100 % Nachhaltigkeit

Dass diese Gesellschaft ja eigentlich gewinnen will, bringt sie in vielfacher Hinsicht zum Ausdruck. Sie ist eine gewinnorientierte Gesellschaft. Da draus eine gewinnende zu machen, kann eigentlich nicht so schwer sein. Bei den Potentialen. Und dann sind wir auch noch in der Lage, unsere eigenen Fehler zu erkennen. Wer außer uns hat diesen Überlebensvorteil schon? – Um die Entwicklungsrichtung (Entwicklung unterscheidet sich vom Chaos nicht durch ihre Ziele, sondern dass sie eine Richtung hat) ändern zu können braucht es ein neues Denken. Das alte kennt nur diese, daher führte es uns ja hierher – nicht ohne dabei zu lernen allerdings. Was das Denken verändern wird, ist (mal wieder) ein neues Selbstverständnis. Je umfassender, desto besser. – Und ich habe die Ahnung, dass diesmal alles reinpassen wird.

Da die Zufuhr scharfer Daten begrenzt ist, wir also nicht die ganze Welt auf diesem Weg erfassen können, muss das Empfinden das die Wertestruktur für nachhaltiges Denken vorhält bereits auf emotionaler / sozialer Ebene abgehandelt werden. Das ist ein Bildungsauftrag – konkret ist der Kandidat um den es da geht – der Wille. Da bereits Nuancen auf grundlegender Ebene einen massiven Unterschied an der Oberfläche bewirken können, ist Kinder beim Erwachsenwerden zu begleiten, eigentlich eine sehr sensible Angelegenheit.

Wollen ist bereits so gut wie können. Der Wille vergibt die Aufträge ans Gehirn und bestimmt auch darüber, was wir denken (unsere Werte wirken bis in die Kognition hinein). – Ganzheitlich muss das Bildungsziel sein. Nicht indoktriniert (Indoktrination ist einseitig, fördert Ab- und Ausgrenzung und die Bildung von Fronten). Ausgrenzung kann nicht mehr das Ergebnis einer ganzheitlichen Sichtweise sein. Im Moment stößt man damit „natürlich“ auf die Einschränkung „es gibt kein richtiges Leben im falschen“. Die Idee hinter „Liebe Deine Feinde“ verstehe ich so, dass wir, so lange es das „richtige“ Leben (nach unserer Auffassung) nicht gibt, Andersdenkende nicht ausgrenzen können, da sich unsere Ideen an den Fronten die sich sonst bilden totlaufen werden. Damit machen wir es womöglich noch schlimmer.

Der Gehirnpool aus dem wir heute schöpfen können, ist um ein Vielfaches größer geworden (ich verstehe Kognition als übergeordneten Vorgang – wie Entwicklung bzw. Evolution > Intelligenz ist gewissermaßen systemimplementiert). Da das Internet noch eine vergleichsweise neue Errungenschaft ist, sind viele noch in dem Stadium in dem sie die Informationsflut erschlägt. Teilweise wird darauf mit Ignoranz reagiert. Doch wer sich drauf einlässt, wird davon richtig profitieren. Das Gute an der vielen und zum Teil auch gegensätzlichen Information ist: Relativierung > Differenzierung, Vertrauensneubildung, Neubewertung.

Wenn heute RIP Jackie Chan durch Twitter rauscht, oder Kernschmelze, dann weiß ich, dass ich das überprüfen muss und nicht gleich für bare Münze nehmen. Man ist nicht mehr so vertrauensselig, sondern lernt, dass es einem Peinlichkeiten erspart, sich bevor man Informationen weitergibt, selbst zu überzeugen ob sie denn auch stimmen, bei der Gelegenheit können sich neue Informationsquellen hervortun. Diese Entwicklungsrichtung ist zu begrüßen. Ich bin davon überzeugt dass sie die Menschen intelligenter macht. Da wachsen feiner verästelte Strukturen in ihren Gehirnen. Unser Inneres ist eine Landkarte der Umgebungswahrnehmung, deren Aufgabe wiederum ist die Umgebungsentsprechung. – Es gibt nur 100% Nachhaltigkeit oder keine. Ein Grad Abweichung, und schon geht es ganz woanders hin.

Geld ist schlicht zu wenig. Viel zu wenig. Und es dürfte niemals ein Ziel sein. Sich darin zu investieren statt in uns selbst, negiert unsere eigene Existenz. Wir können so nicht überleben, die Rechnung geht nicht auf.

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