Averbales Denken – geht uns doch langsam ein Licht auf?

Denken und Bewusstsein ohne Sprache

Es ist endlich „bescheinigt“, dass auch Tiere ein Bewusstsein haben: http://fcmconference.org/.

Der Mensch hat bislang ein falschen Bild davon, was Denken eigentlich ist, oder auch gar keines, und ist damit nicht nennenswert weniger ferngesteuert als andere Wesen mit Gehirn.

Der Stoffwechsel hat vielen längst jede Entscheidung abgenommen, bevor ein verbalisierbarer Rest die Grenze ins Bewusstsein überschreitet.

Denken besteht aus einer linearen Aufeinanderfolge vieler kleiner Einzelentscheidungen, deren Richtung von den beteiligten Werten bestimmt wird – es geht dabei um die Aussicht auf Belohnung – ja auch bei uns, ja, auch wenn wir uns einbilden, dass was wir denken und tun bewusst entschieden wurde. Es ist nur ein kleiner Rest dessen, was vom Triebsystem durch die emotional-soziale Bewertung geschickt wird, bevor wir den Gedanken der sich dabei herausbildet, überhaupt (er)fassen.

Bei zunehmend tieferer Befassung mit der Funktionsweise des Gehirns, Fühlen und Denken, resp. Kognition kann ich nur immer wieder darüber staunen, wie sich die Grenzen zwischen Mensch und Tier verschieben, wie mich jede neu erkannte Ähnlichkeit mit einer Bewusstseinserweiterung bereichert, und keinen Wert übrig lässt, den nicht bereits ein Tier (womöglich sogar stärker ausgeprägt als in uns selbst) entwickelt hätte.

Es gibt keine Gerechtigkeit nur für einen selbst. Nicht als Individuum, nicht als Gruppe, nicht als Nation, nicht als Art. – Wer sich also auf die Straße setzt um Occupy zu spielen wird nicht erlangen was er will, so lange er bereit ist, andere für seine Bedürfnisse zu quälen.

Wir sind ein wandelndes Belohnungssystem dem es um Wohlbefindenssteigerung geht, keine Analysemaschinen, doch das was sich in uns abspielt, hat durchaus etwas mit Rechnen zu tun. Man kann in sein Denken keine Werte einbeziehen, geschweige denn sie leben, wenn man sie nicht (auch im Anderen an)erkennt. Die wahre Stärke menschlicher Organisationsstrukturen liegt in der emotionalen Bandbreite. Gefühle (Werte) sind der Puffer zwischen Triebsystem und Verstand. – Seine Triebe direkt in den Verstand durchzuschalten ist nicht rational oder gar menschlich, sondern erzeugt m.E. das Handlungsniveau eines Reptils. Das bilden wir heute global ab – allem voran die Gier jedes einzelnen Beteiligten, die sich in der “reichen” Spitze überdimensioniert summiert.

Wenn man in der Lage ist, sich die Symbole (die das Denken ohnedies nur bremsen) einfach wegzudenken, bleiben nur noch Werte übrig.

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