichts daran, dass sie mit ihren Investitionen noch mehr davon erlangen wollen. Ist das alles, was man mit Geld bewegen kann?

So ist Geld *machen* wie Befriedigung ohne Erfüllung, daher hat das Fass auch keinen Boden. Es wird niemals reichen, denn es gibt davon nie so etwas wie *genug* (kein physischer Bezug). Wenn es uns um nachhaltige Entwicklung ginge, wäre Geld nicht mehr das Wichtigste, sondern jene Überlebensaspekte, die für eine nachhaltige Entwicklung essentiell sind. Wird das erfüllt, erfolgt günstigerweise die Ausschüttung (Ausschüttung ist Indikator, kein Selbstzweck!). Unser Gehirn arbeitet seit Jahrmillionen so, und es liegt auf der Hand, dass wenn wir es anders machen, es eigentlich nur verkehrt sein kann, weil wir dann nicht mehr mit unserer eigenen Funktionalität korrespondieren. Das Geld- und Wirtschaftssystem müssten uns entsprechen, nicht umgekehrt.

Was heute mit Geld *bestätigt* wird, ist vielfach nicht mehr *richtig*, da es auf Kosten anderer und ihrer Lebensumgebung geht. Denn alle essentiellen Überlebensaspekte gilt es zu berücksichtigen, damit sich überhaupt so was wie Glück (Indikator für beste Überdauerungsfähigkeit) einstellen kann (unser Gehirn weiß darüber mehr als wir ;-)). Das hält uns offen für vielfältige Eindrücke, und das Leben ist voller Freuden.

Stress hingegen (wie ihn finanzieller Druck – unabhängig davon, wie viel Geld einer hat – erzeugt) fördert das gegenseitige Misstrauen, verursacht einen Tunnelblick, die Aufnahmebereitschaft ist erheblich reduziert, das Gehirn wendet sich dann nur jeweils einem Aspekt zu (dem Stressfaktor, und sei es der vermeintliche). Das ist die eigentliche Armut unter der wir *leiden*, und sie betrifft unsere gesamte Gesellschaft.

Nur glückliche Menschen sind wirklich reich.
(inspiriert von der Fragestellung in einem Forum, wie Armut in Deutschland wahrgenommen wird)