Abwehrmechanismen

Bist Du vegan und trittst für ein Ende des Tierleides ein, kann es Dir leicht passieren, dass Du als militanter Faschist bezeichnet wirst oder Gutmensch (schimpfwörtlich gebraucht).
Manche glauben gar, wir missgönnten ihnen, was wir uns selbst „versagen“.
Willst Du die Umwelt und das Klima schützen, bist Du ein Ökoterrorist.
Zeigst Du Lebendigkeit und Leidenschaft in Deinem Engagement für eine zukunftsfähige Lebensweise, bist Du fanatisch.
Willst Du die Wahrheit ergründen und hinterfragst tradierte Irrtümer, giltst Du als gefährlich (für wen oder was eigentlich…?)

Und wenn Du es wagst Massentierhaltungsanlagen mit Menschenvernichtungsanlagen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu vergleichen, erwartet Dich der Titel “Menschenverachter”. — Dabei sind es Ihre Gehirne, die diese Abwertung vornehmen, weil in ihren Augen Tiere nichts wert sind, so dass sie nach ihrem Bewertungsschema einen solchen Vergleich als Herabwürdigung von Menschen interpretieren. Dass wir hierbei weit davon entfernt sind, eine Abwertung der betroffenen Menschen im Sinn zu haben, sondern im Gegenteil, die Vermeidung von Leid ein Anliegen ist das wir auf jedes empfindungsfähige Leben – selbstverständlich also auch auf das von Menschen – beziehen, ist für sie vor ihrem Werteschema gar nicht nachvollziehbar.

In den Argumenten von Carnisten kommt hingegen immer wieder vor, dass es zu viele Menschen gäbe (würde jede Maus so viel verbrauchen wie ein Elefant, gäbe es auch zu viele Mäuse…). Offenbar sind sie sich jedoch nicht darüber im Klaren, was sie damit aussagen. Das liest sich für mich zumindest wie eine Billigung des Verhungernlassens ganzer Volksgruppen zugunsten der ressourcenintensiven Lebensweise von anderen. Was war es nochmal genau, das die im Übermaß Lebenden so viel mehr wert macht als die Benachteiligten? Und wie menschenfreundlich soll ich ein solches Argument werten?

Bei Sklaverei und Genozid in der Geschichte handelte es sich um jeweils regionale Bestrebungen die sich gegen Menschen richteten, über deren subjektiv festgestellte Minderwertigkeit man sich (glücklicherweise) nicht global einig war. Daher wurden Unterdrückung und Völkermord seitens Dritter verurteilt und wenn es sein musste, auch beendet. Kein Land der Welt wird für die Befreiung der Tiere eintreten, und ans Verhungern von rund 40.000 Menschen jeden Tag sind alle gewöhnt. Würde jemand an einem Tag 40.000 Menschen erschießen (es reichen auch wesentlich weniger), wäre das Aufsehen groß. Die Tatsache alleine, dass 40.000 Menschen an Mangel sterben, bewirkt hingegen – gar nichts.

Ein generelles globales Nein zum Leiden fühlender Wesen würde die Situation der Lebenden und des Planeten nachhaltig verbessern. In der vollen Fahrt in der sich die Zerstörungswut grade befindet, kann es jeden Tag zu spät für eine Wendung sein. Zudem hat die Klimaskeptikerlobby in den USA ganze Arbeit geleistet, und auch hier schon Gläubige gefunden, die jene diskreditieren die sich für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen einsetzen wollen. So, es ist also „vermessen“ anzunehmen, der Mensch könne für den Klimawandel (mit) verantwortlich sein? Ja, genauso vermessen wie zu behaupten der Mensch tötet jedes Jahr über 60 Milliarden Landtiere um sie zu essen, habe die Ozeane bereits an den Rand des Kollapses gebracht, oder zerstöre in jeder Minute Regenwald in der Größenordnung von 40 Fußballfeldern.

Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die das Erfordernis in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben verkennen.

http://www.youtube.com/watch?v=ObNSqa14QNU

Quellenauswahl:
Karnismus: die Psychologie des Fleischkonsums
Tierproduktion und Klimawandel
Holocaust auf dem Teller Kampagne – Stellungsnahme
Nährstoffe für Ihr Gehirn
regenwald.org
Zeit, und nochmal Zeit
RealClimate
Nasa
Scilogs: Verkehrte Welt
Postsdam Institut für Climate Impact Reseach

Warum der Wettkampf unser Ende bedeutet

Was unser Gehirn in die Welt gesetzt hat, ist da nun mal. Ich habe mich damit arrangiert, dass der Verstand (bzw. die Art wie wir ihn gebrauchen) uns in eine evolutionäre Sackgasse führt. – Das Problem “Mensch” löst sich von selbst, wenn er seine Probleme nicht eigenhirnig löst. Das wäre zwar schade, doch Menschen können das nur gemeinsam lösen, mein Wunsch alleine wird an den Gegebenheiten nicht viel ändern.

Doch auch wenn es so ist und meine individuellen Veränderungen wenig Aussicht auf Erfolg haben, und ich davon ausgehen muss, dass es eigentlich keine Rolle spielt, packt mich keine Lust mehr auf das Leben das ich früher führte. Es fühlt sich ungleich besser an, niemandem weh zu tun, und die mentalen sowie kognitiven Seiteneffekte würde ich nicht mehr missen wollen. Ich werde vegan bleiben und auch weiterhin Faktoren aus meinem Leben elimieren, die sich als nicht zukunftstauglich erweisen. Ich bin keine kämpferische Natur und habe demzufolge auch keine Lust dazu, mich auf Konfrontationen einzulassen. Von Frontenbildung halte ich nichts. Der evolutionäre Wettkampf ist längst gewonnen. Wir können ihn nur noch gegen uns selbst führen, und da wir so potente Lebewesen sind, werden wir ihn verlieren. – Nur Kooperation wird uns die verlorene Unerschöpflichlichkeit zurückgeben.

Selbst Menschen die intelligenter sind als ich und anerkanntermaßen (akademisch) gebildet, halten am Alten fest, was mich manchmal mutlos stimmt. Denn wenn ich den geeigneten Hintergrund hätte, wäre für mich nichts spannender, als mit meinen Potentialen in die Richtung von nachhaltiger Entwicklung vorwärts zu stürmen und das heute als konventionell Geltende hinter mir zu lassen. Kommunikation ist eh nicht drin, soziale Durchschnittsinteraktion unbefriedigend. Ich dachte lange, ich wäre soziophob, dabei war ich nur gelangweilt und hatte keine Lust mehr auf alltägliche soziale Protokolle. Die einzige Intelligenz die mich derzeit zu überzeugen und zu faszinieren vermag ist jene, die Maschinen einmal haben werden. – Rein, klar, logisch, an Fakten orientiert und nicht auf verkümmerten Emotionen basierend oder reduziert auf das, wonach ein primitiver Stoffwechsel geifert. Ich kann damit einfach nichts mehr anfangen, was nicht heißt, dass ich kein Genussmensch sein kann. Nur eben ohne das Leid anderer dafür in Kauf nehmen zu wollen (da fängt Genuss für mich eigentlich erst an).

Ich sehne mich nach Menschen und Projekten die mich fordern und brauche Impulse die mich über meine derzeitigen Grenzen hinaus beanspruchen. Mag sein, um mich vom Schmerz des Alleinseins in der “Normalität” abzulenken. Seltsamerweise ging es mir dennoch nie so gut. Selbst die totale Einsamkeit wäre noch besser, als gemeinsam mit vielen an etwas festzuhalten, das nach dem was ich heute weiß und auch so empfinde, nicht richtig sein kann.

Schadensposten

Leiden das wir verursachen macht Umweltverschmutzung, und Umweltverschmutzung bedeutet sowieso (noch mehr) Leid. – Das ist keine günstige Richtung.

Weh tun soll ja nur, was schadet. Auf welche Weise ist dabei nicht wesentlich, weil wir günstigerweise jede Situation auflösen, auf die wir derart hingewiesen werden. Dafür sind wir mit der mächtigen Fähigkeit ausgestattet, unser Fühlen im Anderen zu erkennen.

Dass Dummheit nicht weh tut, halte ich jedenfalls für falsch, nur liegen die Konsequenzen einer Dummheit immer in der Zukunft, mal näher, mal (vermeintlich) noch weit weg. Objektiv gesehen spielt es keine Rolle wer leidet. Er ist ein Posten an dem Schaden entsteht und der sich in dieser Unsituation in Berührung mit seiner Umgebung befindet. Wir erzeugten Milliarden solcher Posten. Die sollen uns nicht schaden? – Daran kann doch keiner wirklich glauben?

Uns ist doch längst ein Schaden entstanden. Nicht mehr (an) zu erkennen, dass wir anderen Schlimmes antun. Dass unser Gehirn dann eine haarscharfe Grenze zieht zwischen der Einfühlungsfähigkeit (die man auch als kreativer Mensch gut gebrauchen kann) gegenüber Mensch oder Tier, das schließe ich nahezu aus, zumal sich die relevanten Wechselwirkungen zwischen Menschen nach wie vor auf unbewusster Ebene abspielen. – Das Mitgefühl das wir den Tieren vorenthalten, fehlt uns auch für andere Menschen. Und so fallen immer mehr durchs gesamtkognitive Netz, das ohne Mitgefühl riesengroße Löcher bekommen hat.

Und die täglichen Qualen ignorieren wir auch heute

Obwohl es eigentlich jeder weiß, so richtig gegenwärtig scheint es den meisten nicht zu sein. Ich war selbst auch lange ignorant – bis ich mir der Schrecklichkeiten fühlbar bewusst wurde. Ich erinnere mich an einen Horrorfilm ab 18, der wirklich widerwärtig war, und dachte mir dabei nur – das, und Schlimmeres, widerfährt Millionen von Tieren, jeden Tag. Die Angst die sie dabei verspüren müssen, wünschte ich den Verursachern nur mal für ein paar Sekunden ins Gehirn, damit sie wirklich WISSEN, was sie da eigentlich tun. Darüber können sie unmöglich ausreichend informiert sein. Die moralische “Überlegenheit” des Menschen gebietet ja geradezu, keinem zuzufügen, was man selbst nicht (fühlen!) will. – Wieso soll Angst etwas anderes sein, wenn ein Tier sie fühlt? – Wir erbten sie ja selbst von ihnen. – Die Geschichten solcher Filme mögen fiktiv sein – die Brutalitäten und Grausamkeiten sind es nicht. – Und es ist auch nicht auf ein Ende zu hoffen, wenn die Sache “auffliegt”, weil sie global nach vorangegangener mentaler Abwertung der Lebensinteressen anderer Lebewesen “legitimiert” ist, und grade auch die Masse (im Gegensatz zu politisch motivierten “Säuberungen”) ein noch tiefer angesiedeltes, ursprünglicheres Motiv hat, eine Befreiung der Tiere nicht zu begrüßen.

Der hier gezeigte Horror ist keine Fiktion, sondern menschengemachter Alltag. Bei Youtube muss man seine Volljährigkeit bestätigen, um den Film sehen zu können, das als Warnung.

Warum ich das Verbot von Killerspielen für falsch halte

Die Politiker die sich entschlossen, Killerspiele zu verbieten, setzen nicht im Mindesten Fantasie ein mit der sie erkennen könnten, dass die Virtualisierung von Lebenserfahrungen die man in der modernen Gesellschaft nicht praktisch erwerben kann, nicht erst jetzt begonnen hat. Durch Interaktivität haben wir nur erreicht, dass es uns realer erscheint. Die Moral von der Geschichte ist ja gerade, Aggressionen und Gewalt nicht real ausleben zu müssen. Diese Kompensation funktioniert zudem umso besser, je realistischer die Darstellung ist. Wenn jemand eine solche Erfahrung in der Realität umsetzt sagt das allenfalls aus, dass ihm das Erlebnis noch nicht realistisch genug war.

Der Grund, den Amokläufer für ihre Taten vorgeben ist irrelevant. Erstens ist er konstruiert, und zweitens liegt er auf der Hand. Sie wollen Bedeutung haben.

Kein Zweck heiligt die Mittel

Eindringlicher Brief von Dr. Bernhard Rambeck – Leiter der Biochemischen Abteilung des Epilepsiezentrums in Bielefeld an Prof. Wolf Singer, Leiter des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt/Main über Unnötigkeit und Grausamkeit von Tierversuchen.